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Thema: Brauchen Enten Futter?

  1. #11
    Avatar von Okina75
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    Das hat nix damit zu tun, wie lange ein Tier domestiziert ist, sondern mit der Vielfalt des Lebensraums- in 'ner kahlen/ ökologischen Wüste verhungern dir auch Wildtiere, die so gar nicht domestiziert sind.

    Schon fünf (aber auch nur ein) Pärchen Enten grast/ grasen ohne weiteres zwei Hektar ab, wenn man sie lässt, und brauchen DANN nur ganz geringes Zufutter. Da wird dann morgens so ein bisschen alibimäßig aus dem Napf genommen, und dann geht es bis abends ab in die Pampa, wo nochmal ein paar Körner für die Nacht gefasst werden.
    Dann MUSS der Auslauf aber unabdingbar größere, am besten natürliche Gewässer beinhalten und muss auch sonst entengeeignet sein. Sprich, nicht hoch bewachsen (kaum 20 cm hoch), viele Randstrukturen (um Sträucher etc. herum), weicher Boden, insgesamt feucht und mit schattigen Ecken.

    Ansonsten muss man jedes Tier füttern, das man hält. Selbst das erwähnte Karnickel BRAUCHT Raufutter zugefüttert, wenn der Auslauf es nicht hergibt, weil sonst nämlich die Verdauung 'ne lange Nase dreht. Das einzige Tier, was man im Sommer nicht füttern muss, sind Gänse, weil die ausschließlich von Wiese leben können. Auch dazu muss aber die Wiese passen (Größe, Bewuchs), ansonsten ist auch diese Bequemlichkeit dahin.
    Geändert von Okina75 (04.08.2019 um 17:52 Uhr)
    Habe gerade 1000 Kalorien verbrannt- Pizza im Ofen vergessen...

  2. #12
    Avatar von ptrludwig
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    Kann mich noch an meine Kindheit erinnern, da hatten meine Eltern eine führende Warzenente, die ist abends mit ihren Küken nach Hause gekommen und die waren so satt das sie nichts mehr gefressen haben. Das allerdings nur bei der einen Brut, haben bestimmt zu einer bestimmten Zeit sehr viel gefunden. Ja und als Kind ist man bekanntlich sehr neugierig und ich wollte auch wissen was die Enten im Krieg bekommen haben. Mein Bruder der etwas älter als ich war musste sie immer hüten. Da war es tatsächlich so das sie nicht gefüttert wurden, wenn ein paar Küchenabfälle ja und für die Hühner hat man nach Regenwürmern gegraben ansonsten mussten sie vieles selbst suchen. An das Graben nach Regenwürmer kann ich mich sogar noch erinnern und ich bin 1950 geboren. Als Kinder haben wir fleissig Maikäfer gesammelt, die wurden auch sehr gerne von den Hühnern gefressen.
    Wenn Dir jemand sagt: Das geht nicht! Denke immer daran: Das sind seine Grenzen, nicht Deine.

  3. #13

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    ptrludwig, das ist interessant. Mein Partner erwähnt das mit dem Krieg auch immer wieder. Vielleicht sind die Enten es doch nur gewöhnt, gefüttert zu werden. Sie kommen ja auch dann, wenn sie schon was bekommen haben. Jetzt könnte ich schlussfolgern, nach den vielen Argumenten spricht es für Hunger. Wie groß war denn der Hof deiner Eltern, wenn ich fragen darf? Küchenabfälle gab es sicher mehr als bei 2 Personen, wie bei uns,oder?
    Und schließlich waren die Ente mit den Küken, die du erwähnt hast, so satt, dass sie nichts mehr fressen wollten. Was bei uns nicht der Fall ist. Das Letzte was ich will sind hungernde und verkrüppelte Enten.
    Kennt ihr ein Buch über Enten, indem auch deren Biologie ausführlich behandelt wird?

    Grüße

  4. #14

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    Achja und ein Buch über die Tierhaltung in der Kriegszeit wäre auch spannend!

