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Thema: Kampfhuhnrassen und Aggression

  1. #1

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    Kampfhuhnrassen und Aggression

    war eigentlich eine Antwort in einem Faden, wo es um Kampfhühner ging und warum sie bei ebay nicht mehr angeboten werden dürfen; ist jetzt hierhin verschoben:

    Zuchtbedingte Verhaltensstörungen wie hypertrophierte Aggression sind gut erforscht, dementsprechend gibt es tausende von links, die jeder wirklich Interessierte leicht finden kann (um Nachfragen vorzubeugen).

    Wichtig für Laien ist zu wissen, dass diese Störungen im Gehirn sind und dort eine andauernde Wirkung haben, selbst wenn der Reizauslöser (also z.B. ein anderer Hahn) nicht vorhanden ist.
    Es ist quasi ein permanenter Übererregungszustand im Gehirn (der äußerlich nicht sichtbar ist, aber messbar ist), der das Tier nie richtig zur innereren Ruhe kommen lässt. Das ist eine Qual als Dauerzustand.

    Es gibt auch ein erlerntes hypertrophiertes Aggressionsverhalten, das aber im Gehirn nur stattfindet, wenn der entsprechende Reizauslöser präsent ist.

    Anhänger von übersteigertem Aggressionsverhalten von Haustieren (z.B. Kampfhuhnhalter mit sog. Sportambitionen) bevorzugen eine Mischung: Tiere aus aggressionsorientierter Zucht werden zusätzlich speziell trainiert.

    Kampfhuhnhalter, die nur die Optik wollen, sollten wissen, dass das genetische Erbe ihrer Tiere immer auch einen Teil angezüchteter Disposition enthält mit den oben beschriebenen unangenehmen Folgen für das Gehirn und dessen permanenten Übererregungszustand. Den Tieren geht es nicht gut, auch wenn man es nicht sieht.
    Geändert von dashuhn (24.02.2020 um 17:13 Uhr)

  2. #2

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    Zitat Zitat von dashuhn Beitrag anzeigen
    Krass ist nicht nur die körperliche Deformation, sondern auch die mentale.
    Tiere (nicht nur Kampfhuhnrassen), die von Menschen auf übersteigerte Aggression gezüchtet werden, sind innerlich deformiert.
    Ich verstehe deinen Beitrag nicht wirklich. Zu den dicken Beinen, das mag ich nicht komentieren oder hinterfragen. Die Tiere sehen nicht aus, als wenn es ihnen weh tut. Mir gefällt das auch nicht, das ist aber nicht maßgeblich. Das kann ich einfach nicht beurteilen. Es handelt sich um ein Huhn aus Vietnam, andere Länder, andere Sitten. Hier dient es jetzt zum Geldmachen und das passt doch zum System. Die Preise sind supergut.

    https://www.ebay.de/itm/10-Eier-Ga-D...p2047675.l2557

    Aggression ist bei Hähnen normales Verhalten. In der Natur verteidigen sie ihre Hennen und damit ihre Art. Damit wir Menschen damit umgehen können wurde die Aggression weggezüchtet. Ich genieße es sehr, friedliche Hähne zu haben. Wobei es sicherlich Gebiete gibt, wo verteidigungsbereite Hähne erst eine Hühnerhaltung möglich machen. So mancher Habicht lässt sich doch beeindrucken, wenn Hähne ihre Hennen verteidigen. Die Hemmschwelle eines Angriffs wird dadurch höher. Verwerflich finde ich nur gezielte Hahnenkämpfe. Mir ist solches nicht bekannt als nationale Belustigung hier. Im Ausland, andere Länder, andere Sitten.

    Wo siehst du jetzt das Züchten auf noch übersteigerte Aggression. Also über das normale Hahnenverhalten hinaus? Und vor allem, die dadurch innere Deformation?

    Die einzigen mir bekannten Hähne mit wirklich übersteigerter Aggression stammen aus Hybridzucht. Das waren mehrere, also alle Jahre wieder. Der letzte, den ich holen musste für die Schwiegerma hatte im Kofferraum schon im Sack rumkrakelt. Ich hab ihn dann raus. Erste Amtshandlung, mich frontal anspringen. Den hab ich unzählige Male unterpflügen müssen. Bis ich ihn endlich schlachten durfte. Das steht in was mich heute gefreut hat. Pure Erleichterung, da war ich ganz schnell. Von meinen ausgebrüteten Hühnern war nicht einer wirklich aggressiv. Ein Buschhahn hat es versucht bei meiner Schwiegerma. Kurze Anweisung, nicht beachten und Ruhe war. Ich kann sogar Kinder mit in den Hühnerauslauf nehmen.

  3. #3

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    Es geht nicht um die normale Aggression, die eine wichtige biologische Funktion erfüllt, sondern um übersteigerte Aggression, wie sie typisch ist für Kampfhuhnrassen.

    Zu den Hybridzuchten: da dürfte die epigenetische Vererbung eine Rolle spielen, wenn es gehäuft zu hypertrophierter Aggression kommt. Zu unterscheiden wäre dann noch die gegen Arteigene von der gegen Artfremde.

