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Thema: Schwarzkopfkrankheit / Histomonasis

  1. #1

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    Schwarzkopfkrankheit / Histomonasis - Neue Tiere im Bestand aufnehmen?

    Hallo,

    ich habe seit Mai 2021 drei Orpington Hennen und einen Opington Hahn, welcher leider vor paar Tagen verstorben ist. 😔

    Der Hahn krähte seit September nicht mehr und war ziemlich abgemagert. Kot dünn aber nicht gelb.

    War mit Ihm beim Tierarzt und dieser hat im Kot Histomonaden festgestellt. Es wurde Antibiotika verordnet. Alle Hühner wurden ordentlich entwurmt.

    Daraufhin habe ich den Hahn über Wochen mit allen erdenklichen Vitaminen, Oregano Öl, Wärmelampe nachts etc. vergebens versucht aufzupeppeln. Denke dass letztendlich das kalte Wetter den Tod herbei geführt hat da er ziemlich dünn war. Zwischenzeitlich bei wärmeren Temperaturen war er eigentlich wieder relativ fit, hatte 300 g in drei Wochen zugelegt. Ich war sehr optimistisch und habe voller Hingabe alles für unseren Otto getan.

    Die drei Orpington Damen sind fit und haben vor zwei Wochen mit dem Eierlegen angefangen.

    Jetzt meine eigentliche Frage:
    Kann ich mir neue Tiere in den Bestand nehmen?
    Oder werden diese Tiere das gleiche Schicksal erfahren wie unser Hahn Otto?

    Danke vorab für eure Erfahrungswerte.
    Geändert von Frau Orpington (24.11.2021 um 15:12 Uhr)

  2. #2
    Avatar von Irmgard2018
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    Oh, was für ein Kack - hab das auch schon ausprobiert..... Muß man nicht haben. Bei mir hat zum Glück "nur" ein 4 Wochen altes Küken dran glauben müssen Das hatte dazu aber noch Kokzidien und ein Gallibacterium....

    Seit der Behandlung sind die Erwachsenen alle wieder fit. Mir ist anschließend (eine Woche nach Behandlungsende!) noch eine Henne gestorben. Um die Todesursache zu finden (ich hatte Angst, die Histomonaden wären noch net weg), hab ich sie obduzieren lassen, und es kam raus, daß sie eine Schraube gefressen hatte - die hat sie dann von innen so verletzt, daß sie daran starb ;-(. Ansonsten war die Henne aber lt. Obduktion "sauber", keinerlei Bazillen oder Würmer mehr zu finden. Wäre sie nicht gestorben, wüßte ich bis heute nicht, ob die Behandlung die Histomonaden echt ausgerottet hat in den Hühnern......

    Ich denke mal, Dein Hahn hatte wie mein Küken durch diese Erreger so zerstörte Organe, daß die sich nicht mehr wirklich regenerieren konnten, und ist deswegen gestorben. Ob die andren Hühner wieder "bazillenfrei" sind, kannst Du nur feststellen, indem Du ihn obduzieren läßt- die Viecher lassen sich ohne Obduktion wohl schlecht nachweisen.

    Meine Tierärztin hat gemeint, das muß nächstes Jahr nicht genauso sein, das Problem war dieses Jahr, daß es extrem naß war, und damit viele irre Schnecken und Regenwürmer in Reichweite der Hühner gab. Und das sind genau die, die das Zeugs verbreiten und weitertragen zu den Hühnern, wenn sie gefressen werden.

    Ich hab auf ihren Rat hin dann nach dem kompletten Frischmachen beiden Ställe auch meinen kompletten Aulauf gekalkt, um die Erreger auch dort erstmal zu entfernen bzw weitestgehend zu rezieren. Ganz los wird man sie wohl nie wieder (dazu müßte man die Erde locker auf nen Meter abtragen und neu reinmachen - und selbst dann wandern u.U. befallene Würmer und Schnecken vom Nachbargrundstück wieder rein, also wäre der Aufwand umsonst!). Aber mit gesundem Immunsystem und regelmäßiger (!) Entwurmung (um die Überträger ausm Huhn zu entfernen) sollten die Hühner da gut leben können. Und mit ein bisse Glück wirds nächstes Jahr wieder trockener, sodaß die Schnecken und Würmer nicht wiedr in solchen Massen auftreten.

