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Thema: Katze ohne Sättigungsgefühl

  1. #1
    Avatar von Knallerbse
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    Katze ohne Sättigungsgefühl

    Ich muss hier mal um Rat fragen...
    Unser Kater, 5 Jahre alt, hat das Problem, dass er quasi immer hungrig ist. Das fiel mir bereits auf, als wir ihn damals im Tierheim kennen lernten und ihn dort während unseren Besuchen beobachteten. Er bettelt den halben Tag nach Futter, was manchmal ziemlich nervig ist. Anfangs hat er mich jedes Mal, wenn ich an ihm vorbei lief angesprungen, was echt unangenehm war. Da hätte ich ihn beinahe schon zurück ins Tierheim gebracht. Aber wir haben das Problem mit dem Anspringen in den Griff bekommen und seitdem lief es die letzten Jahre ganz gut zwischen uns. Ansonsten war er wirklich gut erzogen, sprang nie auf Tische oder Schränke. Nur plötzlich hat sich all das geändert. Er ist nur noch auf Futtersuche. Springt auf alle Schränke, sucht alles nach Futter ab. Ich kann nichts stehen lassen (Tee, Kaffee, nicht mal ein trockenes Stück Brot), ohne dass er sofort dran geht. Er frisst sogar dem Hund das Futter weg. Und hat, vielleicht weil er beleidigt ist, keinerlei Respekt mehr. Springt wirklich auf jeden Schrank, in die frische Wäsche, läuft über den Esstisch und die Arbeitsplatte... Die Tierärztin sagt, er ist am obersten Limit was das gesunde Gewicht angeht. Also mehr zu fressen geben wäre definitiv nicht gut für ihn zumal er ja auch, zusätzlich zum Trockenfutter, haufenweise Mäuse fängt. Hat jemand eine Idee, was wir da machen können? Ich bin leider so gar kein Katzenmensch. Ich kann gut mit Hunden und solange die Katzen friedlich sind, mag ich sie auch. Aber unser Kater bereitet mir wirklich gerade Kopfzerbrechen und ich habe leider keine Ahnung, was man da machen kann. Bin drauf und dran, ihm draußen unterm Vordach ein Quartier einzurichten und ihn nicht mehr ins Haus zu lassen. Aber das möchte ich natürlich nur ungern. Gibt es vielleicht eine Art "Appetitzügler" für Katzen? Ich dachte, ich frage erstmal hier nach. Zum Tierarzt kann ich dann immer noch.

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  2. #2

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    Dem Kater geht es wie mir, ich hab auch immer hunger !
    Es kann ein Bandwurm sein ! Wir testen es bei unseren Katzen mit Fisch- fressen sie auch Fisch und quengeln immer nach Futter haben sie einen Bandwurm !
    Noch einmal entwurmen , den Kater und dann weiter gucken ! Sollte es nicht helfen, ist er sicher traumatisiert und hat schon gehungert ! Gegen aggressives Betteln hilft ein kleiner Pflanzensprüher griffbereit !
    Dummheit hört sich gern auf große Trommeln schlagen (Max Goldt)

  3. #3
    Avatar von Reeni
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    Unsere Katze verhält sich genauso. Allerdings hat sie eine Futterunverträglichkeit. Das heißt sie frisst zwar alles, es bleibt aber nicht alles immer drin. Da sie Freigänger ist, bekomme ich es nicht immer mit, wenn sie das Futter erbricht. Dadurch hat sie aber quasi immer Hunger. Sie frisst auch nicht-sie inhaliert das Futter. Alles mögliche und unmögliche. Im Herbst/Winter fressen Katzen ohnehin fast immer aber bei unserer Katze ist es ganzjährig so. Ich habe unzählige Tierarztbesuche hinter mir, füttere ein Futter was sie verträgt und schaue, dass sie nichts klaut-was sofort wieder rauskommt. Als Freigängerkatze ist sie aber nicht immer zu kontrollieren. Dem Quengeln gebe ich nicht nach, sie bekommt morgens und abends ihr Futter und hält ein gutes Gewicht.
    ...die mit dem Hund geht...mit den Katzen träumt...und nun auch mit den Hühnern aufsteht

