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Thema: Spezielles Zuchtfutter für Zuchttiere ein Muss?

  1. #1
    Waidfrau Avatar von Pheasant
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    Spezielles Zuchtfutter für Zuchttiere ein Muss?

    Ein Hallo in die Runde!

    Vielleicht etwas naiv gefragt, aber ich würde es trotzdem gerne wissen. Beim Futter scheiden sich bekanntlich die Geister, ich bekomme so viel Input aus dem KZV und von privaten Haltern, dass ich mittlerweile völlig überfordert bin, was das Futter angeht.

    Im KZV schwört man natürlich auf die Althergebrachten Sorten, eine Freundin von mir füttert seit Jahren nur Weizen. Ihre Hühner sind fit, gesund, legen, werden alt. Andere machen ein wahres Brimborium um das Futter, so werden z.B. Öle selbst gemischt, das Futter auch, spezielle Zusätze etc. pp.

    Wenn ich zusammenfassen darf ist mir klar, warum ich Kükenstarter, Junghennenfutter und Legehennenfutter gebe, ABER wie sieht es denn bei Euch Züchtern aus? Welches Futter gebt ihr, mit welchem habt ihr gute Erfahrungen? Habt ihr Unterschiede gemerkt, wenn ihr z.B. das große "D" gefüttert und dann gewechselt habt? Oder sogar andersherum?

    Oder sagt ihr ganz klar, es gibt Kükenstarter, dann fressen alle das gleiche, weil die Küken ja auch irgendwann in die Gruppe der Großen müssen und ein getrenntes Füttern nicht möglich ist??

    Würde mich sehr über Antworten freuen, damit ich mir selbst ein noch größeres Bild machen kann.

    Vielen Dank im Voraus!
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  2. #2
    Avatar von Mara1
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    Bitte nicht mißverstehen, ich halte gutes Futter schon für sehr wichtig und versuche mein bestes. Was mich allerdings sehr nachdenklich stimmt ist folgendes:

    Mein Start in die Hühnerhaltung war mit Eiern von einem Nachbarn. 19 Eier (die auch noch total ungeeignet gelagert worden waren, eiskalt im Februar in unbeheizter Garage), trotzdem 13 gesunde Küken geschlüpft. Ein paar Monate später nochmal 30 Eier vom gleichen Nachbarn, 27 befruchtet, 27 geschlüpft. Sämliche Küken alleine und problemlos geschlüpft, alle topfidel und fit und sind gewachsen wie Unkraut. Die Nachbarshennen waren Hybridhennen oder Hybridmixe vom Markt mit irgend einem großen Hahn dabei.

    Und jetzt kommt der Beitrag zum Thema Futter: Die Eier waren ganz normale Eier, eigentlich für die Küche gedacht, und gefüttert wurden die Hühner ganz sicher nicht mit irgend welchem Spezialfutter für Elterntiere oder sonst irgendwas besonderem. Was genau der Nachbar gefüttert hat weiß ich nicht, aber garantiert nichts teures, sondern überwiegend Weizen (weil am billigsten) und noch anderes Körnerzeugs und der ein oder andere Rest aus der Küche. Im Auslauf suchen konnten sich die Hühner auch nichts, weil sie damals noch nicht mal einen grünen Auslauf hatten, und die ersten Eier bekam ich im Februar. Da lag schon wochenlang Schnee, also hat der Nachbar auch garantiert kein Grünzeug von draußen für die Hühner gesammelt.

    Bei allen späteren Bruten hatte ich nie mehr so gute Schlupfergebnisse und so ausnahmslos vitale Küken. Ganz egal ob Rassehuhneier von verschiedenen Rassen und Züchtern oder Mixe, teils auch von eigenen Hühnern.

    Das soll jetzt kein Anreiz dafür sein, daß man Hühner oder Elterntiere schlecht füttern soll, nur wie gesagt - es stimmt mich nachdenklich.

