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Thema: Nicht nur für Bayern: offener Brief ans Umweltministerium

  1. #31
    Moderator Avatar von Lisa R.
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    Gesundes, fittes Hausgeflügel, das die Möglichkeit hat, unter artgerechten Bedingungen mit Auslauf unter freiem Himmel zu leben, kann sich gegen die natürlich in der Umwelt vorkommenden Influenzaviren zu wehren, sie bekämpfen und gesund bleiben. Das sollte doch eigentlich das Ziel jeder Seuchenvorsorge sein. Das Einsperren im Stall, mit zuwenig Tageslicht, zu wenig Bewegung, erhöhtem Stress der Tiere durch zu wenig Platz schafft dagegen für jeden Erreger ideale Bedingungen, sich festzusetzen, von Tier zu Tier auszubreiten und nicht zuletzt auch zu mutieren. Damit erschaffen wir uns unsere Seuchen selber.
    "zu" muss weg.
    Die Frau Werwolf sagt: "With me ist not good cherry eating."

  2. #32
    Avatar von elja
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    ich denke, jetzt ist er fertig.
    Die Spione von der Scharf kennen ihn natürlich schon, die Presse aber noch nicht
    Sei Wachsam von Reinhard Mey
    ... Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
    „Halt' du sie dumm, ich halt' sie arm!“ ...

  3. #33
    Moderator Avatar von sil
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    KaosEnte, Danke für den Hinweis. Da werde ich mich bei unserer Zeitung mal kundig machen, wie das funktioniert.
    Und Danke allen fürs mithelfen beim Formulierungen finden. Ich hab es nämlich gar nicht allein gemacht ...
    Wenn hier ein paar Spione mitlesen, um so besser, dann wars nicht nur für den Papierkorb.
    Jetzt also hier nochmal die vorläufig endgültig überarbeitete Fassung:


    Sehr geehrte Frau Scharf,


    endlich hat auch Bayern die Stallpflicht aufgehoben.
    Deren Sinnhaftigkeit wird von sehr vielen Fachleuten, Wissenschaftlern und Geflügelhaltern in Frage gestellt.
    Sie können sich wahrscheinlich nicht vorstellen, wie sehr ich mich für mein Federvieh gefreut habe, als es nach so vielen Monaten unter Dach endlich wieder hinaus durfte.
    Allerdings wurde praktisch im gleichen Atemzug mit der Aufhebung der Stallpflicht schon vor dem Kommen der nächsten gewarnt und uns Hobbygeflügelhaltern wurde angeraten, vorsorglich schon mal unsere Ställe anzupassen.
    Einmal abgesehen davon, dass die Umsetzung dieser Empfehlung Geld kostet, das nicht jeder mal so eben locker zur Verfügung hat und auch baurechtliche Belange vielen Stallbauvorhaben im Wege stehen dürften, bitte ich Sie, die Notwendigkeit einer flächendeckenden Stallpflicht sorgfältig zu prüfen und fordere Sie auf, im künftigen Umgang mit der Vogelgrippe die Verhältnismäßigkeit der Mittel zu wahren, so wie dies Gesetzgeber und Rechtssprechung vorschreiben.


    Die Behauptung, dass der Erreger mit dem Vogelzug von Asien nach Mitteleuropa gelangt, ist wissenschaftlich nach wie vor nicht belegt.
    Die Zahlen, auf denen die Risikoeinschätzung des FLI basiert, sind nicht nachvollziehbar, die Methoden, wie diese erhoben werden, äußerst umstritten. Überdies bleibt das FLI nach wie vor jede ernstzunehmende Antwort auf die Frage schuldig, wie das Virus nach Monaten beinahe bundesweiter Stallpflicht immer noch in einem Putenmaststall nach dem anderen festgestellt werden kann, und das mittlerweile auch in frisch eingestallten Beständen.


    Hier handelt es sich um Anlagen, die ihre Tiere sowieso vom Schlupf bis zur Schlachtung unter Dach halten. Die Betreiber wissen, wie wehrlos die darin gehaltenen Tiere aufgrund von Zuchtfokusierung allein auf Leistungsparameter, Dauerstress durch Enge, Keimbelastung durch die stetig wachsende Schicht aus Mist und sogenannten „Ausfällen“ und fehlender Möglichkeit zum Aufbau von Abwehrkräften jedem Erreger ausgeliefert sind. Schon im eigenen Interesse sollten dort Biosicherheitsmaßnahmen Standard sein. Betriebsfremde Personen haben grundsätzlich Betretungsverbot, wie soll da ein Eintrag über Kleinhalter oder gar infizierte Wildvögel passieren? In diesem Zusammenhang verweisen wir auf die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen. Demnach ist bei 73% der seit 2006 in Westeuropa aufgetretenen Fälle der Eintragsweg als "unbekannt" angegeben, und bei den verbleibenden 27 % liegen die Infektionswege mit knapp 66 % innerhalb der Geflügelwirtschaft selbst.(Kontakt zu Nachbarbetrieben, Zukauf von Tieren, Übertragung durch Gerätschaften).


