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Thema: Meine kleine Farm - Trial and error

  1. #21

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    Danke für das Lob. Allerdings glaube ich, dass ein Hörbuch doch etwas zu kurz geraten würde - zumindest wenn ich es beim Haupthandlungsstrang beließe- und die Klientel eher klein wäre, was es für gute Hörbuchsprecher wiederum uninteressant machen dürfte.

    Aber Spaß beiseite: Schön, dass es hier gefällt! Einen literarischen Anspruch habe ich nie gehabt und werde ihn ob der sprachlichen Mängel und Einseitigkeit auch nicht entwickeln - der Mangel an Anspruch dürfte dann ja aber doch wieder zu einem Podcast führen können🤣

  2. #22

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    Liebe HüFo-Gemeinde,
    Leider musste ich mich aufgrund zeitlicher Einschränkungen zuletzt rar machen und die versprochene Fortsetzung bis auf Weiteres verschieben. Um allerdings den Thread nicht weiter durchsacken zu lassen, habe ich Verstärkung der kleinen Redaktion hinzugezogen. Nachfolgend findet ihr also ungefiltert den ersten Beitrag meines neuen Mitarbeiters:

    „Hallo liebes Forum! Mein Name ist Dennis und dem geneigten und aufmerksamen Leser könnte der Name bereits bekannt vorkommen. Wie alle von uns bin ich nicht für die Namensgebung verantwortlich, sondern ein merkwürdiges kleines Wesen, das zwar durchaus anfängliches Interesse an mir und meinem kleinen Harem zeigte, aber mit zunehmendem Alter und Größe lieber unverständlicherweise und durchaus nachhaltig einem runden Gegenstand hinterherjagte um diesen entweder in ein Netz oder alternativ in mein umzäuntes Refugium zu treten. Den näheren Sinn konnte ich auch nach vielen Monaten nicht verstehen, ebensowenig wie seinen Lockruf „Siuuuu“.

    Mit nunmehr stattlichen 5 Jahren ist meines Erachtens die Zeit gekommen ein kurzes Zwischenfazit meines bisherigen Daseins zu ziehen. Nicht anmaßen möchte ich mir dies als Biographie zu bezeichnen, denn diese Ausdrucksform steht nach meinen Erfahrungen größtenteils lediglich Ghostwritern von irgendwelchen Halb- bis Viertelprominenten bei akutem Geldmangel oder zur Ausnutzung eines Peaks an Bekanntheit zu.

    Beginnen möchte ich - dramaturgisch wertvoll - am Anfang:
    Geschlüpft bin ich, wie ich später erfahren durfte, mit meinen Geschwistern irgendwo im Ruhrgebiet. So konnte ich mir dann auch schlussendlich erklären, warum ich in bestimmten Momenten von meinem „Lieferanten“ (hierzu später mehr) als Kumpel tituliert werde. Da meine Kategorien von Zeit zurückzuführen sind auf die Forschungen des Philosophen Ei-Stein, kann ich leider lediglich konstatieren, dass wir nur relativ kurz in unserem ersten Zuhause, einer kleinen Voliere, zubrachten. Schon bald erhielten wir Besuch von zwei Männern und nach einigen für uns unverständlichen Worten mit anschließender Überreichung von - nicht essbaren - Papierstücken, wurden wir unter großem Protest gefangen und in einen engen aber dafür sehr kuscheligen, dunklen Ort gesperrt. Ein extra für uns eingeschaltetes gleichmäßiges Röhren und Summen mit sanftem Schaukeln ließ uns das beengte Miteinander gut aushalten. Kaum wurde diese meditative Stimmungsmelodie unterbrochen, blendeten uns erste Lichtschimmer und nach der ersten Gewöhnung konnten wir die Umgebung unserer nächsten relativen Zeit erblicken: ein kleiner Stall mit einer verschlossenen Eingangstür für meinesgleichen und einer großen Eingangstür für andere - ich vermutete damals - Bewohner dieses Hauses. Nachdem es zweimal hell und dunkel wurde, öffnete sich die kleine Eingangstür und offenbarte sich auch für die wechselseitige Verwendung - als Ausgangstür.
    Draußen: ein kleines Gehege mit einem weichen grünen Untergrund, Wasserstellen, einem Sandspaßbad ohne Eintritt und zwei Futterstellen.
    Damals interessierte ich mich weniger für meine Geschwister gleich welchen Geschlechtes. Da dies auf Gegenseitigkeit beruhte, konnte man durchaus darwinistische Aspekte bei der Erkundung unserer „Galapagos-Inseln“ und der Futteraufnahme feststellen.