  5. #15
    Avatar von PPP
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    Tiere, die wie heutzutage als Haustiere gehalten werden (auch wenn es im Grunde Nutztiere sind), kann man m. M. n nicht mit den in der Nachkriegszeit gehaltenen vergleichen. Diese wurden doch kaum ein Jahr alt? Tiere über den Winter zu bringen, erfordert nämlich ein Zufüttern. Das konnte man sich nicht leisten. Das Fleisch wurde selber dringend gebraucht, etc

    Hätte man nämlich die Tiere älter werden lassen, wären sie mit Sicherheit an irgendwelchen Mangelerscheinungen verendet. Genau wie heute auch...

    Tiere, die man heute im Winter selber essen will, füttert man zu, damit sie Fleisch ansetzen....Die, die man als reine Haustiere hält, füttert man zu, damit sie älter als nur 1-2 Jahre alt werden und gesund bleiben.
    Hier liegt der Unterschied nur im im Futter (geha!tvoll/kalorienreich oder gesund).
    Alles gut,....das Nati

    Ich verpasse alle Tage meines Lebens, wenn ich heute nur an morgen denke!
    (Clara Louise)

  6. #16
    Avatar von ptrludwig
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    Zitat Zitat von Lemi Beitrag anzeigen
    ptrludwig, das ist interessant. Mein Partner erwähnt das mit dem Krieg auch immer wieder. Vielleicht sind die Enten es doch nur gewöhnt, gefüttert zu werden. Sie kommen ja auch dann, wenn sie schon was bekommen haben. Jetzt könnte ich schlussfolgern, nach den vielen Argumenten spricht es für Hunger. Wie groß war denn der Hof deiner Eltern, wenn ich fragen darf? Küchenabfälle gab es sicher mehr als bei 2 Personen, wie bei uns,oder?
    Und schließlich waren die Ente mit den Küken, die du erwähnt hast, so satt, dass sie nichts mehr fressen wollten. Was bei uns nicht der Fall ist. Das Letzte was ich will sind hungernde und verkrüppelte Enten.
    Kennt ihr ein Buch über Enten, indem auch deren Biologie ausführlich behandelt wird?

    Grüße
    Es war nur ein kleiner Hof, ohne Knechte und Mägde, das Problem der Enten war, das da noch die Schweine waren die gerne Abfälle fraßen.
    Wenn Dir jemand sagt: Das geht nicht! Denke immer daran: Das sind seine Grenzen, nicht Deine.

  7. #17
    Avatar von Okina75
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    Lemi, mit welchen Grunderwartungen und vermeintlichen Grundsätzen willst Du denn an die Haltung rangehen? Irgendwie mag es mir so scheinen, dass Du ständig Birnen mit Äpfeln vergleichst.
    Die heutige ländliche Tierhaltungskultur und auch das gesamte Drumherum kannst Du in keinster Weise mit der zu Kriegszeiten alias vor 1960 gleichsetzen. Und erst recht nicht darauf abzielen, dass man, wenn das damals ging, es heute noch ganz genau so machen könnte, die Tiere nur "wieder lernen müssten", sich ihr Futter selber zu suchen.
    Das können heutige Enten, Hühner etc. pp. heute noch ganz genau so wie damals, nur hat sich die ländliche Infrastruktur, die Umgebung, die Vielfalt der Natur und so weiter und so fort im Vergleich zu damals beinahe zweimal um 180 Grad gedreht! Zum Beispiel haben sie früher grundsätzlich die Blumen- und Gemüsegärten eingezäunt, und die Tiere/ das Geflügel lief völlig frei umher. Und suchte sich das Seine in einer Umgebung, die an Artenreichtum und Vielfalt nicht mal mehr im Ansatz mit der heutigen zu vergleichen ist.

    Früher war es zB völlig hundschnurzpiepegal, wenn die Enten in einem Jahr oder auch zwei bis drei Jahre hintereinander sämtliche Kaulquappen und Insektenlarven aus einem Dorfteich gefressen haben. Es gab noch x weitere Klein- und größere Gewässer in der Umgebung, von wo jederzeit alles wieder zuwandern konnte. Heutzutage ist eine Population an Fröschen, Kröten, Libellen etc. mal eben erloschen, wenn ein Entenkommando einen Teich ausräumt. Weil, soweit noch vorhanden, die umgebenden Gewässer größtenteils vollkommen überdüngt und artentechnisch wie auch vom Individuenreichtum derart verarmt sind, dass eine solche Katastrophe wie eine "frei fressende" Ententruppe ganz einfach mal der Todesstoß sein kann.