  4. #4

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    Da Du das Katzentier ohnehin mit Trockenfutter versorgst und er sich "Teilbarft" mit selbstgefangenem, stell das Trockenfutter auf ein Proteinreiches Futter mit hohem Fasergehalt um. Entwurmen schadet siher auch nicht. Royal Canin hat z.B. das Feline Satiety Support Weight Management im Angebot, das gut vertragen wird und Heißhunger stillt, wegen der Fasern, aber gleichzeitig den Erhalt der Muskelmasse gewährt.

    Liebe Grüße

    Vom Medienhuhn
    Der Mensch ist auch ein Federvieh. Denn gar mancher zeigt, sobald er eine Feder in die Hand nimmt, was er für ein Vieh ist.
    Johann Nepomuk Nestroy

  5. #5
    Avatar von Gitti
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    Ehrlich gesagt, würde ich als Erstes mal beim TA Blut abnehmen und den Kot untersuchen lassen......... vielleicht hat er eine organische Störung oder einen Mangel, den er durch Dauerfressen zu beheben versucht.

    Trofu ist nicht wirklich für Katzen geeignet, sie trinken dafür zuwenig (so von Haus aus). Mal als Leckerei geht das, aber Katzen ausschließlich mit Trofu zu ernähren ist eine fürchterliche Unart, die die Futtermittelindustrie propagiert!
    Feuchtfutter ist meistens qualitativ auch nicht so der Brüller, wenn Katerchen aber Mäuse fängt, dann hat er alles was er braucht.

    Und eben deshalb, wenn er trotz Mäusen nicht satt zu werden scheint, würde ich eine Blutuntersuchung einem Pflanzensprüher vorziehen!

    Ich hatte mal einen Kater, der mit vielen anderen Katzen in einem Keller lebte und jahrelang ziemlich hungern musste. Dem musste ich über einen langen Zeitraum wieder normales Freßverhalten angewöhnen, der hätte sich sonst zu Tode gemampft. Er kriegte anfangs sogar stündlich kleine Portionen, nachts stand immer Futter griffbereit neben meinem Bett um ihm im Notfall was zu geben (spätestens morgens, wenn der Wecker klingelte)
    Es dauerte lange bis er wieder normales Freßverhalten an den Tag legte, er hatte tatsächlich sowas wie ein Futtertrauma.......
    LG - Gitti mit Konstantin (Seidi-Barnevelder 2012), Uschi (Wilder Mix 2014), Ginger (Lavender-A. 2017), Luise (Lakenfelder 2020), Wilma (ZwergBielef. 2020)

  6. #6
    Avatar von Elmue15
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    Ich kann Gitti nur zustimmen!

    Erstmal schauen ob die Katz gesund ist oder zB einen Bandwurm hat. Und dann das Fressverhalten angehen.

    Wenn Katzen mal gelernt haben dass sie nicht genug bekommen, werden sie zum Staubsauger. Um das wegzubekommen müssen sie erst Vertrauen aufbauen dass sie immer genug bekommen. Das kann manchmal bedeuten, dass die Katze über Monate zuviel frisst und auch erstmal dick wird.

    In deinem Fall kann sie in ihrer Vorgeschichte gehungert haben und hat dieses Trauma dann bis heute mitgenommen (was nicht deine Schuld ist, die wenigsten Katzenbesitzer kennen diese Hungerfalle und den Weg da raus).

    Einen anderen Weg als den oben gibt es leider nicht, damit die Katze wieder ein normales Fressverhalten bekommt. Und dann nimmt sie bei gutem Katzenfutter (nicht der Sheba- und Whiskas-Dreck) wieder auf ein normales Gewicht ab.

    Tierärzte haben leider in den meisten Fällen keine Ahnung von Katzenernährung, viele verdienen auch mit am Verkauf von Royal Canin etc. Die bitte nichts ernährungstechnisches fragen....

