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Thema: Perosis - Ursachenforschung und Therapievorschläge

  1. #1
    Avatar von gartenliesel
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    Perosis - Ursachenforschung und Therapievorschläge

    Ich hoffe mal auf ein möglichst ertragreiches Schwarmwissen.

    Aus gekauften Bruteier sind 11 Küken geschlüpft, 4 davon leiden an einer Fehlbildung der Beine. Nach allem was ich inzwischen gelesen habe, bin ich mir 100 % sicher, dass es Perosis ist.
    2 Tiere können sich garnicht hinstellen, bzw. laufen.

    Die Elterntiere sahen unauffällig aus.

    Als Vermutung steht eine zu eiweißreiche Ernährung der Elterntiere im Raum. Die Küken waren sehr stark verklebt und mussten teilweise gewaschen werden, damit sie sich überhaupt bewergen können.

    Brutfehler schließe ich eigentlich aus, da gleichzeitig auch andere Eier ausgebrütet wurden und die Auffälligkeiten nur die gekauften Eier betreffen.

    1. Frage: Habt ihr noch Therapievorschläge? Wenigstens für die beiden die trotz Fehlbildung laufen können.

    2. Frage: Was habt ihr für Ideen bzgl. der Ursache(n)? Ich wollte die Tiere zur Zucht einsetzen und Breda sind eine eher seltene Rasse.
    Ein Leben ohne Hühner ist möglich, aber sinnlos.

  2. #2
    Geduldsfädensammler Avatar von wattwuermchen
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    Da lese ich gerne mal mit.... hatte bei meiner letzten Brut auch zwei solcher Kandidaten
    LG Susi 8,51,7 Silverruds, Sussex Porzellanfarben, Vorwerk, Amrock, Bresse, Niederrheiner, Isländer, Marans, Paduaner, Orloff, Grünl.Hybr.,Pawlowskaja, Barnevelder,Bielefelder, Orpi ssg, bunte Mixe

  3. #3
    Avatar von Anni Huhn
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    Kannst Du Bilder von den zwei die noch laufen können einstellen?

  4. #4
    Avatar von Okina75
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    Wenn es Perosis ist, ist die nicht therapierbar- von einer zuchttauglichen Verwendung mal ganz abgesehen.
    Bilder wären interessant, bzw. wichtig um zu sehen, worum es sich handelt.
    Habe gerade 1000 Kalorien verbrannt- Pizza im Ofen vergessen...

  5. #5

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    Wenn ich dich richtig verstehe, handelt es sich um frisch geschlüpfte Küken, die Spreizbeine haben und nicht laufen können. Könnte es vielleicht auch die harmlosere Variante der Spreizbeinigkeit bei Eintagsküken sein, die sich relativ einfach behandeln lässt?


    Eine Perosis manifestiert sich, wenn ich richtig informiert bin, in den ersten Lebenswochen, sodass das Küken erst nach ca. 3 Wochen ernsthafte Probleme bekommt, aber nicht unbedingt schon sofort nach dem Schlupf.

    Für eine Perosis gibt es wohl verschiedene Ursachen: Sowohl genetische als auch haltungsabhängige Faktoren (schnelles Wachstum und ungenügende Bewegung) können eine Rolle spielen. In den meisten Fällen hat sie ihre Ursache wohl in einer Mangelernährung der Elterntiere und damit in einem Mangel im Brutei. Vor allem ein Mangel an Cholin, Mangan oder dem Vitamin B-Komplex (Biotin (Vitamin B7), Folsäure (Vitamin B9), Niacin (Vitamin B3) oder Pyridoxin (Vitamin B6)) beeinträchtigt die Entwicklung der Wachstumszonen im Knochen. Die Folgen einfach erklärt: Die Gelenke sind missgebildet und die Bänder befinden sich nicht dort, wo sie hingehören, sie rutschen weg. Dieses bewirkt die Fehlstellung der Beinchen. Eine eiweißreiche Fütterung der Küken verstärkt die Symptome, da die betroffenen Gelenke durch die schnelle Gewichtszunahme weiter belastet werden. Die Gelenke sind auch oft geschwollen und gerötet, also entzündet.

    Eine Therapie einer ausgeprägten Stellungsanomalie bei der Perosis ist nicht möglich. Mit zunehmendem Gewicht wird das Küken immer schlechter Futter und Wasser erreichen, und sich immer weniger gegenüber den anderen Küken behaupten können. Zum Schluss wird es nur noch liegen können, da es sein eigenes Gewicht nicht mehr tragen kann.


    Zu unterscheiden ist die Perosis von den Spreizbeinchen, die einige Küken - zumeist beidseitig - kurz nach einem schweren Schlupf zeigen, und die sich meist innerhalb von 2 - 3 Tagen nach dem Schlupf von selbst geben. Man kann dem Küken auch helfen, indem man die Beinchen mit einem Gummiring oder kleinen Kabelbindern zusammenbindet, damit das Küken sich besser auf den Beinen halten kann. Bei einem Bekannten hatte ein Wachtelküken nach dem Schlupf solche Spreizbeinchen, es konnte auf diese Weise therapiert werden und ist nach ein paar Tagen ganz normal gelaufen.

