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Thema: Goldschakal - Verhalten?

  1. #1
    Avatar von Sterni2
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    Goldschakal - Verhalten?

    Da das Thema in einem anderen Thread erwähnt wurde und ich Bilder vom Goldschakal gegoogelt hab, kam mir immer mehr der Verdacht, dass der "Riesenfuchs" vor einigen Jahren hier in Wirklichkeit ein Schakal gewesen sein könnte.

    Es war kurz nach mittag als ich alle Hühner in die Ställe sperrte, da sich der Himmel ziemlich verfinsterte. Kaum war ich fertig hörte ich plötzlich die Glucke sehr schreien. Ich lief hin und dachte, da läuft ein Schäferhund rund ums Gehege.
    Nächstbesten Stecken der Rose weggeschnappt und schreiend hingerannt. Da sah ich dann, dass es ein vermeintlicher riesiger Fuchs war. Er kam mir ziemlich "dreckig" vor, weil nicht rot, sondern mehr grau (hab nun gelesen, im Gebirge wird er mehr grau).

    Je mehr ich ihn anschrie, umso interessanter wurde ich für ihn. Er schaute mich sehr neugierig an. Da ich ihn aber weghaben wollte bedrohte ich ihn mit dem Stecken. Und nur sehr widerwillig ging er vor mir her. Meter für Meter. Er blieb nur auf Stockabstand. Drehte sich immer wieder um und beäugte mich neugierig. Ich musste so tun als würde ich ihn hauen damit er weiter ging. (durfte aber wieder nicht zu fest in den Boden schlagen, da das morsche Teil sonst abgebrochen wär )

    So trieb ich den eine lange Strecke vor mir her, bis er dann über den Bach lief. Drüben setzte er sich unter ein Fichtenbäumchen und beobachtete uns entspannt weiter.

    Habe gestern noch meinen Jägersnachbar gefragt, ob es bei uns Goldschakale gibt. Und er sagte dass er ziemlich zur gleichen Zeit einen bei uns gesehen hatte.


    Hat hier jemand Erfahrung mit diesen Tieren?
    Sind die allgemein so unscheu? Kommen die öfters auch am Tage vorbei?
    Morden die ähnlich wie der Fuchs - sprich - alles töten was sich bewegt?

    Jedenfalls war die Begegnung hier einmalig.

    LG Sterni

  2. #2
    Erbsenzähler Avatar von eierdieb65
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    Der Goldschakal, an sich, ist viel scheuer, als ein Fuchs.
    Daher glaube ich nicht daran, dass das ein Goldschakal war.

    LG
    Willi
    Leben ist tödlich, hören sie sofort damit auf.

  3. #3

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    https://de.wikipedia.org/wiki/Goldschakal

    Vom Aussehen her könnte man den mit einem Fuchs verwechseln....

  4. #4

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    Tiere, die ein gesundheitliches Problem haben verhalten sich auch eher mal für ihre Art untypisch. Es ist hier schon ab und an mal vorgekommen, das Fuchs oder Marder mit wenig Scheu dann tot aufgefunden wurden oder auch mal vom Hund getötet wurden. Ich würde es nicht ausschließen wollen. Sterni hat das Tier ja aus nächster Nähe gesehen.

  5. #5
    Avatar von Okina75
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    Es muss aber auch nicht jedliches Viehzeug in panischer Angst vor uns flüchten, nur weil wir das so gewohnt sind und nichts anderes kennen. Wir sind für Wolf, Schakal und Fuchs an und für sich weder Beute noch Konkurrent, also begegnet man uns neugierig- neutral, wenn man mal einem begegnet, der nie Jagddruck kennen gelernt oder Angst vor Menschen tradiert bekommen hat.

