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Thema: Kommt ein Maderhund auch tagsüber?

  1. #1
    Avatar von Mänty
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    Kommt ein Maderhund auch tagsüber?

    Mich hat heute unser Jagdpächter angesprochen, daß in den Wiesen hinter unserem Grundstück ein Maderhund läuft und daß ich überlegen soll den Freilauf für unsere Hühner erstmal wieder abzuschaffen.

    Das umzäunte Gehege ist allerdings nicht wiklich einbruchsicher, ist ja nur für tagsüber. Der Stall für nachts ist dicht.
    Die Hühner dürfen seit ner Weile frei laufen und das klappt prima. Sie laufen allerdings schon ein ganzes Stück in die Wiesen und Felder. 600-700 m vom Stall entfernt manchmal.
    Unser eingezänter Auslauf war durch Dauerregen total abgesoffen, der sollte sich eigentlich noch ne Weile erholen bevor die Hühner da wieder reinkommen.

    Wenn dieser Maderhund nur nachts aktiv ist haben wir ja vermutlich nix zu befürchten, aber tagsüber .......Füchse laufen hier tagsüber kaum noch rum, nur noch morgens in der Dämmerung - da sind die Hüher aber noch eingesprerrt.

    Doch wieder einzäunen oder das Risiko eingehen? Was meint Ihr?

    LG
    Mänty
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  2. #2
    Avatar von Wontolla
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    Marderhunde sind scheue nachtaktive Insektenfresser. Sie ernähren sich auch noch von Kleintieren, Mäusen, Maulwürfen und Obst. Vor Hühnern haben sie eher Angst.
    L. G.
    Wontolla

  3. #3
    Avatar von Pralinchen
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    Die Marderhunde treiben sich hier auch herum, aber noch nie ging einer an meine Hühner und mein Zaun ist an manchen Stellen sehr wackelig. Hab noch nicht mal so ein Tier zu Gesicht bekommen.

    LG, Andrea

  4. #4
    Avatar von Okina75
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    Hy!

    Vergiss das Märchen vom Jäger mal ganz schnell wieder, von wegen ganz böser Niederwild- und Hühnerräuber. Ganz angelegentlich mögen Marderhunde mal Bodenbrütergelege ausheben, wenn sie drüber stolpern, sie gehen aber sicher nicht gezielt drauf, wie sich die grüne Zunft ihre Rechtfertigung so schön zurechtlegt, um eine vorgeschobene Berechtigung zu haben, dem Marderhund den gleichen möglichst effektvollen Genozid (auch wenn die Mortalität, die die ausgerottete Tollwut verursachte, ausgeglichen werden muss, ist es teils nichts anderes) angedeihen zu lassen wie dem Fuchs, der übers Jahr gesehen nur dann absolute Schonzeit hat, solange die Welpen zu klein sind, um den Bau zu verlassen...
    Was kaum einer weiß: Tun sie das dann aber (mit so 4- 6 Wochen), geht es bei denen gleich heiter weiter, und wenn das Geheck abgeschossen ist, kann man auch an die Altfüchse, die eigentlich das ganze Jahr über jagdbar sind, es sei denn, sie führen unselbstständige Welpen...
    Ebenso wird es nun auch mit dem Marderhund gehalten, obwohl Untersuchungen von dessen Mageninhalten belegten, dass er vorzugsweise Insekten, Würmer, Schnecken, Obst und Wildfrüchte, Kleingetier alà Mäuse, Frösche, Kröten etc. futtert, und nur in seltenen Ausnahmefällen mal etwa Junghasen etc. ...

    Wir haben am/ im Hirschgehege auch dann und wann einen Marderhund, den wir vor knapp drei Wochen auch zufällig in der Abenddämmerung einmal sahen.
    Unsere Hirsche (Sikawild) pfiffen plötzlich Alarm, und als wir schauten, blickten alle Hirsche gespannt auf die Zufahrt jenseits vom Zaun, wo ein niedriges, langes Tier im Trab langzockelte.
    Katze war' s nicht, die kennen die Hirsche, Waschbär läuft anders, außerdem war da nix geringelt. Fuchs oder kleiner Hund schonmal gar nicht, und Marder läuft auch völlig anders, für Dachs war es zu kontrastarm.
    Der Versuch, das Tier zu fährten, klappte nur teilweise, da der Staub der Zufahrt zu trocken war, dafür lag ein ziemlich intensiver Geruch in der Luft, wo das Tierchen vorbei gelaufen war...

    Wie dem auch sei, an der Voliere haben wir noch nicht eine Grabspur oder sowas gefunden. Er frisst lieber die überreifen Pflaumen. Und lässt dafür die Wühlmäuse schalten und walten.
    Warum sollte er sich nach denen auch die Pfoten dreckig machen, laufen ja weg und verstecken sich... Während die Pflaumen ja freundlicherweise bloss in der Gegend rumliegen und aufgesammelt werden müssen.
    Man merkt: Gaaanz gefährlicher, nicht zu unterschätzender Räuber !