    Man kann heutzutage seine Tiere schlicht nicht mehr so halten und ernähren wie noch bis maximal Ende der 70er (im Osten entsprechend Ende der 90er/ Mitte der 00er Jahre). Das geht schon mit Tauben nicht mehr, die nun wirklich das anspruchsloseste aller Geflügel sind/ waren, und da geht es mit allen anderen erst recht nicht mehr, tut mir leid, den Zahn ziehen zu müssen. Schön wäre es, ist aber nicht mehr zu machen. Außer man hat wirklich Hektare an Eigenland, die man sehr naturnah hält- dann ja. Aber eine ganz normale heutige Geflügelhaltung ist so nicht mehr zu machen.
    Habe gerade 1000 Kalorien verbrannt- Pizza im Ofen vergessen...

  8. #18

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    Danke Okina75, ptrludwig und PPP, eure Argumente haben mir sehr weitergeholfen! Hab wieder viel dazugelernt. Ich freue mich darüber, weil wir ziemlich allein da stehen, da es niemanden hier gibt, der sich mit Enten/Geflügel auskennt. Nicht mal die Tierärzte.

  9. #19
    Avatar von Okina75
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    Tut mir wirklich sehr leid, aber ich habe gesehen, was sich Enten und Gänse unter artgerechter Haltung vorstellen, mit der es dann auch quasi kaum Zufutters bedarf.
    Im Zivi mitten in Brandenburgs Pampa hatten wir beides, alle zusammen aufgezogen, und als die erwachsen waren, haben sie mich gelehrt.

    Seinerzeit war es Herbst/ Winter bis etwa März/ April, und die sind in der Zeit morgens aus dem Stall, haben nur bissel im Stall gefressen, und sind dann losmarschiert. Vom Gelände runter, in die Wiesengräben rein, und denen folgend bis mitten auf eine 120 ha große Wiese. Wo sie sich den ganzen Tag um die Ohren schlugen, auch oft mit wilden Graugänsen zusammen, und dann abends wieder kamen. Noch bissel aus dem Napf fraßen, und wieder in den Stall.
    Die haben da, wirklich in der Brandenburger Pampa, selbst im Winter genug gefunden, dass sie abends kaum Hunger hatten. Die Pekingente hat immer noch fein ihr Ei im Stall gelegt, und so ging das wie gesagt monatelang. Bis zur Brutzeit, wo sie dann wieder auf dem Gelände von etwa zweieinhalb Hektar blieben, und da dann auch genug fanden, um ebenfalls kaum Zufutter zu brauchen.
    Man braucht wenige Tiere und VIEL Platz, dann geht es ohne bzw. mit kaum Zufutter. 1 ha setze ich dafür als Mindestgröße an, vllt. auch 5000 m², wenn die sehr vielfältig sind, darunter muss man aber, wie sagt man? In exponentiell ansteigender Rate zufüttern, je kleiner die Fläche ist.
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  10. #20
    Avatar von Widdy
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    Meine 7 sind auf unserem recht grossen Grundstück den ganzen Tag unterwegs, und am liebsten tummeln sie sich auf unseren Hochbeeten oder im verwilderten Garten rum.
    Jetzt nach dem Regen waren sie den kleinen, schwarzen Nacktschnecken auf der Spur, und Heuschrecken-Fangen lieben sie.
    Dennoch wird jeden Abend im Stall beim Körner-Buffet kräftig zugelangt und dann der Schnabel im Wasserbecken gespült. Sand ist auch immer zur Verfügung, so geht der fast nicht loszuwerdende Schneckenschleim besser runter und wird dann auch mit Wasser nachgespült.

    Zur Frage ob eingezäunte Enten zusätzlich Futter brauchen kam mir spontan der Spruch meines verstorbenen Chefs in den Sinn: "Auch der schönste und teuerste Mercedes läuft nicht ohne Sprit".

    Auch die Gänse haben jeden Abend einen frisch gefüllten Körnernapf, da ist jedoch der Hunger recht unterschiedlich.
    Tiere sind meine Freunde, und ich esse meine Freunde nicht. Georg Bernard Shaw 1856-1950.

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