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Thema: Argentinische Waldschaben als Zusaztfutter

  1. #11
    Das klingt sehr interressant ! Hat mal wer einen Link oder eine eigene Zuchtanleitung ? L.G.Catrin
    " Wenn auf der Erde die Liebe herrschte , wären alle Gesetze entbehrlich ! " Aristoteles

  2. #12

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    Hey,
    wenn Interesse besteht, kann ich gern eine umfangreiche Haltungsanleitung einstellen.

    MfG

  3. #13

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    Ui... Dann ist meine Box ja quasi unterbesetzt. Das habe ich noch nirgens gelesen. Zuchtanleitung wäre schön. Hab zwar schon im Internet rumgelesen. Aber wie gesagt. Noch nirgens das mit dem umso mehr, umso besser.

    Frage mich zum Beispiel auch, warum die Zuchtansätze immer aus gemischten Gruppen bestehen.

  4. #14

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    Morgen allerseits

    Habe mittlerweile über 10 Jahre Schaben als Futtertiere, da liest man so einiges

    Gemischte Gruppen sind wichtig, dass du durchlaufend Nachwuchs hast. Wenn deine adulten Tiere jetzt sterben, hast du zwar viele Jungtiere, aber die brauchen ein Stück, bis sie wiederum geschlechtsreif werden.
    Heißt also irgendwann kannst du keine mehr entnehmen, weil du erst wieder auf neuen Nachwuchs warten musst.
    Wenn du mit gemischten Gruppen anfängst, hast du immer alle Größen da (auch gut für Küken) und die Vermehrung stockt nie.
    Bei dir könnte es so kommen, dass du dann Monate warten musst, bis du wieder verfüttern kannst.

    Oki, werde die Tage mal eine kleine Anleitung einstellen.

    Angenehmen Sonntag euch.

  5. #15

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    Gibt es bei den Schaben auch so eine starke Geruchsentwicklung?
    Ich hatte mal eine Zeit lang Grillen, aber die waren für mich kaum zu ertragen :/ schade eigentlich, ich mochte das Gezirpe gerade über die Wintermonate total gerne.
    21 Hühner der Rassen Mechelner, Bresse, Dresdner, Dorking und ungeplantes Mixhuhn
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  6. #16

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    Hey Liselott,

    nein, bei ordentlicher Haltung gibt's da keine Probleme. Sie haben zwar nen leichten Eigengeruch, der bleibt aber in der Box.
    Kannst du nicht mit Grillen oder Heimchen vergleichen.

  7. #17

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    Daumen runter!

    Moin allerseits,

    hat zwar etwas gedauert, aber habe ja die Zuchtanleitung für Argentinische Waldschaben (Blaptica dubia) versprochen

    Behältnis:
    Jede dicht schließende Kunststoffbox ist für die Haltung geeignet. Viele machen den Fehler, zu große Boxen für zu wenig Tiere zu nehmen, also sollte man lieber kleiner anfangen und bei Bedarf vergrößern. Ich nehme gern die beliebten Stapelboxen vom schwedischen Möbelladen. Für eine ordentliche Zucht reichen die mittelgroßen mit 40cm Breite locker aus.
    Wichtig ist eine ordentliche Belüftung, dazu habe ich immer Metallfliegengitter genommen. An zwei Seiten der Box sollte je eine Fläche (15*10cm) vorhanden sein, sowie eine größere (20*20cm) im Deckel.
    Ich habe die Flächen immer mit meinem Dremel ausgeschnitten und die Metallgaze dann mit dem Lötkolben "eingelötet".
    Bei Bedarf (siehe Temperatur) kann man die Box auch noch mit Styropor verkleiden, um besser die benötigten Temperaturen halten zu können, was auch Energie spart.