    Gib ihm bitte 24/7 zu fressen und du wirst einen anderen Kater haben. Bitte nicht aussperren....!!

    Ich kann euch das Katzen-forum.net empfehlen. Die sind zwar manchmal etwas rau im Ton, aber fachlich extrem gut.
    Geändert von Elmue15 (07.02.2021 um 11:27 Uhr)

  7. #7
    Avatar von Knallerbse
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    Vielen Dank für eure Ideen und Ratschläge!!
    Ich muss erstmal alles im Kopf sortieren Bandwurm...kann das denn sein trotz regelmäßiger Entwurmung? Zwei Mal im Jahr gibt's eine Wurmkur für Katerchen. Und das fressen lassen wann er möchte ist auch so ein Ding... Der Kater von Freunden hat dadurch irgendwann so viel gewogen wie zwei "normalgewichtige" Kater. Ich möchte ungern, dass unserer irgendwann auch so aussieht. Er soll ja auch noch Mäuse fangen können und das wird er nicht mehr tun, wenn er dick und träge wird. Vielleicht doch dieses faserhaltige Futter, dass satt macht aber nicht so viele Kalorien hat? Kann dieses Hungergefühl eventuell auch mit der Kastration zusammen hängen?

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  8. #8
    Avatar von Elmue15
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    Was für Futter bekommt denn der Kater von Freunden? Wenn es Trockenfutter ist wundert mich das nicht.

    Bitte lies dich mal zur richtigen Ernährung von Katzen ein.

    Und bitte gib ihm was „richtiges“, der schiebt wirklich Kohldampf gerade. Bitte kein Futter mit wenig Kalorien, damit machst du alles nur schlimmer.

  9. #9
    Avatar von Hühnermamma
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    Damit der Kater das Futter nicht mehr inhalieren kann, könntest Du evtl. einen "Antischlingnapf" ausprobieren. Eine Untersuchung der Schilddrüsenwerte wäre evtl. auch noch ein Ansatz. Trockenfutter finde ich auch sehr schrecklich. Es gibt nur wenig hochwertiges. Ich hatte einen Pflegekater und musste Futter kaufen. Ich stand ewig vor dem überfüllten Angebot und musste feststellen, dass in den allermeisten Produkten - egal ob trocken oder nass - jede Menge Mist drin ist, von dem ich sicher bin, dass ihn Katzen definitiv nicht brauchen (Getreide, Zucker, Farbstoffe, minderwertige Abfälle ...) Ich drücke die Daumen, dass Du dem Tier schnell helfen kannst. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Zustand auch für den Kater stressig ist.

  10. #10

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    Zitat Zitat von Knallerbse Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für eure Ideen und Ratschläge!!
    Ich muss erstmal alles im Kopf sortieren Bandwurm...kann das denn sein trotz regelmäßiger Entwurmung? Zwei Mal im Jahr gibt's eine Wurmkur für Katerchen. Und das fressen lassen wann er möchte ist auch so ein Ding... Der Kater von Freunden hat dadurch irgendwann so viel gewogen wie zwei "normalgewichtige" Kater. Ich möchte ungern, dass unserer irgendwann auch so aussieht. Er soll ja auch noch Mäuse fangen können und das wird er nicht mehr tun, wenn er dick und träge wird. Vielleicht doch dieses faserhaltige Futter, dass satt macht aber nicht so viele Kalorien hat? Kann dieses Hungergefühl eventuell auch mit der Kastration zusammen hängen?

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    Das Hungergefühl kommt nicht von der Kastration. Was aber wohl von der Kastration kommt, ist ein niedrigerer (Energie-bzw.) Grundumsatz. Sprich für den Gewichtserhalt braucht er 20 bis 25 % weniger an Energie als vorher. Dummerweise haben Katzen dafür keinen Sinn. Sie mengenmäßig fressen genauso viel, wie vor der Kastration. Die Folge: Speckrollen! Und die sind verdammt ungesund. Übergewicht ist ein Risikofaktor für zahlreiche, ernste Erkrankungen.

