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Thema: Die Geflgelpest-Verordnung; Zusammenfassung, Erklrung, Fragen und Antworten

  1. #1
    EnteGansundSchwan Avatar von Lexx
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    Text Die Geflgelpest-Verordnung; Zusammenfassung, Erklrung, Fragen und Antworten

    Dieser Thread soll zum Nachlesen und zum Fragen stellen bezglich der geltenden Geflgelpest-Verordnung vom 18.10.2007 dienen. Diskussionen zum Pro und Contra der Verordnung, oder Fragen zur Viehverkehrsordnung, EG-Richtlinien etc. sollten wenn mglich in einem anderen Thread ihren Platz finden.

    Die Geflgelpest-Verordnung;
    Zusammenfassung und Erklrung der wichtigsten Paragraphen

    HFo-Fassung

    Dem Altfori im Groen und Ganzem gelufig, fr den Neugeflgelhalter einfach verwirrend... die Geflgelpest-Verordnung, in der Folge kurz VO genannt, ist eine Paragraphensammlung, welche die Verbreitung und Ausbruch von Geflgelpesterregern verhindern und bei Ausbruch den zustndigen mtern und Behrden als Leitfaden zur Eindmmung dienen soll. Kurz gesagt. Leider ist das meisste auer fr Juristen oder Beamte nicht leicht zu verstehen. Deswegen mchte ich hier mal eine Zusammenfassung und Erklrung der wichtigsten Paragraphen bereit stellen. Auerdem eine kleine Einfhrung ins Thema Geflgelpest.

    Was ist die Geflgelpest?

    Unter Geflgelpest, genauer klassische Geflgelpest, auch Vogelgrippe oder Avire Influenza/AI genannt, versteht man Grippeviren, welche sich auf Geflgel, vorallem Hhnervgel, spezialisiert haben. Diese gehren den Virengruppen H5 und H7 an und vorallem H5N1 und H7N7 sind fr Hhner und Puten absolut tdlich. Die Tiere sterben innerhalb von 24-48 Stunden. Ebenfalls erkranken knnen andere Hhnervgel wie Wachteln und Fasane, allerdings ist die Sterblichkeitsrate weit geringer. Enten und Gnse knnen die Viren aufnehmen, erkranken allerdings sehr selten, bis gar nicht da sich die Viren an den Organismus angepasst haben, oder umgekehrt. Da sie allerdings die Viren aufnehmen und auch wieder ausscheiden knnen, werden sie als Reservoirwirte bezeichnet. Ziehende Wasservgel werden dazu als Vektorwirte bezeichnet, da sie zu einer weitrumigen Verbreitung beitragen knnen. Nachweise, das Zugvgel zu einer internationalen Verbreitung beitragen, gibt es bislang nicht. Die sogenannte "Zugvogeltheorie, bzw. Wildvogeltheorie" wird aber immer wieder gerne hergenommen, wenn gleiche Geflgelpesterreger bei Nutzgeflgel im Abstand mehrerer tausender Kilometer festgestellt werden. In China wurde der Nachweis erbracht das Streifengnse Grippeviren verbreiten knnen, allerdings nur innerhalb eines Radius weniger, hundert Kilometer.

    Panische Berhmtheit vogelgrippepandemischen Ausmasses haben die Geflgelpesterreger 2003 und spter dann 2005 erreicht, als sich die Medien darauf gestrzt haben das H7N7 und H5N1 auf Menschen bertragbar sind und Todesopfer gefordert haben. Noch haben aber die Erreger nicht den Sprung von der Zoonose zu einer reinen Humaninfektion geschafft und unter Bercksichtigung der einfachsten Hygieneregeln (sauberer Stall, Hnde waschen, nicht die Huhnis knutschen) ist eine Infektion mehr als unwahrscheinlich.

    Auerdem sollte man zu eigenem Schutz und dem des Geflgels gekaufte Geflgelprodukte nicht roh verzehren, oder roh verfttern und bei der Verarbeitung auch die gngigen Hygieneregeln beachten. Die Geflgelpestviren berstehen Lagerung und auch tiefgefrieren unbeschadet und werden nur durch abkochen abgettet.


    Nicht verwechseln darf man die klassische Geflgelpest/Vogelgrippe mit der atypischen Geflgelpest alias Newcastle Disease/ND. Beides sind zwar Virenerkrankungen und die Symptome knnen sich auf den ersten Blick gleichen, aber das wars schon. Bei Hhnern ist eine Impfung gegen die Newcastle Disease gesetzlich vorgeschrieben, fr Wassergeflgel gibt es eine solche Regelung noch nicht.

    Was bedeutet HPAI und LPAI?