    Im übrigen, ganz interessante Beobachtung, scheint der Enok, wie Marderhunde volkstümlich heißen, die Pflaumenkerne nicht wie der Fuchs hinten wieder auszuscheiden, sondern sie, im Magen vom Fruchtfleisch befreit, wieder hochzuwürgen.
    Schon dreimal fand ich im Wildgehege, wo außer uns und dem Verpächter keiner rein kommt, kleine Haufen blitzeblanker Pflaumenkerne liegen, ohne Kot ringsum. Den fanden wir separat.
    Geändert von Okina75 (30.09.2011 um 09:56 Uhr)

  5. #5
    EnteGansundSchwan Avatar von Lexx
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    Andreas vergiß mal ganz schnell das Märchen von der genozidgetriebenen Jägerschaft. Mag ein paar Blödtröten geben, welche dann auch bei der Bejagung von Jungfüchsen nicht einen Teil, sondern den ganzen Wurf erlegen (wenn sie denn so schnell nachladen können ), aber die sind dann auch dementsprechend kurzsichtig. Die meisten Jäger wissen ganz genau, warum der Fuchsbbestand reguliert werden muß und wie weit er das darf, auch die Förster. Und ich kenne genügend Jäger, welche sich absolut verweigern die Welpen zu bejagen... weiches Herz und so. Und die meisten Jäger haben auch in der Theorie für den Jagdschein aufgepasst und wissen ganz genau das Enoks die wohl harmlosesten Hundeartigen in Deutschlands Fauna sind Und wenn man mal recherchiert wie gering die Strecken zum Gesamtvorkommen sind... Fuchs und Waschbär werden stärker bejagt und sind trotzdem auf dem Vormarsch.

    Ansonsten hast Du vollkommen recht, Enoks sind harmlos und zudem verdammt scheu. Ich kenne genügend Jäger und Förster, welche Enoks im Revier haben und mit viel Glück einen lebend gesehen haben. Wenn sich mal ein Enok in die Nähe von Siedlungen verirrt, und zwar wenn ihn jemand dabei ertappen könnte, ist´s entweder verdammtes Glück desjenigen der ihn sieht, oder dieser Enok hatte schonmal Kontakt zu Menschen. Außerdem klettern Enoks verdammt schlecht, also ein fuchssicherer Zaun hält einen Enok tausendfach ab.
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  6. #6
    Avatar von Okina75
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    Huhu Lexx!

    Naja, ich bin in meinen persönlich definierten Grenzen Jagd- Symphatisant und will auch selber den Jagdschein/ Falknerschein machen. Daher weiß ich, dass es unter anderem durch Ausrottung der Tollwut beim Fuchs nötig ist, ersatzweise einzuwirken. Dennoch wird es manchmal herbe übertrieben, finde ich, wenn wirklich jeder Fuchs abgeschossen wird, den man in Anblick bekommt. Noch viel schlimmer aber ist dann die Selbstdarstellung als Retter des Niederwildes, wenn zB fünf meerschweinchengroße Enokwelpen, die grade laufen konnten, zerballert auf einem Baumstumpf nebeneinander drapiert werden (der sechste war zu sehr zu Klump geschossen), die Flinte dahinter fotogen angelehnt, oder eine "Vorher- Nachher"- Fotoserie mit spielenden Jungfüchsen vor'm Bau, und anschließend zwei davon tapfer und heldenmutig "erlegt" mit Jagdrucksack und wiederum Flinte dekorativ ins Bild drapiert...
    Wenn sie schon draufhalten oder meinen, sie müssten, dann sollen sie es wenigstens im Stillen für sich erledigen, und nicht noch per Internet der kompletten Welt unter die Nase reiben und ein "Fein gemacht" und ein Kraulerchen hinter'm Ohr erwarten *brech*...
    Hm, gehört nicht zum Thema, daher lasse ich es mal, aber gerade das trägt nicht so ganz zur Sympathiebildung der Jagd gegenüber bei, so es mich angeht ...
    Der Jagdpächter oben im Eröffnungspost ist für mich wieder ein feines Beispiel gewesen von wegen "Keine Ahnung, aber großen Mann mit vollem Überblick geben", sorry.

    Was unsere Sichtung angeht, war es verdammtes Glück, denn hätten die Hirsche den nicht im wahrsten Sinne des Wortes verpfiffen (stammt der Spruch am Ende daher ^^?), hätten wir ihn nicht bemerkt. Auf jeden Fall schaffen wir uns eine Wildkamera an, um mal zu sehen, ob es nicht doch "bloss" ein Dachs war, dessen Gesichtsmaske wir nicht sahen (war etwa 250 m entfernt und lief von uns weg, dazu schon dunklere Dämmerung).

    Grüße, Andreas
    Geändert von Okina75 (30.09.2011 um 10:40 Uhr)

  7. #7
    Avatar von Mänty
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    Öhm, ja.
    Das spricht jetzt ja nicht so richtig für die Sachkunde unseres Jagspächters......