    Man bewegt sich als Kastrat auch weniger. Das Revier wird kleiner, Weiber sind eben nicht mehr ganz so reizvoll und aus Katerkämpfen hält man sich auch tenedentiell häufiger raus, als mit den Klickerchen unter dem Schwanz.

    Die Folge: Das Tier nimmt kontinuierlich zu...mit Speckröllchen macht die Bewegung noch weniger Spaß...ein netter kleiner Teufelskreis.

    Wäre der Kater reiner Wohnungskater, wäre ich auch strikter gegen Trockenfutter, da er aber einen Anteil seiner Nahrung draußen fängt (frisches Beutetier), ist diese so herrlich vollwertig, wie es kaum ein Barf-Profi hinbekommt. Wichtig ist dann eigentlich nur, dass er mit seiner Mampferei zu Hause ein schnelles Sättigungsgefühl bekommt, ohne sich dabei zu viel an Kalorien reinzuschaufeln...Also Futter mit geringerer Energiedichte auf die Menge, das auch den gykämischen Index berücksichtigt.

    Es will und kann nicht jeder Barf-füttern und bevor man sich nicht intensiv damit auseinander setzt und einfach "irgendetwas" hinstellt, ist eine sauber bilanzierte Fertignahrung einem stümperhaft zusammengestellten Rohfutter oder Selbstgekochtem vorzuziehen.

    Kater entwurmen und zwar mit einem "Wurmmittel" das auch Bandwurm mit abdeckt und nicht nur Rundwürmer ins Jenseits schickt. Kater wöchentlich wiegen, Tabelle anlegen. Kater zu Bewegung animieren (zwei kurze Spielsessions am Tag mit Katzenangel, apportieren, Futter nicht im Napf anbieten, sondern suchen lassen oder ähnliches). Dabei das Futter drinnen so rationieren, dass er nicht zunimmt, sondern langsam ein wenig Gewicht verliert. Keine Leckerli, kein Stückchen Schinken, keine Käsewürfel, kein Häppchen aus der Rascheltüte, keine Sprühsahne, Katzenmilch oder etwas in der Art. Alles Kalorienbomben. Wenn er doch mal etwas naschen (klauen) darf/soll(te), dann Ration verringern Wenn er eine optimale Figur hat, Ration so bemessen, dass das Gewicht konstant bleibt.

    Ausprobieren und wenn sich nach sechs Wochen zeigt, dass es nicht funktioniert, Kater beim TA vorstellen und Blutwerte checken lassen. (komisch, da will man wieder die Leistungen eines Tierarztes in Anspruch nehmen, dem man vorher völlige Unkenntnis der Materie in Sachen Futter unterstellt hat...)

    Eigentlich ziemlich einfach.

    Und das RC Futter muss man nicht beim Tierarzt kaufen. Das kann man auch bei einem der üblichen Versender bestellen. ZooPlus, Fressnapf, Futterhaus, Bitiba und Co. haben das im Angebot und schon verdient keiner dieser "gierigen" Weißkittel etwas daran.

    Und so ganz nebenbei - das pauschale Tierarztbashing nervt mich. Es gibt Fachtierärzte für Ernährung, die durchaus viel Ahnung von der Materie haben - mehr als so mancher selbsternannte Katzenernährungsexperte unter den Haltern. Man glaubt es kaum, es gibt auch eine ganze Menge wissenschaftliche Studien zum Thema und eine schier unüberschaubare Menge an aktuellen Dissertationen, frei im Internet lesbar und sogar in deutscher Sprache.

    Liebe Grüße

    Vom Medienhuhn
    Geändert von Medienhuhn (08.02.2021 um 05:51 Uhr)
    Der Mensch ist auch ein Federvieh. Denn gar mancher zeigt, sobald er eine Feder in die Hand nimmt, was er für ein Vieh ist.
    Johann Nepomuk Nestroy

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