    Bei den Geflgelpesterregern unterscheidet man hochpathogene (highly pathogenic avian influenza) und niedrigpathogene (low pathogenic avian influenza) Viren. Hochpathogene Viren (H5N1 und H7N7) fhren zu schweren Erkrankungen mit einer hohen Sterblichkeitsrate. Niedrigpathogene Viren haben oft einen milderen Krankheitsverlauf und eine niedrigere Sterblichkeitsrate.

    In der VO werden durch HPAI-Erreger hervorgerufene Erkrankungen als Geflgelpest bezeichnet, durch LPAI-Erreger als niedrigpathogene avire Influenza.

    Weitere Informationen bei Wikipedia:
    Geflgelpest
    Newcastle Disease
    und BMELV:
    Geflgelpest-Verordnung vom 20.12.2005 (hier gelten noch die Paragraphen bezglich Newcastle Disease)
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  2. #2
    EnteGansundSchwan Avatar von Lexx
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    Die Geflgelpest-Verordnung

    Wie schon in der Einleitung erklrt, befasst sich die VO mit der Prvention einer Geflgelpestepidemie durch H5 und H7 Viren und umfasst auch Quarantne und Schutzmaregeln bei Verdacht auf/Festellung der Erkrankung. Grundstzlich wird kaum ein Unterschied gemacht, ob ein hochansteckender und tdlicher Erreger bei Nutzgeflgel festgestellt wird, oder ein harmloser. Die Manahmen sind nahezu die gleichen. Auch nicht unterschieden wird, ob es eine groe Haltung wie Eier- oder Fleischproduktionen betrifft, oder einen Bestand mit weniger als 10 Tieren. Geltend ist die VO fr alle Geflgelhalter, also Hhner, Wasser(zier)geflgel, Puten, Wachteln, Ziergeflgel wie Fasane und Pfauen oder Laufvgel wie Strauen und Emus. Auch ein Haustierstatus der gehaltenen Tiere kann nicht geltend gemacht werden! Gesetzlich gilt Geflgel nach wie vor als Nutztier, entweder zur Nahrungsmittelgewinnung oder zur Zucht.

    Die meissten Punkte stammen aus lteren Verordnungen und wurden im Oktober 2007 zusammengefasst, entschrft, angepasst und ausformuliert. Einfacher verstndlich ist vieles dadurch aber nachwievor nicht .
    Den privaten Halter betreffen vorallem die Melde- und Registerpflicht, Haltungsvorschriften, Schutzimpfung, Aufstallung und was passiert wenn Verdacht auf Geflgelpest besteht, bzw. diese gesichert festgestellt wird. Die (Teil-)Zitate aus den Paragraphen sollen eine berprfbarkeit ermglichen, die vollstndigen Paragrapen kann man unter dem folgenden Link nachlesen.

    Die Geflgelpest-Verordnung vom 18.10.2007 (komplett)



    2 Anzeige, Register und Aufzeichnungen

    (1) Wer Geflgel halten will, hat der zustndigen Behrde zustzlich zu den Angaben nach 26 Abs. 1 Satz 1 der Viehverkehrsverordnung mitzuteilen, ob er das Geflgel in Stllen oder im Freien hlt. 26 Abs. 1 Satz 2 der Viehverkehrsverordnung gilt entsprechend.
    (2) Wer Geflgel hlt, hat ein Register nach Satz 2 zu fhren. In das Register sind unverzglich einzutragen:
    1.im Falle des Zugangs von Geflgel Name und Anschrift des Transportunternehmens und des bisherigen Tierhalters, Datum des Zugangs sowie Art des Geflgels,
    2.im Falle des Abgangs von Geflgel Name und Anschrift des Transportunternehmens und des knftigen Tierhalters, Datum des Abgangs sowie Art des Geflgels,
    Das bedeutet, wer Geflgel hlt hat dies dem zustndigen Veterinramt mitzuteilen. Das geht meisstens formlos mit einem Telefonat, oder durch eine E-mail. Ist in dem Bundesland in dem man lebt eine Meldepflicht bei der Tierseuchenkasse Pflicht, dann kann es sein das eine formelle Anmeldung beim Veterinramt sein mu, wo man dann eine Betriebsnummer zugewiesen bekommt mit der man sich bei der Tierseuchenkasse anmeldet (evtl. fallen hierfr auch Bearbeitungsgebhren seitens des Veterinramtes an). Jens/Nersgatt hat sich mal die Arbeit gemacht und eine Excel-Tabelle erstellt, wo die Tierseuchekassen als Link abrufbar sind und wo man ablesen kann wie hoch dann eventuelle Versicherungskosten sind.

