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Thema: Hoher Gehalt Streptokokken unbehandelt lassen?

  1. #1

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    Fragezeichen Hoher Gehalt Streptokokken unbehandelt lassen?

    Hallo liebe Fories.

    Ich habe ein Huhn, was von Anfang an ständig kränkelt. Unser "Sorgenhuhn" halt. Sie ist inzwischen 1,5 Jahre alt.

    Seit 2 Monaten macht sie uns wieder vermehrt Sorgen (Diagnose Legedarmentzündung, was antibiotisch über den Tierarzt behandelt wurde), dazu massiver Kokzidienbefall, der anschließend behandelt wurde und letztentlich Entwurmung (hatte versch. Parasiten und auch Bandwurm). Alles wurde nacheinander behandelt mit 1-wöchigen Pausen dazwischen. Seit nunmehr 3 Wochen bekommt sie Präbiotika zum Darmaufbau, Vitamin B-Komplex und Kräuter zum Darmaufbau ins Trinkwasser.

    Es gab Tage, da dachte ich, dass sie es nicht schafft. Sie hatte extremen Durchfall, solange ich ihr das Vitamin B oral verabreichte (was laut Tierarzt so verabreicht werden sollte). Seit ich es nur noch über das Trinkwasser gebe, ist der Durchfall langsam aber sicher weggegangen. Sie zog sich apathisch zurück, hatte eiskalte Füße. Ich hab sie dann reingeholt und mit Eigelb ihrer Kolleginnen gefüttert und aufgewärmt. Im Stall hat sie eine Ecke mit Wärmelampe bekommen.

    Da sie immer noch nicht so isst, wie ich es von den anderen Hühnern kenne (teilweise abends auf der Stange im Kropf nichts oder nur kaum etwas fühlbar), habe ich Montag zur Absicherung nochmal eine Sammelprobe vom Kot direkt ans Labor geschickt. Ohne Rücksprache mit dem Arzt.

    Das Ergebnis:
    Erna.jpg

    Nun habe ich mir Sorgen hauptsächlich wegen der Streptokokken gemacht, das Labor hat gleich ein Antibiogramm mit wirksamen Medikamenten angefertigt. Also bin ich heute mit dem Untersuchungsergebnis und dem Huhn zum Arzt gefahren. Doch dieser meint, die gesamte Untersuchung hätte ich mir schenken können. Streptokokken seien immer im Huhn zu finden, genau wie eine gewisse Anzahl an Würmern oder Kokzidien. Er würde hier gar nicht antibiotisch eingreifen (auch wegen der vielen Vorbehandlungen) und ich soll die Kotuntersuchung in die Tonne treten. Weitermachen mit Probiotika und Vitamin B Komplex.

    Ich bin wahrlich nicht scharf darauf, dem Huhn nun wieder etwas einzuflößen, zumal ich beobachte, dass es mit ihr tatsächlich gerade bergauf geht. Sie isst wieder (nicht viel, aber regelmäßig), kein Durchfall, zieht sich nicht mehr zurück. Allerdings hat sie immer noch sehr blasse Schleimhäute (die dem Tierarzt übrigens auch schon vor Wochen aufgefallen waren). Bevor ich das also einfach so hinnehme, wollte ich hier noch einmal nachfragen, ob ihr das genau so seht? Hier sind ja doch viele erfahrene Halter und Züchter.
    Ich bin ehrlich unsicher...

    Ich danke euch im Vorwege für eure Einschätzungen.

    LG finicat

  2. #2
    Avatar von SetsukoAi
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    Also bei all meinen Untersuchungen, bzw. Tieren die ich eingeschickt habe, waren noch nie Streptokokken dabei. Kann sein das diese im Huhn sind, aber kein hoher Gehalt.

    Aber wenn ich mir die ganze Geschichte so durchlese wäre es besser wenn die Henne, beim nächsten Schwächeanfall, erlöst wird. Da sind schon zu viele Baustellen und die Henne ist von Anfang an nicht fit und so züchtet man sich auch resistente Keime.

