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Thema: Rabenattacken auf Greifvogel - Vorteil für die Hühner??

  1. #1
    Avatar von Reeni
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    Rabenattacken auf Greifvogel - Vorteil für die Hühner??

    Guten Morgen

    in unserer Nachbarschaft hält fast jeder Hühner. Die Grundstücke grenzen alle an ein offenes Feld-schön bestückt mit Hochspannungsleitungen. Entsprechend viele Greife, Rabenvögel, Elstern und Eichelhäher tummeln sich hier. Seit Wochen beobachte ich, dass jedes Mal, wenn ein Greifvogel seine Kreise über unsere Hühnerausläufe zieht, wie er dann-kaum dass er zu dicht kommt von einem bis drei Rabenvögeln attackiert wird und dann das Weite sucht.

    Mittlerweile haben unsere Hühner gelernt auf die Rufe der Raben zu reagieren und rennen Hühner sofort schutzsuchend los, wenn sie nur das Geschrei von Raben hören.

    Beobachtet habe ich, dass er selbst aus dem Ansitz heraus-sobald er sich bewegt-angegriffen wird. Die Raben sind irgendwie immer in seiner Nähe. Man könnte meinen, die "Rabenwächter" bieten unseren Hühnern nun einen gewissen Schutz vor Raubvogelangriffen. Wäre das zu einfach oder haben wir da tatsächlich einen gewissen Vorteil an natürlichem Schutz??

    Über Revierverhalten und Rabenangriffe habe ich auch schon etwas gelesen. Mich würde tatsächlich interessieren, ob man da als Hühnerhalter gewissermaßen Nutznießer ist-getreu dem Motto-wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte...

    Viele Grüße

    Reni
    Liebe Grüße von Reeni

    ...die mit dem Hund geht...mit den Katzen träumt...und nun auch mit den Hühnern aufsteht

  2. #2
    Avatar von Synala
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    Bei uns haben Raben direkt neben dem Hühnerstall in einer Zypresse ihr Nest. Ich hab schon live gesehen wie einen Habicht, der die Hühner im Auge hatte, von denen attackiert wurde.
    Zwar bezweifle ich das sie meine Hühner verteidigen. Aber ihr Nest auf jeden Fall. Bei uns wird alles angegriffen und in die Flucht geschlagen was dem Nest der Krähen zu nahe kommt.
    Und bei mir ist es genauso wie bei dir. Wenn die Krähen warnen dann reagieren die Hühner. Also einen gewissen Schutz scheinen Krähen schon zu bieten.

  3. #3
    Avatar von Reeni
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    Ich war soeben wieder draußen und habe versucht den Vogel zu fotografieren. Er sitzt in unserer großen Weide am Grundstücksende. Der Vogel ist sehr groß-das Geschrei um ihn herum ununterbrochen laut. Sowohl Raben als auch mehrere Elstern zetern und flattern aufgeregt. Ich hoffe, dass es ihm irgendwann reicht und er so vergrämt wird. Momentan scheint er sich auf uns und den Nachbarn eingeschossen zu haben. Weder seine noch unsere Hühner sind draußen zu sehen. Der Greif ist seit gestern sehr präsent.
    Liebe Grüße von Reeni

    ...die mit dem Hund geht...mit den Katzen träumt...und nun auch mit den Hühnern aufsteht

  4. #4
    Avatar von Synala
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    Der Habicht ist zum Beispiel ein Lauerjäger. Und ziemlich groß. Besonders die Weibchen. Würde zu deiner Beschreibung passen.

  5. #5
    Avatar von ahoeh
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    Ja Raben greifen Greifvögel in ihrem Revier an und auch Elstern verteidigen ihr Revier. Sie sind meist auch erfolgreich die Greifer zeitweise zu vertreiben, da sie die Greifvögel mit mehreren Tieren attackieren. Wenn man nur erwachsene Hühner hat kann das durchaus Verluste minimieren, aber freuen würde ich persönlich mich nicht so sehr über Raben und Elstern.

    Was im Herbst und Winter Vorteile hat, kann im Frühjahr für Küken und Jungtiere mehr als gefährlich sein.
    Raben können Jungtiere bis zum Alter mehrerer Wochen einfach wegtragen und haben sie es mal drauf Jungtiere zu töten wird es arg. Elstern haben bei mir sogar Küken im Freilaufgehege durch ein Gitter Tiere getötet. Sie rauben zudem im Frühjahr die Nester unser heimischen Singvögel aus.

    Viele Grüße
    Andrea
    Italiener rebhuhnhalsig - La Flèche schwarz, blau - Warzenenten blau-wildfarbig - Pommerngänse gescheckt - bunte Hühnertruppe

  6. #6
    Avatar von Reeni
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    Danke Synala!
    Weißt du ob die Greife bevorzugte Jagdzeiten haben? Also die Uhrzeiten meine ich. Gestern war die Aufregung auch am späten Vormittag und auch heute ist der Vogel morgens aktiv. Die Hühner machen seit heute keine Anstalten ihre Voliere zu verlassen und in den Garten zu gehen. Sie müssen sich gestern ordentlich erschreckt haben.
    Liebe Grüße von Reeni

    ...die mit dem Hund geht...mit den Katzen träumt...und nun auch mit den Hühnern aufsteht

  7. #7
    Avatar von Dylan
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    In unser Dorf kommt jedes Jahr ein Schwarm Krähen an, um zu überwintern. Wir haben unserern Kompost am Ende des Obstgartens angelegt, dort werfen wir eimerweise Obst - und Gemüsereste hin. Die Krähen beobachten uns genau und bedienen sich täglich daran. Ich lasse auch viele Äpfel extra im Gras liegen, das mögen sie auch gerne.

