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Thema: Vogelgrippe 2023/2024 - was kommt da auf uns zu?

  1. #801

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    In den USA wird es weiterhin nicht langweilig. Jetzt wird der dritte H5N1 Humanfall gemeldet. Dieses Mal zum zweiten Mal in Michigan. Wieder ein Mitarbeiter einer Milchviehfarm, der wohl ohne PPE an infizierten Kühen gearbeitet hat. Es handelt sich hierbei nicht um die Farm, auf der der erste Fall in Michigan aufgetreten ist. Dieser Mitarbeiter hat nicht nur Konjunktivitis, sondern auch weitere Grippesymptome. Er klagte beim Arzt über Probleme in den oberen Atemwegen, inklusive Husten. Dazu Augenprobleme mit wässrigem Ausfluß. Bisher ist kein Fieber aufgetreten. Er wird jetzt ebenso wie Kontaktpersonen mit Tamiflu behandelt und ist zuhaus in Quarantäne. Bei anderen Mitarbeitern der Farm wurden keine Symptome gemeldet, diese werden jetzt beobachtet.
    https://www.cdc.gov/media/releases/2...-michigan.html

    Michigan will in Kürze damit beginnen Mitarbeiter von Milchviehbetrieben auf HPAI H5 Antikörper zu untersuchen. Dann gibt es vielleicht etwas mehr Klarheit, darüber, wie verbreitet Overspills von Kühen zu Menschen wirklich sind.
    https://www.reuters.com/business/hea...e%20CDC%20said


    Auch Indien meldet einen weiteren Fall, wieder Mastenten. Im Bundesstaat Kerala sind es dieses Mal 18.000 Tiere. Der Betrieb befindet sich in der gleichen Region, wie die im April gemeldeten Seuchenbetriebe. Die Temperaturen dort lagen in den letzten Tagen zwischen 25°C und 30°C.
    https://flutrackers.com/forum/forum/...ge2#post991318
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  2. #802
    Avatar von Danie2012
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    Es gibt eine neue Risikoeinschätzung des FLI vom 07.06.24, hier der Link:

    https://www.fli.de/de/aktuelles/tier...gefluegelpest/

    Da es im Mai keine Fälle bei Hausgeflügel und Wildvögeln gegeben hat, wird das Eintragsrisiko nun überall als "gering" eingestuft.

  3. #803

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    Bevor ich mich dem Roman über die letzte Woche in den USA widme, habe ich zunächst die Karte akualisiert und sonstige aktuelle Meldungen weltweit zusammengesucht. Einiges an "UPS" in meinen Augen, aber nichts im Vergleich zu den USA. (Mein Versuch eines Cliffhangers.)

    Europa

    Finnland wird als erstes Land Mitarbeitern von gefährdeten Tierhaltungen die Möglichkeit geben, sich gegen H5 impfen zu lassen. Dazu wurde jetzt die erste Charge eines Humanimpfstoffes geordert.
    https://www.politico.eu/article/finl...ird-flu-shots/

    Ungarn hat Ende Mai bei einer toten Katze AI-V nachgewiesen. Man vermutet hi
    er Kontakt mit Wildvögeln. Da ist also noch AI in der Umwelt.
    https://szol24.hu/2024/06/04/szolnok...ozest-a-nebih/

    Amerikas (ohne USA)

    In Mexiko haben wir wieder ein „das gabs noch nie“ Ereignis.
    In Mexiko City ist ein 59-jähriger Man an AI erkrankt und ins Krankenhaus gekommen. Er war symptomatisch mit Fieber, Atemnot, Durchfall, Brechreiz und allgemeinem Unwohlsein. Am 24.04. ist er verstorben. Jetzt zu den eigentlichen Problemen mit diesem Fall. Der Mann ist an H5N2 (nicht H5N1) erkrankt. Ein AI-V, das in Mexiko schon seit einigen Jahren bekannt ist. Es ist aber keinerlei Zusammenhang mit bekannten Fällen herzustellen. Die Genetik passt aber zu früheren Fällen von H5N2 in Mexiko. Auffällig soll die Trennstelle im HA Gen sein, welche einem ein LPAI-V entspricht. H7N9 LPAI hat in China über Jahre hunderte von Humaninfektionen verursacht, da Geflügel nicht symptomatisch wird. Kontaktpersonen wurden negativ getestet, werden aber als symptomatisch geschildert. In Reaktion auf die WHO Meldung zum Todesfall durch H5N2, erklärten die mexikanischen Behörden das es nicht nicht AI gewesen sei, sondern mehrere bereits länger bekannte Gesundheitsprobleme.
    https://www.theguardian.com/world/ar...lu-strain-h5n2
    https://www.reuters.com/world/americ...co-2024-06-05/
    https://flutrackers.com/forum/forum/...ies#post991708
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9146523/

