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Thema: Ist Ruhe und Rast alleine schon die beste Mast?

  1. #31
    Avatar von LadyDzuranya
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    Toller Bericht! Vielen dank dafür!

  2. #32

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    Super, vielen Dank dass Du Dir so viel Mühe machst um uns an Deinen Erfahrungen teilhaben zu lassen.
    Viele Grüße, Sabine

    0.1 Dresdner, 1.4 Dorking, 0.1 Dorking-Grünleger-Mix, 0.2 Mechelner
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  3. #33

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    ... Danke. Ich berichte hier ganz gern, weil das für mich auch teilweise Neuland und der Austausch mit euch darüber oft interessant und inspirierend ist

    Ein ähnliches Projekt führt man übrigens grade mit Koberindern Dummerstorf durch:
    https://www.ardmediathek.de/tv/W-wie...entId=36861524
    Ich bin aber nicht sicher, ob der Forscher bei Sekunde 30 den Sinn von Musik und Massagen bei der traditionellen Haltung verkennt: Freilauf ist wie Training bei dem der Muskel erstarkt weil mehr Muskelfasern die Fettdepots verdrängen. Genau das Gegenteil, nämlich die Einlagerung von Fett ins Muskelgewebe ist aber Ziel der Koberinderzucht. Gehaltvolles energiereiches Esssen und ein stressarmes Leben in Muse und körperlicher Ruhe könnten nach meinem Eindruck durchaus beide für den gewünschten Effekt wichtig sein. Der Forscher dort sollte vielleicht mal schauen, ob sich durch Musik und Massagen nicht weniger Stresshormone im Blut seiner Rinder zeigen. Vorstellen könnte ich mir das durchaus, wenn ich sehe, wie sehr es z.B. unser Hund geniesst gekrault und massiert zu werden.
    Ich habe mal gehört, dass ein japanischer Bauer sogar Bier füttert, um die Tiere noch ruhiger zu machen, ein Effekt, der mir aus eigener Anschauung durchaus bekannt ist.

    Seit dem mir diese Zusammenhänge so vor Augen geführt wurden, habe ich mit vorgenommen, wieder etwas öfter Joggen zu gehen und weniger Bier zu trinken

    Gruss Oliver
    Geändert von Oliver S. (30.10.2018 um 11:20 Uhr)

  4. #34

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    ... nachdem in den letzen 50 Jahren oftmals behauptet wurde, Fett im Essen macht uns zu fett, könnte man ja denken, dass fette Bressehühner und Koberinder für die menschliche Ernährung schlecht seien.
    In der Wissenschaft hat sich inzwischen aber eine differenziertere Auffassung entwickelt, die hier von Herrn Prof. Spitz erklärt wird:



    Demnach kann Fett durchaus fitt machen, wenn man die richtigen Fette im richtigen Verhältnis isst.

    LG Oliver
    Geändert von Oliver S. (30.10.2018 um 11:19 Uhr)

  5. #35
    Avatar von sternenstaub
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    Vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht. Das ist sehr interessant. Wenn ich das richtig verstehe, müssen die Masthähne mindestens 3 Wochen separat und mit weniger Bewegungsmöglichkeit stehen, um Fett ins Muskelgewebe einzulagern. Hm.
    Evtl. probiere ich das nächstes Jahr doch mal mit meinen Zwerg-Lachsen und deren Mixen, ein separater Kükenbereich ist ja da.
    Gruß sternenstaub
    unser Zoo : Seramas - R.I.P Fine und Lora, Zwerg-Lachse und ein bunter Hühnerhaufen - R.I.P Mechthild, meine Schlaueste, Katze Zita, Hund Turka - und Benny in unseren Herzen

  6. #36

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    Zitat Zitat von sternenstaub Beitrag anzeigen
    ...Wenn ich das richtig verstehe, müssen die Masthähne mindestens 3 Wochen separat und mit weniger Bewegungsmöglichkeit stehen, um Fett ins Muskelgewebe einzulagern. Hm.
    Evtl. probiere ich das nächstes Jahr doch mal mit meinen Zwerg-Lachsen und deren Mixen, ein separater Kükenbereich ist ja da.

