PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Marans/Sussex vom Geflügelzüchter



bes
03.03.2013, 10:46
Hi,

ich möchte mir wohl noch 2-3 Marans / Sussex vom Geflügelhof holen. Nun lese ich in den Foren aber immer mal wieder, dass das oftmals keine reinrassigen Tiere sondern eher Mixe sind? Kann man das so pauschal bestätigen?

LG

Ben

HähnchenHirte
03.03.2013, 10:50
Mhhh....also das habe ich noch nie wirklich noch nie gehört und wo hast du das denn her also ich denke nicht das das Mixe sind und ja keine Hybriden deshalb denke ich das das quatsch ist...

Sorteng
03.03.2013, 11:15
Kommt drauf an was dein geflügelhof ist.
wenn dahinter ein kommerzieller gedanke steht dann sind es mit sicherheit maran oder eben sussex hybriden die da angeboten werden.

Und keine reinrassigen tiere. Also ja man kann das pauschal bestätigen, reinrassige tiere findet man fast ausnahmslos in nicht kommerziellen hobbyhaltungen.

lagsikat
03.03.2013, 11:18
Sorteng hat Recht!
Natürlich gibt es auch große Rassegeflügelzüchter, zum Beispiel Linnenkamp.
Bei den meisten Geflügelhöfen sind es aber Hybriden, die man bekommt.
Linnenkamp hat mir angeboten, dass ich an die Küken, die ich von ihm bekomme, Bundesringe haben kann.
Natürlich kann man auch damit Schindluder treiben...

hagen320
03.03.2013, 11:39
Hi,

ich möchte mir wohl noch 2-3 Marans / Sussex vom Geflügelhof holen. Nun lese ich in den Foren aber immer mal wieder, dass das oftmals keine reinrassigen Tiere sondern eher Mixe sind? Kann man das so pauschal bestätigen?

LG

Ben

Da werden die beiden wichtigen Begriffe durcheinander geworfen.
Geflügelhof: Dort gibt es Hybrieden mit unterschiedlichen Namen wie Marans, Sussex etc, es sind aber alles Hybrieden.
Rassegeflügelzüchter: Egal ob klein oder groß, dort gibt es Rassetiere

bes
03.03.2013, 13:23
Hi,

wie definiert Ihr in diesem Zusammenhang eigentlich "Hybriden"?
Sind das z.B. MaranXLohmann, die nur wie Maran aussehen oder?

Sind die Hybriden der Rasse dann im Phänotyp denn ähnlich? Steckt überhaupt noch viel Maran in den Hybriden drin?

Warum überhaupt einen Hybrid als Maran verkaufen?

BG

Ben

sil
03.03.2013, 14:21
Das Thema hatten wir schon oft.
Hybriden sind Gebrauchskreuzugen der Geflügelkonzerne. Um sie zu erzeugen wird viel Geld Wissenschaftliche Erkenntnisse und eine ganz gezielte Verpaarung mehrerer Rasse-Inzuchtlinien eingesetzt. Alle Endprodukte der Hybridproduktion, also, das, was die Brütereien verläßt um als Legehenne verkauft zu werden, sind einheitlich in Farbe, Größe. Leistung.
Auch Tiere einer bestimmten Rasse sind einheitlich in Optik, Größe und Leistung, aber sie sind erstaunlicherweise oft nicht so uniform wie durchgezüchtete Hybridlinien.
Rassen lassen sich aus sich selbst reproduzieren,. d.h., paare ich Hahn und Henne innerhalb einer Rasse, sind die Nachkommen wie die Eltern.
Hybriden lassen sich auf diese Art nicht reproduzieren. Kreuze ich Hybride mal Hybride oder Hybride mal Rasse, sind die Nachkommen absolute Überraschungseier. Sprich: Mixe
Mixe sind auch Kreuzungen aus Tieren verschiedener Rassen, auch beim Weitervermehren von Hybriden entstehen Mixe.