  3. #3
    Avatar von Sterni2
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    Ich hab ein einziges Mal ein Junghühnchen eingeschickt da mir von dieser Brut 8 von 9 Küken tot umgefallen sind.
    Heraus kam: Streptokokken-Überbesatz.
    Eins der Hühnchen wurde zuvor antibiotisch (wohl falsches) behandelt und starb auch.
    Einziges Symptom bei den Küken war: Kotspur am After. - Es erwischte nur Küken - später noch bis zu 8 Wochen alt.
    Ich habs damals homöopathisch angegangen. Ähnliches mit Ähnlichem - und Staphylokokken-Nosode gegeben. Prophyllaktisch für die nächsten Küken.
    Zweimal hab ich eine "Charge" Küken vergessen - und 2-3 einzelne zeigten wieder das eine Symptom - die haben dann direkt die Streptokokken-Nosode bekommen. Gestorben ist seither keines mehr.

    Bei Dir liegt der Fall ja anders. Das Huhn scheint doch ziemlich krank zu sein. In dem Fall würde ich wohl schon behandeln. Diese Streptokokken sind vermutlich auch auf den Menschen übertragbar - daher würde ich das Huhn separieren und Stall öfters desinfizieren - und Hände nach jedem Kontakt auch.
    Es reicht eine kleine Hautläsion und die Bakterien könnten eintreten und zB. Rotlauf auslösen (denke ich zumindest).
    Danach schön natürlich Darmflora aufbauen.

    Die andere Frage ist natürlich schon auch ob das Huhn noch eine Ladung Chemie vertragen wird.

    Also - schwere Entscheidung.
    Solltest Du kein Antibiotikum geben und die Henne wirkt noch länger nicht ganz fit würde ich nochmal Stuhlprobe kontrollieren. - Sind sie von selbst verschwunden, ists gut. Sind sie weiterhin im Übermaß werden sie wohl schon das Huhn sehr schwächen.
    Und immer sind bei so was auch ev. grad schwächelnde Mithühner in Gefahr.

    LG Sterni

  4. #4

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    In meinen Hühnern wurde ja schon alles Mögliche gefunden, aber bisher keine Streptokokken. Liegt vielleicht am allgemein bescheidenen Gesundheitszustand der Henne, dass die sich so massiv vermehren konnten. Das ist ein sehr komplexer Fall, den Du da hast. Damit könnte ich bei meiner Kleintierpraxis nicht ankommen, die würden mich sogleich an die Tierklinik verweisen. Wie hühnerkundig ist Dein TA? Die meisten kennen sich ja eher nicht besonders mit Vögeln/Hühnern aus. Ob die Idee mit der zweiten Kotprobe wirklich so doof war? Hätte ich an Deiner Stelle auch gemacht.
    Gibt es bei Dir in der Gegend eine Tierklinik mit Fachbereich Vogelheilkunde? Da würde ich schleunigst anrufen und den Fall einem vogelkundigen TA schildern. Hier braucht es den Rat eines Experten, ob und in welcher Form eine weitere Behandlung Sinn macht. Fraglich ist, ob man bei einem so geschwächten Tier die Streptokokken einfach ignorieren kann bzw. wieviel Chemie die arme Henne noch (v)ertragen kann. Jetzt, wo die meisten Probleme abgearbeitet sind, es ihr schon besser geht und es 'nur' noch die Streptokokken sind, würde ich noch nicht aufgeben.

  5. #5
    Avatar von Sterni2
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    Sorry, jetzt hab ich nochmal gelesen - der Kot war ja eine Sammelkotprobe.
    Das erschwert die Sache nochmal. Da wissen wir jetzt immer noch nicht ob dieses eine Huhn auch die Streptokokken hat oder ev. gar nicht.
    Und die ganze Herde therapieren die keine Symptome hat??
    Das eine Huhn behandeln wird dann ev. nichts bringen weil sie sich bei den anderen gleich wieder ansteckt.
    Streptokokken können auch aufs Herz gehen - könnte Blässe und kalte Füße erklären ...