    Ich bin in den letzten Tagen nicht ins Forum hinein gekommen, daher antworte ich erst jetzt: Also ich habe am 11, 18, und 24. Tag der Mast geschlachtet und hatte den Eindruck, dasss der 1. noch relativ festes bis leicht zähes Fleisch hatte während der 2. zarter und der 3. sehr zart war und dem Bresshuhn schon sehr nahe kam.

    In der Bresse mästen sie
    Hähnchen um die 10 Tage ("...dizaine de jours..."),
    Hennen vor dem Legebeginn wenigstens 3 Wochen (...minimum trois semaines... ) und
    Kapaune mehr als einen Monat ("plus d’un mois")

    Ich denke, man könnte das in etwa diesem Rahmen seinen eigenen Gegebenheiten anpassen.
    Wenn es jemand von euch ausprobiert, würde mich vor allem Interessieren, ob ihr meinen Eindruck teilen könnt, dass die Hähnchen duch diese Form der Mast nicht gestresst wirken sondern es eher geniessen ungestört und ohne Anstrengung fressen zu können, wobei ich allerdings in Abweichung von der Mast in der Bresse, die Tiere nicht in Dunkelheit gehalten habe und ihnen ein paar qm Kückenstall zum Bewegen überlassen habe.
    LG Oliver
    Geändert von Oliver S. (02.11.2018 um 23:31 Uhr)

  7. #37

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    ... noch ein kleiner Tipp:
    Der letze Orpingtonhahn, sollte je eigentlich noch für Nachwuchs sorgen. Leider hat der Sturm nachts das Dach des Hühnerstalls ein wenig verschoben, so dass der Fuchs den Hahn durch einen Spalt erwischen aber nicht aus dem Stall ziehen konnte. Schwerverletzt musste ich den armen noch in der selben Nacht schlachten, ohne dass ich ihn vorher ein paar Tage mästen konnte. Auch aus ihm habe ich einen Coq alla creme gemacht aber weil er mit über 4 kg bereits so gross war, konnte ich nach einer Woche Lagerzeit im Kühlschrank nur eine Hälfte verarbeiten. Da ich nur wenig Zeit hatte, musste die andere Hälfte eine ganze weitere Woche auf ihre Zubereitung warten.
    Ich war ja schon sehr skeptisch, ob das Fleisch nach 14 Tagen im Kühlschrank (im Kühlfach bei ca. 0°C) überhaupt noch genießbar sein würde. Da der Geruch aber unauffällig war, habe ich es so zubereitet wie die andere Hälfte eine Woche zuvor. Das Fleisch, dass nach 1 Woche ganz ok war, war nach der 2. Wochen auffallend zarter, saftiger und mürber und meiner Meinung nach quasi mit dem Bressehuhn vergleichbar.

    Mein Tipp für ein besonders gutes Fleischhuhn wäre nach diesen Erfahrungen also:

    Freilauf auf Grünland und Auswahlfutter bis kurz vor oder nach Geschlechtsreife dann
    2-3 Wochen Mast mit Milch und Mais in ruhiger, stressfreier Ambiance, ohne grössere körperliche Anstrengungen bis Fett in die Muskularur eingelagert wird und
    nach dem Schlachten bis zu 14 Tage Fleischreifung bei nahe 0°C.

    Gruss Oliver

  8. #38

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    kleiner Nachtrag:
    Mit 8 Monaten und 3 Wochen wurde auch der in Beitrag 14 erwähnte Freilaufhahn (Mechelner/Orpi-Mix) geschlachtet, nachdem er seine Gene auf eine am 13.1.19 geschlüpfte neue Generation von Küken übertragen konnte. Er wog am Schlachtmorgen 5042 g lebend und 3668 g küchenfertig. Da er aufgrund der winterlichen Witterung in den letzten Wochen eh keinen Auslauf ausserhalb der Voliere hatte, erübrigte sich eine Mastphase. Sein Fleisch war zwar aromatisch und wohlschmeckend, musste vor dem Kochen allerdings gründlich (mit der Kombizange!) von Sehnen befreit und kleingewürfelt, sowie längere Zeit (ca. 1.5-2 h) in Sahne zartergekocht werden.
    Oliver
    Geändert von Oliver S. (06.03.2019 um 22:24 Uhr)

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