    Asien

    Eine weitere Meldung eines größeren Wildvogelsterbens in China Ende Mai. Dieses Mal am Yacouqiong See in Tibet. Hier wurden 190 Tiere mit H5 gemeldet.

    Ozeanien

    Australien meldet drei weitere Fälle von H7N3. Vier der mittlerweile Fünf AI Fälle, liegen nahe dem ursprünglichen Seuchenbetrieb bei Meredith. Es handelt sich hierbei um 3 Legehennenanlagen und eine Junghennenaufzucht. Im Umkreis des H7N9 Falles nahe Tarang, gibt es keine weiteren Neumeldungen.
    https://agriculture.vic.gov.au/biose...uenza-bird-flu

    Allgemein

    Eine neue Studie mit dem „Eine georäumliche Perspektive auf die Rolle von Zugvögeln und Geflügel bei der Verbreitung der Vogelgrippe“ ist frisch veröffentlicht wurden. Hier wird untersucht, inwieweit Zusammenhänge zwischen der Verbreitung der H5N1, dem Vogelzug und dem Geflügelhandel bestehen.
    https://assets-eu.researchsquare.com...f?c=1717516377

    Eine weitere Studie beschäftigt sich mit der Temperaturabhängigkeit der Inaktivierung des aktuellen H5N1 Clade 2.3.4.4b AI-V im Vergleich zu früheren Stämmen.
    https://www.mdpi.com/1999-4915/16/6/889
    Herzliche Grüße vom Warnehof
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  4. #804

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    Und hier ist der USA Roman...

    Der offizielle Plan des USDA ist laut dem US Landwirtschaftzsminister, dass infizierte Herden identifiziert werden und gewartet wird, bis der jeweilige Ausbruch erlischt. Man kann zur Zeit Zweifel haben, daran haben, dass die dafür nötigen Schritte durchgeführt werden. Bei meiner letzten Meldung waren 69 Milchviehherden in neun Bundesstaaten positiv gemeldet. Stand heute, Samstag nachmittag, sind wir bei 91 Herden in ZWÖLF Bundesstaaten. Demnach haben die verpflichtenden Kontrollen vor Transport über Staatsgrenzen nicht funktioniert, oder die Übertragung ist über Personal, Fahrzeuge oder Güter geschehen. Läuft also mit der Indentifikation und Eindämmung so überhaupt nicht.

    https://www.agriculture.com/usda-aim...-herds-8657880



    Neu hinzugekommen sind jetzt Minnesota, Iowa und Wyoming. Ansonsten weitere Ausbrüche in den schon bekannten Staaten.

    Bleiben wir kurz bei den neuen Bundesstaaten.

    In Iowa wurde ein Fall im Sioux County gemeldet. Wer meine letzten Infos gelesen hat, wird sich vielleicht erinnern, dass dort am 28.05. eine Legehennenfabrik mit 4,2 Millionen Tieren positiv festgestellt wurde. Der zweite Fall liegt im benachbarten O´Brien County. Ebenfalls nahe bei ist eine Putenanlage vom 01.06.