    TSK-Tabelle

    Unter Registerpflicht versteht man eine Vorschrift, welche seit 2003 gilt. Nmlich das man Buch fhren mu, woher man die Tiere hat, wohin man Tiere abgibt, ob welche verstorben sind etc.. Dadurch knnte ein eventueller Erregerbertrag nachvollzogen werden. Das so eine Registerfhrung aber auch dem Halter selbst viele Vorteile bietet, hat Bjoern sehr gut auf seiner Homepage erlutert

    O-Ton Bjoern zur Registerfhrung, inkl. Downloadmglichkeit einer Registervorlage




    3 Ftterung und Trnkung


    Wer Geflgel nicht ausschlielich in Stllen hlt, hat sicherzustellen, dass
    1.die Tiere nur an Stellen gefttert werden, die fr Wildvgel nicht zugnglich sind,
    2.die Tiere nicht mit Oberflchenwasser, zu dem Wildvgel Zugang haben, getrnkt werden und
    3.Futter, Einstreu und sonstige Gegenstnde, mit denen Geflgel in Berhrung kommen kann, fr Wildvgel unzugnglich aufbewahrt werden.
    Auf gut deutsch, den Wildvgeln ein Schild hinhngen, das der nchste MacDoof einige Kilometer weiter liegt und den Enten verbieten, das sie ihr Badewasser schlrfen .
    Genauer gesagt, sollte man Futterautomaten verwenden, oder im Stall fttern, bzw. die Ftterung berwachen und keine Reste am Futterplatz zurcklassen, wodurch Wildvgel angelockt werden knnen. Auerdem drfen Einstreu, Futter und notwendige Gertschaften nicht unter freiem Himmel, bzw. fr Wildvgel zugnglich gelagert werden.


    7 Geflgelausstellungen und Geflgelmrkte

    (1) Geflgelausstellungen, Geflgelmrkte oder Veranstaltungen hnlicher Art drfen nur durchgefhrt werden, soweit
    1.im Falle von Geflgelausstellungen oder Veranstaltungen hnlicher Art sichergestellt ist, dass
    a)die auf den Veranstaltungen jeweils aufgestellten gehaltenen Vgel vor der Veranstaltung klinisch tierrztlich untersucht worden sind und
    b)die Veranstaltung in geschlossenen Rumen durchgefhrt wird, und
    2.im Falle von Geflgelmrkten oder Veranstaltungen hnlicher Art sichergestellt ist, dass die auf den Veranstaltungen jeweils aufgestellten gehaltenen Vgel lngstens fnf Tage vor der Veranstaltung im Bestand klinisch tierrztlich untersucht worden sind.
    Satz 1 gilt nicht fr Geflgelausstellungen oder Veranstaltungen hnlicher Art, soweit die aufgestellten Vgel vor der Veranstaltung in Bestnden gehalten worden sind, die
    1.in dem Kreis oder in der kreisfreien Stadt (Kreis) gelegen sind, in dem die Veranstaltung stattfindet, oder
    2.in einem Kreis gelegen sind, der an den in Nummer 1 genannten Kreis angrenzt.
    Bevor Geflgel ausgestellt werden darf, mu es tierrztlich untersucht werden, auer diese Veranstaltung findet im Wohnlandkreis statt, oder in einem Nachbarlandkreis. Meisstens kann man einen Tierarzthausbesuch umgehen, da vor Veranstaltungserffnung eine Eingangsuntersuchung stattfindet, bei der die Tiere in Augenschein genommen werden.

    Bei Geflgelmrkten und Geflgelbrsen gilt ausdrcklich, das die Tiere maximal 5 Tage, vor Verbringung zum Marktort, im Bestand, also Zuhause, tierrztlich untersucht werden mssen.