    In der ersten Zeit nach der Behandlung bin ich jedem Huhn nach, wenn es draußen versucht hat, statt Grünzeugs ne Schnecke zu fressen, und bei jedem Regenwurm in Hühnernähe in Panik geraten *gg Aber nachdem das jetzt doch schon ein Weilchen her ist, und die Huhns zwischenzeitlich wieder gelegt haben (zumindest der Teil, der net umgehend in die Mauser gestolpert ist), hab ich mich wieder beruhigt *gg Ich werde nicht verhindern können, daß die mal ne Schnecke fressen oder so - kann nur mein Bestes tun, sie sauber halten und regelmäßig entwurmen (das macht ja auch keine Wartezeit auf Eier), und wenn das nicht hilft, dann ist es halt so. Wenn sie dann trotzdem nicht lang überleben würden, dann könnte ich halt auf dem Grundstück keine Hühner mehr halten... Das müßte ich dann halt akzeptieren (auch wenns mich tierisch ärgern und traurig machen würde, man hängt an den Viechern ja doch, und was Stall und Gehege kosten, ich glaub, das brauch ich hier keinem zu erzählen.... *gg

    Ich bin auch noch nicht ganz sicher - wenn meine Reichshenne nächstes Jahr wieder brütet, würde ich gern wieder eine Naturbrut wagen, eigentlich war mein Ziel, nur in Naturbrut zu züchten. Aber ich werde als ersten "Test" nicht gleich 20 Eier unterlegen. Sind ja doch Lebewesen, die dann u.U. betroffen sind. Sondern nur ne Handvoll. Und dann die Küken auch gleich entwurmen nach 2 Wochen oder so, da muß ich die TÄ nochmal fragen, ab wann man das gefahrlos machen kann. Weil das gestorbene Küken hatte komplett zerfressene Organe durch die Histomonaden. Als ich es merken konnte, war es schon zu spät - es war eine Stunde später tot gewesen. Am Vortag abends noch quicklebendig, ich hatte es ja noch in der Hand, um es in den Stall zu setzen!

    Wenn der Versuch dann gut geht, dann kann und werde ich künftig wieder in Naturbrut brüten, in "normalem" Umfang, weil die Henne sich bis zum Tod des Kükens mit 4 Wochen echt mustergültig gekümmert hat.

    Ich denke, wenn Du erstmal 1-2 Tiere (NACH der Quarantäne!!) nur dazusetzt, und dann relativ bald ein erstes Mal entwurmst, sollte das schon klappen können. Ich selbst bin fast sicher, daß ich mir die Viecher durch zwei neue Hennen in den Stall geholt habe, weil bis dahin waren die alle fit, und saßen schon ein 3/4 Jahr da in dem Bereich bei ständigem Regen. Hätte ich vorher bereits Histomonaden im Gelände gehabt, wär schon vorher mal eines gestorben. Aber beweisen kann ich das natürlich nicht (in diesen Gärten gabs früher, als die Nachbarn noch Kinder waren, überall Hühner zur Selbstversorgung, erzählen die immer, Erregerstämme könnten auch ein Überbleibsel aus der Zeit sein) - nur dringend dazu raten, neue Tiere echt erst nach einer Quarantänezeit mit eingehender Untersuchung (wiederholte Kotuntersuchungen und evtl. Entwurmungen in der Zeit!) dazuzusetzen. Sollten die neuen Hühner was mitbringen, wird das durch den Streß des Umgebungswechsels mit hoher Wahrscheinlichkeit dann im Quarantänebereich ausbrechen, und Du kannst es behandeln, sodaß Du die Neuen dann gezielt erst dann dazusetzen kannst, wenn sie echt komplett gesund sind.

    Wenn ein Huhn stirbt, würde ich es IMMER zur Obduktion bringen. Ansonsten weißt Du eben jetzt nicht, ob die Erreger komplett weg sind, und worangenau er gestorben ist. Vielleicht waren es nichtmal die Erreger und zerfressene Organe, sondern er hatte was Andres? Beim Hund/Katze etc. kann man eher noch feststellen, ob die wieder fit sind, man hat die ebn doch daheim im Haus mehr im Blick, kann das Verhalten beurteilen etc., einschätzen, ob sie Schmerzen haben etc. Aber ein Huhn kann halt net sprechen - das verbirgt möglichst lange eine Krankheit, und sagt nicht, wo es wehtut, wenns dann apathisch dahockt, ist es dann auch meist schon zu spät zum Behandeln.

    Wir werden es also alle Beide wohl vorsichtig austesten müssen, ob das mit neuen Hühnern klappt :-) Aber ich hab ja 2 Ställe, und die im zweiten Stall sind auch alle noch am Leben, jetzt 28 Wochen alt. Insofern denke ich, das wird schon...