    In Minnesota sind es drei neue Fälle welche am 04.06. bzw. 06.06. festgestellt wurden. Hier gibt es auch gerade eine Ausbruchsserie in der Putenindustrie. Ob es hier einen räumlichen Zusammenhang gibt, ist aufgrund der Art der übermittelten Kartendaten schwer festzustellen. Die USA geben, meist Daten des County oder State Verwaltzungssitzes an. Daher können Anlagen durchaus räumlich nahe sein, nur getrennt durch eine Verwaltungsgrenze. Es ist daher schwer hier zu sagen, ob und wenn welchen Zusammenhang es zwischen den Seuchenbetrieben gibt, ganz zu schweigen von Transporten, Veterinären oder Wanderarbeiter etc. Hier würden die Gensequenzen weiterhelfen, aber dazu später im Meinungsteil.

    Wyoming hatte in dieser Saison noch keine AI Bestandsfälle zu verzeichnen.

    Eine Meldung hat letzte Woche die Fachleute aufgeschreckt. In New Mexiko wurde bei 11 Mäusen AI festgestellt. Der Fund geschah in der Region um Clovis, wo in den vergangenen Wochen 8 infizierte Milchviehbestände, 3 Brütereien und 2 Scheunenkatzen gefunden wurden. Mal wieder ein „das gabs noch nie“. In dem Fall würde ich mal sagen, es wurde noch nie beobachtet. Was nicht das Gleiche sein muß. Wir haben ja auch vergleichsweise wenig positive Befunde bei kleinen Singvögeln, obwohl bekannt ist, dass sie an AI erkranken und verenden können.

    Offiziell wurde der Schadnager Bekämpfung auch bisher ein großer Stellenwert bei der Biosicherheit eingeräumt. Allerdings ging man bisher eher davon aus, dass z.B. Mäuse bei Ausflügen in die Umgebung eines Stalls kontaminiertes Material berühren könnten und dieses bei der Rückkehr im Fell oder an den Pfoten eintragen könnten. Ähnliches gilt für die Verbreitung aus infizierten Herden in benachbarte Anlagen. Von Infektion und Erkrankung war bisher nichts bekannt. Da Mäuse auf der anderen Seite auch in menschlichen Behausungen ein- und ausgehen, ergibt sich hier ein neues Gefahrenszenario eines an Säugetiere angepassten AI-V. Inwieweit Ausscheidungen ebenfalls eine Rolle bei einer weiteren Verbreitung spielen könnten, wird jetzt wohl untersucht werden müssen.

    Ein anderes Problem sind die langen Zeiten von Fund bis Feststellung. Wir kennen, das ja auch von Wildvögeln in Deutschland. Die Mäuse wurden am 09.05. gefunden, H5 Feststellung geschah am 24.05. und gemeldet wurde der Fall am 04.06.
    1 Monat scheint die normale Durchlaufzeit sein. Ein Rotschanzbussard der am 01.05. in Pennsylvania gefunfden wurde, wurde am 03.06. bestätigt und am 04.06. gemeldet.

    https://www.telegraph.co.uk/global-h...s-so-alarming/
    https://www.aphis.usda.gov/livestock...ctions/mammals


    Zwei weitere Alpacas sind beim Fall im Jerome County, Idaho positiv getestet wurden. Es wurden AI-V in Nasenabstrichen und Milch gefunden. Dazu auch im Hirngewebe einer Frühgeburt.
    Quelle WOAH

    Im Clinton County wurde eine erkrankte Hauskatze positiv getestet. Hier gibt es keinen direkten Zusammenhang mit Bestandsausbrüchen.
    Quelle WOAH

    Eine andere Meldung der letzten Woche war, dass Kühe in Folge einer H5N1 Infektionen verstorben sind bzw- gekeult wurden. Es war bereits recht früh, darüber berichtet, dass es vereinzelt bei Kühen zu schweren Krankheitsverläufen gekommen war und auch einzelne Tiere aufgrund von Sekundärinfgektionen bzw. bereits vorliegenden Vorerkrankungen gestorben seien. Möglicherweise waren das mehr als bisher bekannt. Es wurde jetzt auch bekannt, dass Tiere, die sich nicht ausreichend von der Krankheit erholt haben gekeult oder geschlachtet wurden.
    https://www.reuters.com/world/us/cow...es-2024-06-06/

