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Thema: Die knöcherne Anatomie des Hühnerschnabels

  1. #1
    Moderator Avatar von zfranky
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    Die knöcherne Anatomie des Hühnerschnabels

    Immer wieder kommt es bei Laien und vermeintlichen Fachleuten ( Tierärzte, Züchter langjährige Hühnerhalter etc.) zu eklatanten Fehleinschätzungen hinsichtlich der Verknöcherung des Hühnerschnabels. Der Hühnerschnabel ist nämlich bis auf wenige Millimeter an der Spitze verknöchert und auch der Hornsaum am Schnabel ist nur 1-2 mm dick.

    Das wäre nicht weiter schlimm, wenn es nicht leider dazu käme, dass immer wieder Hühner verstümmelt werden, weil man mutig aber ahnungslos in den Schnabel hineinschneidet, um Fehlstellungen zu korrigieren.

    Die Folge ist eine äußerst schmerzhafte Amputation von Knochenanteilen, starken Blutungen der Weichteilanteile und der unwiderrufliche Verlust wichtiger Sensoren und Nerven in der Schnabelspitze (deswegen haben wir uns im Tierschutz auch so vehement für das Schnabelkupier-Verbot eingesetzt).

    Nicht selten müssen diese Tiere dann letztlich nach Qualen eingeschläfert werden, weil die Fähigkeit zum Picken und Fressen verloren gegangen ist.

    Nachwachsen kann das leider nicht, da amputierte Knochen beim Säugetier und Vogel leider nicht nachwachsen.

    Diese armen Opfer können vermieden werden, wenn man sich die Situation am Schnabel vor Augen führt.

    Deswegen habe ich jetzt mit Unterstützung eines Präparators einen Hühnerschädel so präpariert, dass der Schnabel erhalten geblieben ist. Die Fotos stelle ich hier ein.


    Liebe Grüße

    Frank
    Geändert von zfranky (02.09.2019 um 22:08 Uhr)
    nach 20 Jahren endlich wieder Hühner, spontaner Bruteier-Kauf bei Ebay, geliefert in die Packstation, Oktober 2014 erste Naturbrut... ein bisschen Natur in der Stadt..

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  2. #2
    Moderator Avatar von zfranky
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    Hier ist der Schädel in Seitenaufnahme. Man erkennt gut den Hornanteil des Schnabels.



    Mehr bleibt nicht übrig bei der Präparation, weil die dünne, nur verhornte Haut am Schnabelansatz sich beim Präparieren löst.
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  3. #3
    Moderator Avatar von zfranky
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    Hier nun der Unterkiefer separat:

    Von unten geschaut kann man gut den Hornschnabel erkennen:



    Von oben darauf geschaut erkennt man, dass der Schnabel von der Seite bis nach vorne aus Knochen besteht. Ist auch logisch, denn dort wachsen die beiden Unterkieferäste zusammen und dort ist die größte mechanische Belastung für den Unterkiefer beim Fressen und Picken. Da bedarf es auch einer stabilen Verbindung.

    Geändert von zfranky (02.09.2019 um 22:10 Uhr)
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  4. #4
    Moderator Avatar von zfranky
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    Zur Veranschaulichung zoome ich noch in die Unterkieferspitze hinein:






    Und weil man es auf dem Foto nicht optimal erkennt, markiere ich zur Veranschaulichung die Knochengrenze:




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  5. #5
    Moderator Avatar von zfranky
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    Das Gleiche nun für den Oberschnabel, der Hornanteil, der als Nase gerne übersteht, habe ich schwarz markiert.





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  6. #6
    Moderator Avatar von zfranky
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    Auch hier zoome ich noch einmal näher rein:

    erst von der Seite, die Knochen-Horngrenze wieder markiert:






    und von Unten auf die Schnabelspitze schauend:



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  7. #7
    Moderator Avatar von zfranky
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    Ich hoffe, hiermit einen Beitrag zu leisten, dass weniger Hühner verstümmelt werden.

    Das war mir auch aufgrund aktueller Diskussionen hier eine Herzensangelegenheit.

    Liebe Grüße

    Frank
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  8. #8
    Hühner Tyche Avatar von magda1125
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    Vielen Dank!

    Für die perfekten Bilder UND dein Anliegen..total Klasse!

    Die aktuelle Diskussion kenne ich nicht, aber die Bilder zeigen ja perfekt, wie wenig es im Zweifel zu "schnibbeln" gäbe!
    LG magda
    Im Adventswichteln freue ich mich besonders über New Hampshire- oder Wachtelbruteier
    "Wer jammert, hat noch Reserven!" K.Duve

  9. #9
    Avatar von Sulmtalerin
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    Danke dir, das ist mir sehr hilfreich gewesen, wollte das schon lange wissen!
    Liebe Grüße von der Sulmtalerin!

  10. #10
    Moderator Avatar von SalomeM
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    Tolle Bilder, sehr anschaulich und nachvollziehbar. Klasse!! Das tatsächlich nur so wenig Horn vor und seitlich der Knochen ist, war mir auch nicht bewusst. Zum Verständnis und ohne eine Diskussion aus der Frage zu machen: wenn Küken nach Schlupf der Schnabel kupiert wird (wird ja meist weggebrannt), wird dann bis in den knöchernen Bereich kupiert? Da der Schnabel nicht nachwächst, gehe ich davon aus.
    Es gibt zwei Worte im Leben, die Dir viele Türen öffnen werden: ziehen und drücken.

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