    Nach einiger unbestimmter Zeit mit einigen Wach- und Schlafphasen merkte ich plötzlich aufkeimendes Interesse an bestimmten Geschwistern. Hiermit war ich aber leider nicht alleine. Die drei Geschwister, die mich seltsamerweise nicht interessierten, zeigten ähnliche Neigungen, was unweigerlich zu den ersten Streitereien führte, die nach und nach immer intensiver wurden, zumal die umgarnten Geschwister sich unbeeindruckt zeigten und uns die kalte Schulter zeigten, allerdings nie den Rücken zudrehten, was ich - damals noch naiv und unerfahren - aus irgendeinem Antrieb heraus gerne gesehen hätte.

    Das Harmonieniveau von uns unglücklich mehrfach Verliebten sank jedenfalls merklich und schon bald nachdem ich ein leichtes Kratzen an meinen Stimmbändern und eine Veränderung meiner Laute wahrnehmen musste, wurden zwei meiner Leid- und Streitgenossen aus unserem Zuhause geholt. Ich habe sie nie wieder gesehen, aber ich vermute, dass sie wohl heute ähnliche Geschichten zu berichten haben, vielleicht garniert mit etwas Gewürz und Gemüse…

    Als sich neben dem kratzenden Hals und den juckenden Lenden (ergonomisch wohl nicht ganz passend) auch noch juckende Haut einstellte, wurde ich mit drei meiner angebeteten Geschwister erneut umgesiedelt. Wieder wurden wir in einen kleinen dunklen Raum gesperrt und nach kurzem Geruckel in ein weiträumiges dunkles überdachtes Heim gesetzt - größer als unser bisheriges, wieder ausgestattet mit zwei Türen, dafür irgendwie staubiger - der gleiche Staub der bereits beim Umsetzen auf uns verteilt wurde. Als das erste Licht durchs Fenster fiel wurde die kleine Klappe geöffnet.
    Neugierig schauten wir durch den Spalt und uns offenbarte sich eine neue Welt: wieder dieses sanfte Grün auf dem Boden, was wir gerade in unserer vorherigen Unterkunft in mühsamer Kleinarbeit vernichtet hatten. Wieder Futterstellen, wieder ein Sandbad, wieder Wasser zu Genüge und viel mehr Platz. Mir schien das alles irgendwie zu schön um wahr zu sein, also entschied ich mich zunächst 2 Tage im Stall zu verbringen und zu Beginn des 3. Tages ließ ich dann meine Vorhut die erste Begehung des neuen Geheges machen und auf Sicherheit überprüfen. Leider konnte hier nie ein revisionssicheres Resultat festgestellt werden, weil dieser Tag zusammenfiel mit den ersten neuen Tönen eines meiner Geschwister. Irgendwas schien anders und ich würde mich in diesem Moment als schwanzfedergesteuert bezeichnen wollen - nicht mehr Hahn meiner Sinne. Ich rannte also raus, verkündete die Besetzung des neuen Gebietes mit meinen neuen Tönen und verfolgte das fordernde Huhn, das auch nicht recht wusste was los ist…

    Wie unerfahrene Teenager nach der Dr. Sommer Lektüre standen wir uns gegenüber, bis sich Henni (so wurde sie genannt) hinhockte und ich irgendwie versuchte fremdgesteuert auf sie zu klettern. Ein Unterfangen zum Scheitern verurteilt und doch war es mein und ihr Coming-out without happy end! Kein Grund dies nicht ausgiebig zu feiern und unbekannterweise allen Hähnen im Umkreis mitzuteilen wer der neue Chef im Ring ist.

