PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ernstgemeinte Frage zur Eierproduktion!!!



Olly1965
22.06.2013, 10:08
Moin Leute,
jetzt will ich mal versuchen hier Leute zu finden die mir erklären können wie das mit der Produktion von Supermarkteiern funktioniert.Ein Discounter bietet jetzt 12 Eier aus Bodenhaltung für 1,29€ an und man fragt sich dochwirklich wie das gehen kann denn es sind ja neben dem produzierenden Betrieb auch noch der Laden der verdienen will und die Eierschachtel,Wasser,Licht,Löhne etc. Die Tiere müssen zur Legereife gefüttert werden und auch die bekannten Arten legen nicht mit 12 Wochen. Ich frage mich das wirklich und möchte Hier nicht über Sinn und Unsinn diskutieren oder gar Hybridhalter ins falsche Licht stellen. Ich kann rechnen und weiß das es niemanden gibt der diese Aktion betreibt um Menschen satt zu bekommen. Hatte jemand mal einen Einblick oder kann mir jemand etwas dazu sagen was Er sich aus sicherer Quelle angelesen hat?

Danke

Kleinfastenrather
22.06.2013, 10:22
Ich schätze, je mehr Eier produziert werden + Stall, Futter, u.s.w möglichst billig = billige Eier.

Olly1965
22.06.2013, 10:32
Ja das ist schon klar ABER man sollte ja meinen das der Produzent mx. 6cent /Ei bekommt und wie soll man davon die Kosten bestreiten?

Ratisbona
22.06.2013, 10:37
Die verlangten EUR 1,29 für 12 Hühnereier entsprechen ungefähr dem Großhandelpreis incl. MwSt. Der Discounter bietet nun die Eier zu diesem Preis an und hat nichts verdient. Er zählt das zu den Werbemaßnahmen und zieht damit Kunden in den Laden, die ja nicht nur die Eier einkaufen. Auch wenn der Laden bei den Eiern draufzahlt, insgesamt wird er bei den vielen Kunden doch ins Plus kommen.

Edda25
22.06.2013, 10:42
Das ist sehr vielschichtig... Als landwirtschaftliche Produzentin (allerdings von Milch, nicht von Eiern) kann ich Dir sagen, dass der Milchpreis nicht immer die Vollkosten der Produktion deckt (momentan ist es allerdings ok). Dafür bekommt der Landwirt auch noch die viel diskutierten und umstrittenen Subventionen, die allerdings ganz ehrlich zwar nützlich sind, aber zum (Über)leben nicht reichen würden. Da Du die Herkunft der Eier nicht schreibst, geh ich jetzt mal davon aus, dass die nicht unbedingt aus D sind, was die Produktion evtl. noch verbilligt. Und zu guter Letzt will in solchen Fällen der Supermarkt auch die Kunden mit so einem "Lockangebot" in den Laden locken, der Kunde wird nicht nur Eier kaufen sondern automatisch noch andere Dinge, wo dann eventuell ordentlich Gewinn gemacht wird. Da wird schon mal Ware unter dem Einkaufspreis "rausgeschmissen". Mit Markenjoghurt läuft das ähnlich. Leider funktioniert das bei den Verbrauchern sehr gut... :( , da interessiert die Herkunft niemand.
LG

Einstein
22.06.2013, 10:46
Hallo Olly,


wahrscheinlich sind die Eier nicht made in Germany sondern aus den Balkanländern oder sonstwo her.
Dann verpackt in D und voila`, schon sind sie billlger.
Dann noch als Werbemassnahme verkauft, dann das ganze Jahr über Hühner produzieren, die zu allen Zeiten anfangen zu legen, streng mal Deine Phantasie an...


LG Ulrike

Edda25
22.06.2013, 10:49
Die wirklichen Großproduzenten sitzen in NL und I, von wo die Dumpingeier zumindest lt. Stempel meist auch herkommen. Was sonst noch gemauschelt wird, da denke ich lieber gar nicht drüber nach...

