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Thema: Körpersprache

  1. #1
    Avatar von ChiBo
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    Körpersprache

    Ich habe gestern 6 Eier verschenkt an einen „alten“ Bekannten, der fragte, was ich dafür wolle.

    Dabei ist mir aufgefallen, dass ich mich quasi nicht bewegt habe, um ihm zu signalisieren, dass es selbstredend ein Geschenk ist.
    Und er hat genauso nicht bewegt mir zu verstehen gegeben, dass er mich verstanden hat und danke sagt.

    Wie geht das?
    Ich weiß echt nicht, wie ich das rüber gebracht habe.
    1/10/1 bunte Hühner-Vielfalt – 0/1 Mieze

  2. #2
    Avatar von chtjonas
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    Blickkontakt?

    Lächeln?
    "Alttruppe" 1,4 und "Jungtruppe" 1,4 und 4 fidele Küken
    LG Christina

    "Life is what happens while you are busy making other plans." (John Lennon)

  3. #3
    Avatar von ChiBo
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    Themenstarter
    Klar, irgendwie sowas.

    Vermutlich habe ich mich auch minimalistisch bewegt.
    Die Augen bestimmt, was auch immer.

    Aber ich find‘s grad irre, wie das geht.
    1/10/1 bunte Hühner-Vielfalt – 0/1 Mieze

  4. #4
    Avatar von chtjonas
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    Ich denke "minimalistisch" trifft's.

    Merke ich ja allabendlich auch bei meinem Hund.
    Ich "denke" daran, dass es Zeit für den Abendspaziergang ist, und schon ist er fröhlich wedelnd an meiner Seite. Ich muss mich dann wohl "minimalistisch" oder nur mit Blick auf die Tür bewegt haben.
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  5. #5
    Avatar von Bohus-Dal
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    Das ist echt sowas von faszinierend. Bestimmt habt Ihr mit den Augen gesprochen.
    Ich hatte mal einen tauben Klassenkameraden und lernte dadurch soweit die Gebärdensprache, daß ich mich mit ihm verständigen konnte. Einmal machten wir eine Skitour im Wald, die Sonne schien, und es war so gleißend hell, daß man ohne Sonnenbrillen fast nichts sehen konnte. Er hatte auch eine Sonnenbrille auf. Ich verstand kein Wort, wenn er mit mir redete! Ich mußte ihn bitten, die Sonnenbrille abzunehmen. Und ich dachte, es geht da um Handzeichen! Aber ohne Augenkontakt waren die (für mich Anfänger) nicht viel wert. Er verstand das sofort und nahm sie ohne Widerrede ab.
    Gerade vorgestern hörte ich im Radio ein Programm über Blicke, wie wir uns im Gespräch in die Augen sehen, aber nie länger als 3 Sekunden, und was wir damit alles signalisieren. Es hieß, 30 Sekunden Augenkontakt führen entweder zu Sex oder zu Gewalt So "unnormal" ist das im Normalfall. Wir machen das einfach unbewußt alles immer richtig.
    Da fiel mir der Bruder des tauben Klassenkameraden ein, den er an der Schule als Dolmetscher dabei hatte. Auf einer Rentierscheidung sagte er einen ganzen Satz zu mir, nur mit den Augen. Mit tauben Eltern und Bruder aufgewachsen, war er natürlich auch Meister der Körpersprache und nicht der Typ, der unnötig schwätzte. Die Rentiere laufen im Kreis, und jeder fängt sich nach und nach seine heraus, man erkennt sie an den Ohrenmarken. Er verpaßte eins knapp, ich sah zufällig zu ihm (oder rief er mir sogar mit Körpersprache was zu?!), und in der Sekunde, ehe das Rentier bei mir war, vermittelte er, daß ich es für ihn fangen soll und welches es war. Es gelang mir auch, es am Geweih zu packen. Erst hinterher fing ich an zu staunen. Wie konnte ich das wissen? Warum zögerte ich nicht mal? Völlig unglaublich. So seltene Momente bleiben einem in Erinnerung, das sind ja nur ganz wenige, die einem so bewußt werden, in meinem Leben bisher vielleicht 4, die mir einfallen. Ein anderer war das Wiedersehen mit einer lange nicht gesehenen Freundin, wo wir über einen langen Blickkontakt alles "wie geht es dir" etc. ohne Worte übermittelten. Ihre Familie war völlig ausgeblendet in dem Moment. Das ist ein ziemlich überwältigendes Gefühl. Bevor die Urmenschen eine mündliche Sprache hatten, müssen sie doch viel mehr so kommuniziert haben. Wir könnten das vermutlich auch öfter und besser, aber ich könnte mir vorstellen, daß unsere vielen Worte uns die Sicht versperren.
    Mixe 2,11,2; Dals-Pärlhöna 0,2; Marans 0,1; Buschhuhn 1,1; Warzenente 1,3; Katze 2,0