    (2) Enten und Gnse drfen auf einem Geflgelmarkt oder einer Veranstaltung hnlicher Art nur aufgestellt werden, soweit lngstens sieben Tage vor der Veranstaltung Proben von 60 Tieren des jeweiligen Bestands in einer von der zustndigen Behrde bestimmten Untersuchungseinrichtung virologisch mit negativem Ergebnis auf hochpathogenes avires Influenzavirus untersucht worden sind. Die Proben sind mittels Rachentupfer oder Kloakentupfer zu entnehmen. Werden weniger als 60 Enten und Gnse gehalten, sind die jeweils vorhandenen Tiere zu untersuchen. An Stelle der Untersuchung nach Satz 1 kann der Tierhalter Enten und Gnse zusammen mit Hhnern oder Puten halten, soweit die Hhner oder Puten dazu dienen, die Einschleppung oder Verschleppung der Geflgelpest in den Bestand frhzeitig zu erkennen. In diesem Fall muss die in der Anlage 2 in Spalte 2 vorgesehene Anzahl von Hhnern oder Puten gehalten werden. Ferner hat der Tierhalter in den Fllen des Satzes 4 jedes verendete Stck Geflgel in einer von der zustndigen Behrde bestimmten Untersuchungseinrichtung unverzglich auf hochpathogenes avires Influenzavirus virologisch untersuchen zu lassen.
    (3) In den Fllen des Absatzes 2 Satz 4 hat der Tierhalter der zustndigen Behrde die gemeinsame Haltung von Enten und Gnsen mit Hhnern und Puten unverzglich anzuzeigen. Die zustndige Behrde hat dem Tierhalter ber die Anzeige eine Besttigung auszustellen.
    Wassergeflgel darf nur auf Geflgelmrkte gebracht werden, wenn die letzte vierteljhrliche virologische Untersuchung auf Geflgelpest maximal 7 Tage zurckliegt und die Beprobung negativ war. Ausgenommen ist Wassergeflgel, welches mit Sentineltieren zusammengehalten wurde. Allerdings nur, wenn diese Haltungsart beim Veterinramt angemeldet wurde und man von dort ein Besttigungschreiben dafr hat.


    (4) Die tierrztliche Untersuchung nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 2 ist dem Veranstalter vom Tierhalter durch die Vorlage einer tierrztlichen Bescheinigung, die virologische Untersuchung nach Absatz 2 Satz 1 ist dem Veranstalter vom Tierhalter durch die Vorlage des Untersuchungsbefundes und die gemeinsame Haltung nach Absatz 2 Satz 4 ist dem Veranstalter vom Tierhalter durch die Vorlage der Besttigung nach Absatz 3 Satz 2 nachzuweisen. Die Bescheinigung, der Untersuchungsbefund oder die Besttigung sind der zustndigen Behrde auf Verlangen unter zustzlicher Angabe der Registriernummer des Tierhalters nach 26 Abs. 2 der Viehverkehrsverordnung vorzulegen.
    Die Besttigungen von Untersuchungen und Sentinelhaltung, sowie die negativen Untersuchungsbefunde sind den Veranstaltern vorzulegen. Also wenn man ausstellen will, oder auf einem Markt verkaufen, dann brav den Aktenordner einpacken . Wird vor Ort von einem Veterinrbeamten kontrolliert, sind auch diesem die Unterlagen vorzulegen, wenn er es verlangt.
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  3. #3
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    8 Schutzimpfung und Heilversuche

    (1) Schutzimpfungen gegen die Geflgelpest und die niedrigpathogene avire Influenza der Subtypen H5 und H7 sind, vorbehaltlich der Abstze 2 bis 4, verboten. Heilversuche sind verboten.
    (2) Die zustndige Behrde kann
    1.Ausnahmen von Absatz 1 fr wissenschaftliche Zwecke genehmigen, soweit Belange der Tierseuchenbekmpfung nicht entgegenstehen,
    2.Schutzimpfungen gegen die Geflgelpest oder die niedrigpathogene avire Influenza anordnen, soweit dies aus Grnden der Tierseuchenbekmpfung erforderlich ist.
    (3) Die zustndige Behrde kann, vorbehaltlich einer zustimmenden Entscheidung der Kommission der Europischen Gemeinschaften (Kommission), unter Beachtung einer Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts die Schutzimpfung von gehaltenen Vgeln gegen die Geflgelpest oder die niedrigpathogene avire Influenza der Subtypen H5 oder H7 genehmigen, die
    1.in einem zoologischen Garten oder einer hnlichen Einrichtung, der oder die in einem genehmigten Programm nach Anhang III Teil II der Entscheidung 2007/598/EG der Kommission vom 28. August 2007 ber Manahmen zur Verhtung der Ausbreitung der hochpathogenen Aviren Influenza auf in Zoos, amtlich zugelassenen Einrichtungen, Instituten oder Zentren in den Mitgliedstaaten gehaltene Vgel (ABl. EU Nr. L 230 S. 20) in der jeweils geltenden Fassung aufgefhrt ist, oder
    2.zur Arterhaltung oder zur Erhaltung seltener Rassen nach Anlage 1
    gehalten werden
    Obwohl Impfstoffe gegen H5N1 und H7N7 in den Niederlanden und Frankreich entwickelt und von der EU freigegeben wurden, ist eine Impfung in Deutschland und den meissten anderen EU-Lndern verboten. Der Grund ist ein wirtschaftlicher, denn die Impfung mu mit einer Spritze verabreicht werden und ist dadurch zeitintensiv und kostenaufwndig. Zudem knnen Tiere erst ab der 7-12 Lebenswoche ohne Verluste geimpft werden, die meissten Masttiere aus der Industrie werden aber nicht viel lter, da sie dann das Schlachtalter erreicht haben. Erfolgversprechend ist eine solche Impfung allerdings nur flchendeckend, so wie die Impfung gegen die Newcastle Disease. Also alle, oder gar keiner! Denn geimpfte Tiere scheiden Geflgelpestantikrper aus, welche aber nicht unterschieden werden knnen von den Antikrpern infizierter Tiere, es knnte also zu einer Krankheitsverbreitung unterhalb der Impfdecke kommen.
    Zudem ist der Impfstoff mit sehr strengen Quarantneauflagen verbunden, welche Verkauf und Austellung geimpfter Tiere, sowie einen Zukauf ungeimpfter Tiere verbieten oder erschweren. Deswegen ist die Impfung momentan seltenen Zoovgeln und in Tierparks, Zoos u. . Einrichtungen gehaltenen seltenen Hausgeflgelrassen (siehe Anlage 1) vorbehalten.

