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Thema: Neue "Rote Liste" erschienen

  1. #81
    Gast
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    Hier machen manche den Fehler in Schwarz-Weiss zu denken. Es bleibt unbestritten, dass in den letzten 70 Jahren Legeleistung und Eierfarbe (bei den Welsumer, Barnevelder, Rhodeländer und Langshan) vernachlässigt wurden). Bei einigen wurde sogar das Körpergewicht und Eigewicht geschrumpft. Sie wurden zu Ornamentals (Zierrassen) degradiert und die Tendenz zeigt, dass das allen Ausstellungsrassen so geht, wenn sich kein Umdenken einstellt. Ich will keine Welsumer oder Barnevelder, die die mickrige Creme-farbige 50 Gramm-Eier legen, aber genau dahin entwickelt sich die Ausstellungszucht in D und NL.


    Obere Reihe Ixworth-Eier zum Vergleich
    Unten links Welsumer-Ei aus Schottland
    Unten rechts große silber-schwarz-doppelt-gesäumte Barnevelder
    An dem Bild sieht man, wie Welsumer-Eier aussehen könnten (das wurde in UK durch wiederholte Einkreuzungen von Marans erreicht, auch wenns fast keiner zugeben will) und wie Barnevelder Eier nicht aussehen sollten.
    Ich hätte die Silber-Schwarz-doppelt-gesäumten Barnevelder mit Marans erzüchtet und nicht mit Wyandotten.
    Nun kann man sie nur noch mit deren Hilfe verbessern ("retten").
    Zum Vergleich wie Welsumer Eier inzwischen in NL und D aussehen.
    https://picasaweb.google.com/1174746...62827911930290
    http://www.welsumer.com/index_kunstbrut.php
    Mich ärgert es halt, zu sehen, dass man aus "Bequemlichkeit" und um schnell "Aufsehen" im Ausstellungswesen zu machen, z.B. in die Welsumer Leghorn eingekreuzt hat (für die Erzüchtung der orangebrüstigen Welsumer) und für die Wiedererzüchtung der großen silber-schwarz-doppelt-gesäumten Barnevelder silber gebänderte Wyandotten eingekreuzt wurden. Dummerweise aber welche mit "verstecktem" autosomalem Rot ...
    http://www.tuinvee.nl/Het%20rode%20s...ndje%20WEB.pdf
    Es hätte mit französischen Marans (mit englischen Marans etwas weniger, dafür aber bei der Besorgung) etwas mehr Mühe und Zeit gebraucht, sie in die Anerkennung zu bringen, aber sie hätten dann auch eine tolle Eierfarbe.
    Deswegen imponiert mir die Einstellung der Züchter in Frankreich, bei denen die Leistung ( Eigewicht, Legeleistung und Fleischgewicht) noch einen höheren Stellenwert hat, als die Punkte bei den Ausstellungen. Auch in England gibt es einige Züchter, die dazu beigetragen haben, dass z.B. die Welsumer so dunkle Eier legen wie Marans.
    Allerdings erreichen die das über die Masse (und Einkreuzungen von Marans - auch wenns keiner offiziell zugeben will - das belegen einige Literaturquellen), so dass sie bei Ausstellungen und bei Eierwettbewerben vorne liegen. Aber genau diese Vorgehensweise hat zu Tieren geführt, die ihresgleichen suchen! Deswegen finde ich die Geheimniskrämerei bescheuert.
    Ich glaube jedenfalls nicht mehr daran, dass die Welsumer in UK alleine durch Selektion diese Marans-typischen Eierfarben erreichen.
    Ich verweise nur auf eine Literaturquelle von 1980:
    [...] but I learned that the English have three breeds that lay those dark brown eggs - Barnevelders, Welsummers, and Marans.
    However, I was informed that the winners in the egg shows were from Marans or Marans Crosses. [...]
    Geändert von Redcap (15.09.2015 um 09:37 Uhr)

  2. #82
    Avatar von Katrin
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    Na schön, aber all dies Hin- und Hergekreuze hat ja nun gar nichts mit der Erhaltung der Genetik alter Rassen zu tun. Das ist eben das Problem in der Rassegeflügelzucht.

    VG
    Katrin
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    (Saint-Exupéry)

  3. #83
    Rassegeflügelzüchter Avatar von Ernst
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    Zitat von Okina75 Warum so empfindlich, Thorben?
    Dann zähle mir doch mal die Vorteile auf, wo ich sie offenbar nicht zu sehen imstande bin.
    Zitat Zitat von ahoeh Beitrag anzeigen
    Für manche Leute sind Hühner mehr als nur reine Nutztiere und
    viele Rassen haben andere Vorzüge, auch wenn du dies offensichtlich nicht verstehen kannst.
    Hätten alle deine Einstellung wären alle Rassen verloren. Durch die hier teilweise so ausgebuhten Züchter haben sie wenigstens noch eine Chance.