    Die Vogelgrippe ist eine ernstzunehmende Krankheit, darüber muß nicht diskutiert werden, ihre Gefährlichkeit liegt aber nach heutigem Kenntnisstand vorrangig in der Bedrohung der wirtschaftlichen Interessen der Geflügelindustrie.
    Fakt ist jedoch, die Stallpflicht kann die Massentierhaltungen nicht vor sich selber schützen.


    Bitte halten Sie Ämter und Behörden zu einem bedachtsamen Vorgehen im Sinne bestehender Gesetze an. Nicht dass sie beim nächsten Feststellen eines Seuchenzuges wieder in Hysterie und Panik verfallen, allein aufgrund des Nachweises eines niedrigpathogenen Erregers bei einem einzigen Tier ganze Bestände mit teils streng geschützten Arten hinmetzeln und sogar die Tötung von in Volieren gehaltenen Singvögeln vor der Öffentlichkeit als notwendige Seuchenbekämpfung rechtfertigen. Das Töten gesunder Tiere ohne vernünftigen Grund ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, das Töten ganzer Bestände rein auf Verdacht ohne Beweis eines tatsächlichen akuten Infektionsgeschehens ist durch Nichts zu rechtfertigen und ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft.


    Nach Aussage des FLI tragen Hühner HPAIV H5N8 nicht verdeckt/symptomlos, sondern zeigen laut FLI massive Symptome und versterben meist binnen 48 Std. Sie sind zudem standorttreu und können kaum an der Verbreitung eines Virus beteiligt sein, der laut FLI seit Monaten endemisch in der Wildvogelpopulation kursiert und von ebendieser ja angeblich über tausende von Kilometern getragen wird.
    Gesundes, fittes Hausgeflügel, das die Möglichkeit hat, unter artgerechten Bedingungen mit Auslauf unter freiem Himmel zu leben, kann sich gegen die natürlich in der Umwelt vorkommenden Influenzaviren wehren, sie bekämpfen und gesund bleiben. Das sollte doch eigentlich das Ziel jeder Seuchenvorsorge sein. Das Einsperren im Stall, mit zu wenig Tageslicht, zu wenig Bewegung, erhöhtem Stress der Tiere durch zu wenig Platz schafft dagegen für jeden Erreger ideale Bedingungen, sich festzusetzen, von Tier zu Tier auszubreiten und nicht zuletzt auch zu mutieren. Damit erschaffen wir uns unsere Seuchen selber.


    Es ist dringend nötig, umzudenken.
    Die Stallpflicht als flächendeckende Maßnahme über Monate ist kein geeignetes Mittel im Kampf gegen die Vogelgrippe. Selbst das FLI empfiehlt eine solche nur risikobasiert.


    Mit freundlichen Grüßen


    ....für das Aktionsbündnis Vogelfrei
    "alles zuwider dem Menschen. auf den Äckern wächst das Gras und auf den Wiesen steht nichts." (sagte ein alter Bauer mal)

  4. #34
    Moderator Avatar von ***altsteirer***
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    Nicht dass sie beim nächsten Feststellen eines Seuchenzuges wieder in Hysterie und Panik verfallen...
    Den Seuchenzug hatte ich schonmal in Anführungszeichen gesetzt, weil ein echter Seuchenzug in der Bevölkerung viel Verständnis für nahezu alle Mittel weckt. Und ein echter Seuchenzug ist das für mich nicht.

    Vielleicht ersetzen wir den Seuchenzug durch "einige Wildvogelfunde".

    Bemerkenswert: Alle 35, bis zum Verhängen der landesweiten Stallpflicht am 18.11., im TSIS gemeldeten Fälle sind mittlerweile aufgehoben!

    Ich will wirklich keine Nervensäge sein, aber wenn der Brief so groß rauskommt, dann sollten wir wirklich jede Formulierung auf die Goldwaage legen.