    Eine Impfung, erforderlich aus Grnden der Tierseuchenbekmpfung beschreibt die sogenannte Ringimpfung, auch Notimpfung genannt. Dabei werden Geflgelbestnde im Umkreis eines Seuchenherdes geimpft, um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu vermeiden. Da diese Tiere dann aber Antikrper ausscheiden, werden sie normalerweise nach erfolgreicher Seuchenbekmpfung gettet.

    Aktuell erforscht das Friedrich-Lffler-Institut einen sogenannten Markerimpfstoff. Dies ist ein inaktives Geflgelpestvirus in einer Geflgelpockenhlle. So wre ber den Antikrpernachweis gesichert, ob das Tier geimpft, oder infiziert ist. Auerdem soll die Impfung via Spray mglich sein. Allerdings erfllt der Impfstoff noch nicht die Zulassungskriterien der EU.
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  4. #4
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    13 Aufstallung

    (1) Wer Geflgel hlt, hat das Geflgel
    1.in geschlossenen Stllen oder
    2.unter einer berstehenden, nach oben gegen Eintrge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvgeln gesicherten Seitenbegrenzung (Schutzvorrichtung)
    zu halten.
    (2) Die zustndige Behrde kann fr Geflgel, das nicht in einem Gebiet gehalten wird, das nach 21 Abs. 1, 27 Abs. 1, 30 Abs. 1 oder 55 Abs. 1 oder 3 als Sperrbezirk, Beobachtungsgebiet oder Kontrollzone festgelegt ist, Ausnahmen genehmigen, soweit Belange der Tierseuchenbekmpfung nicht entgegenstehen, insbesondere ein Ausbruch der Geflgelpest nicht zu befrchten ist. Der Entscheidung nach Satz 1 ist eine Risikobewertung zu Grunde zu legen, bei der insbesondere die rtlichen Gegebenheiten einschlielich der Nhe des Bestands zu einem Gebiet, in dem sich wildlebende Wat- und Wasservgel sammeln, insbesondere einem Feuchtbiotop, einem See, einem Fluss oder einem Kstengewsser, an dem die genannten Vgel rasten oder brten, sowie das sonstige Vorkommen und Verhalten wildlebender Vgel zu bercksichtigen sind.
    (3) Abweichend von Absatz 1 kann die zustndige Behrde ein Gebiet festlegen, in dem Geflgel auch auerhalb geschlossener Stlle oder Schutzvorrichtungen gehalten werden darf (Freilandhaltung), soweit fr smtliche Bestnde in diesem Gebiet die Voraussetzungen fr eine Genehmigung nach Absatz 2 Satz 1 vorliegen.
    (4) Abweichend von Absatz 1 soll die zustndige Behrde ferner Ausnahmen genehmigen, soweit eine Aufstallung wegen der bestehenden Haltungsverhltnisse nicht mglich ist und sichergestellt ist, dass der Kontakt zu Wildvgeln auf andere Weise wirksam unterbunden wird.
    Im Klartext bedeutet das, das eine Freilandhaltung in Deutschland keine Selbstverstndlichkeit ist, sondern ein Privileg! In den meissten Fllen darf Geflgel frei laufen und mu nur bei einem Ausbruch innerhalb eines Radius von 3 Kilometern rund um den Ausbruchherd aufgestallt werden. Allerdings gibt es sogenannte Risikogebiete, diese befinden sich in an den Ksten, an groen Binnengewssern und Flssen und werden auch anhand der Wildvogeldichte festgemacht, also auch Vogelbiotope knnen als Risikogebiete erachtet werden. In solchen Gebieten darf das Geflgel ganzjhrig dauerhaft nicht ins Freie! Es werden zwar auch da Ausnahmen erteilt, allerdings seltenst fr Hobbyhalter und -zchter.