    Nicht jeder braucht Hochleistungshühner! Viel wichtiger finde ich dass man sich die passende Rasse auswählt. Dank der Rassevielfalt, die es zum Glück noch gibt ist dies ja auch möglich
    Hallo Andrea,

    die Meinung kann sich schon mal ändern. Bei einer "Sinnkriese" kann sie auch so aussehen.

    Zitat von Okina
    Es gibt Leute, die füttern Heerscharen an Ziervögeln durch und züchten die hingebungsvoll, obwohl die keinerlei praktischen Nutzen haben, weder Eier legen noch gebraten werden, sondern die nur schön aussehen oder schön singen können.
    Leute halten sich viele Volieren mit Fasanen, allein deren Schönheit wegen und geben dafür Unsummen an Futter- und anderen Geldern aus...

    Das vor Augen fragte ich mich: Warum kann man das Huhn nicht auch einzig um seiner selbst Willen halten, ebenso wie es viele Halter mit zB Fasanen oder vielen anderen Wildvögeln tun?
    Warum muss beim Huhn immer der Nutzaspekt so derart als Scheidepunkt zwischen Leben und Tod fungieren
    Bei dieser Diskussion sollte man aber auch bedenken, dass die im Standard angegebenen Angaben zur Legeleistung oftmals keine früher erbrachten Leistungen waren, sondern "Zuchtziel".
    Geändert von Ernst (15.09.2015 um 11:44 Uhr)

    Ein Haus ohne Bücher ist arm,
    auch wenn schöne Teppiche seinen Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.
    Hermann Hesse

  4. #84
    Gast
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    Backcrossing ist ein wichtiger Teil der Erhaltungszucht - wenn es richtig gemacht wird. Das hat man auch in der Hundezucht inzwischen eingesehen!
    Ein Beispiel hierfür sind Dalmatiner
    http://users.nbn.net/jseltzer/dal_poin.html

    Die Prioritäten liegen einfach falsch:
    Vermutlich hat auch Novogen (französische Hybridlinie - alleine der Firmenname verrät deren Philosophie neue Gene einzuführen) so ein Backcrossing mit Marans zur "Marktführung" bei den Braunlegern verholfen.







    Rassegeflügelzüchter haben zur gleichen Zeit, die Welsumer mit Leghorn "verbessert", weil da ja nur eine schöne Erscheinung zählt.

  5. #85

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    Zitat Zitat von Katrin Beitrag anzeigen
    Hallo Juno!

    Nicht ganz so ein Quatsch, wenn man hinter die Kulissen schaut:

    Lohmann selektiert seine Hennenlinien seit Jahrzehnten in kleinen Einzelkäfigen , und zwar jede einzelne Henne. Die Käfigreihen ( nicht in Deutschland) waren in dem Film ja auch zu sehen. Für die elektronische Fallnestkontrolle hierzulande gibt es Prototypen ( uA auch im Institut für Haustiergenetik in Mariensee), die aber für den Hobbyhalter nicht bezahlbar sind.

    Bezahlbare elektronische Nester sind in der Entwicklung , einige Mitglieder unseres Vereins sind dran, aber leider sind sie noch nicht praxisreif. Die Bestimmung der Legeleistung einer Henne ist kein Problem mehr, aber die Zuordnung der Eier zu den Hennen.

    VG
    Katrin
    Da bin ich mal gespannt.Wäre auch für mich als "nur Selbstversorger" interessant.

    juno

  6. #86

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    Zitat Zitat von ahoeh Beitrag anzeigen
    Für manche Leute sind Hühner mehr als nur reine Nutztiere und
    viele Rassen haben andere Vorzüge, auch wenn du dies offensichtlich nicht verstehen kannst.
    Hätten alle deine Einstellung wären alle Rassen verloren. Durch die hier teilweise so ausgebuhten Züchter haben sie wenigstens noch eine Chance.

    Nicht jeder braucht Hochleistungshühner! Viel wichtiger finde ich dass man sich die passende Rasse auswählt. Dank der Rassevielfalt, die es zum Glück noch gibt ist dies ja auch möglich.
    Massenleger haben z.B auch öfters in jüngeren Jahren schon Probleme, die andere Rassen gar nicht kennen. Wenn man seine Tiere immer bereits nach einem Jahr schlachtet und nur auf Legeleistung achtet merkt man das natürlich selten. Manche Rassen sind keine Superleger, doch sie legen dafür teilweise im Winter besser und zeigen auch nach dem 1. Lebensjahr eine gute Legeleistung.........