    Einrichtung:
    Viele lassen den Bodengrund weg und füllen einfach eine 2cm Schicht Futter (siehe unten) ein. Davon halte ich selber wenig, da es einfach unhygienisch ist.
    Entweder habe ich feinen Sand als Bodengrund oder normale Sägespäne (Kleintierstreu). Wobei beides Vor- und Nachteile hat. Sand ist einfacher zu tauschen, den siebt man einfach aus und kann so die oft im Bodengrund sitzenden Nymphen (Jungtiere) der Schaben umsetzen. Jedoch hält er den Eigengeruch kaum zurück.
    Lieber nehme ich Sägespäne, da riecht kaum etwas und komplett sauber machen muss man bei hygienischer Haltung eh äußerst selten.

    Auf den Bodengrund stapelt man dann Eierpappen, um mehr Struktur, Lauffläche und vor allem Versteckmöglichkeiten zu bieten. Hierzu kann man auch Klopapierrollen oder zerknülltes Zeitungspapier nehmen, was sich im Handling beides jedoch bei mir nicht bewährt hat.
    Optional kommt noch ein sehr flacher Futternapf mit hinein und wer möchte, kann auch Flüssigkeit in einer Dochttränke oder in einer mit Watte verstopften Vogeltrinkflasche bieten.

    Temperatur:
    Beste Vermehrung und Entwicklung hat man bei Temperaturen zwischen 25 und 28 Grad Celsius. Es funktioniert auch bei Zimmertemperatur, jedoch dauert die Entwicklung vom Ei zum fertigen Imago (Adulte Schabe) dann sehr lang, was sich auch auf die Reproduktionsrate auswirkt.
    Zur Erwärmung der Box habe ich entweder eine kleine 10W Glühbirne an einer Fassung in den Deckel gehängt (hier bitte darauf achten, dass sie nicht zu nah an der Einrichtung hängt - Brandgefahr!) Oder einfach eine kleine Heizmatte aus dem Terraristikbedarf an eine Seite der Box geklebt.
    12 Stunden Heizung reichen pro Tag völlig aus, um eine angemessene Reproduktion zu erreichen.
    Idealerweise kombiniert man jedoch beides, so kann man einen Tag- Nachtrythmus simulieren und die Schaben haben durchweg angenehme Temperaturen.

    Nahrung:
    Als Grundfutter hat sich bei mir seit vielen Jahren eine Mischung aus Haferflocken und gemahlenem Katzentrockenfutter bewährt. Das Katzenfutter mahle ich immer, da sich die Schaben sonst Brocken davon zwischen die Eierpappen ziehen, was aufgrund des Fettgehaltes schneller zu unhygienischen Zuständen führt.
    Zusätzlich bekommen sie ein bis zweimal die Woche Feuchtfutter in Form von Möhre, Apfel, Nassfutter für Hund und Katze usw.
    Hier ist der Grundsatz: Weniger ist mehr, da jedes Stück nicht schnell gefressenes Feuchtfutter gammeln kann!
    Ich selber verzichte aufgrund des Aufwands und der Auslaufgefahr seit Jahren komplett auf Tränken, wobei ich dank Feuchtfutter keinerlei Nachteile in der Haltung bemerken konnte.

    Hygiene:
    Regelmäßig sollte man verstorbene Tiere und eventuell vorhandene Feuchtfutterreste aus der Box sammeln, da sich der Geruch sonst doch zu einer Belästigung ausweiten könnte. Auch vermindert man so das Risiko, seine Zucht mit Milben zu verseuchen.

    Nach Bedarf ist sehr unregelmäßig eine Komplettreinigung nötig. Bei mir maximal einmal pro Jahr, da ich so auf Hygiene achte. Dazu sollte auch die Box an sich einmal heiß ausgewaschen werden.

    Wissenswertes:
    Zu Zuchtbeginn sollte man immer mit mehreren Tieren verschiedener Größen beginnen, um eine durchlaufende Reproduktion zu gewährleisten. Wer zeitnah für seine Hühner entnehmen möchte, sollte mit etwa 200 Tieren beginnen. Wer etwas Zeit hat, kann mit 50 Tieren starten.
    Weniger gingen auch, jedoch dauert es dann wirklich lang, bis man genug Nachwuchs hat.

