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Thema: bedrohte deutsche Rassen

  1. #21

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    Zitat Zitat von claud Beitrag anzeigen
    Hallo, das ist mir schon klar. Wenn ich mich für eine dieser bedrohten Rassen entscheide, dann natürlich, um diese Rasse durch Nachzucht zu erhalten und ggf. weiter zu verbreiten. Eine Zugehörigkeit im SV wäre für mich dann auch interessant. Ausserdem bin ich Mitglied in einem RGZV und könnte auf unseren Vereinsausstellungen helfen, diese Rasse bekannter zu machen.
    Ausstellen ist immer gut und mind. so wichtig, eher noch wichtiger als Werbung im Internet.

    Wir hatten Sachsenhühner in gesp und aktuell noch ein paar wenige in gelb und schwarz. Tolle, leistungsstarke Rasse und nicht so wild und flüchtig wie Italiener, aber auch nicht so ruhig wie Brahma oder Orpington. Es ist quasi eine typische "Zwischentyprasse".

    Man muss allerdings aufpassen und schauen, woher man Tiere/BE bekommt. Leider gibt es zu viele Züchter auch im SV, die nicht mehr die ursprüngliche Zuchtidee von kleinen Kämmen und vollem, langen Schwanz verfolgen.

    Bei Interesse kann ich dir ggf. Kontaktdaten vermitteln.

    MfG
    Cubalaya, blau-zimtfarbig

  2. #22
    Avatar von claud
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    Was mich mal interessieren würde: wenn eine Rasse vom Aussterben bedroht ist, kommt es da nicht zwangsläufig zu Inzucht? Sind nicht irgendwann alle Zuchtstämme miteinander verwandt? Oder ist das vielleicht nicht so schlimm? Bin neugierig...

  3. #23
    Avatar von Jussi
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    Hallo Claud,

    da hast Du recht... das ist schon ein großes Problem, zumindest, wenn man so eine nur noch in sehr geringer Population vorhandene Rasse, wie die Augsburger züchtet. Man kann zwar schon einige Jahre auch direkte Verwandtschaft miteinander verpaaren, aber irgendwann kommen dann die ersten Anzeichen der Inzucht hinzu. Die Eier werden kleiner, Befruchtungs- und Schlupfrate sinkt, Tiere werden kleiner, anfälliger usw. Im Umkehrschluss heißt das, dass uns gar nichts anderes übrig bleibt, als auch Tiere anderer, natürlich möglichst ähnlicher Rassen, einzukreuzen. Ich kenne Augsburger Züchter, die Kastilianer, Australorps, Sachsen mit eingebracht haben. Das ist bei uns dann wieder ein großes Problem wegen der gewünschten Kronenkämme. Da wir die reinerbige Linie haben, fallen zwar teilweise schon in der F1-Generation wieder die ersten Kronenkämme, aber es dauert immer einige Jahre, bis die nach strenger Auswahl der Zuchttiere dann auch wieder so "schön" sind, wie sie sein sollten... und dann muss man eigentlich fast schon wieder eine Blutauffrischung anstreben... Naja, aber wir lieben ja die Herausforderung !

    Bei Rassen, in denen die Population wenigstens etwas höher ist, gibt es auch Zuchtringe. Z. B. bei den Vorwerkhühnern. Da werden dann quasi die Hähne untereinander getauscht.

    Ich hoffe, ich konnte Dir etwas weiter helfen.
    Gefiederte Grüße von den 1,8 Alt- und 1,8 Jungtieren unserer super tollen Augsburger , Mixhenne Silvester und 1 Silvester-Junghenne!

  4. #24
    Avatar von ahoeh
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    Zitat Zitat von SetsukoAi Beitrag anzeigen
    Ist zwar keine Rasse die in deinem Fokus ist, aber ich mache gerne Werbung für die Bergischen Schlotterkämme.

    Leider kann ich sie nicht mehr halten, ich mochte sie aber sehr gerne. Allerdings sind sie sehr eifrige Futtersucher und sehr Selbstständig, Brüten sehr, sehr selten und legen dafür aber gut. Und sind hübsch anzusehen.

    Ich sehe sie nur noch sehr selten auf Ausstellungen, wenn dann meist in Schwarz. Schwarz-gelb gedobbelt hab ich schon EWIG keine mehr gesehen.

    Es gibt sie in schwarz, schwarz-weiß gedobbelt und schwarz-gelb gedobbelt, auch in gesperbert (wobei ich da nicht weiß, ist es ein Deutschter Sperber oder ein Bergischer Schlotterkamm).

