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Thema: Hühner frei im Garten

  1. #11
    Avatar von Okina75
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    Ich finde es ebenso gut wie mutig, dass Du den Schritt gewagt hast, Heidi, meinen Respekt dafür .

    Was die Frage angeht, hat Heidi schon ganz gut geantwortet, es geht aber auch noch weiter. Natürlich sind Javaneser und Buschhühner als Quasi- Wildhühner/ Pariahühner schon ein rechtes Extrem- es gab da auch mal eine Henne, die einem Züchter ausrückte und die fast ein Jahr selbstgewählt in völliger Freiheit lebte. Die schlief wohl in einer großen Scheinzypresse/ Thuja auf einem Friedhof und flog morgens teils bis zu 500 m zu ihren "Nahrungsgründen". Hatte also maximal einen Kreis von einem Kilometer Durchmesser oder knapp 78 Hektar als "Revier".

    "Normale" Hühner geben sich mit weniger zufrieden, aber auch die gehen (bzw. gingen, bei mir) bis zu 150 m weit vom Stall weg (als sie noch ganz frei liefen).
    Ein kleiner Bach oder überhaupt freies Wasser wird eigentlich nur mit Küken zum Problem. Vor allem, weil Hühner natürliche Wasserquellen einem Trinkbehälter jederzeit gern vorziehen und auch aus Teichen etc. saufen, wenn der Wasserstand recht niedrig ist und sie sich dazu tief runterbeugen müssen. Küken und kleine Jungtiere können dabei ins Wasser und nicht wieder raus geraten.

    Um was für Hühner handelt es sich denn?
    Geändert von Okina75 (05.11.2019 um 21:22 Uhr)
    Habe gerade 1000 Kalorien verbrannt- Pizza im Ofen vergessen...

  2. #12

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    Meine neun Hühner laufen frei auf 2500qm mit Obstbäumen, Büschen und Wiese, sie haben so viel Abwechslung und mehr als satt zu fressen, dass sie sich nicht weiter als 150m vom Stall weg bewegen. Zu drei Seiten ist ein Graben als Grenze, da fliegen sie nicht rüber und ich habe auch noch keins da rein fallen sehen.

  3. #13
    Avatar von Knallerbse
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    Wir haben unsere Hühner im Mai bekommen, als die Tage noch sehr lang waren und die Hühner viel Zeit hatten, sich Blödsinn einfallen zu lassen

    Was ich jedoch schnell verstanden habe ist: Hühner haben einen festen Tagesablauf.
    Morgens, wenn ich sie aus dem Stall gelassen habe, waren sie erstmal damit beschäftigt, Futter zu suchen, den Kompost zu durchforsten und abwechselnd im Stall zu verschwinden, um ihre Eier zu legen (was ja je nach Huhn auch immer einige Zeit in Anspruch nehmen kann).
    Mittags wird dann nochmal ein Snack zu sich genommen, danach steht ausgiebige Pflege des Fellkleides auf dem Programm und wenn die beendet ist, machen meine Hühner erstmal Siesta und schlafen eine Runde.
    Wenn die Akkus dann wieder aufgetankt sind, geht es wieder ans Scharren und Futter suchen.

    Ab ca. 17/18 Uhr wurde meinen Damen dann jedoch langweilig. Sie waren satt und glücklich und voller Energie und dann wurde die Nachbarschaft inspiziert.
    Das war extrem uncool, weil unsere Nachbarn extrem spießig sind und Tiere bestenfalls als Postkarte am Kühlschrank akzeptieren, aber nicht, wenn sie frei durch die Gegend laufen.

    Was bei uns letzten Endes zum Erfolg geführt hat war, dass ich die Hühner nicht mehr den kompletten Tag über frei habe laufen lassen, sondern sie zwischendurch mal für 1,2 oder auch mal 3 Stunden ins Gehege gesperrt haben. Dann hatten sie anschließend so einen großen Drang, das versäumte Scharren im Kompost, das Staubbad unter dem Apfelbaum oder die Odyssee durch die Blumenbeete nachzuholen, dass ihnen nicht mehr so früh langweilig wurde.
    Als sie dann doch ab und an meinten, ab 19/20 Uhr die Umgebung außerhalb der Grundstücksgrenze erkunden zu müssen, haben wir beschlossen, sie nicht mehr bis zur Dämmerung frei laufen zu lassen, sondern um spätestens 19 Uhr ins Gehege zu bringen. Außer wir waren selbst im Garten und hatten sie im Blick.