    So oder so sollen solche Tiere natürlich nicht zur Zucht eingesetzt werden.
    Geändert von Isilay (03.09.2019 um 23:04 Uhr)

  6. #6
    Avatar von Ana
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    Ich hatte ein Küken mit einer abgerutschten Sehne dass therapiebar war. Allerdings hatte ich es erst für Spreizbeine behandelt und bin mir nicht sicher ob es dadurch zu der Perosis kam oder ob es von Anfang an Perosis war.
    Auf jeden Fall haben wir sofort gehandelt als wir wussten was es war. Die Sehne konnte man spürbar zurück in die Rille führen und sobald das Küken auftrat (was dann plötzlich möglich war), sprang sie wieder raus.
    Ich müsste mal nach dem englischen Bericht suchen, aber mit Klebeband (tapen) wurde die Sehne fixiert und das Küken durfte 4-5 Tage nicht auftreten und saß in einem "Chick Chair".
    Mittlerweile rennt es 5 Monate rum ohne irgendwelche Probleme.

  7. #7
    Avatar von gartenliesel
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    Ich versuche mal Fotos zu machen und euch zu zeigen.

    Es sieht genau so aus. https://thepoultrysite.com/publicati...tendon-perosis

    Ich habe inzwischen eine Antwort vom Verkäufer bekommen. Sie füttert Havens Scharrel Mehl und Graan, mit einem Proteingehalt von 15% und einer (für mich) gut aussehenden Zusammensetzung bzgl. der Vitamine. Damit wäre eine ernährungsbedingte Ursache erstmal vom Tisch.
    Und solch eine Fehlbildung hat sie auch bisher noch nicht beobachtet.

    Also werde ich mal den Brüter wieder aus dem Keller holen und überprüfen. Aber der hat bisher gut funktioniert und die gleichzeitig ausgebrüteten Mixe sind alle in Ordnung.
    Welche Parameter könnten so etwas verursachen? Luftfeutigheit zu hoch / zu niedrig, Temparatur zu hoch / zu niedrig, Temparaturschwankungen.
    Ein Leben ohne Hühner ist möglich, aber sinnlos.

  8. #8
    Moderator Avatar von Lisa R.
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    Perosis bei frischgeschlüpften Küken kommt vor, ich hatte auch schon so eines von der Vogelhilfe übernommen. Leider lag bei diesem Küken eine besonders schwere Form vor, die Gelenkkapsel war offen. Das ist wohl meist so, wenn es schon beim Schlupf auftritt. Sind die Gelenke bei Deinen Küken geschlossen? Küken mit offenen Gelenken solltest Du umgehend erlösen, das wird nicht wieder heilen und man quält die Tierchen nur unnötig.

    Küken mit "normaler" Perosis kommen eine Zeitlang recht gut klar. Wenn sie zu schwer werden, muss man sie dann schlachten.
    Die Frau Werwolf sagt: "Des g'hööööööört so !!!

  9. #9
    Avatar von KleineGärtnerin
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    Falls du einen Flächenbrüter verwendest. Kann es sein, dass die gekauften Bruteier etwas größer (dicker) als die eigenen waren? Wenn du die gekauften mit den eigenen zusammen brütest, dann wäre es theorethisch möglich, dass diese Eier etwas näher am Heizdraht waren und somit etwas zu warm gebrütet wurden.
    Am Futter für die Elterntiere liegt es sicher nicht. Ich füttere meine Tiere auch so wie geschrieben und hatte auch noch nie solche Probleme.
    große Wyandotten in silber-schwarzgesäumt und gelb-schwarzgesäumt

  10. #10
    Avatar von gartenliesel
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    So, ich habe mal versucht ein Küken zu fotographieren.

    Die beide Kandidaten, die trotzdem laufen können sehen schon deutlich besser aus. Sie haben nur noch ein etwas verdrehtes Beinchen und die äußerer Zehe ist nach innen geklappt. Das läßt sich bei den befiederten Füßchen aber nicht fotographieren. Die beiden bekommen nachher ein Pflaster unter den entsprechenden Fuß, ähnlich wie bei einem Sichelzeh.

    Eins der Küken die nicht laufen konnten, hatte offensichtlich Schmerzen und hatte nur mit geschlossenen Augen rumgelegen und kraftlos vor sich hin gewimmert. Das musste nicht sein.

    Aber dieses kann sich zwar auch nicht alleine hinstellen bzw. laufen, aber es scheint zu wollen. Meist liegt es auf dem Bauch und versucht das Beinchen unter den Körper zu bekommen. Wenn ich es in die Nähe vom Wasser/Futter lege, frisst es auch selbsständig. Aber eine 24/7-Betreuung eines Huhn kann ich nicht leisten.
    Hier die Fotos:





    Mit Unterstützung läuft es auch, aber das Beinchen scheint keinerlei Gewicht zu tragen.



    Ein Leben ohne Hühner ist möglich, aber sinnlos.

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