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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sommerekzem beim Pferd



pantoffelmieze
22.08.2014, 14:03
Hallo Ihr Lieben,

wer kennt sich mit Sommerekzemen beim Pferd aus.

Mein Shetty ist die letzten 2 Tage sprichwörtlich explodiert, ich habe ihn seit langen Jahren und hatte noch nie........:heul:help:help:help

- wie pflegt man das ?
- macht scheren Sinn (er hat schiebt schon ziemlich) ?

Ich bin für alle Tipps offen.

Danke schon mal.

LG Tina

elja
22.08.2014, 14:27
das ist ein ganz großes Thema, zu dem es eigeneForen gibt, die sich nahezu ausschließlich damit beschäftigen.
Ich habe seit 2001 Erfahrungen mit Ekzemern sammeln dürfen, jeder ist anders.

Zuerst musst Du abklären, ob es wirklich Ekzem ist. Wenn das Shetty das noch nie hatte, ist es eher unwahrscheinlich, dass es ein Ekzem ist, die kommen nicht in zwei Tagen. Oder bist Du umgezogen, z.B. von der Nordsee in ein Mückengebiet? Wie alt ist das Shetty? Wie wird es gefüttert?

Also Hautgeschabsel nehmen lassen, es können ein Pilz, Bakterien oder z.B. auch Haarlinge sein
Wenn das schon abgeklärt ist, dann kann es ein Ekzem sein, muss aber nicht. Es kann auch eine Futtermittelallergie sein.

Was Du auf jeden Fall schon mal machen kannst, ist das Pony in eine Ekzemerdecke zu packen. Aber Achtung, ich meine wirklich ein Ganzkörperkondom und keine Fliegendecke. Und auf jegliches Fertigfutter verzichten, auch auf jegliche Futterzusätze.

Dann kannst Du dich in Ruhe zu dem Thema weiterbilden....

Meine bisherigen Erfahrungen:
Bio-Heu, Bio-Stroh, kein Fertigfutter und auch keins, das angeblich für Ekzemer ist, im Herbst-Fellwechsel das normale Mineralfutter von Hyppolit mit 1/4 der angegeben Dosierung und ggf. Ganzkörperkondom.
Am wichtigsten war bei meinen beiden Ekzemern die Umstellung auf unbelastetes Rauhfutter und kein Fertigfutter.

chicken@aut
22.08.2014, 14:28
Versuch mal das Killitsch (weiß net ob man das so schreibt) bekommst beim Krämer
Wir haben auch einen Ekzemer es heilt es nicht aber es verbessert die Situation :)

pantoffelmieze
22.08.2014, 14:43
schon mal danke.

So ganz unbeleckt bin ich in der Pferdehaltung nicht.

Der Bursche ist 21 Jahre alt, hat die letzen Jahre immer Probleme mit dem Abhaaren und im Fellwechsel.
Im Blut haben wir nichts gefunden, Haarproben auf Pilz, Haarlinge negativ.

Er wird mässig bewegt und ist tagsüber auf der Koppel und Abens zuhause im Offenstall.
Ich habe ausreichend Grünland zur Verfügung im Wechselkoppeln zu haben.
Gefüttert wird kein Schnickschnak . Heu , und eine Hand voll Kraftfutter und wöchentlich Mineralfutter. Während des Umhaarens habe ich im Frühjahr einen Zink-Selen Zusatz gemacht.

Die Tiere stehen auf Sägmehl und bekommen Stroh im Futternetz.

Eine Ekzemerdecke ist klar. kaufe ich.

Ich will auch nicht das sau-teure Mittel von der FA XY kaufen, denn das hilft nur dem Geldbeutel des Herstellers.

Vielleicht muß ich mich genauer ausdrücken:

- wie kann ich die Haut jetzt pflegen (mgl. wenig allergenträchtig , syntetisch? )
- macht scheren Sinn, damit ich die Haut besser pflegen kann.

LG Tina

Lausi92
22.08.2014, 14:47
Hallo,

Pflege mit Babyöl oder Ballistol! Wir züchten seit 20 Jahren, hatten allerdings noch nie einen Ekzemer. Ich weiß nur das die zwei Sachen gegen Juckreiz helfen. Und eventuell mal Zink dazu füttern. Aber dazu würde ich in einem extra Pferde Forum schlau machen.

Lg Deborah

chicken@aut
22.08.2014, 14:50
Versteh dich schon,also genauer:
Unser Ekzemer darf am Tag im Sommer gar nicht raus nur in der früh ab 5uhr und am Abend da sie sich sonst blutig scheuert!
Haben mit dem TA so ziemlich alles versucht (Decke, Spritzenlieferung, mittel aus der Schweiz .....) nur das Mittel das geben wir rauf, wenn wir das Pferd ohne shampoo gewaschen haben und dann verteilen wir es auf die Betroffenen stellen, nimmt den Juckreiz und sie scheuern nicht mehr! Verwenden das jetzt seit 5 Jahren und es geht ihr um wesentliches besser! Und man kommt ewig damit aus!
Also es zahlt sich wirklich aus! Haben die 13 Jahre davor wirklich alles versucht waren sogar auf der VEt Uni und nichts hat geholfen!
Im Gegensatz zu den verbundenen Kosten ist das Mittel von XY wirklich preisgünstig und es hilft dem Pferd über die akute Zeit!