    Diese kleinen temporären Freiheits-Begrenzungs-Maßnahmen haben so gut gewirkt, dass seitdem nie wieder ein Huhn ausgebüchst ist.
    Diese Erfahrung deckt sich auch mit einigen anderen Berichten hier im Forum von Hühner die gerne mal auf Wanderschaft gingen
    Geändert von Knallerbse (06.11.2019 um 10:00 Uhr)

  4. #14
    Avatar von Blindenhuhn
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    Zitat Zitat von Knallerbse Beitrag anzeigen
    Wir haben unsere Hühner im Mai bekommen, als die Tage noch sehr lang waren und die Hühner viel Zeit hatten, sich Blödsinn einfallen zu lassen

    ... ausgiebige Pflege des Fellkleides auf dem Programm ...

    Du hast Fellhühner? Toll! (Ich konnte nicht anders, verzeih bitte!)
    LG Blindenhuhn
    1,1 Menschen, 0,1 Sulmtaler, 0,1 Zwerg, 0,2 Brabanter Bauernhühner, 0,2 schwed. Isbar, 1,3 Mixe, 0,4 Sundheimer, 2,3 Mix-Küken, 0,3,1 Plymouth rock gestreift, 2,0 Laufenten, 0,2 Legewachteln, 0,1 Dackeline

  5. #15
    Avatar von Haitu
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    Wenn die Möglichkeit gegeben wäre, dann ließe ich meine Hühner auch frei laufen.
    In dem Dorf im den ich aufwuchs war es normal, dass sich die Hühner auf dem Hof und in der Flur frei bewegen konnten.
    Wie das jetzt mit dem Greif oder dem Fuchs war, weiß ich allerdings nicht.
    Aber ich denke, dass eine solche "Freihaltung" die Tiere auch sensibler für die Gefahren macht.
    Wenn ich Rassehuhnzucht betreiben wollte, würde ich aber wahrscheinlich mehr Kontrolle ausüben wollen.
    Gruß aus der Vulkaneifel

  6. #16
    Avatar von Knallerbse
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    Zitat Zitat von Blindenhuhn Beitrag anzeigen
    Du hast Fellhühner? Toll! (Ich konnte nicht anders, verzeih bitte!)
    Ich wollte Federkleid schreiben, aber dabei rum gekommen ist Fellkleid

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  7. #17
    Aussteigerin Avatar von Heidi63
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    Zitat Zitat von Haitu Beitrag anzeigen
    Wenn ich Rassehuhnzucht betreiben wollte, würde ich aber wahrscheinlich mehr Kontrolle ausüben wollen.
    Das hab ich auch immer gedacht, und genau da lag der Fehler.
    Die Javas die du vielleicht in Nörvenich gesehen hast, leben ohne Zäune.

    @ Andreas
    Die Entscheidung war genau richtig, auch wenn mir am Anfang mulmig bei dem Gedanken war.
    Gruß Heidi
    Ausstellungszucht: Javanesisches Zwerghuhn und Zwergseidi weiß.Und dann gibts da noch meine bunte Showgirl-Seidi Truppe.

  8. #18
    Avatar von Haitu
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    Zitat Zitat von Heidi63 Beitrag anzeigen
    Das hab ich auch immer gedacht, und genau da lag der Fehler.
    Die Javas die du vielleicht in Nörvenich gesehen hast, leben ohne Zäune.
    Ja, die Javas habe ich gesehen. Die können bestimmt auch gut fliegen, für ein Huhn meine ich, also auch entkommen.
    Ich persönlich würde dieses erhöhte Risiko wohl eher nicht eingehen, dass meine "96Punkte Henne" dem Fuchs oder Habicht zum Opfer fiel.
    Gruß aus der Vulkaneifel

  9. #19
    Avatar von Okina75
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    Sie fliegen wie die Tauben, wenn es sein muss.
    Als Nachbars Katzen vor ein paar Jahren noch jung waren, haben die leider an meinen da noch ganz frei laufenden Hühnern jagen geübt, und da sind mir so manches Mal die Busch-und Javaneserküken, kaum vier Wochen alt, 3- 4 m hoch und 20 m weit um die Ohren geflogen.
    Sicher wäre der Verlust einer so hoch bewerteten Henne schade. Andererseits: Die Javaneser haben sich halbwild entwickelt (als sie noch keine Javaneser waren, im weitläufigen Canyongelände des Zoos San Diego), die Buschhühner wurden relativ ausgeklügelt und gezielt zusammen gekreuzt, und im Endeffekt entstanden unahängig voneinander zwei quasi völlig baugleiche Hühner, die man auch ohne weiteres miteinander verpaaren kann, ohne größere Einbußen im Aussehen, Verhalten etc. hinnehmen zu müssen. Deren Zweck ist es ja gerade, ziemlich auf sich gestellt überlebensfähig zu sein, und was könnte den Zuchtwert eines Tieres besser bestimmen als (neben gutem Aussehen) eben diese Eigenschaften?
    Ganz ehrlich wäre für mich als Buschhuhn- und Javaneserfreund selbst ein v- Tier nicht viel wert, wenn es nicht imstande ist, auch problemlos sein Leben im ungeschützten und möglichst freien Auslauf zu meistern. Und in der Tat sind schon wiederholt ausgebüchste und nach plusminus langer Abstinenz (bis zu zwei Jahre) wieder gefangene oder freiwillig zurück gekommene Tiere verstärkt in die Zuchten eingeflossen.