    Liebe Grüße, Markus

    P.S. Letzter Absatz, erster Satz: "Nach Aussage des FLI" und "laut FLI" ist doppelt gemoppelt. Jetzt bin ich aber wirklich still!

    EDIT: Oder vielleicht "beim nächsten Festellen einiger Verdachtsfälle" mit der oben genannten Zusatzinfo in Klammern.

    Was meint Ihr?
    Geändert von ***altsteirer*** (19.03.2017 um 16:03 Uhr) Grund: Ergänzung
    4.29.31 Altsteirer

    "Alles, was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand." Charles Darwin

  5. #35

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    Hallo Silvia,

    wenn Du den Brief auch an die örtliche Presse schickst gehe ich davon aus, dass das die PNP sein wird. Sollten Kosten entstehen (wie KaosEnte vermutet), bitte melden - ich hatte nämlich ähnliches vor - ich werde mich auf alle Fälle an den Kosten beteiligen.

    Gruß Franz

  6. #36
    Avatar von Vamperl
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    Ich schicke Dir jedenfalls meinen Namen als BEstätigung, dass Du ihn drunter setzen kannst.
    Also, "man" kann ihn natürlich auch rausfinden - aber wenn cih Dir eine PN schicke, weißt Du, dass es so gemeint ist ;-)

    Idee: da ich Nichtbayerin bin.... kann man den cniht einfach an ALLE Landwirtschafts- und Umweltminister adressieren und überregional OFFEN machen? Süddeutsche oder so?
    www.aktionsbuendnis-vogelfrei.de
    www.foerderverein-vogelfrei.de
    -->MITMACHEN statt meckern! <--

  7. #37
    Moderator Avatar von sil
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    Ich habe das ja recht unbelastet von Wissen ums Prozedere in Gang gebracht.
    Soweit ich es verstehe, kann man einen offenen Brief als Inserat schalten, dann wird er sicher abgedruckt, man muß aber dafür bezahlen. Oder man schickt ihn als Leserbrief, dann bleibt es der jeweiligen Redaktion überlassen, ihn, gegebenenfalls gekürzt, zu veröffentlichen.
    Mein eigentlicher "Plan" soweit vorhanden, war, den Brief einmal ans Ministerium zu schicken, zum anderen als Leserbrief an "meine" Tageszeitung hier. Dann vielleicht auch eine Veröffentlichung über meine Töchter in facbook, auf der AVF- Seite konnte ich ihn mir auch vorstellen, hier ist er ja sowieso schon öffentlich zugänglich - und deswegen eben die Bezeichnung "offener Brief". Im Sinne von: Den lesen mehr, nicht nur der Empfänger. Ich hätte auch nur meinen Namen druntergesetzt, dachte mir aber, je mehr da mit unterschreiben, desto überzeugender.
    Es wäre ja auch eine Möglichkeit, dass jeder diesen Brief (oder einen eigenen) als Leserbrief an irgendeine Redaktion schickt mit dem Hinweis, dass er (der Brief) dem Ministerium vorliegt, jeder dann nur mit seinem Namen oder auch nur mit meinem und dem Hinweis aufs Aktionsbündnis Vogelfrei unterschreibt.
    An ein Inserat habe ich niemals gedacht, es kommt für mich auch nicht in Frage.
    Für die Presse und eigentlich auch für die Öffentlichkeit ist meiner Ansicht nach das Thema Vogelgrippe vorerst beendet, von daher erwarte ich wenig Reaktion von seiten einer Zeitung, mir geht es da vor allem darum auch den Redaktionen zu zeigen: Wir geben so schnell noch keine Ruhe, nur weil wir jetzt unsere Hühner wieder raus lassen dürfen, wir sind da immer noch wachsam.
    Mir ist das Ministerium selber wichtig, die dürfen ruhig merken, dass wir sehr unzufrieden sind mit ihrer Arbeit, und dass wir das auch andere wissen lassen. Ob er jemals die Adressatin direkt erreicht, weiß ich nicht, aber wenn, dann soll er mehr sein als nur der Erguss einer gefrusteten Hühnerhalterin.
    Deswegen war mir persönlich wichtig, dass Fakten so sachlich wie möglich angesprochen werden, dass aber trotzdem unser Unmut durchkommt. Ich hoffe, ihr versteht, was ich sagen will.
    Darum habe ich auch hier nach Unterstützung gefragt, ich habe selber gemerkt, dass ich viel zu emotional gestartet bin, und ich weiß, dass andere oft viel besser als ich selber ausdrücken können, was ich sagen will. Zwischendrin habe ich auch mal gedacht: Was machst Du da eigentlich?? - -
    Aber jetzt ist es, Dank der Hilfe hier, ein Brief geworden, der meiner Meinung nach jeden, der sich die Mühe macht ihn zu lesen, zum Nachdenken bringen kann. Er ist trotzdem vielleicht nicht mehr als der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein, aber wir müssen einfach dafür sorgen, dass das Tropfen nicht nachläßt.