Geflügelhöfe haben entweder eine eigene Brüterei und beziehen ihre Eier von einem Geflügelkonzern, oder sie haben einen Vertrag mit einer Brüterei und verkaufen Junggeflügel. Die allerwenigsten kommerziell arbeitenden Brütereien brüten Rassegeflügel aus. Zu 99,9 % bekommt man bei einem Geflügelhändler Hybriden.
Die versieht man gerne mit Namen bekannter Rassen, wahrscheinlich auch solchen, die an der Erzeugung der Hybridlinie beteiligt waren. Der Schwindel fliegt spätestens dann auf, wenn man versucht, mit solchen Tieren "Rassezucht" zu betreiben.
Marans-Hybriden werden unter der Bezeichnung Maran+ verkauft, wobei ich mir nicht sicher bin, ob nicht auch Bovans Maransvorfahren haben.

hagen320
03.03.2013, 14:37
Als Maran, Sussex etc werden sie verkauft weil in die Linien die entsprechenden Rassen eingekreuzt wurden und die Hybriden etwas ähnlichkeit mit den Rassen haben. Es steckt da so gut wie nichts mehr von der Rasse drin und weniger als die weißen und braunen Hybriden legen sie auch noch. Google doch einfach mal Geflügelhof, schaue Dir auf den entsprechenden Seiten die Bilder an und vergleiche sie dann mit Rassehühnern.
Warum man diese Hybriden prodoziert darfst Du mich nicht fragen, ich bin das sehr gradlinig. Will ich Hühner die viele Eier legen, dann hole ich mir braune oder weiße Hybriden und schlachte sie nach einer legeperiode. Will ich Hühner als Hobby, davon auch mal nachziehen, mich an der schönheit der Tiere erfreuen, dann hole ich mir Rassetiere.

bes
03.03.2013, 15:11
@sil: Danke für die ausführliche Erklärung, der technische Begriff "Hybrid" im Pflanzen- bzw. Tierbereich war mir geläufig, sorry, dass ich Dich zu dieser ausführlichen Erklärung genötigt habe

@all: Mir erschließt sich bloss nicht, warum ich wirkliche Hybrid-Legehennen soweit mit z.B. Marans "versaue";-), das die ein Aussehen ähnlich eines Rassehuhns bekommen, nur um ein paar arme Hühnerhalter zu täuschen, die werden doch eigentlich auch immer rarer?

Sei´s drumm, ich werds nochmal hier im Suche versuchen.

BG

Ben

Waldfrau2
03.03.2013, 16:37
Maran-Hybriden sollten möglichst dunklere Eier legen als "normale" Braunleger-Legehybriden, das ist das Argument (Marans-Rassehühner legen ja kastanien- bis schokoladenbraune Eier). Die Sussex sind meistens in der Farbe weiß-schwarz-columbia gehalten, was sich ja schön gegenüber den üblichen braunen, weißen oder schwarzen Hybriden absetzt. Und die oft genannten Grünleger-Hybriden sind irgendwas gekreuzt mit Araucana, dadurch legen die Hennen grüne Eier, ansonsten gibt es da eine große optische Vielfalt.

Sobald Eierleistungen von über 220 Eiern jährlich genannnt werden, kann man sich sicher sein, Hybriden zu erhalten, denn die besten Rassehühner wie z. B. Italiener oder Leghorn liegen so bei 220 Eiern jährlich. Meine früheren Hühner, Bovans-Hybriden, haben dagegen gezählt 260 Eier im ersten Legejahr je Tier gebastelt.

Laura
03.03.2013, 16:38
Hallo Ben,
Marans vom Gefügelzüchter sind nicht nur verkleidete Legehennen, sondern haben auch einige Eigenschaften dieser Rasse. Sie legen dunkelbraune Eier, teilweise mit Sprengeln. Ich brauchte sie zum Einkreuzen mit Grünlegern, um olivgrüne Eier zu bekommen. Es hat bestens funktioniert. Auch nach mehreren Generationen vererben sie noch die Eifarbe und den kupfernen oder sibernen Kranz um den Hals. Mir haben diese schönen robusten Tiere gut gefallen.
Gruß, Laura

sil
03.03.2013, 18:02
@all: Mir erschließt sich bloss nicht, warum ich wirkliche Hybrid-Legehennen soweit mit z.B. Marans "versaue";-), das die ein Aussehen ähnlich eines Rassehuhns bekommen, nur um ein paar arme Hühnerhalter zu täuschen, die werden doch eigentlich auch immer rarer?