    Aus dem ersten US Humanfall in Texas entnommene AI-V wurden an AI naiven Frettchen getestet. Infizierte Frettchen erkrankten schwer und verstarben an der Infektion. AI-V konnten in den inneren Organen inklusive Gehirn nachgewiesen werden. Auch gesunde Tiere, im gleichen Stall erkrankten zu 100%. Tiere die in benachbarten Ställen miz gemeinsamer Luftversorgung untergebracht waren infizierten sich nicht. Demnach sind die AI-V weiterhin auf Tröpfcheninfektion angewiesen, zu einer Verbreitung über die Luft sind sie nicht in der Lage. Das deckt sich alles mit früheren Untersuchungen mit den Stämmen aus Spanien (Nerzfarm) und den chilenischen Humanfall.
    https://www.cdc.gov/flu/avianflu/spo...dy-results.htm

    Die wissenschaftliche Community ist nicht glücklich damit, wie die Ausbreitung im Milchvieh zur Zeit von den Behörden gehandelt werden. Skeptische Stimmen prominenter AI Experten lese ich seit einigen Wochen vermehrt.

    https://www.thelancet.com/journals/l...184-X/fulltext

    https://www.statnews.com/2024/06/05/...top-questions/

    https://www.scientificamerican.com/a...-pandemic-yet/


    Zum, Schluß noch eine Meldung zu der letzte Woche von mir gemeldeten Salmonellen Epidemie in den USA. Nun ist ziemlich sicher, das es nicht Geflügel, sondern Gurken aus Florida waren, die 162 Personen in 25 Bundesstaaten haben erkranklen lassen.
    https://www.cidrap.umn.edu/salmonell...-washington-dc
    Herzliche Grüße vom Warnehof
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  5. #805

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    Und zum heutigen Abschluß noch ein bisschen Meinung zum Thema Milchvieh in den USA.

    Das wir Pöcksel, in den Zuschauerreihen, nicht so ganz erfahren was wirklich passiert, kennen wir ja bereits aus den Ausbruchsserien bei Geflügel die letzten Jahre, hier wird es meist mit Sicherung der Deutungshoheit durch Behörden und Industrie begründet. Und ich kann mit bestimmten Maßnahmen bezüglich Datenschutz etc. durchaus leben.

    In der aktuellen Situation in den USA, haben aber auch die Spitzenforscher, die Experten für Virologie und Epidemiologie im Allgemeinen und AI-V im Besonderen, nicht sehr viel mehr Informationen, wie der gemeine interessierte Laie. Informationen über die Epidemiologiew und Sequenzen werden nur sehr zögerlich veröffentlicht. Es werden mittlerweile Vergleiche mit dem Informationsumgang durch China am Beginn der CoViD19 Pandemie gezogen. Noch sind wir natürlich deutlich von einer ähnlichen Katastrophe entfernt, aber Schritt für Schritt nähern wir uns einer problematischen Situation. Damals war es eine autokratische Regierung der keine Fehler passieren, weil sie sonst ihre Legitimierung verliert, jetzt scheint es ganz schnöde um Geld zu gehen. Die nötigen Maßnahmen würden der Milchindustrie viel Umsatz kosten, die veröffentlichten Infos könnten die Käufer verunsichern.

    Ohne Virengenome lässt sich nur wenig zu den Ausbreitungswegen sagen, hier sind natürlich auch Ein- und Austragungen in andere Bestände interessant. Auch die immer häufigeren Funde von wilden Säugetieren im Umfeld der Ausbrüche sollten geklärt werden.

    In wieweit den Instituten weitere epidimiologische Informationen zugänglich gemacht wird entzieht sich meiner Kenntnis, Aufgrund der sehr ungenauen Lokalisierungen wäre dieses aber ebenfalls wichtig um Rückschlüsse ziehen zu können. Räumliche Nähe von infizierten Anlagen erfordert andere Maßnahmen, als durch Transport oder Personalkontakte verursachte Kontaminationen.