Olly1965
22.06.2013, 10:56
Ulrike,
meine Phantasie kennt keine Grenzen aber ich rutsche dann immer zu weit ab so das ich für mich sogar glaube das die eine oder andere führende Ebene der Politik einen Handfesten Nutzen davon haben aber soetwas darf man ja nicht laut sagen.
Ich denke nur das es neben mir auch andere Nutzer wirklich interessiert wie soetwas möglich ist. Ich mache es mir aber nicht so leicht zu sagen " Die produzieren billig und gut".

Bollenfeld
22.06.2013, 11:00
Bei Produktionskosten von 8 - 10 ct kann man die Eier doch für 12,8 ct in den Supermarkt kriegen.

Ratisbona
22.06.2013, 11:14
Ich glaube die wenigsten Verbraucher stellen sich die Frage wie die Eier produziert werden oder wie so ein Preis überhaupt möglich ist. Otto Normalverbraucher macht den Kühlschrank auf, sind keine Eier mehr da so fährt er in den Markt und kauft welche. Groß nachdenken ,wie der Preis zustande kam tut er nicht. Das mit der Werbung des Diskounters hat doch gut geklappt, oder ? Olly hat es gelesen, wir wissen Bescheid über den Preis. Was will man mehr als Supermarkt. Und wie schon gesagt, nicht jeder Verbraucher stellt dann kritische Fragen, wie so ein Preis möglich ist.

sil
22.06.2013, 11:16
Ja das ist schon klar ABER man sollte ja meinen das der Produzent mx. 6cent /Ei bekommt und wie soll man davon die Kosten bestreiten?

Ich meine, mal gelesen zu haben, dass dem Erzeuger pro Ei ein Betrag im Zehntel-Cent-Bereich übrig bleibt, weiß aber leider die Quelle nicht mehr.

Auf die Schnelle hab ich das hier gefunden: http://www.landtreff.de/preiskalkulation-huhnerhaltung-t30957.html

Tanny
22.06.2013, 11:47
Hallo Olly,

zum einen macht es die Masse. Beispiel Gutshof - die gehören zu den Beherrschern der Eierbranche. Gutshof verkaufte bereits 2007 1 Mrd. Eier aus eigener Produktion plus 9 Mrd von Vertragsbetrieben an die Supermarktketten (Tengelmann, Rewe, Karstadt, Kaufhof etc.) ..und zugekauft wird unter anderem von Firmen wie Homann - bekannt geworden z.B. 2008 als "Eierfälscher-Imperium" - was aber keine nennenswerten Folgen hatte.

Bei 10 Mrd Eiern im Jahr ergibt schon bei ein Cent pro Ei eine Masse Geld.
Gleichzeitig sind die Produktionskosten im Verhältnis minimal:
Das teuerste an einem Unternehmen sind die Personalkosten. Darum ist in der Eierproduktion alles automatisiert.

Es stehen große Brutschränke in den Betrieben, wo täglich auf die Minute gleichzeitig tausende und abertausende Küken schlüpfen. Per Zeitschaltuhr werden dann die geschlüpften Küken vollautomatisch aus dem Brutschrank auf ein Laufband gekippt.
Das läuft an ein paar "Billigarbeitskräften" vorbei (ich kann mich da irren, aber ich meine mal in einer Doku gehört zu haben, dass man da bevorzugt türkische Mitarbeiter nimmt, weil die wohl besonders treffsicher bei der Geschlechtsbestimmung sind), die die Küken im Akkord auf zwei Fließbänder verteilen (per werfen) - die einen, die weiblichen- werden dann am Ende in ein Kükengehege gekippt (das ebenfalls vollautomatisch beschickt wird) und die anderen (die männlichen) kippen am Ende des Fließbandes direkt in einen Schredder (das was da raus kommt findet sich dann u.a. im Hundefutter wieder)

Ebenfalls per Automation schiebt ein gigantischer Schieber die Küken nach der Aufzuchtzeit weiter in die Legebereiche wo sie unter unmöglichsten Bedingungen ihren kurzen, qualvollen Dienst tun und dann per Fließband in die Schlachtung weiter gehen.

In den riesen Eierproduktionsställen wo zig tausende Hühner vollautomatisiert sitzen, lief dann in besagter Dokumentation ein einsamer Mitarbeiter rum und sammelte immer nur die verendeten Kadaver zwischen raus. Alles andere automatisch.