    Das Kratzen im Hals wurde mit den Hell-/Dunkelphasen weniger, meine Stimme kräftiger und das Jucken am Körper verschwand mit bestimmten Staub- und Ölbehandlungen. Was blieb waren die juckenden Lenden, aber mittlerweile hatte ich drei Geschwisterhennen, die sich für mich interessierten. Nicht immer stellte ich mich schlau an und als ich endlich den Bogen raus zu haben schien, veränderte sich das Wetter und die Dunkelphasen wurden erheblich länger.

    Irgendeinen Einfluss schien das auf Henni, Sara und Vanessa zu haben, denn das Interesse an mir ließ merklich nach. Also versuchte ich durch Tanzeinlagen zu beeindrucken. Auch wenn ich mir sicher bin, dass der Planet selten besseres gesehen haben dürfte, änderte dies am abnehmenden Interesse wenig, so dass ich schlussendlich kapitulierte und mich bei zunehmender Kälte darauf konzentrierte genug Nahrung aufzunehmen. Und wer isst schon gerne mit jemandem der einen (im wortwörtlichen Sinne) mit dem Arsch nicht anguckt, also schaute ich zunächst nur auf mich.

    Erst als es wieder wärmer wurde und meine täglichen Dance-Acts die Anwandlung eines aufkeimenden Interesses suggerierte, entschied ich mich für eine neue Masche:

    Quasi täglich erscheint bis heute einer der Männer der uns damals abgeholt hat und hat stets einen Eimer mit Futter dabei und ab und zu auch ein paar zusätzliche Highlights. Mir ist klar, dass es schwer wäre ohne diesen Mann zu überleben, aber da bin ich zum Glück der Einzige. Seit jeher warte ich also in erster Reihe auf den Moment in dem das Futter an den vorgesehenen Stellen platziert wird und präsentiere mein ‚gefundenes Fressen‘ nach Präparation durch meinen sogenannten Lieferanten meinen lieben Gespielinnen. „Gruuu, guckt was ich nur für euch gefunden und erbeutet habe!Gruu!“

    In Rückschau des Erlebten sollte nun die kurze aber vielleicht schönste Phase meines Lebens beginnen. Mit einem Körper strotzend vor Agilität und Verlangen, mit drei Hennen voll von Bewunderung und Dankbarkeit, einem zuverlässigen Lieferanten, genügend Zeit sich Wollüsten hinzugeben, aber auch charmant zu Umwerben (meistens nach dem Akt - an sich mutet das absurd an, aber in dieser Phase lebten wir Drugs (also Essen) Sex & Rock‘n‘Roll in dieser Reihenfolge) oder die Ladies in ihre Legenester oder zum Schlafplatz zu geleiten. Ohne irgendetwas genau zu verstehen war mein Motto:

    The spring is my life (frei übersetzt: Bespringen ist mein Leben).

    Wie ein christlicher dicker Schmöker jedoch neben vielen für (zumindest) Hühner irrelevanten Passagen (neben einer Passage mit einem wohlmöglich eher traurigen Hahn mit nur eine Henne und vielen anderen Tieren auf einem Boot) schon sagt:

    Alles hat seine Zeit…

    Und auch wenn ich es damals nicht erwartet habe, sollte ich das erfahrene Hoch dieser Zeit nie mehr erreichen. Aber davon erzähle ich ein anderes mal!

    Euer Dennis

  3. #23
    Avatar von chtjonas
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    Herrlich!
    Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
    "Rentnerpärchen" 1,1, gemischter "Jungtrupp mit Oma" 1,15 und 5 Seidies (2,3) - LG Christina

    "Life is what happens while you are busy making other plans." (John Lennon)

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