    Die USDA Methode der Identifikation und Quarantänisierung hat nur eine Chance auf Erfolg, wenn die Untersuchungen von Kühen nicht auf Freiweilligkeit beruht. Die Milchviehhalter sind angehalten Milch von infizierten Kühen nicht in den Handel zu bringen und zu vernichten. Klar.

    Ob, das ganze Vorgehen der Behörden auf Schlafmützigkeit, falscher Selbstsicherheit oder dem Druck der Milchindustriellen beruht ist eigentlich uninteressant, es muß sich aber ändern, wenn man nicht unnötige Risiken heraufbeschwören will. Mir ist aber spätestens, nach all den größer und größer werdenden Problemen auf diesem Planeten, in den letzten vier Jahren klar, dass die Wahrscheinlichkeit für ein pragmatisch faktenorintiertes Herangehen, nach Beratung mit Fachleuten eher unwahrscheinlich ist. Wenn ein solches System jemals existiert hätte würden wir in einer anderen Welt leben. Ich bin mittlerweile schon skeptisch, ob die US Behörden die Lage im Griff haben. Bisher war meine Einschätzung, dass der nächste humanpathogene Übervirus aus China kommen wird. Ich beginne diese zu hinterfragen.
    Herzliche Grüße vom Warnehof
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  6. #806

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    Danke Warnehof, für deine Arbeit, ich lese immer sehr, sehr interessiert mit.

    Und ja, ich denke auch da kommt langsam aber sicher wieder was auf die Menscheit zu, die Human-Impfstoffe werden ja auch schon produziert….

  7. #807

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    Europa

    In der Bretagne bei Hillon wurde bei drei verendet aufgefundenen Gelbzehenmöwen AI-V festgestellt.
    https://www.letelegramme.fr/bretagne...on-6604734.php

    Die EU hat die gemeinsame Beschaffung von Humanimpfstoff gegen eine Infektion mit H5 AI-V nun entgültig abgenickt. Zunächst sollen 665.000 Dosen beschaft werden. Die erste Charge geht, wie letzte Woche bereits geschrieben nach Finland. Es sollen insbesondere die besonders gefährdeten Mitarbeiter in der Geflügelindustrie (und wohl auch Pelztierfarmer) mit dem Impfstoff versorgt werden.

    Es gibt eine Option auf insgesamt 40 Millionen Dosen. Vertragspartner ist der Produzent des einzigen zur Zeit in der EU zugelassenen Impfstoffes, die britische Firma Seqirus, die die Influenzaimpsparte von Novartis übernommen haben.
    Deutschland beteiligt sich nicht an den Lieferungen.
    https://www.tagesspiegel.de/gesundhe...-11803592.html
    https://www.landundforst.de/tier/gef...lgrippe-571514
    https://www.cslseqirus.de/


    Asien

    In Indien scheinen sich weitere Bestandsfälle zu ereignen. IM BS Kerala werden, wenn ich die Meldung richtig interpretiere, mindestens drei neue Fälle mit zusammen 6.500 Tieren, nördlich der bisher betroffenen Region gemeldet. Aber auch in den bereits bekannten Gebieten, scheint es neue Funde, darunter Wildvögel, zu geben. Temperaturen zwischen 27°C und 30°C.
    https://www.onmanorama.com/news/kera...alappuzha.html
    https://www.thehindu.com/news/nation...le68289704.ece

    Ebenfalls aus Indien kommt eine neue Meldung über einen H9N2 Humanfall. Ein vierjähriges Kind wurde in West Bengalen im Februar mit hohem Fieber, Atemwegsproblem, und Unterleibskrämpfen ins Krankenhaus eingeliefert und nach drei Monaten genesen wieder entlassen.
    https://www.fr.de/panorama/intensivs...-93131157.html

    Ozeanien

    Die Anzahl der Bestandsfälle ist in Australien auf sechs angewachsen. Neben dem bekannten H7N9 Fall bei Terang, sind jetzt fünf Bestände im Sperrgebiet zwischen Meredith und Leithbridge mit H7N3 betroffen. Neben einer weiteren Legehennenanlage am 07.06., ist als letztes ein Entenbetrieb für Eier und Fleischproduktion hinzugekommen. Bei beiden Betrieben gibt es noch keine Angaben über die Bestandsgrößen.
    https://www.thenewdaily.com.au/life/...-farm-bird-flu
    https://www.canberratimes.com.au/sto...farm/?cs=14231
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  8. #808