    Im Falle eines Seuchenausbruchs mu das Geflgel unverzglichst in den dazu ausgewiesenen Gebieten aufgestallt werden. Deswegen empfiehlt es sich, entweder gleich bei Neuanschaffung und Stallbau eine Voliere am Stall zu errichten, oder zumindest das Material fr ein Volierenprovisorium welches den Ansprchen "oben dicht und Vgel mssen draussen bleiben" gengt, sofort verfgbar zu Hause zu haben um den Enten einen mehrwchigen Stallaufenthalt zu ersparen. Als 2008 in Niedersachsen ein niedrigpathogenes H5-Virus bei Mastputen festgestellt wurde, musste in gesamt Niedersachsen inklusive Bremen und Teile von Nordrhein-Westfalen aufgestallt werden, da der Transport der gekeulten Puten zu den Tierkrperbeseitigunsanstallten in Containern via LKW ber Landstrassen als Infektionsisiko fr freilaufendes Geflgel eingestuft wurde. Da solche Flle jederzeit auftreten knnen, ist es sinnvoll grozgig zu planen und zu bauen.


    (5) Enten und Gnse sind rumlich getrennt von sonstigem Geflgel zu halten, soweit eine Genehmigung nach den Abstzen 2 oder 4 erteilt worden ist oder die Enten und Gnse in einem nach Absatz 3 festgelegten Gebiet in Freilandhaltung gehalten werden. Der Halter der Enten und Gnse hat in diesen Fllen sicherzustellen, dass die Tiere vierteljhrlich virologisch auf hochpathogenes avires Influenzavirus untersucht werden. An Stelle der Untersuchung nach Satz 2 kann der Tierhalter Enten und Gnse zusammen mit Hhnern oder Puten halten, soweit die Hhner oder Puten dazu dienen, die Einschleppung oder Verschleppung der Geflgelpest in den Bestand frhzeitig zu erkennen. In diesem Fall muss die in der Anlage 2 in Spalte 2 vorgesehene Anzahl von Hhnern oder Puten gehalten werden. Ferner hat der Tierhalter in den Fllen des Satzes 3
    1.jedes verendete Stck Geflgel in einer von der zustndigen Behrde bestimmten Untersuchungseinrichtung unverzglich auf hochpathogenes avires Influenzavirus virologisch untersuchen zu lassen,
    2.abweichend von 2 Abs. 2 Satz 1 und 2 Nr. 3 und 6 Nr. 1, 4 und 6 bis 9 die dort genannten Maregeln unabhngig von der Gre des Geflgelbestandes durchzufhren.
    (6) Die Untersuchungen nach Absatz 5 Satz 2 sind jeweils an Proben von 60 Tieren je Bestand in einer von der zustndigen Behrde bestimmten Untersuchungseinrichtung durchzufhren. Die Proben sind mittels Rachentupfer oder Kloakentupfer zu entnehmen. Werden weniger als 60 Enten und Gnse gehalten, sind die jeweils vorhandenen Tiere zu untersuchen.
    (7) Der Tierhalter hat der zustndigen Behrde das Ergebnis der Untersuchung nach Absatz 5 Satz 2 oder Satz 5 Nr. 1 unverzglich mitzuteilen. Ferner hat er das Ergebnis der Untersuchung mindestens ein Jahr lang aufzubewahren. Die Frist beginnt mit dem Ablauf des Kalendermonats, in dem ihm das Ergebnis der Untersuchung schriftlich mitgeteilt worden ist.
    Dies betrifft ausschlielich die Haltung von Enten und Gnsen. Da Wassergeflgel wie schon Eingangs erwhnt Reservoirwirte sein kann und nicht offensichtlich erkrankt, mu es getestet werden, bzw. darf nicht zusammen mit empfindlichen Tieren gehalten werden. Dies ist dann allerdings vorallem in der Privathaltung ein Widerspruch an sich, denn als Alternative zur vierteljhrlich durchzufhrenden virologischen Untersuchung kann man Sentineltiere halten. Das knnen Hhner oder Puten sein, die sich gewollt den Auslauf mit dem Wassergeflgel teilen sollen, um anzuzeigen ob dieses Viren tragen knnte. Salopp gesagt: Kippt ein Huhn tot von der Stange, mu das Huhn tierrztlich auf Vogelgrippe untersucht werden und ist das Ergebnis positiv, kann man davon ausgehen das auch das Wassergeflgel infiziert ist, obwohl es gesund scheint.
    Wer anstatt Sentinels zu halten die Untersuchungsvariante whlt, hat die Ergebnisse ein Jahr aufzubewahren und diese auf Verlangen dem Veterinramt vorzulegen. Eine sofortige Mitteilung der Untersuchungsergebnisse wird von den meissten Behrden nicht eingefordert.
    Die Anzahl der ntigen Sentineltiere pro gehaltenes Wassergeflgel kann man Anlage 2 entnehmen.
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    Was passiert bei Verdacht auf und/oder Feststellung einer Geflgelpestinfektion?
    Die Schutzmaregeln


