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Thema: Volierendach (Volierendraht vers. Hasendraht

  1. #1

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    Volierendach (Volierendraht vers. Hasendraht

    Hallo ihr lieben Mithuehnis,

    coolerweise war ich mit einem wirklich tollen Stall bei Ebaykleinanzeigen erfolgreich und werde diesen im Frühjahr ein bisschen restaurieren (neuer Kalkanstrich innen und Kieselgur, neue Sitzstange etc)

    Teile einer großen Außenvoliere konnte ich ebenfalls in den Portal erstehen (vor allem 1 Jahr alte Balken aus kesseldruckimpregnierter Douglasie - bei den aktuellen Materialpreisen ein Traum) und werde ich Frühjahr mit dem Bau der Voliere beginnen.

    Um das Budget etwas nach unten zu korrigieren, habe ich aktuell die Überlegung, nur die 2m hohen Seiten und 50cm unter die Grasnarbe mit dem teuren, punktgeschweissten Volierendraht (12,7mm//1,05mm) zu verkleiden, und für die gesamte Dachfläche nur Hasendraht zu verwenden. Damit spare ich mir immerhin 18lfm.

    Was meint ihr?

    Ein Teil der Voliere ist zusätzlich noch fest überdacht (darunter u.a. der Stall)

    Wie sind übrigens eure Erfahrungen mit Schneelast und Volierendraht bzw Hasendraht? Durch die engen Maschen bleibt dort bestimmt einiges liegen und kann recht schnell schwer werden oder?

    Danke wie immer für euer Feedback und schonmal ein schönes Wochenende

  2. #2
    Moderator Avatar von sil
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    Bei uns hält der als Zaun verspannte Hasendraht bei entsprechender Schneekonsistenz nichtmal an den Zaunpfosten fest. Trotz dreifacher Verstärkung durch waagrechte Latten. Je nach Größe würd ich persönlich eine Voliere sowieso immer komplett überdachen. Der Boden darin wird schnell so festgetreten, daß er Wasserundurchlässig wird und bei Regenwetter gibts schnell Matsch. Den Vorteil einer Voliere sehe ich unter anderem auch darin, daß bei entsprechender Bauausführung die Hühner auch bei schlechtem Wetter eine relativ trockene und geschützte Bewegungsfläche hätten.
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  3. #3

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    Am Anfang hatte ich auf der Voliere (25qm mit der Fläche unter dem Stelzenstall) auch nur Volierendraht (25mm/1,7mm). Da war die Schneelast kein Problem, aber wie @sil schon geschrieben hat, hast du da vor allem im Winterhalbjahr schnell Dreck und Matsch, der irgendwann Knochenhart wird.

    Dann habe ich die Voliere Stückweise mit 3mm starken Acryl-Wellplatten überdacht. Das war die Beste, aber auch die teuerste Idee.
    Gruss Rainer

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  4. #4

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    Ich antworte euch jetzt einfach beiden hier rein

    Danke schonmal für euer Feedback. Ja ich dachte an eine Teilüberdachung (ca Hälfte) bis zum Herbst und dann mal den Boden checken. Ich würde vermuten dass die Damen die Wiese innerhalb ein paar Monaten plattmachen. Dann würde ich vielleicht Holzhäcksel oder Rindenmulch großzügig daraufgeben und voll überdachen. Mit genug Schräglage müsste der Schnee ja rutschen....Was meint ihr?

  5. #5
    Moderator Avatar von sil
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    Ich kenne die Gegebenheiten bei dir nicht, aber ja, bei einer ausreichenden Dachneigung rutscht der Schnee irgendwann von selber ab. Die Konstruktion muß halt insgesamt auf die zu erwartende Schneelast ausgelegt sein. Hier bei uns z.B. kann auch schon mal ein Meter hoch Schnee auf dem Dach liegen bleiben, ehe er abrutscht.
    Da solltest Du dann aber auch einen ausreichenden Dachüberstand einplanen, nicht daß dir der abgerutschte Schnee dann die Volierenwände eindrückt.

    Das Problem mit Hühnern auf begrenzter Fläche ist zum einen, daß sie trotz ihres geringen Gewichtes und der kleinen Füße den Boden enorm verdichten können, gleichzeitig vernichten sie sämtliches Grün, das mit seinen Wurzeln den Boden locker halten könnte, und ihre Hinterlassenschaften auf festgetretenem oder matschig nassem Untergrund verschärfen das Problem noch zusätzlich. Hühner brauchen aber einen relativ trockenen, relativ weichen Untergrund, um sich wohlzufühlen und gesund zu bleiben. Rindenmulch oder Holzhäcksel sind grundsätzlich keine schlechte Lösung für eine Voliere, sie saugen aber Wasser und es kann sein, daß sie einen nassen, matschigen Untergrund eher fördern als beheben.
    Alles nicht so einfach...
    Die besten Erfahrungen habe ich persönlich mit einem befestigten Untergrund gemacht, auf dem Einstreu ausgebracht wird, die leicht und regelmäßig gewechselt werden kann. Wir haben hier aber auch viel mit Nässe und Kälte zu kämpfen, auch im Sommer.