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    Nachdem gestern die internationale Situation aktualisiert wurde, komme ich heute wieder zurück auf die USA. Das mit dem Eindämmen durch Überwachung scheint weiterhin nicht so ganz zu gelingen, was jetzt nicht wirklich überraschend ist. Und es scheint dafür auch wenig überraschende Gründe zu geben. Aber der Reihe nach. Zunächst mal die aktuellen Zahlen, die wahrscheinlich auch schon wieder überholt sind.

    Es bleibt aufgrund der Meldegeschwindigkeit der verschiedenen Behörden etwas schwierig den Überblich über die Anzahl der offiziell positiv festgestellten Milchviehbestände zu behalten. Nicht meine Aussage, sondern die der Wissenschaftsjournalistin Helen Branswell. Nach ihrer Zählung sind wir jetzt bei 104 Fällen. Im einzelnen sind es aktuell:

    Michigan 25 +1
    Idaho 23 +3
    Texas 18
    Colorado 10 +6
    New Mexiko 8
    South Dakota 5
    Iowa 5 +3
    Kansas 4
    Minnesota 3
    Ohio 1
    North Carolina 1
    Wyoming 1

    Immerhin keine neuen Staaten hinzugekommen.
    Auffällig die Fallzahlenänderung in Colorado.

    Jetzt zu den möglichen Gründen für die weitere Ausbreitung. Bei der folgenden Meldung, kann man sich nach 2016, in die Gegend um Garrel, zurückversetzt fühlen. Das USDA hat festgestellt, dass gemeinsam genutzte Geräte und Personalkontakte einer der Hauptrisikofaktoren für die Verbreitung von AI-V zwischen den Milchviehfarmen darstellt.
    Ein Veterionärepidemiologe beim APHIS erklärte jetzt, dass (epidemiologische) Befragungen bei betroffenen Milchviehbetrieben ergeben hätten, das der Austausch von Geräten, gemeinsame Personalnutzung (Fomites: Kleidung und Schuhe) sowie der Austausch von Vieh die Hauptgründe für die Verbreitung von AI-V darstellen. Um dann zu dem Schluß zu kommen, das „erhöhte Biosicherheit kritisch bei der Eindämmung der AI-V“ ist. Wer hätte das gedacht?
    https://www.cidrap.umn.edu/avian-inf...ed-dairy-farms
    https://www.aphis.usda.gov/sites/def...-epi-brief.pdf
    https://www.aphis.usda.gov/sites/def...epi-invest.pdf

    Zu den notwendigen Anpassungen in der Biosicherheit passt auch die folgenden Meldung. 24 Unternehmen arbeiten zur Zeit an der Entwicklung eines AI Impfstoffes für Kühe. Warum, etwas am Geschäftsmodell ändern, wenn man doch einfach Technologieoffenheit praktizieren kann?
    https://www.reuters.com/business/hea...ry-2024-06-12/

    Und die nächste Meldung betrifft die pasteurisierte Konsumentenmilch. Nachdem in ersten Untersuchungen keine aktiven AI-V in pasteurisierter Milch nachgewiesen werden konnten, gibt es jetzt eine neue Untersuchung zur Inaktivierung von hohen AI-V Titern in Milch. Hier wurden im Labor Rohmilchproben mit AI-V versetzt und anschließend wärmebehandelt. Danach wurde mit Rt-PCR der verbliebene Titer bestimmt. Es wurde keine Inokulation in Hühnereiern durchgeführt, wie in der ersten USDA Untersuchung.
    Im Ergebnis konnten mit der Rt-PCR aktive AI-V in geringer Konzentration nachgewiesen werden. Hier gibt es also noch weiteren Klärungsbedarf.
    https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2405488

    Neu in den APHIS Listen der betroffenen Wildvögel sind jetzt neben einem Star, der bereits im WAHIS gemeldet wurde, auch 15 Haussperlinge. Diese werden jetzt, mit Funddatum 16.05., aus Ionia County in Michigan gemeldet. Dazu kommen noch 6 Haussperlinge die zwischen 09.05. und 12.05. in Roosevelt County in New Mexiko gesammelt wurden. Aus Roosevelt County war auch der Fund der 11 Mäuse. Spillover läuft.