  3. #3
    Waidfrau Avatar von Pheasant
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    Zitat Zitat von Mara1 Beitrag anzeigen
    Bitte nicht mißverstehen, ......... daß man Hühner oder Elterntiere schlecht füttern soll, nur wie gesagt - es stimmt mich nachdenklich.
    Genau DAS ist es, warum ich nachfrage. Eine Freundin von mir füttert seit Jahren ihre großen und kleinen Hühner nur mit Weizen. Die sind fidel, gesund, werden alt, legen Eier, mausern immer ordentlich durch etc.

    Andere dagegen machen ein Hick Hack um die Futtermenge, Futterart, Futtermischung. Natürlich kann jeder sagen, finde das selbst heraus, aber mich interessiert eben alles drum herum, auch eben, wie es andere machen.

    Ich z.B. würde sehr gerne lokale Mühlen unterstützen, doch meine Zwerghühner fressen weder den Mais, noch das Soja. Also bin ich auf der Suche nach anderem Futter. Da ich nächstes Jahr mit der Zucht beginne, stellen sich eben einige Fragen.

    Aktuelles Beispiel: Meinen Küken habe ich Futter mit Oregano von den Eierschachteln gegeben, danach Junghennenpellets von Garvo. Nun sehe ich, dass es auch hier zig verschiedene Sorten gibt! Manche stellen über Monate das Futter um, anderen ist es Wurscht, was im Napf ist, Hauptsache Huhn ist gesund und munter!

    Ich hoffe, ich kann vermitteln, was ich meine und freue mich- wie bereits geschrieben- über viele verschiedene Antworten!
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  4. #4

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    Vieles von dem Brimborium, das da rund ums Futter veranstaltet wird, ist natürlich Nonsens. Früher wurden Hühner auch nur mit dem ernährt, was man selbst angebaut hat und was in der Küche angefallen ist, da war selbst Muschelgrit kein must-have, sondern schon Luxus - und es hat trotzdem funktioniert, weil die Hühner erstmal sehr anspruchslos sind und eben genug Auslauf hatten, der auch voll mit Insekten war.
    Die Mühe, die sich die meisten hier machen ist eine Mischung aus artgerechter Ernährung, um eben die paar kleinen Stellschrauben der Hühnergesundheit zu beeinflussen, die am Ende doch einen Unterschied machen und natürlich total übertriebener Verhätschelung, die man auch bei Haustieren sieht. Da gibt es dann Futter für schönes Fell, mit Änderung von 0,5% der Inhaltsstoffe ist es dann Futter für Darmgesuntheit, etc.pp. Und die muss man natürlich ALLE haben.
    Da muss man einfach ein gesundes Mittelmaß finden und immer wieder fragen "Braucht man/Tier das eigentlich?"


    Das einzige "Spezialfutter", das ich besitze ist ein Kükenstarter. Aber auch nur als Option und aus Bequemlichkeit. Theoretisch ist nichtmal das nötig, da man sich Kükenfutter auch aus dem normalen Hühnerfutter herstellen kann.

  5. #5

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    Wir füttern die Küken mit Starterfutter mindestens 4 Wochen, danach bis der Rest verbraucht ist. In dieser Restzeit laufen die kleinen mit den großen zusammen und fressen auch das Legehennenfutter. Die größeren kommen aber nicht an das Starterfutter.
    Hier in Kroatien ist die Auswahl nicht sehr groß, Starterfutter haben wir bisher nur zwei Anbieter gefunden. Für gutes Legehennenfutter haben wir sehr lange gesucht. Wir können nur darauf achten, daß die Hühner nicht viel aussuchen, glänzende Befiederung haben und regelmäßig schmackhafte Eier legen. So einen Aufwand wie in Deutschland kann hier nicht betrieben werden.
    Gelobt werden wir für unsere Hühner bisher immer.
    Suche Bruteier Bielefelder Kennhuhn Silber für Februar oder März
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    Grüßen aus Kroatien

  6. #6
    Moderator Avatar von sil
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    Vorweg: Ich mach auch keinen Aufstand ums Futter, ich wälze keine Futterwerttabellen, nutze keinen Futterrechner, habe keine schlaflosen Nächte wegen der Frage, ob ich ja alles bedacht habe. Wichtig ist mir aber eine Grundversorgung durch ein Körnerfutter, das gut angenommen wird und (zu meiner eigenen Bequemlicheit), schon einige wichtige Komponenten beigemischt hat. Da wir in einer Gegend wohnen, die sehr kalkarm ist, biete ich auch Mineralfutter an. Ob es wirklich sein muß, weiß ich nicht.

