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Vogelgrippe-Patienten können gesunden
Türkische Ärzte sehen gute Heilungschancen bei rechtzeitiger Behandlung
Das in der Türkei aufgetretene Vogelgrippe-Virus ist offenbar weniger gefährlich als befürchtet. Ärzte sehen gute Überlebenschancen, wenn die Patienten frühzeitig behandelt werden. Frankreich hat nach einem Verdachtsfall Entwarnung gegeben.
Athen/Paris · Seit Jahresbeginn sind in der Türkei vier Patienten im Alter von elf bis 15 Jahren an der Vogelgrippe gestorben. Sie alle stammten aus der osttürkischen Ortschaft Dogubayazit und hatten sich im engen Kontakt mit geschlachteten, infizierten Hühnern angesteckt. Die Kinder hätten jedoch möglicherweise gerettet werden können, wenn sie früher in ärztliche Behandlungen gekommen wären.
So wurde das erste Opfer, ein 14-jähriger Junge, erst zehn Tage nach den ersten Symptomen ins Krankenhaus gebracht, als er bereits hohes Fieber hatte. Ärzte der Universitätsklinik in Van kritisierten, auch die anderen drei Opfer seien so spät eingeliefert worden, dass man ihnen nicht mehr habe helfen können. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb nun gegen die Angehörigen wegen des Verdachts unterlassener Hilfeleistung.
Mehrere andere mit dem Virus infizierte Kinder, die rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht wurden, konnten inzwischen entlassen werden. In Ankara verließen am Wochenende zwei Geschwister die Klinik. Auch das Universitätskrankenhaus in Van meldet gute Fortschritte bei der Genesung eines Fünfjährigen, der positiv auf das Virus getestet worden war und sich noch vor einigen Tagen in kritischem Zustand befand.
Von 21 Menschen, bei denen das Virus seit Jahresanfang nachgewiesen wurde, gelten acht inzwischen als geheilt. "Nach meiner Meinung mutiert das Virus in einer Art, die für den Menschen günstig ist", sagte der Chefarzt der Uniklinik Van, Hüseyin Avni Sahin. Damit haben sich Befürchtungen, die Veränderung des Virus werde zu größerer Aggressivität und Resistenz gegen Medikamente führen, zumindest für die Ärzte in Van bisher nicht bestätigt.
Entwarnung in Frankreich
Frankreich gab nach einem Vogelgrippe-Verdachtsfall am Sonntag Entwarnung. Das Gesundheitsministerium teilte mit, bei der betroffenen Patientin seien mehrere Tests negativ ausgefallen. Die Frau war erst kürzlich aus der Türkei zurückgekehrt.
Die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn kritisiert das unterschiedliche Vorgehen der Bundesländer gegen die Vogelgrippe. Es sei grotesk, dass es keinen Überblick über die Vorkehrungen gebe. Höhn sprach sich für eine Impfung des Geflügels, wie in den Niederlanden geplant, aus. öhl/rtr/ap
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/na...lt/?cnt=792664
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