    Der Brief an sich ist ja eine Gemeinschaftsarbeit, ich habe nur die Rohfassung geliefert, zur Feinarbeit haben andere mitgeholfen. Ich für mein Teil gebe den Brief für jeden hier zur Veröffentlichung frei - aber erst, nachdem ich die letzten von Markus angeregten Änderrungen noch eingebaut habe ( "toter Wildvogel" statt "Seuchenfall" - genial!! )
    "alles zuwider dem Menschen. auf den Äckern wächst das Gras und auf den Wiesen steht nichts." (sagte ein alter Bauer mal)

  8. #38
    Moderator Avatar von sil
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    Und hier die vorerst allerletzte Fassung:
    Markus, Du darfst aber gern nochmal verbessern.

    Sehr geehrte Frau Scharf,


    endlich hat auch Bayern die Stallpflicht aufgehoben.
    Deren Sinnhaftigkeit wird von sehr vielen Fachleuten, Wissenschaftlern und Geflügelhaltern in Frage gestellt.
    Sie können sich wahrscheinlich nicht vorstellen, wie sehr ich mich für mein Federvieh gefreut habe, als es nach so vielen Monaten unter Dach endlich wieder hinaus durfte.
    Allerdings wurde praktisch im gleichen Atemzug mit der Aufhebung der Stallpflicht schon vor dem Kommen der nächsten gewarnt und uns Hobbygeflügelhaltern wurde angeraten, vorsorglich schon mal unsere Ställe anzupassen.
    Einmal abgesehen davon, dass die Umsetzung dieser Empfehlung Geld kostet, das nicht jeder mal so eben locker zur Verfügung hat und auch baurechtliche Belange vielen Stallbauvorhaben im Wege stehen dürften, bitte ich Sie, die Notwendigkeit einer sich womöglich jährlich wiederholenden, flächendeckenden Stallpflicht sorgfältig zu prüfen und fordere Sie auf, im künftigen Umgang mit der Vogelgrippe die Verhältnismäßigkeit der Mittel zu wahren, so wie dies Gesetzgeber und Rechtssprechung vorschreiben.


    Die Behauptung, dass der Erreger mit dem Vogelzug von Asien nach Mitteleuropa gelangt, ist wissenschaftlich nach wie vor nicht belegt.
    Die Zahlen, auf denen die Risikoeinschätzung des FLI basiert, sind nicht nachvollziehbar, die Methoden, wie diese erhoben werden, äußerst umstritten. Überdies bleibt das FLI nach wie vor jede ernstzunehmende Antwort auf die Frage schuldig, wie das Virus nach Monaten beinahe bundesweiter Stallpflicht immer noch in einem Putenmaststall nach dem anderen festgestellt werden kann, und das mittlerweile auch in frisch eingestallten Beständen.


    Hier handelt es sich um Anlagen, die ihre Tiere sowieso vom Schlupf bis zur Schlachtung unter Dach halten. Die Betreiber wissen, wie wehrlos die darin gehaltenen Tiere aufgrund von Zuchtfokusierung allein auf Leistungsparameter, Dauerstress durch Enge, Keimbelastung durch die stetig wachsende Schicht aus Mist und sogenannten „Ausfällen“ (das sind die Tiere, die während der Mast sterben. In Putenbeständen rechnet man mit bis zu 30%) und fehlender Möglichkeit zum Aufbau von Abwehrkräften jedem Erreger ausgeliefert sind. Schon im eigenen Interesse sollten dort Biosicherheitsmaßnahmen Standard sein. Betriebsfremde Personen haben grundsätzlich Betretungsverbot, wie soll da ein Eintrag über Kleinhalter oder gar infizierte Wildvögel passieren? In diesem Zusammenhang verweisen wir auf die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen. Demnach ist bei 73% der seit 2006 in Westeuropa aufgetretenen Fälle der Eintragsweg als "unbekannt" angegeben, und bei den verbleibenden 27 % liegen die Infektionswege mit knapp 66 % innerhalb der Geflügelwirtschaft selbst.(Kontakt zu Nachbarbetrieben, Zukauf von Tieren, Übertragung durch Gerätschaften).