    In dem Fall wär wohl doch ein Fachmann angesagt, was aber schwer zu finden sein wird.
    Auf jeden Fall würde ich mal möglichst allen Kot entfernen - oberste Schicht ev. abtragen, viel Laub einstreuen oder sonst was. Ev. kalken oder effektive Mikroorganismen versprühen, Stall frisch kalken oder desinfizieren. Und allen Hühnern was für die Darmflora - Präbiotika - geben. Oreganotee oder Tropfen ins Wasser zwischendurch würde wohl auch nicht schaden.
    Bei mir persönlich gäbs dann auch die Streptokokkennosode für alle ins Trinkwasser.
    Ob das dann die eine Henne schaffen wird ist halt sehr ungewiss. Sie muss aber dennoch sehr zäh sein da sie schon einiges geschafft hat.

    LG Sterni

  6. #6

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    Hallo ihr Lieben. Ich wollte noch einmal Rückmeldung geben. Inzwischen ist eine zweite Henne erkrankt. Der Tierarzt hat einen Rachenabstrich ins Labor geschickt. Es ist definitiv die infektiöse Bronchitis 😢.

    Da kann man leider nur Symptome behandeln. Wir haben nur vier Hühner, die wir sehr verwöhnen u und die wir sehr lieb haben. Sie werden auch niemals geschlachtet.
    Da sie beide frieren, haben wir eine Wärmelampe im Stall an. Morgens um 8 Uhr fährt die Klappe automatisch hoch, aber die Mädels blieben lieber im Stall und gehen erst gegen Mittag raus.

    Sauber ist es ohnehin bei uns, wir reinigen die Kotwanne täglich, der Stall ist mit Dinkelspelzen ausgestreut und wird ebenfalls täglich abgesammelt. Auch der Auslauf (Garten, 600 qm).
    Das erste Huhn ist inzwischen etwas besser drauf, futtert wieder mehr, har aber immer noch kalte Füße.

    Sie bekommen alle ein probiotisches Mittel (Benedyn) ins Trinkwasser, dazu Vitamin B-Komplex und noch einen Schuss WachtelGold® Darm-Fit ins Trinkwasser.
    Das zweite Huhn zurzeit ebenfalls ein Antibiotikum, damit sich nicht noch ein bakterieller Infekt draufsetzt, sagt der Tierarzt.

    Außerdem ein Gel, das auf die Kehllappen aufgetragen wird und die Atmung erleichtert. Quasi sowas wie "softe" Erkältungssalbe für Tiere.

    Wir sind ganz unglücklich über diese Situation, leider haben wir sie von der Züchterin im Alter von 4 Monaten völlig ungeimpft bekommen. Inzwischen bekommen wir den ND-Impfstoff vom Kleintierzuchtverein, aber nächsten Samstag ist Impftermin und ich weiß gar nicht, ob ich sie impfen darf.

    Meint ihr, ich sollte sie jetzt noch gegen die IB impfen lassen? Bringt das noch was? Das erste Huhn hat jetzt den zweiten Schub innerhalb von 1 Jahr..

    Ich danke euch allen ganz herzlich für die Antworten.

    finicat

  7. #7

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    Es heißt keine kranken Hühner impfen.
    Jetzt noch Impfstoff dann werden die bitter böse krank.

  8. #8

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    Ja, ich hab den Tierarzt gefragt, er sagt auch, auf keinen Fall impfen. Aber darf ich sie jetzt nie wieder gegen ND impfen? Wenn ich den TA richtig verstanden habe, sieht er das so, denn das Virus wartet quasi nur darauf, dass das Immunsystem nicht okay ist. Und das ist ja natürlich nach jeder Impfung angegriffen..

  9. #9

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    ND Impfung kann ebenfalls respiratorische Reaktionen auslösen.
    Ich würde die gegen gar nichts mehr impfen, auch wenn es eine Pflichtimpfung ist.
    Dafür den Rest aber so schnell wie möglich gegen IB damit die nicht alle ansteckt, falls es noch nicht geschehen ist.

  10. #10
    Avatar von Neuzüchterin
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    Wieso ist die an IB erkrankt,wenn sie doch geimpft ist?

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