Ps geschoren haben wir sie auch einmal nur da war es mit ihr komplett aus! :(

sil
22.08.2014, 17:18
So jetzt mal aus der Ferne, ohne das Pferd gesehen zu haben, finde ich es schwierig, irgendeinen hilfreichen Tipp zu geben. Jedes Pferd ist anders, jedes Ekzem hat seinen eigenen Auslöser, was bei einem hilft, hilft beim anderen noch lange nicht.
Beispiel: Norwegerstute, 2 jährig mit Ekzem gekauft (offener, blutiger Mähnenkamm, völlig blutig und kahl gescheuerte Schweifrübe), kriegte einen hysterischen Anfall nach dem anderen, wenn sie nur meinte, eine Mücke zu hören. Nach vier Jahren Eigenblutbehandlung war das Ekzem praktisch verschwunden und das Pferd das coolste der Welt. Anderes Beispiel: Islandwallach, als Sportpferd importiert, wegen Ekzem als Freizeitpferd verkauft, brachte die neue Besitzerin zum Verzweifeln, weil gegen jede Behandlung resistent und eigentlich weder reitbar, noch wie ein Pferd zu halten. Ertrug nur abgedunkelte Box. Eigenblutbehandlung schlug nur bedingt an. Bekam beim geringsten Streß jeweils einen Ekzemschub. Inzwischen ist er 26, hat seine innere Gelassenheit zum großen Teil wiedergefunden, lebt mit Sonderbehandlung, aber ohne Decke ganzjährig im Offenstall/auf der Weide.
Den Beitrag von Elja möcht ich auf jedenfall mit unterschreiben.
Wie äußert sich das Ekzem denn? Offene Stellen, dicke Haut, Beides?
Ist der Mähnenkamm dick oder blutig, hat es sich bei meinen immer bewährt, die Mähne abzuschneiden. Ein Erste-Hilfe-Mittel ist auf jeden Fall Ballistol.
Brust, Bauchnaht, andere Körperstellen nicht scheren, nur gut schmieren.
Evtl mal Equimyl ausprobieren (Shampoo und Lotion). Hilft nicht bei allen, aber bei manchen recht gut.

pantoffelmieze
22.08.2014, 18:21
An Alle erst mal vielen Dank.

LG Tina

Tanny
22.08.2014, 18:33
Hallo Tina,
zunächst einmal würde ich mal, um es abzukürzen, alles sofort unterschreiben, was Elja bereits geschrieben hat - abgesehen vom Hippolyte (da habe ich nicht die besten Erfahrungen mit - aber das ist ein andres Thema).

Was mir allerdings auffällt ist Deine mehrmalige Betonung, dass Dein Pony neuerdings Probleme mit dem Fellwechsel hat und dass es 21 jahre ist.

Zusammen mit der Tatsache, dass es vorher nie Ekzem hatte, würde ich spontan auch darauf tippen, dass eine andere Ursache bzw. Erkrankung zu Grunde liegt.

Eine ganze Reihe Stoffwechselerkrankungen haben unter anderem auch ekzemartige Hautprobleme im Symptomprogramm.

Z.B. Cushing, PSSM evtl. sogar EMS, obwohl da meist eher Hufrehe als Hautprobleme auftritt.

das sind alles Erkrankungen, die nicht sein müssen, die ich aber (als gebranntes Kind) sinnvollerweise mit ausschließen würde, damit man nicht viel Zeit und Geld vergeblich in symptomatische Pflege und Behandlung steckt.

In diesem Forum gibt es sehr gute Ansprechpartner und vor allem auch eine umfangreiche, übersichtliche und hilfreiche Datenbank zu Symptomen, Diagnostik, alternativer und schulmed. Behandlung etc.

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl

Ich denke, wenn Du da Deine fragen einstellst, wird Dir sehr schnell jemand die links zu dn passenden Infos geben können :)

LG
Kirstin

pantoffelmieze
22.08.2014, 18:41
Hallo Tina,
zunächst einmal würde ich mal, um es abzukürzen, alles sofort unterschreiben, was Elja bereits geschrieben hat - abgesehen vom Hippolyte (da habe ich nicht die besten Erfahrungen mit - aber das ist ein andres Thema).

Was mir allerdings auffällt ist Deine mehrmalige Betonung, dass Dein Pony neuerdings Probleme mit dem Fellwechsel hat und dass es 21 jahre ist.

Zusammen mit der Tatsache, dass es vorher nie Ekzem hatte, würde ich spontan auch darauf tippen, dass eine andere Ursache bzw. Erkrankung zu Grunde liegt.