Einen großen Teil dieser Eier verkaufen sie dann noch mittels geschickter Eierfälschung zum höheren Preis als Bio-Eier - wie das mit der Eierfälscherei läuft und welche Namen und Macher aus Politik und Wirtschaft da unter anderen namentlich dahinter stehen kann man wunderbar nachlesen. Ich empfehle da wärmstens: Hans-Ulrich Grimm
"Der Bio-Bluff" der schöne Traum vom natürlichen Essen. Dem Ei widmet er da sein komplettes erstes kapitel und im 8. Kapitel nochmal eine lesenswerte Infos rund um Bio-Linien von Firmen wie Heidegold oder Wiesenhof.
Zitat aus der Überschrift: "Ein Bio-Hof mit 140 000 Hühnern"....

Nimmt man alles zusammen, dann ist das Eiergeschäft für absolut alle Beteiligten höchst einträglich - genau wie das Hühnerfleischgeschäft - nur laufen da die Hennen auf das Schredderfließband und die Hähne auf das Mastband....

Wer heutzutage, wo die Verbraucher drauf geeicht sind, daß Eier billige Wegwerfprodukte sind, mit Eiern Geld verdienen will, hat da hervorragende Aussichten - er darf die Hühner nur ja nicht als fühlende Lebewesen betrachten sondern am besten als "Müll", dem man noch kurz die "Wertstoffe" entzieht, bevor man sie schreddert und das Ergebnis dann auch noch gewinnbringend verkauft....

...und dasselbe gilt übrigens für sämtliche industriellen Großproduktionen - egal ob Tier oder Planze: alles wird soweit runtergeschraubt im Umgang, wie es die Tier- oder Pflanzenarten gerade noch verkraften, um bis zur Verwertung zu überleben....und am liebsten züchtet man jene, die am anspruchslosesten sind und dabei viel Produkt hervorbringen...und wenn es per Zucht nicht mehr weiter runter geht, wird im Labor nachgeholfen...

...da fehlen einem die Worte....

Kirstin

Edda25
22.06.2013, 12:13
@Tanny
Ja wen wunderts... Es kosten ja nicht nur die Eier nichts, das geht ja bei Nudeln, Mayonnaise und Chicken Mc Nuggets weiter!
Übrigens gibt es eher keine "anspruchslosen" Tiere die Höchstleistungen erzielen. Je leistungsstärker desto anfälliger, darum gibt es auch soviel Antibiotikaskandale, die sich bevorzugt bei Schweine- und Hühnermassen zeigen.
Da wird teilweise wirklich prophylaktisch eingesetzt, wenn da eins krank wird sterben die wie die Fliegen... Auch wir als Kuhhalter müssen feststellen, dass der letzte Liter Milch den man aus einer Kuh rausmelken kann der teuerste ist. Am ältesten wird die mittelgroße Kuh mit der mittelgroßen Leistung, die nicht auffällt.
Zurück zu den billigen Eiern:
Ich möchte aber betonen, dass es durchaus örtlich eine Menge Halter in Zwischengrößen gibt, die weder 150.000 Hennen haben noch 7 Stück die sich ihr Futter auf dem Misthaufen zusammensuchen. Ich kenne zwei Betriebe mit jeweils ca. 3.000 Hennen in Bodenhaltung mit Außenvoliere, da kannst Du reinschauen, wenn Du Deine Eier holst, ohne dass Du ein schlechtes Gewissen haben musst. Klar dass die Hühner auf der grünen Wiese noch schöner wären, aber ich denke nicht dass wir soweit kommen, alle Eier aus so einer Haltung bekommen zu können. Ich habe immer Freilandhaltung gekauft, aber auch immer das Gefühl gehabt, vielleicht doch betrogen zu werden, und darum esse ich nur noch Eier von meinen eigenen Damen. Bei Nudeln etc. hab ich das Niveau aber noch nicht erreicht, darum kaufe ich die bei einem der zwei Betriebe, die lassen aus den übrigen und zu kleinen/großen Eiern ihrer Hühner Nudeln machen.