    Wenn aber jemand Erfahrungen hat nach behandelter Histomonadose, würde ich mich sehr freuen, auch hier davon zu erfahren... ;-) Werde also dabei bleiben und weiter mitlesen bei Dir....

    Viel Glück, ich drücke Dir die Daumen, daß alles gut geht! Und jetzt halt schön regelmäßg entwurmen immer..... Die leben halt doch draußen, und da kann man Kontakt einfach nicht vermeiden..... Alles Gute!

    (PS: wenn die Mädels auch Eier legen, geh ich schwer davon aus, daß die Organe keine größeren Schäden genommen haben, wären die noch befallen, würden sie nicht legen....)
    (PPS: jetzt weiß ich, warum Batteriehühner meist nicht raus dürfen.... Wenn sich so viele Hühner was holen, wirds teuer und aufwendig in der Behandlung, und selbst wenn sie überleben, werden in der Zeit keine Eier gelegt. Nicht wirklich profitabel für gewerbliche Betriebe..... Außerdem: da sterben ja eh immer ein paar Hühnchen weg, und bis man merkt, daß es relativ viele werden, ist der komplette Bestand betroffen - das wär ne Katastrophe. Wäre wahrscheinlich billiger, den kompletten Bestand zu töten, als die zu behandeln. Also, rein aus wirtschaftlicher Sicht, so traurig wie das ist..... bin daher umso froher über meine eigenen Huhns. Mir sind die eine Behandlung wert.)
    LG, Sylvia
    mit 2,0 DJT, 0,1 ZwPudel, 1,1 Sittich, 2,4 ZwAraucana, 0,2 ZwReichshuhn gsc, 0,1 ZwWelsumer, 0,1 ZwRhodeländer und 5,4 ZwBreda

  3. #3
    Avatar von Dylan
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    Zitat Zitat von Frau Orpington Beitrag anzeigen

    Jetzt meine eigentliche Frage:
    Kann ich mir neue Tiere in den Bestand nehmen?
    Oder werden diese Tiere das gleiche Schicksal erfahren wie unser Hahn Otto?

    Danke vorab für eure Erfahrungswerte.
    Es gibt immer ein Risiko, wenn man neue Tiere in den Bestand aufnimmt. Man kann sich allerhand Krankheiten einschleppen, aber irgendwie muss man ja mit seinem Bestand mal anfangen. Von daher: Ich würde es probieren.
    Ich glaube übrigens nicht, dass der Hahn dann an der Kälte gestorben ist, er war halt einfach zu krank, um zu überleben. Gräme dich nicht allzusehr, du hast alles für ihn getan, und es passiert nun mal, dass manche Tiere sterben.

  4. #4
    Avatar von sm20
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    Wegen Deiner 3 verbliebenen Hennen mußt Du Dir erstmal keine Sorgen machen, und Du kannst Dir auch wieder einen Hahn anschaffen. Dein gestorbener Hahn hatte wahrscheinlich mehr als nur Histomonaden. Es hört sich für mich so an, als wäre von Anfang an das wirkliche Problem nicht richtig diagnostiziert worden. Wenn ein Huhn erstmal eine Krankheit hat, satteln sich weitere Krankheiten auf und Viren haben freien Lauf.

    Histomonaden werden durch den Pfriemenschwanz übertragen, und der wiederum durch Regenwürmer. Bei der Schlachtung oder Sektion findet man dann eine brüchige Leber vor, auch ohne daß man dem Huhn vorher etwas ansehen konnte. Einziges Medikament wäre Metronidazol.

    Einer unserer Hähne fiel durch Federlinge auf, die haben wir in den Griff bekommen. Nach einigen Wochen wurde der Hahn plötzlich krank, mit allen Symptomen der Schwarzkopfkrankheit. Histomonaden festgestellt, Behandlung mit Metrobactin, es wurde kurzzeitig besser, dann sattelte sich Marek auf. Kein anderes Huhn war betroffen.

    Mit Deinem Hahn hast Du einfach Pech gehabt. Vielleicht hat der Züchter mehr nach Aussehen als nach Vitalität selektiert. Die Aufzucht unter Medikamenteneinfluß/Impfen macht sicherlich auch manches schlimmer bzw. verschleiert Vitalitätsdefizite. Versuche es mit einem neuen Hahn.
    Ich bin keine Laborratte.

  5. #5

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    Ich danke euch allen für die guten Ratschläge und Erfahrungswerte.

    Ich habe mich dazu entschlossen einen neuen Hahn zu meinen drei Damen dazu zu setzen.

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