    Zur Zucht benötigt man bei weitem mehr Weibchen als Männchen, eine Quote von 15:2 reicht völlig aus. Auch bei der Entnahme später sollte man darauf achten, bevorzugt Männchen zu verfüttern, um seinen Bestand nicht unnötig zu schwächen.

    Auf tierisches Futter sollte nicht verzichtet werden, da es die Schaben zur ausreichenden Reproduktion benötigen und sich ggfs gegenseitig während der Häutung anfressen, wenn zu wenig tierische Proteine vorhanden sind.

    Die Box lieber zu klein, als zu groß! Waldschaben brauchen den engen Kontakt zu ihren Artgenossen, um sich wohl zu fühlen. Sie vermehren sich bei gutem Populationsdruck auch schneller, als wenn es wenige in einer großen Box sind.

    Weibliche Waldschaben tragen ihre Eipakete (Ootheken) bis zum Schlupf in ihrem Körper. Manchmal sieht man dicke Mädels mit einer langen Stange am Hintern dasitzen. Hierbei lüften sie die Eier und ziehen sie bei Störung sofort wieder in den Körper.
    Bei Schlupf legen sich die Weibchen über das Eierpaket und "bewachen" die Jungtiere, bis diese ihren Chitinpanzer aushärten lassen konnten.

    Pro Oothek schlüpfen 15 bis zu 200 Jungtiere.
    Die Weibchen können nach einer Begattung mehrere Male Jungtiere hervorbringen.

    Die Lebensdauer beträgt etwa 1,5 Jahre, wobei die Entwicklung von der Nymphe zum Imago etwa vier Monate (abhängig von der Temperatur) beträgt.

    Nur die Männchen haben Flügel, nutzen diese jedoch fast ausschließlich für Drohgebärden und Revierkämpfe. Es gibt Berichte, dass sie damit auch fliegen können, ich selber habe es jedoch in allen Jahren der Haltung noch nie gesehen...

    Waldschaben können keine glatten Flächen erklimmen.
    Selbst wenn man einmal den Deckel offen lassen sollte, kommt keine raus, solang man die Einrichtung in der Box nicht zu hoch stapelt.

    Wenn doch mal Tiere entkommen sollten, keine Sorge, aufgrund fehlender Temperatur und Flüssigkeit können sie sich nicht in der Wohnung vermehren! Sie haben also kein sogenanntes Pestpotential!

    Fazit:
    Eine sehr leicht nachzuziehende und vor allem kostengünstige Art, die wenig Aufwand verursacht, seine Tiere mit Proteinen zu versorgen.


    Ich hoffe, das war ausführlich und verständlich genug!?
    Wer noch Fragen hat, darf sich gern melden

  8. #18
    Avatar von Mara1
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    Das hast du toll beschrieben, danke dafür!

    Könnte man auf diese Weise auch andere Schaben züchten, also z.B. die hier heimischen? Oder brauchen die wieder ganz andere Bedingungen?

    Verfütterst du die adulten Schaben an deine Hühner?

    LG
    Mara

  9. #19

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    Vielen Dank für diese Anleitung. Das klingt wirklich machbar.
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  10. #20

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    Danke für die Anleitung! Klingt super interessant und für mich nach einer besseren Alternative als Mehlwurmzucht.
    Ich hätt hier noch ein ungenutztes 54 Liter Aquarium...
    Irgendwas in mir scheut sich aber noch der Familie zu offerieren das man doch Kakerlaken im Bügel-/Computerzimmer züchten könnte...
    0.2 große Orpington (2017) + 0.1 (2018 ) in gelb-schwarz-gesäumt / RIP Nanny
    1.14 Große Wyandotten von schwarz-goldgesäumten und spalterbig blau-goldgesäumten Eltern (Schlupftag 18.05.2019)

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