HähnchenHirte
22.06.2013, 12:14
http://www.youtube.com/watch?v=Oht3cp9l888
http://www.youtube.com/watch?v=HRKTF_hsUrk Es gibt viele solche Videos einige die das System erklären wie solche Preise zustande kommen.

Tanny
22.06.2013, 13:40
@......
Ich möchte aber betonen, dass es durchaus örtlich eine Menge Halter in Zwischengrößen gibt, die weder 150.000 Hennen haben noch 7 Stück die sich ihr Futter auf dem Misthaufen zusammensuchen. Ich kenne zwei Betriebe mit jeweils ca. 3.000 Hennen in Bodenhaltung mit Außenvoliere, da kannst Du reinschauen, wenn Du Deine Eier holst, ohne dass Du ein schlechtes Gewissen haben musst. .

Hallo Edda,
das ist wahr ...aber deren Eier wird man niemals bei Edeka, Rewe, Famila und Co im Regal finden - weder als Freiland noch als Boden oder Bioei, denn diese Eier finden ihren Weg per Direktverkauf ab Hof, auf den Märkten oder manchmal in kleinen Gemeinden wo noch vorhanden auch mal über den Dorfhöker ihre Abnehmer. Und auch in Biomärkten ala Denns und Co dürften solche lokalen eher die Ausnahme sein.

Wer ernstlich glaubt in einem auf Massenumsatz ausgerichteten Geschäft (egal ob Bio oder konventionell) Produkte kleinbäuerlicher Betriebe zu bekommen, der hat den Einschlag nicht gehört....

LG
KIrstin

Edda25
22.06.2013, 14:24
Edeka und Rewe haben manchmal so ein Regal stehen, wo regionale Anbieter ihre Produkte vermarkten. Wobei ich bezweifle, dass dies ein grosser Umsatz ist und 2. sich die Frage aufwirft, wer da mehr dran verdient, Edeka oder der Landwirt... Was mich aber wirklich interessieren würde - wie definiert Ihr kleinbäuerlich? Und was denkt Ihr, welche Größe man haben muss, um überhaupt irgendwas zu verdienen, von Megareichtümern jetzt mal abgesehen?

Tanny
22.06.2013, 22:09
Hallo Edda,

also früher in meiner Kindheit (lange her...) waren kleinbäuerliche Betriebe mit ca 30 Kühen, einem freilaufenden Hühnervolk, Gänsen, einigen Schweinen, verschiedene Getreidefelder und Gemüsegarten etc. durchaus verbreitet hier oben zu finden.
Heute haben sich die meisten Höfe um überleben zu können meist auf eine Tierart spezialisiert und wenn ich das jetzt mal an Milchkühen festmachen würde, würde ich sagen unter rund 150 Tieren plus Bewirtschaftung entsprechender Flächen für Futterproduktion braucht ein Betrieb heute überhaupt nicht mehr anzufangen um zumindest einigermaßen überlebensfähig zu sein.
Ausnahme sind sicher nur die ganz wenigen Höfe, die ein reines Nischenklientel bedienen, den entsprechenden Ruf und die entsprechende Stammkundschaft haben - zu entsprechenden Preisen.

Ansonsten sind im kleineren Bereich denke ich nur noch Nebenerwerbs - oder Hobbylandwirte zu finden....und die müssen zumindest, wenn sie größeres Vieh als Hühner oder Gänse halten wollen, Geld und ganz schön viel Geduld am Schreibtisch mitbringen, um ihr Hobby betreiben zu können....

LG
Kirstin

nbk
23.06.2013, 02:02
Egal welcher Betrag auf einem Preisetikett steht - teile durch 4 und du hast die Gewinnspanne. Teile nochmal durch 2-3 und du hast in etwa die Produktionskosten. Egal ob 12 Eier oder das Baguette.
Natürlich nur ein grober Anhalt, nach oben sind kaum Grenzen - das sind Mindestwerte.

Bei 1,29€ liegt der Gewinn bei ca. 97cent. Produktionskosten ca. 10cent - maximal. Also weniger als 1cent/Ei - wie das geht? Ganz einfach: über die Masse. Wie das geht, will ich gar nicht wissen...