    Die Vogelgrippe ist eine ernstzunehmende Krankheit, darüber muß nicht diskutiert werden, ihre Gefährlichkeit liegt aber nach heutigem Kenntnisstand vorrangig in der Bedrohung der wirtschaftlichen Interessen der Geflügelindustrie.
    Fakt ist jedoch, die Stallpflicht kann die Massentierhaltungen nicht vor sich selber schützen.


    Bitte halten Sie Ämter und Behörden zu einem bedachtsamen Vorgehen im Sinne bestehender Gesetze an. Nicht dass sie beim nächsten Feststellen einiger Verdachtsfälle wieder in Hysterie und Panik verfallen, allein aufgrund des Nachweises eines niedrigpathogenen Erregers bei einem einzigen Tier ganze Bestände mit teils streng geschützten Arten hinmetzeln und sogar die Tötung von in Volieren gehaltenen Singvögeln vor der Öffentlichkeit als notwendige Seuchenbekämpfung rechtfertigen. Das Töten gesunder Tiere ohne vernünftigen Grund ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, das Töten ganzer Bestände rein auf Verdacht ohne Beweis eines tatsächlichen akuten Infektionsgeschehens ist durch Nichts zu rechtfertigen und ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft.
    Übrigens: Alle 35, bis zum Verhängen der landesweiten Stallpflicht am 18.11., im TSIS gemeldeten Fälle sind mittlerweile aufgehoben!


    Nach Aussage des FLI tragen Hühner HPAIV H5N8 nicht verdeckt/symptomlos, sondern zeigen massive Symptome und versterben meist binnen 48 Std. Sie sind zudem standorttreu und können kaum an der Verbreitung eines Virus beteiligt sein, der seit Monaten laut FLI endemisch in der Wildvogelpopulation kursiert und von ebendieser ja angeblich über tausende von Kilometern getragen wird.
    Gesundes, fittes Hausgeflügel, das die Möglichkeit hat, unter artgerechten Bedingungen mit Auslauf unter freiem Himmel zu leben, kann sich gegen die natürlich in der Umwelt vorkommenden Influenzaviren wehren, sie bekämpfen und gesund bleiben. Das sollte doch eigentlich das Ziel jeder Seuchenvorsorge sein. Das Einsperren im Stall, mit zu wenig Tageslicht, zu wenig Bewegung, erhöhtem Stress der Tiere durch zu wenig Platz schafft dagegen für jeden Erreger ideale Bedingungen, sich festzusetzen, von Tier zu Tier auszubreiten und nicht zuletzt auch zu mutieren. Damit erschaffen wir uns unsere Seuchen selber.


    Es ist dringend nötig, umzudenken.
    Die Stallpflicht als flächendeckende Maßnahme über Monate ist kein geeignetes Mittel im Kampf gegen die Vogelgrippe. Selbst das FLI empfiehlt eine solche nur risikobasiert.


    Mit freundlichen Grüßen


    ....für das Aktionsbündnis Vogelfrei
    "alles zuwider dem Menschen. auf den Äckern wächst das Gras und auf den Wiesen steht nichts." (sagte ein alter Bauer mal)

  9. #39

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    Der Brief ist genial und soll an die genannten Stellen kommen.

    Aber warten wir mal ab, was sie auf Grund der neuen EU-Richtlinie aus dem Hut zaubern.

    Ich glaube den nächsten Brief müssen wir nach Brüssel schreiben!!

    Es wird nicht einfacher!

  10. #40
    Moderator Avatar von ***altsteirer***
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    AARGH! Doch noch ein Argumentationsloch gefunden:
    Betriebsfremde Personen haben grundsätzlich Betretungsverbot, wie soll da ein Eintrag über Kleinhalter oder gar infizierte Wildvögel passieren?
    Genau die Antwort der Bundesregierung, auf die wir verweisen wollen, gibt bei etwa 33 % (47 von 143) der Fälle den direkten Kontakt zu Wildtieren als Eintragsweg an.

    Ich muss jetzt los, schau aber mal, wie wir das elegant lösen können. Werde im Laufe des Tages noch eine Alternativformulierung vorstellen und appeliere an Eure Geduld und Nachsicht für die ewige Meckerliese Markus
    4.29.31 Altsteirer

    "Alles, was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand." Charles Darwin

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