    Dann brauche ich mir wohl keine Sorgen um Hühner und Marderhund zu machen.

    Vielen Dank und liebe Grüße

    Mänty
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  8. #8
    EnteGansundSchwan Avatar von Lexx
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    Mänty, ich kenn sogar noch ältere Jäger, die steif und fest behaupten das Marder der Beute das Blut aussaugen . Hatte sogar mal einen Disput mit einem Kollegen meines Dads, der fest der Meinung war, das Bisamratten als Leibspeise Entennester plündern... und mein Dad stand daneben und hat sich das grinsend angeschaut, wie seine Teenietochter mit buntem, toupierten Irokesenschnitt sich mit einem Förster streitet . Bisamratten plündern zwar auch mal ein Nest, aber nur dann wenn die kleinen Vegetarier nichts pflanzliches zum Beißen finden . Also das dann jemand über den großen Unbekannten, namens Marderhund nicht alles weiß... kann vorkommen.
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  9. #9
    Avatar von Okina75
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    Huhu Lexx!

    Obwohl beides nicht ganz von der Hand zu weisen ist...
    So geht die Legende des Chupacabras (kennt ihr sicher alle) darauf zurück, dass irgendwelche bösen Monster armen Ziegen, Hühnern etc. in Mittelamerika den Lebenssaft aussaugen, und das Tier ansonsten unangetastet lassen.
    Ein mir bekannter Kryptozoologe hat daraufhin anno 2006 eine Expedition nach Mittelamerika gemacht, und herausgefunden, dass nicht etwa Aliens, Genlabor- Flüchtlinge oder ähnlich abstruses dahinter stecken, sondern schlicht und einfach ganz herkömmliche Raubtiere wie Ozelot, Puma etc. ...
    Und die saugen den Tieren nur dort das Blut aus, wo die Gegend von Natur aus arm an Mineralstoffen ist, und dies verstärkt seit etwa Anfang der 1990er Jahre, da auch in Mittelamerika die intensive Rundumversorgung mit allem pipapo- Fütterung Einzug gehalten hat...
    Insofern also ist es gar kein so riesiges Märchen, dass Marder nur das Blut vom Geflügel aufnehmen, die Gegend, in der er lebt, muss nur mineralienarm genug sein !

    Was die Bisamratten angeht, so konnte ich einmal folgende interessante Beobachtung machen...
    Ein wohl soeben aus dem elterlichen Revier auswandernder Bisam schwamm im frühen Frühjahr einmal über das offene Wasser an der Greenwichpromenade, Tegeler See in Berlin- Reinickendorf. Das bemerkten zwei Lachmöwen. Auf der Stelle stießen die hohe, schrille Alarmrufe aus und machten Scheinattacken auf den Bisam. Nach kürzester Zeit waren bereits 6 Möwen zugegen, dann acht, und alle Mann verfolgten den Bisam einige Zeit nachdrücklich hassend, bis der unter den Bäumen des nahen Ufers verschwand.
    Diese doch ziemlich und für mich überraschend immense Hassreaktion zeigte mir, dass die Lachmöwen den Bisam wohl doch und sehr viel besser kennen, und dies nicht nur als friedlichen Neben der Kolonie Rohrkolben- Mümmler .

    Grüße, Andreas

  10. #10
    EnteGansundSchwan Avatar von Lexx
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    Zum Ziegensauger (ja ich kenne ihn ) die Tiere beißen den Hals auf und lecken restlos das herauslaufende Blut auf. Saugen können sie nicht . Das ist der Unterschied. Marder lecken auch das Blut restlos auf, dann wird meistens der Kopf gefressen und dann die Innereien. Und das kommt nicht auf den Mineraliengehalt der Umgebung an, sondern ist schlicht "schlau". Blut, Gehirn und Innereien enthalten das meiste Protein, Vitamine und eben auch Mineralien. Das Muskelfleisch der Beute ist dagegen nur noch ein guter Magenfüller. Da das Blut meist direkt an der Wunde geleckt wird, läuft auch wenig, bis nicht daneben. Deswegen kann es sein, das man blutleere Hühner mit offenem Hals findet, aber nicht ein Tröpfchen Blut daneben. Oder eben auch schon ohne Kopf oder sogar schon ausgeweidet, aber eben nicht das zu erwartende Blut.

    Zur Lachmöwenattacke, wäre da ein Hund, Marder, Fuchs oder ein anderes größeres Tier in der Nähe der Kolonie geschwommen, wäre es genauso attackiert worden. Genauso jeder größere Vogel, der keine Lachmöwe ist. Warum? Brutzeit vielleicht sogar schon Aufzucht. So ein Verhalten ist bei Vögeln normal, ein Beispiel dafür wären auch Amseln, Krähen und sogar Habichte welche Fußgänger angreifen. Hätte ein Mensch sich den Brutplätzen genähert wäre er vermutlich auch angegriffen worden.
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