Rechnet man ein mittelgrosses Produktionsunternehmen mit 50.000€ Umsatz im Monat, müssen fast 40.000 12er-Kartons oder eine halbe Million Eier im Monat produziert werden. Dass das kein einzelne Hühnerfarm sein kann, sondern ein Netz aus Zulieferern macht die Realität nicht angenehmer.

arwen
23.06.2013, 07:16
Hallo Olly,

zum einen macht es die Masse. Beispiel Gutshof - die gehören zu den Beherrschern der Eierbranche. Gutshof verkaufte bereits 2007 1 Mrd. Eier aus eigener Produktion plus 9 Mrd von Vertragsbetrieben an die Supermarktketten (Tengelmann, Rewe, Karstadt, Kaufhof etc.) ..und zugekauft wird unter anderem von Firmen wie Homann - bekannt geworden z.B. 2008 als "Eierfälscher-Imperium" - was aber keine nennenswerten Folgen hatte.

Bei 10 Mrd Eiern im Jahr ergibt schon bei ein Cent pro Ei eine Masse Geld.
Gleichzeitig sind die Produktionskosten im Verhältnis minimal:
Das teuerste an einem Unternehmen sind die Personalkosten. Darum ist in der Eierproduktion alles automatisiert.

Es stehen große Brutschränke in den Betrieben, wo täglich auf die Minute gleichzeitig tausende und abertausende Küken schlüpfen. Per Zeitschaltuhr werden dann die geschlüpften Küken vollautomatisch aus dem Brutschrank auf ein Laufband gekippt.
Das läuft an ein paar "Billigarbeitskräften" vorbei (ich kann mich da irren, aber ich meine mal in einer Doku gehört zu haben, dass man da bevorzugt türkische Mitarbeiter nimmt, weil die wohl besonders treffsicher bei der Geschlechtsbestimmung sind), die die Küken im Akkord auf zwei Fließbänder verteilen (per werfen) - die einen, die weiblichen- werden dann am Ende in ein Kükengehege gekippt (das ebenfalls vollautomatisch beschickt wird) und die anderen (die männlichen) kippen am Ende des Fließbandes direkt in einen Schredder (das was da raus kommt findet sich dann u.a. im Hundefutter wieder)

Ebenfalls per Automation schiebt ein gigantischer Schieber die Küken nach der Aufzuchtzeit weiter in die Legebereiche wo sie unter unmöglichsten Bedingungen ihren kurzen, qualvollen Dienst tun und dann per Fließband in die Schlachtung weiter gehen.

In den riesen Eierproduktionsställen wo zig tausende Hühner vollautomatisiert sitzen, lief dann in besagter Dokumentation ein einsamer Mitarbeiter rum und sammelte immer nur die verendeten Kadaver zwischen raus. Alles andere automatisch.

Einen großen Teil dieser Eier verkaufen sie dann noch mittels geschickter Eierfälschung zum höheren Preis als Bio-Eier - wie das mit der Eierfälscherei läuft und welche Namen und Macher aus Politik und Wirtschaft da unter anderen namentlich dahinter stehen kann man wunderbar nachlesen. Ich empfehle da wärmstens: Hans-Ulrich Grimm
"Der Bio-Bluff" der schöne Traum vom natürlichen Essen. Dem Ei widmet er da sein komplettes erstes kapitel und im 8. Kapitel nochmal eine lesenswerte Infos rund um Bio-Linien von Firmen wie Heidegold oder Wiesenhof.
Zitat aus der Überschrift: "Ein Bio-Hof mit 140 000 Hühnern"....

Nimmt man alles zusammen, dann ist das Eiergeschäft für absolut alle Beteiligten höchst einträglich - genau wie das Hühnerfleischgeschäft - nur laufen da die Hennen auf das Schredderfließband und die Hähne auf das Mastband....

Wer heutzutage, wo die Verbraucher drauf geeicht sind, daß Eier billige Wegwerfprodukte sind, mit Eiern Geld verdienen will, hat da hervorragende Aussichten - er darf die Hühner nur ja nicht als fühlende Lebewesen betrachten sondern am besten als "Müll", dem man noch kurz die "Wertstoffe" entzieht, bevor man sie schreddert und das Ergebnis dann auch noch gewinnbringend verkauft....

