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Thema: Wie lange gebt Ihr Schnupfen-Medikamente?

  1. #1

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    Wie lange gebt Ihr Schnupfen-Medikamente?

    Mich würde mal interessieren (aus aktuellem Anlass natürlich wieder), wie lange Ihr mit Sinupret, Angocin, Viruvetsan & Co. "herumdoktort", bis Ihr an den TA oder ein AB denkt.
    Ich habe mal wieder zwei Damen, die die üblichen Schnupfen-Symptome haben. Sie niesen/husten und röcheln (kein Nasenausfluss), nehmen aber ansonsten am alltäglichen Geschehen teil und fressen und trinken auch gut.
    Man weiß ja, dass eine Erkältung bei Menschen mindestens 2 Wochen dauert, und ich stelle fest, dass ich bei den Hühnern empfindlicher bin als bei den Kindern.
    Kann ich durchaus mal eine Woche selber doktorn, wenn der Zustand sich keinesfalls verschlechtert aber nur gaaaanz langsam besser wird?
    Ich habe immer noch große Angst davor, dass mal ein verschnupftes Huhn morgens tot im Stall liegt. Sowas passiert doch nicht über Nacht, oder? Solchen Hühnern geht es doch auch tagsüber schon richtig schlecht, oder?

  2. #2
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    Maximal zwei Wochen, dann sollte jeder individuelle Schnupfen überwunden sein.
    Wenn dieser immer wieder auftritt, oder länger dauert, sollte man die Vollwertigkeit des Futters hinterfragen, sowie die fraglichen, immer wieder kranken oder lange kranken Tiere ausselektieren. Nur so kommt man zum Ziel, die Truppe dauerhaft gesund und vital zu bekommen.

    Und nö, Hühner können ohne weiteres auch ohne vorherige schwere Symptome tot umfallen. Wie gesagt, helfen und unterstützen ist natürlich ok, ansonsten obiges. Das Futter muss vollwertig sein und stimmen, denn ohne ordentliche Basis stimmt natürlich auch das Ergebnis nicht. Auch sollte man nicht immer wieder neu zukaufen, sondern nach Möglichkeit selber nachziehen. Mit zugekauften Alttieren habe ich mir noch beinahe jedes Mal, sagen wir in 90 % der Fälle, irgendeinen Mist in die Truppe geholt (auch mit voll durchgeimpften Hybriden). Seit ich neues Blut ausschließlich über Bruteier zuführe, kann ich seit nun mehreren Jahren sagen, keine kranken Alttiere mehr gehabt zu haben, wie auch seit nun der dritten Saison keine Mykos mehr an den Küken. Die mich noch 2014 die Hälfte der Nachzucht gekostet haben (das waren seinerzeit 24 Tiere). Und die ich einerseits mit Tylosin besiegt bekam, aber auch durch strenge Selektion. Denn das Ziel ist letzten Endes ja, keine ständig pflegebedürftige Invalidentruppe zu haben, sondern das ganze Jahr über fitte, vitale und gesunde Tiere, die die an sie gestellten Erwartungen erfüllen können, um es mal so trocken auszudrücken .
    Geändert von Okina75 (12.08.2022 um 15:36 Uhr)
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  3. #3

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    Danke, Okina, für Deine Antwort.
    Gott sei Dank habe ich keine Tiere, die "immer wieder krank" sind, sodass ich nicht ausselektieren mus. Das würde mir nämlich sehr schwerfallen.
    Also darf auch ein Hühnerschnupfen ruhig 2 Wochen dauern, bevor man an ein AB denken muss? Dann kann ich meinen Damen ja noch Zeit geben zum Genesen ...

  4. #4

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    Du solltest aber mit den alternativen Mitteln sehr konsequent sein und vielleicht auch mal die Dosis ändern.
    Schon auf Ursachensuche gegangen?
    1 Wyandottenhahn splash (2021), 0,17 gr. Wyandotten gold schwarzges. (2019/2020), 3 Hennen g weiß u. g blau (16.04.2021), 3 Hennen g weiß und g blau (03.07.2021), 2 Grün- und 3 Rotleger

  5. #5

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    Wir haben ja Mykoplasmen im Bestand. Sind sie dann "automatisch" für jeden Schnupfen verantwortlich?
    Würde ich einen Schnupfen, der von Mykos hervorgerufen wurde, denn überhaupt mit den alternativen Mitteln heilen können? Oder muss dann immer Tylosin ran?

  6. #6
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    Hy!