  6. #6
    Moderator Avatar von sil
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    Bohus-Dal. das sind sehr faszinierende Erlebnisse, die Du da beschreibst. Ich habe ja mein ganzen Berufsleben lang schon mit Pferden und Menschen zu tun, und habe gelernt, daß wir Menschen uns selber blockieren wenn es darum geht, uns auszudrücken. Sehr oft passt unsere Körpersprache nicht zu dem, was wir mit Worten sagen. Mit Worten zu lügen ist einfach, mit unserem Körper zu lügen, also etwas auszudrücken, was im Widerspruch zu unserem Empfinden steht, ist schwer bis unmöglich. Uns mit Worten auszudrücken, müssen wir lernen, mit Körpersprache zu kommunizieren, ist uns angeboren. Ich glaube, weil wir Menschen gelernt haben, uns viel zu sehr auf Worte zu verlassen und gleichzeitig auch, ihnen zu mißtrauen, ist uns auch das Vertrauen in die nonverbale Kommunikation verloren gegangen. Vielleicht unterdrücken wir sie auch viel zu oft, weil wir Angst haben, uns zu sehr zu offenbaren? Viele meiner Reitschüler wußten nicht einmal, daß es neben der Lautsprache auch noch andere Formen der Unterhaltung gibt, und daß man sich damit viel deutlicher mitteilt als mit dem gesprochenen Wort. Pferde (Tiere überhaupt) verstehen und erkennen unsere Körpersprache, Worte bedeuten ihnen nicht wirklich etwas. Ihre Antennen dafür sind so sensibel, daß mich schon oft Reitschüler gefragt haben, ob meine Pferde meine Gedanken lesen können. Beispielsweise steht, während wir satteln, die Tür zur Sattelkammer offen (die ist vom Auslauf aus zugänglich) und ein Pferd steuert darauf zu. Dann reicht es, wenn ich hinsehe und "He" sage, egal wie weit entfernt ich bin und wieviele andere Pferde mit im Auslauf sind, das eine fühlt sich angesprochen, und nur dieses.
    Ich hatte auch schon viel zu viele verzweifelte Pferde unterm Sattel, die mit dem Widerspruch zwischen dem, was ihre Reiter meinten zu sagen und dem, was sie wirklich sagten, nicht umgehen konnten. Wenn diese Reiter dann lernen, sich selber wirklich zuzuhören, ehrlich zu sich selbst zu sein, finden sie auch wieder einen Draht zu ihren Pferden. Es passiert mir auch oft, daß ich mit anderen Menschen nicht warm werde, egal wie freundlich und offen sie wirken, und wenn ich da tiefer nach den Gründen forsche, stelle ich fest daß mich ihre Körpersprache irritiert.

    Ein spannendes Thema.
    "alles zuwider dem Menschen. auf den Äckern wächst das Gras und auf den Wiesen steht nichts." (sagte ein alter Bauer mal)

  7. #7

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    Für solche Dinge braucht man weder Augen noch Körpersprache.
    Eine gute Freundin und ich hatten früher viel zusammen unternommen. Eines Freitags Abends hatte ich sie mehrfach versucht anzurufen aber immer war besetzt! Es war die Zeit vor dem Handy also gab es weder anklopfen noch SMS. Ich hatte vor mit ihr Essen zu gehen. Samstag ging sie endlich ans Telefon und fragte mich ganz direkt mit wem ich den ganzen Abend telefoniert habe, sie hatte Lust mit mir essen zu gehen. Wir hatten zeitgleich versucht uns gegenseitig anzurufen und dann immer ein besetzt Zeichen gehört. Lust auf Essen hatten wir an diesem Abend beide nicht aber ins Kino zu gehen war in unser beiden Köpfe. Selbst die Auswahl des Films war schon vor dem Telefonat für uns beide klar. Solche Gedankengleichheit ist uns tatsächlich öfter passiert.
    Diese Telepathie zwischen uns beiden war in machen Situationen schon ein wenig beängstigend. Geglaubt hat uns das niemand wirklich, aber wir haben dann nur gegrinst. Wir konnten die Unglaubwürdigkeit sogar gut verstehen.
    Deutscher Auswanderer
    und die beste Ehefrau der Galaxis
    Grüßen aus Kroatien

  8. #8
    Moderator Avatar von Lisa R.
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    Mikromimik gibt es ja auch noch:

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mikr...20beschrieben.

    https://www.welt.de/gesundheit/artic...ersprache.html

    Ich hab keine Erfahrung mit Pferden, aber mit und bei Hunden läuft 90% der Kommunikation nonverbal.