    Um die Leserlichkeit zu erhalten erspare ich mir und Euch jetzt die Zitate und nenne nur die relevanten Paragraphen.
    Diese sind wie folgt:
    Schutzmaregeln bei Geflgelpest (HPAI):
    15, 16, 17 (Verdacht)
    19, 21, 27, 30 (nach amtlicher Feststellung)

    Schutzmaregeln bei niedrigpathogener avirer Influenza (LPAI):
    46, 48

    Schutzmaregeln bei Wildvgeln:
    55, 56


    Zuallererst passiert das fr viele Geflgelbesitzer schockierendste. Selbst wenn nur der Verdacht auf eine HPAI-Infektion besteht, wird der in Frage kommende Bestand gekeult. Gleiches wenn eine LPAI-Infektion festgestellt wird. Ebenso oft auch Kontaktbestnde, welche sich in der selben Haltung befinden (z.B. Geflgelmastbetriebe, Eierproduktionen mit mehreren Hallen). Diese drastische Manahme wird mit dem Tierseuchengesetz, Hygienegesetzen und EG-Richtlinien begrndet. Ein zwingender Verdacht auf Geflgelpest besteht bei starkem Leistungsrckgang und/oder einer hohen Mortalittsrate der gehaltenen Tiere (mehr als 3% bei unter 100 Tieren, mehr als 2% bei ber 100 gehaltenen Tieren). Bei Verdacht einer Infektion bzw. der Feststellung einer solchen drfen weder Produkte (Eier, Fleisch, Federn) noch lebende Tiere gehandelt werden, bzw. die Haltung verlassen. Da die Geflgelpesterreger als hochansteckend gelten, werde auch offensichtlich noch gesunde Tiere als potetiell infiziert angesehen. Zudem verhngt die EU Handelsrestriktionen fr die Region in der der infizierte Betrieb liegt, also fr eine Dauer von 30 Tagen (nach letztem amtlich festgestelltem Fall einer Geflgelpest) drfen in einem Umkreis von 13 Kilometern keine Produkte und lebende Tiere aus der Quarantnezone verbracht werden. Wirtschaftlich gesehen und auch im Sinne der Tierseuchenbekmpfung ist also das Keulen des Gesamtbestandes naheliegend. Die Kosten tragen Bundesland und Tierseuchenkasse gemeinsam, wenn die Tiere gemeldet und versichert sind und ein ordnungsgemsses Register gefhrt wurde.

    Nicht mehr zwingend vorgeschrieben ist das Keulen von Bestnden in Kontaktbetrieben (= Betriebe/Haltungen die Bruteier und/oder Tiere bernommen haben) und Bestnden die innerhalb des Sperrgebietes liegen. Unter Sperrgebiet versteht man ein Gebiet im Umkreis von 3 Kilometern um die betroffene Haltung. Wenn die zustndige Behrde ein Keulen als notwendig erachtet, KANN sie diese anordnen. Allerdings nur nach amtlicher Feststellung einer geflgelpestinfektion. Nicht bei Verdacht, nicht bei einer niedrigpathogenen aviren Influenza und auch nicht bei Feststellung einer Geflgelpestinfektion bei einem Wildvogel!


    Schutzmaregeln in Sperrbezirken:

    Sperrbezirke werden in einem Radius von 3 Kilometern (Ausnahmen: niedrigpathogene avire Influenza 1 Kilometer; Wildvogel nach Risikobewertung 1 Kilometer) um den betroffenen Bestand/Wildvogelfundort errichtet. Innerhalb eines Sperrbezirkes mu Geflgel fr 21 Tage nach letztem, amtlich festgestelltem Fall aufgestallt werden. Geflgelprodukte und lebende Tiere drfen nicht aus Haltungen verbracht werden (fr 30 Tage). Geflgelmrkte und Geflgelaustellungen mssen abgesagt werden. Geflgelmist darf nicht auf Felder ausgebracht werden. Halter mssen ihre Bestnde unverzglich und ohne Aufforderung den zustndigen Behrden melden. Die gemeldeten Bestnde werden von Veterinrbeamten kontrolliert und gegebenenfalls werden serologische und virologische Tests durchgefhrt.