  4. #4
    Soayschafzüchter Avatar von Darwin
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    Zitat Zitat von dashuhn Beitrag anzeigen
    Zu den Hybridzuchten: da dürfte die epigenetische Vererbung eine Rolle spielen, wenn es gehäuft zu hypertrophierter Aggression kommt.
    Das etwas "im Brustton der Überzeugung" behauptet und Epigenetik derzeit ziemlich gehypt wird macht diese Aussage keineswegs überzeugender...
    Never attribute to malice that which could easily be explained by stupidity (Hanlon's Law)

  5. #5
    Soayschafzüchter Avatar von Darwin
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    Zitat Zitat von dashuhn Beitrag anzeigen
    Zuchtbedingte Verhaltensstörungen wie hypertrophierte Aggression sind gut erforscht, dementsprechend gibt es tausende von links, die jeder wirklich Interessierte leicht finden kann (um Nachfragen vorzubeugen).

    Wichtig für Laien ist zu wissen, dass diese Störungen im Gehirn sind und dort eine andauernde Wirkung haben, selbst wenn der Reizauslöser (also z.B. ein anderer Hahn) nicht vorhanden ist.
    Es ist quasi ein permanenter Übererregungszustand im Gehirn (der äußerlich nicht sichtbar ist, aber messbar ist), der das Tier nie richtig zur innereren Ruhe kommen lässt. Das ist eine Qual als Dauerzustand.
    Den Tieren geht es nicht gut, auch wenn man es nicht sieht.
    Hier nochmal meine (etwas ergänzte) Antwort aus dem Kämpferfaden:
    Das klingt zwar wissenschaftlich, würde ich aber unter "Pseudoscience" einordnen. Wenn schon so ein Statement, dann bitte die zugehörige Peer-Review-Studie mit den darin angewandten neurophysiologischen Tests, der Anzahl der untersuchten Hähne, die Kontrollstichprobe und die Rassen nennen. Es gibt keineswegs "tausende von links", die auf wissenschaftlich belastbare ("peer review"-) Studien zu diesem Thema verweisen! Zwar existieren (wenige) genetische Studien (etwa Luzuriaga-Neira et al., 2019), die sich mit Kampfhuhnrassen beschäftigen; diese erlauben allerdings nicht die hier getroffenen Aussagen.
    Auch "Qual als Dauerzustand" ist erstmal nicht zu beweisen. Ein hohes Erregungsniveau würde auch für einen menschlichen ADHS-Patienten gelten; das ist aber noch keineswegs eine "Qual".
    Ich denke mal, niemand hier züchtet auf "übertriebene" Aggression. Ich halte zurzeit vier Hähne im Freilauf; der Alpha ist ein reiner Kämpfer und die restlichen Kämpfermixe. Alle halten einen gewissen Abstand zueinander, und gut ist's. Und so habe ich es auch in Malaysia im Dschungel gesehen, wo die "Eingeborenen" auch Kämpfer züchten.
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  6. #6
    Avatar von melachi
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    ich frage trotzdem nach: links zu den Studien? Ich finde nämlich keine.

    Die Story mit der hypertrophen Aggression hat im Zusammenhang mit Kampfhunden mal die Runde gemacht und hat unter Fachleuten viel Stirnrunzeln hervorgerufen. Daraus den Kämpferrassen unter den Hühnern einen Strick drehen zu wollen halte ich für abenteuerlich. Also her mit den Links, überzeuge mich mit FAKTEN!

  7. #7
    Moderator Avatar von zfranky
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    Zitat Zitat von melachi Beitrag anzeigen
    . Also her mit den Links, überzeuge mich mit FAKTEN!
    Aber bitte nicht wieder ein ORF Artikel...
    nach 20 Jahren endlich wieder Hühner, spontaner Bruteier-Kauf bei Ebay, geliefert in die Packstation, Oktober 2014 erste Naturbrut... ein bisschen Natur in der Stadt..

    Aktuell 2,17 New Hampshire, dazu Pferd, Katze und Bienen ...

  8. #8

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    in einem anderen Faden habe ich wegen offtopic eine Verwarnung erhalten für meine Antwort auf die Frage

    „Temprament gehört schon zu einem Kampfhahn. Ob der wirklich sein Leben lang leidet deswegen?“

    Ich hoffen, dass die Antwort hier erlaubt ist:

    Aggression als überdauernde Stimmungslage ist für betroffene Lebewesen selbst unangenehm. Dabei ist egal was für ein höheres Lebewesen. Nachweisen kann man das an Hirnströmen und Stresshormonen im Blut (was bei Tieren wie Kampfhühnern, Kampffischen, hyperaggressiven Hunden und Ratten usw. bevorzugt wird, weil die bildgebenden Verfahren bei denen zu kompliziert bis unmöglich sind).

    Nachvollziehen kann das unangenehme Gefühl jeder, der Tage oder sogar längere Phasen innerer Unruhe und Anspannung kennt. So muss man sich das ungefähr vorstellen als durch selektive Zucht auf Hyperaggression genetisch bedingter lebenslanger Dauerzustand von Kampfhuhnrassen.

  9. #9
    Soayschafzüchter Avatar von Darwin
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    Zitat Zitat von dashuhn Beitrag anzeigen
    Ich hoffen, dass die Antwort hier erlaubt ist:
    Ich möchte hier nur, wie zuvor bereits im Kämpferfaden, den einen Rat geben:
    "Don't feed the trolls..."
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  10. #10
    Mad Scientist Avatar von Batakie
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    Naja, hyperagressiv sind meine Hähne wol nicht, sonst hätten die sich heute zerfleischt.

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