    Zum Schluß mal weg vom Milchvieh.
    Aus Lyon County, Minnesota wird für den 12.06. eine Putenmast mit 92.400 Tieren positiv gemeldet. Dazu eine weitere Putenhaltung (13.06.) ,mit 33.088 Tieren in Steams County. Spillover oder Neueintrag?
    https://www.bah.state.mn.us/hpai/
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  9. #809
    Avatar von KleineGärtnerin
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    Auch von mir nochmal herzlichen Dank für deine unermüdliche Arbeit auf diesem Gebiet. Du bist für mich die wichtigste Informationsquelle für den weltweiten Verlauf der AI. Danke, Danke, Danke...
    große Wyandotten in silber-schwarzgesäumt und gelb-schwarzgesäumt und Kraienköppe in silberhalsig

  10. #810

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    Neues aus den USA.
    Zunächst mal sind wir jetzt bei 114 Beständen.
    Michigan 25
    Idaho 26 +3
    Texas 20 +2
    Colorado 10
    New Mexiko 8
    South Dakota 5
    Iowa 7 +2
    Kansas 4
    Minnesota 6 +3
    Ohio 1
    North Carolina 1
    Wyoming 1

    Im Roosevelt County, New Mexiko wurden weitere positiv getestete Hausmäuse gemeldet. Fundzeitraum ist der 07.05. - 31.05. Insgesamt ist man dort jetzt bei 66 Tieren. In welchem Zustand diese gefunden wurden, ist nicht bekannt. Zur Klarstellung und wegen neuer Info möchte ich noch kurz näher darauf eingehen. Die ersten 11 Mäuse sind nicht, wie zuerst von mir vermutet in einem Milchviehbestand um Clovis gefunden wurden, sondern in einem Geflügelbestand um Portales. Es wird vermutet (Angaben sind wieder sehr Wage seitens USDA) das auch die weiteren Mäuse in diesem Geflügelbetrieb gefunden wurden. Dort zwischen 09.04 und 17.04. drei Elterntierbestände mit gemischtem Besatz positiv getestet. Ich vermute diese drei gehören zu einer unabhängigen Brüterei für den Geflügelbedarf privater Halter und kleiner Nutztierfarmen. Eine mögliche Anlage konnte ich nahe des örtlichen Abwasserwerkes lokalisieren. Neben der Nähe zur Abwasseranlage, sind die Wege zwischen den Stallgebäuden unbefestigt, also reine Staubpisten. Nahe Postales gibt es ebenfalls eine sehr große Dichte an Milchviehbeständen. Womit eigentlich genug mögliche Eintragswege gegeben sind.

    Was mich schon die ganze Zeit bussig macht, ist dass es keine Info über die Bestandsgrößen beim Milchvieh gibt. Die einzige Ausnahme ist hier Iowa, welche die Anzahl veröffentlichen. Demnach sind die mittlerweile sieben Bestände in der Größenordnung zwischen 250 und 10.000 Tieren.
    https://eu.desmoinesregister.com/sto...y/74129029007/

    Ozeanien

    Zwei neue Fälle in Australien. Ein weiterer Fall mit H7N3, vermutlich Legehennen im Clustergebiet bei Meredith. Es soll sich hier um etwa 200.000 Tiere handeln. Und ganz aktuell ein Fall bei Sydney, New South Wales. Hier ist es eine Legehennenanlage mit ebenfalls etwa 400.000 Tieren, bei der H7N8 festgestellt wurde. Die Anlage bei Sydney ist teilweise eine Freilaufanlage und liegt direkt an einem Fluß, dem Hawkesbury River.

    https://www.abc.net.au/news/rural/20...lled/103991340
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