    So weit ich weiß haben nur die Krüper und die Bergischen Schlotterkämme die Farbbezeichnung: "gedobbelt".

    Anhang 210684 Anhang 210692 Anhang 210691 Anhang 210690 Anhang 210689 Anhang 210688
    Anhang 210687 Anhang 210686 Anhang 210685 Anhang 210693
    Zu den Bergischen Hühnerrassen ein kleiner Tipp: Bei der Landesverbandsschau des LV Rheinland in Rheinberg ist die Hauptsonderschau der Bergischen Hühnerrassen in diesem Jahr angeschlossen.
    Dort kann man sich diese äußerst bedrohten Hühnerrassen dann auch mal in den verschiedenen Farbenschlägen ansehen. Die Bergischen Schlotterkämme zählen übrigens zu den ältesten Hühnerrassen Deutschlands. Schade dass sie bedroht sind.
    https://www.lvrr.de/lv-schauen/

    Viele geflügelte Grüße
    Andrea
    Italiener rebhuhnhalsig - La Flèche schwarz, blau - Warzenenten blau-wildfarbig - Pommerngänse gescheckt - bunte Hühnertruppe

  5. #25
    Avatar von Bohus-Dal
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    Zitat Zitat von Jussi Beitrag anzeigen
    Im Umkehrschluss heißt das, dass uns gar nichts anderes übrig bleibt, als auch Tiere anderer, natürlich möglichst ähnlicher Rassen, einzukreuzen.
    Das ist hier anders. Landrassen sind per Definition alte, lokal angepaßte Rassen. Fremde Rassen werden NIEMALS eingekreuzt, dann wären es keine Landrassehühner mehr, sondern nur Mixe. Ich habe meine Schwedischen Warzenenten damals als echte gekauft und wollte Genbank werden. Die Züchterin, von der ich sie kaufte, war natürlich selber Genbank, aber der haben sie plötzlich nach mehreren Jahren die Genbank entzogen, weil sie irgendwann eine Regel geändert haben, nach der die rassereine Herkunft soundsoviele Generationen mit hundertprozentiger Sicherheit zurückzuverfolgen sein muß, das traf dann auf ihre Tiere nicht mehr zu, da war irgendwann mal eine unklare Lücke. So bekam ich auch meine Papiere nie. Mir wurden neue Tiere angeboten, aber mir war das dann zu doof, offensichtlich war man auf meine Hilfe ja nicht angewiesen, und ich hatte viel Zeit damit verbracht, die Warzis einzugewöhnen und zahm zu machen und wollte lieber diese ohne Papiere behalten.
    Grundsätzlich finde ich das aber gut (wenn auch in diesem Fall etwas übertrieben, nichts wies ja darauf hin, daß da was anderes eingekreuzt wurde, und vorher hatten sie ja getaugt). Aus schwedischer Perspektive stellen sich einem die Haare zu Berge, wenn man liest, daß andere Rassen in die Augsburger eingekreuzt wurden Aber im Falle der Bohuslän-Dals Svarthöna bin ich inzwischen der Meinung, man sollte einmal die Einkreuzung meinetwegen eines Ayam Cemani-Hahns zulassen und dann zurückkreuzen. Deren Genpool war so extrem eng, man fand damals nur noch vereinzelte Tiere. Immer wieder hört man, daß sie u.a. bei der Fortpflanzung diverse Probleme haben, mein Avatarhahn war z.B. steril, meine jetzige Henne hat immer nur unbefruchtete Eier gelegt (liegt nicht an den Hähnen), sie bekommen leicht Eileiterentzündungen (meine erste Henne starb daran), die Befruchtung ist schlecht, nicht mal die Marekresistenz ist gegeben, und das bei einer Landrasse!! Als ich vor ein paar Jahren Bruteier suchte, telefonierte ich ganze Listen mit Züchtern durch, die alle die Rasse nicht mehr hatten, und alle gaben die schlechte Gesundheit als Grund an. Auch die Legeleistung kommt selten oder nie an die in der Rassebeschreibung angegebene heran. Die scheinen kaum noch überlebensfähig zu sein
    Grünlegemixe 1,9,5; Dals-Pärlhöna 0,3; Bohuslän-Dals svarthöna 0,1; Hedemora 0,1; Marans 0,1; Warzenente 1,2; Katze 2,0

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