    Jede Rasse und jeder Züchter hat eigene Schwerpunkte und das ist auch gut so finde ich.
    Warum muss man anderen denn immer versuchen die eigene Sichtweise aufzudrängen und nur die eigene als non plus Ultra sehen?

    Viele Grüße
    Andrea
    Hallo Andrea,

    ich gebe Dir Recht, und auch für mich sind die Hühner nicht nur Nutztiere, auch wenn ich keinerlei Probleme habe sie in den Kochtopf zu schicken.

    Jedoch sollte die angegebene Leistung auch erreicht werden können, bzw. annähernd im Bereich sein. Es geht hier nicht um Leistungssteigerung sondern um Leistungserhalt. Was nützen mir Top Ausstellungsaustralorps, wenn sie auch mit Leistungsfutter nur 100 Eier mit ca. 45-50 Gramm legen (bei einem Bekannten).

    juno

  7. #87

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    Na schön, aber all dies Hin- und Hergekreuze hat ja nun gar nichts mit der Erhaltung der Genetik alter Rassen zu tun. Das ist eben das Problem in der Rassegeflügelzucht.
    Ja, das Problem ist, das es eben nur um den Phänotyp geht in der Ausstellungszucht ! Wie ich zu dem perfekten Tier am Ende gekommen bin ist doch egal- das gezeigte Tier muß dem Standart so nahe wie möglich kommen , der Weg ist egal !
    Daher verliert sich auch die Genetik der alten Rassen bzw. sie gibt es garnicht mehr !

    Die Ausstellungszucht soll hier garnicht grundsätzlich kritisiert werden ! Schade ist es nur, wenn die Leistung drunter leidet (weil man sie in der Bewertung nicht sehen kann ).

    Anfänger orientieren sich an den Legeleistungen in der Literatur und wählen auch dadurch ,,Ihre`" Rasse aus- für sie ist dann die Entäuschung groß wenn nur noch wenige Eier in Zwerghennen Format im Nest der So leistungfähigen Großrasse auftauchen ! LG Mantes

  8. #88
    Avatar von ahoeh
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    Zitat Zitat von Mantes Beitrag anzeigen
    Anfänger orientieren sich an den Legeleistungen in der Literatur und wählen auch dadurch ,,Ihre`" Rasse aus- für sie ist dann die Entäuschung groß wenn nur noch wenige Eier in Zwerghennen Format im Nest der So leistungfähigen Großrasse auftauchen ! LG Mantes
    Ich finde ja auch, dass man auch auf Leistung achten sollte und nicht ausschließlich auf Schönheit. Ich habe es aber auch schon oft erlebt, dass Leute sich die Legeleistung ihrer Tiere mit einer falschen Ausfzucht ruinieren und dann dem Züchter die "Schuld" geben. Viele wissen es einfach nicht und sparen gerade in den wichtigen Phasen der Aufzucht oder meinen es zu gut. Nur mit idealer Aufzucht kann eine Henne auch ihre genetisch angelegten Eikapazitäten erbringen. Zudem beeinflusst auch die Fütterung der erwachsenen Tiere Legeleistung und Eigröße mit.

    So einfach lässt es sich also nicht auf die rein genetische Anlage reduzieren...trotzdem ist dies Gang und Gäbe.

    Viele Grüße
    Andrea
    Italiener rebhuhnhalsig - La Flèche schwarz, blau - Warzenenten blau-wildfarbig - Pommerngänse gescheckt - bunte Hühnertruppe

  9. #89
    Avatar von ahoeh
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    [QUOTE=Ernst;1291233]Hallo Andrea,

    die Meinung kann sich schon mal ändern. Bei einer "Sinnkriese" kann sie auch so aussehen.

    Zitat von Okina

    Ups
    Italiener rebhuhnhalsig - La Flèche schwarz, blau - Warzenenten blau-wildfarbig - Pommerngänse gescheckt - bunte Hühnertruppe

  10. #90
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    In den 20 Jahren in denen ich mich nun mit Welsumer beschäftige heisst es immer häufiger, dass "sie die alten Eigewichte und die Eierfarbe 'leider' nicht mehr liefern". Dafür legen sie Legehorn-typisch mehr. Haha ... welch ein Trost.
    *Ironie an*Man könnte doch Marans auch mit Leghorn oder Bresse verbessern. Wär das nicht ne pfiffige Idee? Scheiss auf die Eierfarbe und das Eigewicht.*Ironie aus*
    Gerade am Beispiel der Marans wird deutlich, wie absurd die Einkreuzung einer Weissleger-Rasse ist/wäre.
    Geändert von Redcap (15.09.2015 um 18:41 Uhr)

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