Sei´s drumm, ich werds nochmal hier im Suche versuchen.

BG

Ben

Ich kann mir vorstellen, dass man (also die Hühnerkonzerne) sich eine bessere Erschließung des "Hobby-Huhnhalter-Segments) verspricht.
Man suggeriert "Rassevielfalt" und garantiert gleichzeitig eine weit höhere Legeleistung als die der eigentlichen Rassetiere. Man macht also sozusagen dem Rassehuhn Konkurrenz. Denn jedes verkaufte Rassehuhn ist wahrscheinlich ein Minus für einen Geflügelkonzern.
Der Begriff "Legehuhn" ist ja so derart geprägt vom Bild der braunen oder weißen Hybriden, dass viele Menschen heutzutage gar nicht mehr wissen, welche Vielfalt an Rassen es eigentlich gibt. Und wer jemals versucht hat, Hühner zu kaufen, der weiß ja auch, wie einfach es ist, einen Hybridenhändler zu finden und wie umständlich, einen Rassehuhnzüchter, der auch noch was verkauft von seinem Bestand. Der weiß auch, dass man beim Händler für unter 10 Euro je Henne legereife Hühner bekommt, und um einen größeren Kundenkreis positiv anzusprechen und nicht die rein aufs optische fokusierten Leutchen abzuschrecken mit ewig denselben braunen und weißen Hühnern, hat man das Angebot halt etwas bunter gestaltet.
Demjenigen, der mit der Hühnerhaltung Geld verdienen will, ist es eher wurscht, welche Farbe seine Hennen haben. Er will Verfügbarkeit, günstige Einkaufspreise, gute Futterverwertung und zuverlässige Leistung.
Wieviele Hobbyhalter kommen vom Geflügelhändler und sind happy über je ein weißes, ein schwarzweißes, ein braunes, ein gesperbertes und ein schwarzes Huhn? Vielleicht noch ein graues, die sind doch auch schick.
So sind alle zufrieden, die Käufer, weil sie lauter "Einzelstücke" haben, der Verkäufer, weil er zufriedene Kunden bedient hat, der Konzern, weil er Marktanteile gesichert hat.

Mariechen
04.03.2013, 16:27
Ich war erst gestern wieder auf einem Kleintiermarkt und fragte einen Geflügelzüchter nach Marans. Ja, meinte er, er hätte richtige reinrassige Marans. Neben den Käfigen lag eine Schachtel Eier, darunter ein echtes Maransei wie von einer schwarz-kupfernen Marans Henne. Ich habe lange nachgebohrt, bis er endlich zugab, daß er Hybriden hat der Legeleistung wegen, und daß echte Marans mindestens 20 Euro kosten würden - die keiner hier bezahlt. Und (angeblich) keiner wolle die echten Marans, weil die nicht genügend Eier legten.

Als ich ihm dann erzählte, wie viele Eier meine echten Marans noch im dritten Legejahr legten, da bat er mich um einige dieser Eier, um damit Kunden anlocken zu können, damit sie ihm seine "Marans" abkaufen. Das war der Gipfel. Natürlich habe ich ihm keine Eier gegeben.

Zufällig legte gerade eine dieser Hennen ein Ei vor meinen Augen, und das Ei war nur hellbraun mit weißen Sprenkeln. Damit war seine Behauptung, diese Marans+ würden genauso dunkle Eier legen wie die französischen Marans, sofort widerlegt.

Du kannst damit rechnen, daß du auf den Märkten nach Strich und Faden belogen wirst. Ich habe die Marans+ leicht an der Befiederung und an den nicht befiederten Läufen erkennen können. Es lohnt sich vor dem Kauf von Marans, sich genau einzuprägen wie das Rassehuhn aussehen muß. Und evt. sollte man nach Bundesringen fragen. Ich finde es schon eine Frechheit, wie dreist die Geflügelhändler einen versuchen in die Pfanne zu hauen.