    Neulich las ich auf Facebook was von einem Jungfuchs, der in einem Hausgarten rumlief. Da haben die Nachbarn den Jagdpächter gerufen, der ihn in eine Ecke drängte und mit einem Knüppel erschlug. In Berlin werden einem völlig tiefenentspannte Wildtiere reihenweise über den Weg laufen. Wo wilde Wildschweine schon auf über 100 m nur eben den Rüssel aus dem Schilf halten und sofort wieder verschwinden, wenn ihnen auch nur der Hauch eines Vedachtes kommt, da wäre was, so füttern die Leute da führende Bachen mit ganz kleinen Frischlingen aus der Hand, nur mit 'nem Fahrrad dazwischen. Oder laufen Füchse völlig unbeeindruckt wie ein Hund drei Meter an einem vorbei und kucken auch gerade mal so beiläufig rüber wie ein passierender Hund. Oder laufen am hellichten Wintertag in aller Seelenruhe an der Eiskante längs, pinkeln auf die Überreste einen toten Schwans und zockeln vor den Augen dutzender ungerührt weiter den Tagesgeschäften nach. Oder behalten einen sich selbst Gassi führenden oder auf Freiersfüßen befindlichen, allein den Weg entlang kommenden Mastiff- Rüden dadurch im Auge, dass sie ihm auf 3 m hinterher zockeln, und auch einen Menschen nur peripher eines Blickes gedenken.

    Wildtiere sind nicht immer krank, und müssen keine panische Furcht vor Menschen haben, das geht alles auch ganz entspannt ohne all das. Wir sind wie gesagt keine Beute, keine Konkurrenz, sondern einfach nur Mitgeschöpfe, so wie der Hirsch den Wisent wahrnimmt, aber sonst weitergehend ignoriert.
    Sicher haben auch Schakale die Potenz, an Geflügel zu Schaden zu gehen. Und werden sicher auch mehr nehmen, wenn das Geflügel nicht effektiv flüchten kann. Aber wenn selbiges gut geschützt ist, muss man sich doch gar keine Sorgen machen. Der Schakal kriegt im Zweifelsfall genau so einen von der Stromlitze gebretzelt wie Fuchs oder Hund, die da nichts zu suchen haben.

    Ist ein Wildtier nicht scheu, ist es entweder, wie man so schön sagt "ökologisch naiv", hat also niemals die Gefahren durch uns kennen gelernt, oder hat von Natur aus so diesen leichten Aushaker, der die Haustierwerdung überhaupt erst ermöglicht hat, und bei vielen die Haltung noch immer sehr erleichtert. Gibt nämlich so "naturzahme" Tiere, die, wenn sie nicht vorher wegen Treudoofheit als erste erlegt werden, der Grundstock für vertrautere Populationen sind.
    Was von beiden es ist, wird man nicht erkennen bei einem freilebenden Wildtier, mir zumindest sind schon zweimal Rehe begegnet, die Menschen einen Kehricht scherten. Einmal eine junge Ricke, die mir, nachdem ich in Brandenburg eine Moräne hochgeschnauft war, kaum vier Meter entfernt treuherzig entgegen schaute und weiter ihre Heidelbeeren mampfte, und einmal woanders in Brandenburg, wo ich fast in einen schon ganz ordentlichen Rehbock reinlief, der seelenruhig einen Waldweg herunter kam, den ich ebenfalls hoch ging. Er kuckte nur, ging wie ich einen Meter beiseite, man aneinander vorbei, und schönen Tag noch. Und genau so würde ich das mit "zu vertrautem" Raubwild nehmen.
    Die führen uns gegenüber nix böses im Schilde, man existiert einfach miteinander vor sich her.