    Es macht meiner Meinung nach schon einen gewaltigen Unterschied, ob die Hühner dauerhaft in einem begrenzten Auslauf untergebracht sind, bzw wie groß und wie strukturiert dieser Auslauf ist, oder ob sie sich auf "unbegrenzter" Fläche noch ausreichend etwas dazusuchen können. Und auch da ist es abhängig davon, wie üppig und vielfältig das Angebot ist. Ein ländliches Umfeld mit Misthaufen, Unkrautecken, Hecken, Weiden etc. bietet sicher ein ganz anderes Spektrum an Verwertbarem als eine Vorstadtsiedlung.
    Hühner sind genügsam und können viele Defizite verkraften und ausgleichen, andererseits können sie, wie jeder Organismus, in "fetten" Zeiten Depots anlegen, die in "mageren" Zeiten dan angezapft werden. So erkläre ich mir jedenfalls, daß auch eine sehr einseitige Grundfütterung z.B. nur mit Weizen nicht zwangsläufig zu einer dauerhaften Unterversorgung, bzw Mangelernährung führt.
    Andersherum kann man mit dem, was man füttert, auch z.B. die Legeleistung positiv beeinflussen, oder die Gewichtszunahme.

    Abgesehen vom Futterangebot spielt natürlich auch die Genetik eine Rolle.
    Legehybriden bringen auch bei einer Fütterung, die völlig am Bedarf vorbei geht, ihre Leistung, obwohl die dann massiv auf Kosten ihrer Körperreserven geht. Manche Halter sortieren auch rigoros alles aus, was mit ihrer Art der Haltung und Fütterung nicht klar kommt und ziehen sich so ihre robuste eigene Hoflinie.

    Und dann ist es natürlich auch eine Frage der eigenen Einstellung. Es gibt einfaach auch Hühner, die spezielle Ansprüche haben. Will ich die trotzdem gesund erhalten, dann muß ich mich eben mit der Frage befassen, was die brauchen. Tut es mir gut, meine Hühner mit Selbstgekochtem, besonderen Lecereien oder einem speziellen Zusatzfutter zu verwöhnen? Dann darf das doch.
    "alles zuwider dem Menschen. auf den Äckern wächst das Gras und auf den Wiesen steht nichts." (sagte ein alter Bauer mal)

  7. #7

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    Soweit ich weiß darf man hier Marken/Bezeichnungen durchaus ausschreiben.
    Was verstehst du denn unter Zucht?
    Das vermehren für dich selber oder das Züchten für Ausstellungen?
    Bei beiden ist die Auswahl der Elterntiere der am meisten zu beachtende Punkt. Ich denke Hobbyhalter sind da weniger streng, sie kontrollieren das weniger und halten es auch nicht unbedingt nach.
    So Mängel kann auch ein Futter nicht ausgleichen. Deswegen ist es hier meiner Meinung nach vernachlässigbar wenn die Hühner sonst alles bekommen was sie brauchen, in welcher Form auch immer.
    Züchter die für Ausstellungen zu bestimmten Terminen züchten, müssen schauen das bspw. die Befruchtungs- und Schlupfrate stimmt, möglichst keinerlei Defizite auftreten und die Tiere zum Termin "fertig' sind. Wenn es da auch die Stellschraube Futter gibt, werden das viele sicherlich gerne nutzen.
    Geändert von Dorintia (08.11.2020 um 13:28 Uhr)
    1 Hahn: Zwergwyandotte gold weißgesäumt und 9 Große Wyandottenmädels gold schwarzgesäumt (Schlupftag 18.05.2019) + 8 Nachwuchs-Hennen vom 09.05.2020 + 1 Gsg-Orpingtondame aus 2017 + 2 Grün- und 3 Rotlegerinnen

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