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Hühner-Mädel
17.08.2006, 21:51
Schicksal der Legehennen besiegelt

Deutscher Tierschutzbund, Bonn, Pressemeldung vom 31.07.06


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Frist läuft ab: Schicksal der Legehennen besiegelt


Am 7. April hatte der Bundesrat das Verbot der Käfighaltung für Legehennen im Rahmen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung aufgehoben. Nach Wunsch der Länderkammer sollen die Hühnervögel zukünftig in ausgestalteten Käfigen gehalten werden.

Der Deutsche Tierschutzbund hat diesen Rückschritt in der Tierhaltung stets kritisiert.Auch die beschlossenen Haltungsvorschriften für Schweine lehnt Europas größte Tier- und Naturschutzorganisation ab. Das Bundeskabinett und Bundesminister Horst Seehofer haben die Ratifizierung der Verordnung angekündigt. Mit dem heutigen Datum läuft nun die Einspruchsfrist der EU ab. Da von dort keine Einwände kommen, scheint das Hühner- und Schweineschicksal besiegelt. "Die Verbraucher wollen Fortschritte in der Tierhaltung, die Politik beschließt das Gegenteil", erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Auch wenn das Ende der "EU-Stillhaltefrist" nur eine Formalie ist, erneuert der Deutsche Tierschutzbund die Kritik an den von der Bundesregierung akzeptierten Bundesratsbeschlüssen. In den nun zugelassenen ausgestalteten Käfigen können die Tiere zentrale Bedürfnisse und Verhaltensweisen nicht ausleben. Dazu gehören u.a. Sandbaden, ungestörtes Ruhen oder geschützte Eiablage im Nest.

Auch die Schweinehaltungs-Verordnung ist eine Fortschreibung der tierquälerischenIntensivhaltung.Einziger Hoffnungsschimmer bleibt die von der Länderkammer gegebene Zusage, dass bis 2008 mindestens 50 % der Legehennen in den tiergerechten Boden- und Freilandhaltungen gehalten werden. Zudem soll ein Prüf- und Zulassungsverfahren für serienmäßig hergestellte Haltungssysteme eingeführt werden, mit dem deren Tiergerechtheit überprüft wird. Diese Zusagen dürfen keine Luftblasen bleiben, formuliert Apel die Erwartung an den Bundesminister Horst Seehofer, der die Umsetzung der Zusagen nun konsequent veranlassen und überwachen muss.

Nach den Hühner und den Schweinen wird es zukünftig auch um das Schicksal der Broiler gehen. Bisher gibt es für die Intensivhaltung von Geflügel keine gesetzlich verbindlichen Vorgaben. Hie besteht akuter Handlungsbedarf: Bundesminister Seehofer kann deutlich machen, wie ernst es ihm mit dem Tierwohl ist. Der Deutsche Tierschutzbund erwartet von der Bundesregierung einen engagierten Einsatz für strengere Tierschutzstandards in der Mastgeflügelhaltung.