    Das funktioniert z.B. auch zwischen Schafen und Hunden. Schafe können ihnen völlig fremde Hunde schon genau einschätzen, wenn diese mit ihrem Besitzer auf sie zugehen. Die Reaktion der Schafe war immer sehr hilfreich, wenn ein neues Mensch/Hund-Duo zum Hütetraining kam. Da konnte man sofort sehen, ob man den Hund frei an der Herde laufen lassen kann oder mit diesem Kandidaten besser am Roundpen anfängt. Ich hatte da ja meist schon einen eigenen Eindruck, habe mich aber trotzdem immer auf die Schafe verlassen. Die lagen nie daneben. Ich schon.

    Mein Onkel, schwerstbehindert seit seiner Geburt, lebte bei uns. Er konnte nicht sprechen. Trotzdem wussten wir immer, was er wollte.
    Wenn er jemanden vom ersten Moment an nicht mochte, dann hatte das Gründe. Ich lernte mich da auf ihn zu verlassen.
    Geändert von Lisa R. (15.09.2022 um 10:51 Uhr)
    Die Frau Werwolf sagt: "Des g'hööööööört so !!!
    --------------------------------------------

  9. #9
    Avatar von Quarkkuchen
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    Zitat Zitat von Bohus-Dal Beitrag anzeigen
    Einmal machten wir eine Skitour im Wald, die Sonne schien... Er verstand das sofort und nahm sie ohne Widerrede ab.
    Ich bekam schon weiche Knie... Szenenwechsel!

    Zitat Zitat von Bohus-Dal Beitrag anzeigen
    Gerade vorgestern hörte ich im Radio ein Programm über Blicke, wie wir uns im Gespräch in die Augen sehen, aber nie länger als 3 Sekunden, und was wir damit alles signalisieren. Es hieß, 30 Sekunden Augenkontakt führen entweder zu Sex oder zu Gewalt So "unnormal" ist das im Normalfall. Wir machen das einfach unbewußt alles immer richtig.
    Endlich die Schlüsselworte (Bohus-Dal, Du mußt bedenken, im 21.Jahrhundert hat der Filmkonsument nicht mehr den ganzen Abend Zeit!)

    Zitat Zitat von sil Beitrag anzeigen
    Uns mit Worten auszudrücken, müssen wir lernen, mit Körpersprache zu kommunizieren, ist uns angeboren.
    Freche Ferndiagnose: Ihr Glücklichen kennt die Welt nicht aus der Sicht des funktionierenden Autisten... vor einem englischen Pub braucht der auch keine 30 Sekunden "zu Sex oder zu Gewalt", unschuldiges Herumstehen genügt.

  10. #10
    Avatar von Bohus-Dal
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    Quarkkuchen, Dir kann ich grad nicht folgen. Knie? Autisten? Irgendwie find ich das Thema auch nicht zum Rumalbern.

    Sil, Pferde sind ja auch geradezu überirdisch im Körpersprache lesen, denen kann man auch nicht vormachen, daß man ruhig ist, man muß ruhig sein, damit sie es einem glauben. Ich behaupte immer, Pferde sind da noch feinfühliger als Hunde.

    Zitat Zitat von sil Beitrag anzeigen
    Viele meiner Reitschüler wußten nicht einmal, daß es neben der Lautsprache auch noch andere Formen der Unterhaltung gibt,
    Ohje. Benutzen die Leute ihre Gehirne gar nicht mehr? Noch nie über die Wirkung eines Lächelns oder eines wütenden Blicks nachgedacht?


    Zitat Zitat von sil Beitrag anzeigen
    Ich hatte auch schon viel zu viele verzweifelte Pferde unterm Sattel, die mit dem Widerspruch zwischen dem, was ihre Reiter meinten zu sagen und dem, was sie wirklich sagten, nicht umgehen konnten.
    Wie sollten sie auch. Das ist traurig. Und so typisch Pferd, immer bemüht, egal wie blöd sich die Menschen anstellen und wie schlecht sie es behandeln. Eigentlich sind Pferde viel zu geduldig.
    Mixe 2,11,2; Dals-Pärlhöna 0,2; Marans 0,1; Buschhuhn 1,1; Warzenente 1,3; Katze 2,0

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