Eine ganze Reihe Stoffwechselerkrankungen haben unter anderem auch ekzemartige Hautprobleme im Symptomprogramm.

Z.B. Cushing, PSSM evtl. sogar EMS, obwohl da meist eher Hufrehe als Hautprobleme auftritt.

das sind alles Erkrankungen, die nicht sein müssen, die ich aber (als gebranntes Kind) sinnvollerweise mit ausschließen würde, damit man nicht viel Zeit und Geld vergeblich in symptomatische Pflege und Behandlung steckt.

In diesem Forum gibt es sehr gute Ansprechpartner und vor allem auch eine umfangreiche, übersichtliche und hilfreiche Datenbank zu Symptomen, Diagnostik, alternativer und schulmed. Behandlung etc.

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl

Ich denke, wenn Du da Deine fragen einstellst, wird Dir sehr schnell jemand die links zu dn passenden Infos geben können :)

LG
Kirstin

Liebe Kristin,

danke.

Auf Cushing haben wir auch getippt, aber dafür steht er zu gut im Futter ;)

Auch mein Verdacht ist eine Stoffwechselgeschichte, denn letzte Woche ging er 1 Tag lahm (Huf leicht warm) am nächsten Tag weg !!! Ich tippe auf ein Stoffwechselproblem ähnlich eines Reheschubes.

Ich habe dieses Jahr 3 neue Koppeln hinzubekommen, es kann auch sein, daß hier ein Mückenbefall der anderen Art ist.

Ich habe letztes Frühjahr eine Blutuntersuchung gemacht (ohne nennneswerten Befund) werde ich jetzt gleich wiederholen.

LG Tina

Ruapehu
22.08.2014, 18:58
Ich hatte viele Jahre Ekzemer, ich schwöre auf Ökozon Typ 5, Decke finde ich persönlich nicht so toll, aber das muß jeder für sich entscheiden. Ob er nun Ekzem hat .. nun wenn er auf die Kriebel massiv reagiert , dann würde ich da was machen, aber zur Zeit ist es ja kühl und windig, da müßte wenn, Ruhe sein .. ich drück die Daumen das es kein Ekzem ist

Nicolina
24.08.2014, 23:55
Wenn Kriebelmücken der Auslöser sind, hilft dieses sehr zuverlässig: http://www.nettexequine.com/products/midge-control/itch-stop-salve-summer-freedom.
Bekommt man in Dtl bei https://www.bestesfutter.eu/secure_index.html

kniende Backmischung
25.08.2014, 07:20
Z.B. Cushing, PSSM evtl. sogar EMS, obwohl da meist eher Hufrehe als Hautprobleme auftritt.

Daran hab ich auch sofort gedacht! Dass das Pony gut im Futter steht, hat nix damit zu tun! Gerade bei EMS stehen die Pferde gut im Futter (was genau das Problem ist!) und auch Reheschübe gehören genau dazu.
Ich würde den TA auf deinen Verdacht aufmerksam machen und dann gezielt untersuchen lassen. Übrigens bekommen meine Shettys keinerlei Kraftfutter!!
Nur Magerwiese (damit ist nicht etwa ne abgefressene Wiese gemeint, sondern eine ungedüngte mit fructanarmen Gräsern, auf die ich die Ponys erst dann 24 Stunden lasse, wenn die Grashalme hart sind - also so ab Juli) und im Winter gutes Heu. Als Leckerlie verwende ich Heucops und wenn ich gaaanz großzügig bin, bekommen sie mal n Möhrchen oder n Apfel - das aber eher selten.

Mir erscheint eine plötzliche, heftige Reaktion auf die Gnitzen eher unwahrscheinlich. Sollte es aber doch eine allergische Reaktion auf diese sein, kann ich dir Neem-Spray empfehlen. Das hat bei unserem schlimmen Ekzemer (blutiger, geschwollener Mähnenkamm, ebensolche Schweifrübe und außerdem auch noch Schultern, Bauch und Kruppe heftig betroffen) wahre Wunder gewirkt.

Zunächst hat er sofort eine Ekzemer-Decke bekommen, dann haben wir die blutigen, entzündeten Stellen mit Ballistol behandelt und ihn jeden Tag einmal mit einer 5 %igen Neemöl-Lösung eingesprüht. Nach kürzester Zeit ist die Haut abgeheilt und im nächsten Sommer hatte er sogar wieder lange Haare an Mähne und Schweif :)
Bis zu seinem Ableben haben wir ihn, sobald die Mückensaison los ging, täglich mit Neem eingesprüht und er trug brav seine Decke. Nach zwei Jahren hätte man nicht mehr erkannt, dass er mal so schlecht dran war :bravo
Er wurde übrigens 41 Jahre alt und konnte sich die letzten 15 Jahre einer juckfreien Zeit erfreuen :)

LG Silvia