    Natürlich muss man jedwede Töle, ob sie nun Wolf, Fuchs, Schakal oder Hund heißt, von seinen Tieren fern halten, aber man muss es nicht automatisch für krank halten. Ist nämlich eines krank, merkt man das meist sehr schnell. So meldete mir ein Nachbar vorletzten Spätwinter einen Fuchs, der am hellen Tag bei mir drauf gelaufen wäre. Der war auch Stunden später noch da, als ich nach Hause kam, und haute zwar ab, aber nur sehr halbherzig.
    Ich erwischte ihn dann in einer Ecke sitzend, wo ich ihn aus nur 3 m Entfernung aus der Scheunentür sehen konnte. Und bald war klar, dass mit dem was nicht stimmte. Atmete stoßweise, hatte entzündete Bindehäute, und beim weiteren Abhauen rannte er gegen den Zaun, rannte er gegen selbst dünne Bäumchen- und hatte somit höchstwahrscheinlich Staupe, das arme Schwein. Der war auch "vertraut", kuckte aber alles andere als neugierig. Mehr so, als ob er hoffte, dass ich ihm das Leiden beenden würde.
    Konnte ich das vor ein paar Jahren, als am hellen Nachmittag die Hühner plötzlich recht aufgeregt waren, noch bei dem Steinmarder, der völlig zerschunden, zerbissen, mit Schorf und Zecken bedeckt im hinteren dicht bewachsenen Teil des Auslaufs auftauchte, und der sich wirklich nicht mehr von der Stelle rühren und nur noch mühsam den Kopf heben konnte, so war mir das ob Größe bei dem Fuchs leider nicht möglich. Nachsatz hierzu: Der sachkundige (!) Mensch darf das mit Raubwild und Wildkaninchen auf seinem eigenen Grundstück.
    Wie auch immer, es war deutlich zu sehen, dass die Rehe einerseits einfach nur naiv waren, und dass der Fuchs leider wirklich todkrank war. Er war der erste Fuchs, dem ich von Herzen wünschte, dass er baldmöglichst einem Jäger oder Auto in die Quere kommt, weil an Staupe verrecken wirklich was elendes ist. Leider haute er dann wie gesagt doch ab, sonst hätte ich fix beim im Ort wohnenden Jäger angefragt, ob er nicht mal gerade könnte.

    Jedenfalls sind vertraut wirkende Tiere nicht zwingend gleich krank. Bei denen, die ja lerntechnisch dennoch äußerst aufgeschlossen sind, muss man dann den entsprechenden nachhaltigen Eindruck hinterlassen, und dann kann man auch mit denen bestens auskommen. Die Tiere einfach wie gehabt bestens sichern, und es sollte alles gut gehen.
    Habe gerade 1000 Kalorien verbrannt- Pizza im Ofen vergessen...

  6. #6
    Wedgwood Lover Avatar von Darwin
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    Mich hat mal ein sehr gesund aussehender Stadtfuchs nachts in einem Park über eine längere Strecke in etwa vier Meter Abstand "begleitet". Hin und wieder haben wir uns freundlich angeschaut, dann bin ich ins Auto gestiegen, hab' Tschüss zu ihm gesagt, und das war's dann...

    Ich sehe es wie Okina75. Raubtiere, die keine schlechten Erfahrungen gemacht und auch nicht die entsprechenden Warnungen von ihren Eltern mit auf den Weg bekommen haben, kennen wenig Scheu. Charles Darwin hat den nach ihm benannten "Darwin-Fuchs" bekanntlich mit seinem Archäologen-Hammer erschlagen, um ihn als neue Art beschreiben zu können (https://en.wikipedia.org/wiki/Darwin%27s_fox) - das Tier hatte keine Furcht vor ihm!
    Never attribute to malice that which could easily be explained by stupidity (Hanlon's Law)

  7. #7
    Avatar von Knallerbse
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    Mir sind beim Gassi gehen im Wald auch schon etliche Rehe begegnet, die vor mir stehen geblieben sind und mich erstmal neugierig begutachtet haben. Die hatten null Scheu und der Hund war ihnen auch fürchterlich egal

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  8. #8
    Avatar von Sterni2
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    Ok. - Dann darf der wohl so gewesen sein ohne krank sein zu müssen .

    Danke Euch für Eure Inputs!

  9. #9

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    Wir haben gerade einen Wolf hier in der Gegend, der sich gerne filmen lässt und bei einigen Gehöften versucht hat dem Geflügel habhaft zu werden.
    Dass am Tage und am längsten beim Geflügel des Jägers, was bißchen Lustig aber nicht normal ist-finde ich !
    Dummheit hört sich gern auf große Trommeln schlagen (Max Goldt)

  10. #10
    Avatar von Okina75
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    Kuck mal diese Doku- ist zwar auf englisch, zeigt aber, was so alles geht, wenn die Einstellung stimmt... Und wenn die das mit denen können, und sogar ihren Nutzen draus ziehen, um ihre Felder zu schützen, dann liegt die ganze Problematik wohl nicht an den Tieren .

    https://www.youtube.com/watch?v=beBUxQrOurI
    Habe gerade 1000 Kalorien verbrannt- Pizza im Ofen vergessen...

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