    Nein, umgekehrt. Die Tiere schnüpfeln, und dann setzen sich die Mykos drauf- ist ähnlich wie bei uns mit dem Herpes- Virus. Angeschlagene Konstitution, schnell reaktivieren sich die. Allerdings verraten die Myko- Symptome oft überhaupt erst, dass was im Argen ist, weil Hühner als klassische Beutetiere ja Meister im Maskieren auch schwerer Krankheiten sind. Darum kann man leicht denken, die Mykos wären ursächlich.
    Ansonsten: Es muss Tylosin sein! Alles andere bringt nix und ist Spielerei auf Kosten der Tiere.
    Ich habe auch gedacht "Probieren wir mal dies und das und tralala", mit dem Ergebnis, dass die Sache nach dem ersten Auftreten 2012 (an schon fast erwachsenen Jungtieren nach dem Zusammensetzen zweier Truppen) schlicht explodierte. Augentropfen, Japanisches Minzöl- Dampf im Stall und auf den Sitzstangen, Sinupret und und und brachten schlicht nix. Bis wie gesagt 2014, als die Sache vollends entgleiste, und ich die Hälfte der 24 Jungtiere, die nicht von selber starben, kaum vier Wochen alte Küken, selber um die Ecke brachte, damit sie es hinter sich haben. Von '15- '17 gab ich dann Tylosin, und es starben immer weniger. Die erkrankt gewesenen kamen nicht in die Zucht. Anno '18 musste ich noch ein Küken töten (keine zwei Wochen alt), und ab da wendete sich das Blatt. '19 setzten wieder ein paar Kükis an, aber da sofort reagiert, und alle genasen und überlebten. '20 habe ich auch noch einmal beim ersten Verdacht Tylosin an alle verabreicht, und ab da war's gut.
    '20 werden es wohl nur die bei Küken gerne auftretenden Kokzidien gewesen sein, aber ab da dann alle Küken, auch die empfindlicheren aus fremden Bruteiern (da nicht aus dem truppeneigenen Keim- Milieu kommend) alle tutti, und nach nun quasi drei Jahren ohne was wirkliches, und auch gutem Gedeihen truppenfremder Küken glaube ich, dass ich die Mykos ausgerottet habe.
    Tylosin ist zwar nach wie vor da, aber toi toi toi!

    Was Du gegen den Schnupfen immer, auch vorbeugend machen kannst, ist einen starken Tee anzubieten. Aus Kamille, Salbei und Thymian- geht alles aus normalen Teebeuteln oder Teefiltern. Die Tränke damit halb füllen, lange ziehen lassen, bis es schön braun ist, dann mit kaltem Wasser auffüllen (dann können sie das nur noch warme Zeug auch gleich trinken) und servieren. Kann auch zwei/ drei Tage stehen, wenn es draußen nicht so heiß ist, sie trinken es dann peu a peu.
    Und vor allem: Den Grund rausfinden!
    Hühner "müssen" nämlich nicht von Hause aus jedes Jahr ihren üblichen Schnupfen kriegen!
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  7. #7

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    Danke für Deinen ausführlichen Erfahrungsbericht. Das ist sehr interessant.
    Also würdest Du in meinem Fall Tylosin FÜR ALLE geben, auch wenn nur zwei Hennen schnupfen?
    Ist es demnach eher unwahrscheinlich, dass es "nur ein Schnupfen" ist ohne dass die Mykos reaktiviert wurden? Denn Tylosin würde ja nicht helfen, wenn es nur ein Virus-bedingter Schnupfen wäre, oder?

  8. #8
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    Im Falle des Falles Tylosin für alle, ja. Man weiß ja nicht, wer die ursächlich eingeschleppt hat oder verbreitet hat, und wenn man alle behandelt, packt man das Problem gleich an der Wurzel. Schäumende Augen sind ein erstes Symptom, die auch noch eine Sinusitis anzeigen können, aber wenn man weiß, dass man Mykos im Bestand hat, ist das dann auch egal, denn es trifft sicher kein falsches Tier. Wenn das Flügelgefieder erstmal verschmiert ist vom ständigen Sekretabwischen oder dann die Augen verkrusten, ist es allerhöchste Zeit, so lange sollte man mit dem Tylosin aber nicht warten. Wie gesagt, wenn man weiß, dass man die ohnehin im Bestand hat, schadet es in keinem Fall, bei entsprechender Gefahrenlage gleich zu verabreichen.
    Und dies in der erforderlichen Dosis, nicht weniger und nicht mehr, weil ein Zuviel wie ein Zuwenig Resistenzen fördern kann. Bei meinem Jungvolk habe ich immer nur ein mal, und dann nach Vorschrift behandelt, und das reichte auch.

    Es kann auch ein Schnupfen sein, ohne dass sich Kommensalen wie Mykos mit drauf setzen- gegen den dann auch das Tylosin nicht helfen würde. Darum auf jeden Fall der Tee- Tipp, wenn das erste Tier auch nur wirkt als könnte es schnupfig sein, oder auch nur bereits, wenn eine kritische Wetterlage ins Haus steht. Welche bei der eigenen Gruppe riskant ist, wissen ja dann die Hühnerbesitzer am besten- dann gleich beschriebenen Tee, und eine wichtige Hürde ist genommen, bzw. die Chance schon mal geringer, dass es wieder hartnäckig wird.
    Geändert von Okina75 (14.08.2022 um 22:55 Uhr)
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  9. #9

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    Den Tee bei dem leisesten Verdacht (oder auch schon vorher) zu geben ist wirklich ein super Tipp.
    Vielen Dank.

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