    Es kommt halt auch darauf an, wieviel Hühner auf wieviel Volierenfläche geplant sind, wieviel Alternativauslauf zur Verfügung steht, bzw wie intensiv die Voliere genutzt wird, wie der Untergrund überhaupt ist, wie das Klima ...
    Ich habe schon kleine Volieren auf Naturboden gesehen, wo es reichte, ab und an etwas Sand aufzuschütten und es war immer trocken und sauber, und ich habe schon große Volieren gesehen, in denen die Gummistiefel im Dreck stecken blieben.
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  6. #6

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    Danke dir für die ausführliche Antwort Sil,

    bei uns werden es 6 Hühner auf ca 20qm Volierenfläche. Der Alternativauslauf wenn wir da sind und alles unter Beobachtung stattfinden kann ist verwilderte Ackerfläche und wird flexibel mit einem mobilen Elektro-Hühnerzaun eingegrenzt (so die Idee)

    Ich hänge hier mal ein Bild an wo die Voliere gebaut werden soll. Du siehst, nach rechts fällt die Wiese etwas ab. Das muss auch so bleiben, da so einmal alle 5-10 Jahre der Bach über die Ufer tritt und dann bis fast an den Zaun kommt (nicht in die Voliere)
    Der Bau beginnt am Hochbeet und erstreckt sich dann über 6,50m Länge und 3m Breite

    Der Stall kommt links unter die Fichte, eventuell werden die tiefen Äste abgesägt. Stall in die Voliere natürlich, dann bleibt er einigermaßen trocken.

    Vermutlich muss ich einfach das erste Jahr und den Winter genau beobachten was mit dem Boden passiert und ggf eingreifen wenn ich merke dass es in die falsche Richtung kippt. Eben mit sehr dicker Mulchschicht, eventuell Sand oder im worst case dann irgendwie anders.

    Ich tendiere dazu die gesamte Voliere mit Wellplatten aus Kunststoff bzw Acryl abzudecken, mit einem Überhang von etwa 50cm. Habe nur ein bisschen Sorge dass der Wind, Sturm zuweilen dann in die PLatten fährt und früher oder später abdeckt. Die voliere wird mit Punktfundamenten am Boden verankert - aber diese Dachplatten halt nur angeschraubt. Und ganz ohne Überdachung macht die Matsche halt erst recht fies.
    Auch wenn der Regen gern aus sämtlichen Richtungen kommt bei uns.

    Toller wäre das ganze einzudecken, dann könnte ich eine Regenrinne anbringen, aber das würde das Budget massiv überschreiten

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  7. #7
    Moderator Avatar von sil
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    Zu Konstruktionsfragen kann ich wenig beitragen, der Baumeister in unserer Familie ist mein Mann. Ich habe halt schon einiges an Erfahrungen in Sachen Bauen-für-Hühner mittels Versuch und Irrtum gemacht, auch indem ich die Versuche und Irrtümer anderer Hühnerhalter angeschaut habe. Ich kann nur sagen, die für alles und jeden richtige Lösung gibt es nicht, und was bei einem perfekt passt, funktioniert bei einem anderen überhaupt nicht. Du machst dir Gedanken, das ist schon mal gut. Deine Planung scheint ja auch gut durchdacht. Alle Eventualitäten kann man im Vornherein sowieso nicht bedenken. Ich bin grundsätzlich dafür, einfach mal anzufangen, wer weiß, was sich im Laufe der Hühnerhaltungen dann noch ergibt und was man anders und besser lösen könnte, wenn man denn möchte.
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  8. #8

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    Wie schon geschrieben habe ich auf dem Dach meiner Voliere auch diese Wellplatten. Die Voliere ist leicht konisch und hat im Mittel eine Breite von 3,25 m und eine Länge von 7,40 m. Das Gefälle beträgt 5% weshalb ich 50 cm Überdeckung gewählt habe. Am Ende ist noch eine Dachrinne aus Kunststoff eingebaut. Da ich an den Seiten nur etwa 10 cm Überhang habe, kann es bei böigem Wind in Verbindung mit Regen am Rand in der Voliere etwas feucht werden.
    Mittlerweile habe ich gegen den Wind, zusätzlich noch schwere Betonsteine auf den vorderen Dachrand der Voliere gelegt, man weis ja nie.


    Überdachung Voliere.jpg
    ( Auf dem Bild links unten ist noch ein Stück vom Stalldach zu sehen)
    Gruss Rainer

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