...und dasselbe gilt übrigens für sämtliche industriellen Großproduktionen - egal ob Tier oder Planze: alles wird soweit runtergeschraubt im Umgang, wie es die Tier- oder Pflanzenarten gerade noch verkraften, um bis zur Verwertung zu überleben....und am liebsten züchtet man jene, die am anspruchslosesten sind und dabei viel Produkt hervorbringen...und wenn es per Zucht nicht mehr weiter runter geht, wird im Labor nachgeholfen...

...da fehlen einem die Worte....

Kirstin


Wie recht du damit hast!!!!
Ich habe da auch schon einige Dokumentationen darüber gesehen!
Grausam, wie der Mensch mit Tieren, egal ob Hühner, Kühe, Pferde, Schweine,.... umgeht.
Mir dreht sich jedesmal im Supermarkt der Magen um, wenn ich nur an der Fleischtheke vorbeigehe!
Da hab ich gleich wieder die Bilder vom Kückenvliesband und dem automatischen Schlachtprozeß im Kopf. Und am Ende wird das Fleisch noch weggeworfen! Die Tiere wurden somit grausam gehalten undgeschlachtet, um am Ende im Müll zu landen!

Da sich in der heutigen Gesellschaft leider alles nur ums Geld dreht, werden sich solche Zustände auch nicht ändern. Immer nach dem Motto: besser und billiger produzieren.

Schade eigentlich, das es so wenige Verbraucher wirklich interessiert, wo ihre Eier und ihr Fleisch herkommen-aber die bekommen ja mit Werbung, wo glückliche Hühner auf einem Bauernhof rumlaufen ein ganz falsches Bild von "BIO" vermittelt.

Heutzutage zählt doch nur noch die Massenproduktion :( :(

Grüße von Arwen

Tanny
23.06.2013, 14:26
.....

Da sich in der heutigen Gesellschaft leider alles nur ums Geld dreht, werden sich solche Zustände auch nicht ändern. Immer nach dem Motto: besser und billiger produzieren.

Schade eigentlich, das es so wenige Verbraucher wirklich interessiert, wo ihre Eier und ihr Fleisch herkommen-aber die bekommen ja mit Werbung, wo glückliche Hühner auf einem Bauernhof rumlaufen ein ganz falsches Bild von "BIO" vermittelt.

....

Grüße von Arwen

Hallo Arwen,
das mit dem "umgedrehten Magen" kann ich nur bestätigen - und als einziger ist man so verdammt ohnmächtig....

...aber, ich glaube nicht, das man einfach nur dem Verbraucher die Schuld geben kann.
Wäre das tatsächlich so, dass "der Verbraucher" es wegen des billigen Preises nicht anders will, gäbe es weder diesen "Bio Boom", noch das Interesse der großen Ketten, auf den Bio Zug aufzuspringen.

Ein großer Teil der Verbraucher ist durchaus bereit, für Produkte, die weniger vergiftet sind und/oder mit weniger tierischem und/oder menschlichem (3. Welt) Leid verbunden sind, mehr zu bezahlen.

Das Problem ist, das wissen die "Großen" - und darum werden immer neue Labels und Begriffe erfunden, die Menschlichkeit, artgerechte Tierhaltung, gesunde Produktion etc. suggerieren sollen - dafür geht der Preis des Produktes natürlich hoch - aber im Hintergrund bleibt die Produktion heimlich still und leise dieselbe, wie vorher.

Und der Betrug ist so allumfassend und gekonnt, dass selbst aufgeklärte Verbraucher, die sowieso schon mit Argusaugen alles beobachten, nachlesen, recherchieren und nichts und niemandem mehr glauben als dem, was sie sehen - selbst die immer wieder auf irgendetwas reinfallen.

Das so mancher sich dann irgendwann fragt: warum soll ich das doppelte zahlen, wenn am Ende doch die gleiche Schweinerei dahinter steht - kann ich fast nachvollziehen - auch, wenn ich selbst zum Glück soweit noch nicht bin....

...aber es ist haaresträubend.

LG
Kirstin