    Im Gegenzug vertreiben sie alle Raubvögel, und zwar gezielt und zuverlässig. Meine Hühner laufen im Winter frei im Obstgarten, der direkt an die Felder grenzt. Ich hatte in all den Jahren trotz des ungeschützen Freilaufs der Hühner noch keinen einzigen Verlust an den Habicht. Im Nachbardorf schlägt er regelmäßig zu. Unser Dorf - gibt ja mehr Hühnerhalter hier: Keine Verluste, niemand hat seinen Auslauf übernetzt. Die Krähen sitzen regelrecht Wache auf den Bäumen. Im Frühjahr verschwindet der Großteil wieder Richtung Osten.
    Elstern habe ich auch hier, die sitzen auch im Sommer rundum auf den Dächern, wenn meine Glucken ihre Küken führen. Sie bedienen sich sogar teilweise am Hühnerfutter, jedoch hat noch keine gewagt, sich einem Küken zu nähern. Meine Glucken sind auch superwachsam und teilweise sehr rabiat.

    Als "mobile Luftwaffe" helfen mir ab April die Rauchschwalben aus, die im alten Kuhstall angrenzend zum Hühnerauslauf brüten. Sobald sich ein Raubvogel zeigt, wird ein Wahnsinnsgezeter veranstaltet. Auch sie attackieren im Pulk, was sie als Gefahr definieren. Sie haben scharfe Augen, ein Habicht könnte nicht in Ruhe ausspähen.
    Alle Warnrufe der Krähen und der Schwalben können meine Hühner sofort deuten und bringen sich ggf. in Sicherheit. Bislang klappt die Zusammenarbeit sehr gut. Wenn die Schwalben im Herbst wegziehen, übernehmen die Krähen wieder.

  8. #8
    Avatar von Synala
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    @ Reeni. Habichte sind Tagaktiv. Ich konnte noch keine bevorzugte Uhrzeit feststellen. Der Habicht Sitz als lauerjäger normalerweise immer erhöht. Auf Bäumen. Dächern. Oder ähnlichem. Von dort späht er seine Beute aus. Sie greifen also nicht direkt aus dem Flug an. Verfolgen ihre Beute aber auch mal. Zur Not sogar zu Fuß. Hab ich auch schonmal beobachtet.
    Wenn ein Habicht einmal Erfolg hatte wird man ihn in der Regel nicht so einfach wieder los, leider. Der kommt dann immer wieder.
    Mit Jungtieren oder Kücken hatte ich noch keine Probleme. Aber da wir hier sowieso alles an Raubtieren haben und jede Menge Katzen hab ich die lieber in der Voliere. Raus dürfen die wenn der Hund im Garten ist.

  9. #9
    Avatar von cliffififfi
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    Wir füttern seit 3 Jahren eine Rabenfamilie bei uns am Stall. Dort leben Pferde, Katzen und meine Hühner. Die Raben warten morgens und abends auf ihre Portion Katzenfutter. Im Frühjahr lasse ich die Glucken mit ihren Küken schon mit ungefähr einer Woche mit den anderen Hühnern raus. Noch nie sind sie von den Raben bedroht worden. Das mag vielleicht nicht immer und überall so sein, aber hier klappt das seit Jahren super.

  10. #10
    Avatar von Candira
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    Bei mir sind es die Nebelkrähen, die Wache halten. Sie sind hier sehr Standort treu und haben mir schon so manche Ente gerettet.

    Letztes Frühjahr haben sie einen derart gewaltigen Krach gemacht, dass ich raus gerannt bin. Da saß doch der Habicht auf meiner besten Laufente!
    Ich konnte ihn runter pflücken und zum Glück hatte Dolly kaum Verletzungen, die auch gut verheilt sind. Und sie hat auch super wieder Küken aufgezogen.
    Danach haben die Krähen den Raubvogel immer wieder zuverlässig vertrieben, bevor er zuschlagen konnte.
    Meine Enten (auch die dicken Streicherenten) rennen so schnell sie können in ihre Voliere, sobald Krähen, Elstern oder Eichelhäher ihre Warnrufe ertönen lassen.

    Im Gegenzug habe ich kein Problem damit, wenn sich die Krähen mal am Entenfutter bedienen. Die Enten stört es auch nicht. Jetzt im Winter stelle ich ihnen sogar was hin, weil wegen der Geflügelpest das Geflügelfutter natürlich innerhalb der Voliere aufgestellt ist.
    "Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit." Friedrich Hegel

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