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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Laufenten Geschwisterfrage



SetsukoAi
06.03.2005, 10:20
Hallo,

ich habe eine Frage, mir hat jemand eine E-Mail geschrieben das er Interesse an einem Laufentenerpel und 2 Enten hätte.
Er möchte aber keine Geschwster.

Jetzt meine Frage, sind die Laufenten eines Züchters nicht automatisch Geschwister?

Ich habe mehrere Erpel mit mehreren Enten rum laufen. Jedes Ei könnte oder ist von einer anderen Ente, und Befruchtet von einem anderen Erpel.
Wir hatten vor ca. 2 Jahren einen anderen Erpel dazu geholt und bekamen auch vor einem Jahr eine andere Ente dazu.

Sind sie jetzt im Endeffekt doch alles Geschwister?
Inwiefern ist es von Bedeutung?
Muss ich jetzt etwa einen Gentest durchführen? ;D :D

Uns wurde mal gesagt das es bei wildfarbenen Laufenten egal wäre ob sie Geschwister sind oder nicht, da sie den wilden Stockenten vom Genmaterial sehr ähnlich sind, und bei wildenten ist das unter Geschwistern nicht anders.

Hoffe ihr könnt mir etwas Klarheit verschaffen.

Gruß

Assassin

alex66
10.03.2005, 12:15
Hallo!

Eigentlich ganz einfach. Inzucht, die Paarung blutsverwandter Tiere untereinander, schädigt das Erbgut. Um dies zu vermeiden, sollen sich keine Geschwister paaren. Um rassetypische Merkmale bei Ausstellungstieren zu erhalten und den nächsten Pokal einzuheimsen, ist es aber unter Rassezüchtern gängig, Geschwister miteinander zu kreuzen. So lange man das nicht übertreibt, erleidet der Nachwuchs keine größeren Schäden. Ich habe mal gelesen, bis ins 5te Glied könnte man Geschwister miteinander kreuzen, würde ich aber nicht tun.

Viele Rassezüchter halten mehrere unterschiedliche Stämme der selben Rasse, und können somit mehr oder weniger blutsfremde Tiere verkaufen oder kreuzen.

Schönen Gruß

Alex

PeterW
10.03.2005, 14:03
Hallo,

Inzucht ist in der Tierzucht absolut üblich und nichts verwerfliches, im Gegenteil, erst durch Rein(In)zuchtprüfungen kann man den gentischen Wert eines Tieres feststellen.
Auch wird kein Erbgut geschädigt, das nicht schon geschädigt war, gerade deshalb werden ja Rückpaarungen vorgenommen, um Schäden auszuschließen.
Üblicherweise züchtet man in sogenannter Linienzucht,d.h., bekannt ingezüchtete Stämme werden zusammengeführt und wieder getrennt, sodass die "Ergebnisse" in etwa abschätzbar sind.
Bei Geflügel macht man sich noch den "Heterosiseffekt" nutzbar, der besagt, dass ingezüchtete Linien bei Fremdpaarung in der ersten Generation überdurchschnittliche Ergebnisse bringen; bei Säugern ist die Auswirkung allgemein geringer.
mfg Peter

alex66
10.03.2005, 14:37
Hallo!

Genau! An der Inzucht an sich ist nichts verwerfliches, das kommt in der Natur auch mal vor. Aber wenn man Sie übertreibt, bekommt man Mutationen mit Schäden. Das hat die Natur nun mal so festgelegt und das ist gut so! Nur weil eine Sache "üblich" ist, macht sie das nicht zu einer guten Sache.
Kreuz doch mal 2 hoch bewertete Tiere miteinander und schau, was dabei herauskommt!!!!
Nein, lieber nicht, das macht auch keiner, weil jeder Züchter weiß, dass dabei nichts oder nichts gutes herauskommt.

Wer Inzucht intensiv betreibt und kranke, mutierte, nicht mehr fortpflanzungsfähige Nachkommen in Kauf nimmt, um Rassemerkmale zu festigen, darf das tun und keiner kann Ihn hindern.
Ich persönlich finde es nicht gut!


Schönen Gruß

Alex

SetsukoAi
10.03.2005, 14:48
Wir haben bisher auch unsere Tiere untereinander gekreuzt. bzw. wir hatten zwischendurch schonmal einen anderen Erpel, inwieweit jetzt die Gene sich ähneln weiß ich leider nicht, aber wir wollen jetzt versuchen alles unsere Erpel gegen neue zu Tauschen.

Edit: Oder meint ihr das wäre nicht nötig neue Erpel in die Herde zu bringen?

PeterW
10.03.2005, 14:48
Hallo Alex,

ich glaube, hier liegt ein kleines Mißverständnis vor.
Die Natur fragt nicht nach verwandtschaftlichen Beziehungen, da wird gepaart, was erreichbar ist, da gibt es keine Schranke.
Schäden tretten dort auf, wo der Mensch einseitig = ungesund selektiert, nicht weil die Tiere ansich die Erbschäden in sich tragen.
Dein fettgeschrieben hervorgehobener Satz sagt nichts über inzucht aus, im Gegenteil, er belegt, dass nicht das phänotypische, sondern genotypische ausschlaggebend ist auf Dauer.
Deinen letzten Abschnitt kann ich voll unterstützen, nur das tut ja niemand:
man betreibt ja gerade deshalb Inzucht, um Erbfehler und Mängel auszumerzen.
Vielleicht sollten wir versuchen, die Begrifflichkeiten etwas genauer beleuchten, ich bin sicher, dann sind wir gar nicht soweit voneinander entfernt :)
mfg Peter