    Bei einem Verdachts-/Infektionsfall bei einem Wildvogel mssen Desinfektionsmanahmen ergriffen werden, um einen Erregereintrag in die Haltung zu vermeiden. Katzen mssen im Haus behalten werden, Hunde drfen nicht unangeleint ausgefhrt werden (gleiches gilt fr das Beobachtungsgebiet bei einem festgestelltem Wildvogelinfekt)

    Schutzmaregeln in Beobachtungsgebieten:

    Beobachtungsgebiete umschlieen die Sperrbezirke und ergeben mit ihnen zusammen einen Gesamtradius von mindestens 10 Kilometern. Innerhalb der Beobachtungsgebiete mu nicht zwingend aufgestallt werden, allerdings gilt auch hier, das weder Tiere noch Produkte ber eine Dauer von 30 Tagen ausgefhrt werden drfen. Und auch hier mssen Geflgelmrkte und -ausstellungen abgesagt werden. Ob aufgestallt werden mu oder nicht entscheidet die zustndige Behrde (siehe 13).

    Schutzmaregeln in Kontrollzonen:

    Wird es als notwendig erachtet, kann die zustndige Behrde bei einem festgestellten Fall von HPAI auch eine Kontrollzone errichten. Diese umfasst mit Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet hchstens 13 Kilometer. Aus Grnden der nationalen und EU Tierseuchenbekmpfung kann aber dieser Bereich bis auf 50 Kilometer ausgedehnt werden. Fallbeispiele hierfr wren mehrere Betriebe und Haltungen, in denen eine hochpathogene Vogelgrippe ausbricht.

    Innerhalb dieser Kontrollzone gelten auch die Handels- und verbringungsrestriktionen fr 30 Tage ab letztem amtlich festgestelltem Fall. Auerdem kann auch hier die zustndige Behrde eine Aufstallung anordnen, sollte dies fr die Tierseuchenbekmpfung notwendig sein (siehe 13).

    Von einer Festlegung dieser Gebiete kann die zustndige Behrde absehen, sollte es sich bei den infizierten Tieren um Zoovgel, Tiere aus Zoohandlungen, vom Zirkus oder wissenschaftlichen Einrichtungen handelt.
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    EnteGansundSchwan Avatar von Lexx
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    In der Vo ist fters die Rede davon, das betriebsfremde Personen die Haltung nicht betreten drfen. Darf ich jetzt keinen Besuch mehr zum Geflgel lassen?

    Jein! Bei diesem Punkt sind sich weder BMELV, noch die Landesministerien, noch die zustndigen Behrden, also Veterinrmter einig. Im Moment ist der Status quo, das bei Privathaltern und Hobbyzchtern ein Auge zugedrckt wird, auch was die Registerfhrung bezglich Besuche durch betriebsfremde Personen in der Haltung, anbelangt. Kein Pardon gilt allerdings bei Versten gegen die Aufstallung. Also da sollte man dann schon Besucher die unbedingt das Geflgel sehen wollen, auerhalb von Stall oder Aufstallungsvoliere behalten.


    Meine Tiere sind weder beim Veterinramt gemeldet, noch bei der Tierseuchenkasse versichert. Wenn nun bei mir die Geflgelpest ausbricht und gekeult wird, mu ich das zahlen?

    Definitiv ja. Auerdem mu man auch den Kopf hin- und den Geldbeutel aufhalten, wenn man verschuldet hat das die Geflgelpest in andere Bestnde gelangt ist (zum Beispiel durch Verkauf) und auch diese gekeult werden mssen. Wenn man also in einem Bundesland lebt wo eine Meldung bei der Tierseuchenkasse nicht zwingend vorgeschrieben ist, sollte man sich das deswegen mal berlegen.





    Ich hoffe ich konnte wenigstens etwas Licht ins Dunkel bringen und einige urbane Legenden, welche sich mittlerweile schon um die Geflgelpest-Verordnung ranken, berichtigen.


    Danke an Bjoern und Dani, die mich zum ben animiert haben . Danke an Jens fr die Bereitstellung der TSK-Tabelle und an Klaus frs Korrekturlesen und Anregungen.

    Gewidmet den Opfern der Aufstallung.
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    And different people have different needs
    It's obvious you hate me though I've done nothing wrong
    I've never even met you, so what could I have done?


  7. #7
    Moderator Avatar von gaby
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