    Wie ein guter Freund und Javaneserzüchter mal sagte, ist am Javaneser gerade das besondere, dass man die innert zwei Wochen an den Ausstellungskäfig gewöhnen und auf die Ausstellung packen, und sofort danach wieder in den Busch entlassen kann. Das sind einfach die ultimativen Hühner, finde ich, wenngleich zwar ziemlich winzig, aber meiner Ansicht nach gibt es nichts besseres, wenn man ungeschützte Freilandhaltung machen will. Selbst bei mir in der inzwischen teils sechsten Generation sind die Mixe damit noch absolut lebens- und erhaltungsfähig, obwohl sie inzwischen gute normale Hühnergröße haben. Und die Glucken erziehen selbst Rasse- und Lohmannküken zu ebensolcher Fitness. Von denen freilich auch einiges auf der Strecke bleiben kann, vor allem in der Zeit nach dem Absetzen und vor der Mauser ins Erwachsenenkleid, aber das ist dann auch in Ordnung für mich, weil so wirklich nur die für die Situation geeigneten über bleiben.
    Auch wenn die Hauptprädatoren bei mir nicht Habicht, Fuchs und Co. waren, sondern Ratten und Katzen... Mit Habicht, Fuchs und Co. kommen meine allerbestens selber klar (noch niemals ein Habichtopfer gehabt in nun acht Jahren Freilauf, Fuchs nur einmal, was aber meine Schuld war- Henne war auch neu und behindert), gegen die Ratten kann/ konnte ich was tun, mit den Katzen muss man leben...

    Gibt jedenfalls sowohl in reiner Form als auch sensibel mixgezüchtet keine besseren Hühner für großzügigere freiläufige Platzverhältnisse, finde ich, als Javaneser und Buschhühner oder deren Mixe mit fast egal welcher Rasse. Die dazu auch noch gut aussehen und fein legen.
    Geändert von Okina75 (06.11.2019 um 23:47 Uhr)
    Habe gerade 1000 Kalorien verbrannt- Pizza im Ofen vergessen...

  10. #20
    Avatar von Haitu
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    @Okina75
    Vielen Dank für Deine ausführliche Information.

    Mit so einer Haltung und auch die Entscheidung für diese Rassen hätte ich vor Jahren auch in diese Richtung gehen können.

    Nun habe ich mich für eine andere Richtung entschieden und haltungs- und einrichtungsmäßig sowohl mich als auch das Umfeld darauf eingestellt.

    Die Investitionen, Idee-Finanzierung-Ausführung, sollen nun auch zum tragen kommen.
    Ein Wechsel kommt nicht mehr in Frage, ich habe jetzt schon so viel in die stationäre Haltung investiert und will nicht, dass die dann als Ruine dasteht. (unbevölkerter Hühnerauslauf, weil die sich alle im nahegelegenen Buschgebiet aufhalten)
    Wenn ich es mir so vorstelle, dann würde eine externe Hühnerhaltung ganz anders aussehen und viel weniger Kosten machen.



    Gerade habe ich gesehen, dass Google-Maps ganz neue Aufnahmen zur Verfügung stellt. Die können gerade mal ein Jahr alt sein, weil der neue Hühnerstall, der voriges Jahr im September vollendet wurde, schon zu sehen ist.

    Da zeige ich mal 2 Bilder auf denen zu sehen ist, dass so eine externe Haltung mit den richtigen Tieren schon möglich wäre.

    Gelb ist der neue Stall, die gestichelte gelbe Line zeigt die künftige Voliere und die orangene Linie zeigt die Grenzen des Auslaufs.



    Dieses Bild zeigt einen größeren Ausschnitt des Umlandes. Das grüne Rechteck, das ist die Lage des obigen Bildes.

    Gruß aus der Vulkaneifel

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