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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : unklarer Todesfall



ponyziegehuhn
31.01.2006, 13:52
hat jemand irgendeine Ahnung hierzu:

unsere Liese war am Freitag ab mittag recht matschig und wenig aktiv. Sie, die sonst sehr verfressen ist, kam erst nach mehrmaligem Rufen angedackelt, war auch appetitlos, abends wollte sie auch nichts fressen und ist gleich auf die Stange. Getrunken hat sie auch nicht, obwohl mehrfach direkt angeboten.
Zunächst hab ich noch gedacht, vielleicht verschnupft.
Als sie dann aber am nächsten Morgen noch schlechter beisammen war, sind wir in die Vogelklinik gefahren. 2 min nach Ankunft ist sie gestorben (aber nicht vor Schreck, sie kannte ja die Klinik, hatte erst im Sommer eine Tumor-OP dort gut überstanden).
Lt. Klinik war die Todesursache akutes Nierenversagen. Außerdem wurde in der Pathologie festgestellt: Leberschwellung, Eierstockentzündung, Nierenschädigung und Gicht.
Die bakteriologischen Untersuchungen stehen noch aus. Vogelgrippe war's jedenfalls nicht, das wird zur Zeit freilich als erstes gleich getestet.
Fazit: Unsere Liese, noch nicht mal 2 Jahre alt, war schwerst krank. Anzumerken war ihr absolut nichts. Sie war putzmunter, sah auch gesund aus, der Pathologe sagte, so ein schönes dichtes Gefieder sähe man selten.
Klinik wird noch auf Marek, Leukose und TB untersuchen, hält dies aber für eher nicht wahrscheinlich, zumal sie Marek geimpft war (was zwar keinen 100%igen Schutz bedeutet, aber immerhin).

Wie um Himmels Willen kann so ein junges Huhn mit ansonsten gesunder Lebensweise so schwerkrank werden?

Hat jemand irgendeine Ahnung, ob wir vielleicht was falsch gemacht haben? Daß sie an Katzenfutter nicht mehr randürfen, meinte die Klinik, weil das für die Nieren schädlich ist, aber es hätte sie nicht umgebracht. Auch daß sie etwas übergewichtig war (wie gesagt, unsere Liese war sehr verfressen), war nicht ausschlaggebend.

Hab mit schon den Kopf zermartert, ob vielleicht unsere Mistkratzerin den Mist von unserem kranken Pony, das Parkotil und gelegentlich Phenylbutazon nehmen muß, erwischt hat und dort noch konzentrierte Schadstoffe drin waren. Lt. Apotheker und Arzt sowie Tierarzt ist das unwahrscheinlich, weil die Stoffe kaum ausgeschieden werden.

Irgendwelche Ideen?

Ramel
31.01.2006, 14:35
Hallo,

tut mir wirklich leid um deine Henne. Und das, obwohl sie eine OP schon überstanden hatte. Ich denke du hast wirklich alles getan um ihr zu helfen und hattest wahrscheinlich die bestmögliche Beratung...

Die Nierenschäden und die Gicht gehören von der Entstehung her wahrscheinlich zusammen, aber woran es tatsächlich lag, dass gerade diese Henne dieses Problem bekommen hat... Vielleicht weil sie so verfressen war, vielleicht hat sie mehr Katzenfutter gefressen als du vermutest und gleichzeitig ungenügend getrunken. Vielleicht hatte sie aber auch vorher schon entzündliche Prozesse in der Niere, von denen du nur nichts mitbekommen hast, Hühner verstecken sowas ja immer! Vielleicht ist sie auch von Natur aus anfälliger für Nierenprobleme. Mein Vater musste sich mit 10 Jahren einen Teil seiner linken Niere entfernen lassen und er hat genauso gesund gelebt wie seine drei Brüder.

Manchmal kann man den Grund für eine Erkrankung einfach nicht mehr nachvollziehen. Stelle das Katzenfutter rein und sorge für immer frei zugängliches Wasser (was du bestimmt tust) und hoffe dann, dass es ein Einzelfall war.

Liebe Grüße, Ramel

ponyziegehuhn
31.01.2006, 20:45
an Katzenfutter kommen sie nun nicht mehr ran (was die Katze auch freut, da die ziemlich Manschetten vor den Hühnern hat).

Wasser hatten und haben sie immer frei zugänglich. Das eigene, das 2-täglich frisch gewechselt wird - meist trinken sie aber aus den Eimertränken der Ponys. Warum, weiß ich nicht, aber scheinbar schmeckt immer das der anderen besser.

Ich bin immer noch am Grübeln...

Aber ich werde mit einer von den anderen zur TÄin gehen und ein Blutbild machen lassen - und eine Untersuchung auf Giftstoffe. Das Phenylbutazon, das unser Rehepferd 2 Monate lang nehmen musste, habe ich als Verursacher gedanklich immer noch nicht ausgeschlossen.

Ramel
31.01.2006, 21:36
Hallo,

Ich habe mal zum Thema Gicht für dich nachgeschlagen. Das Kompendium der Geflügelkrankheiten schreibt:

"Uratablagerungen auf den Eingeweiden und in den Gelenken werden bei allen Geflügelarten, unabhängig vom Alter und den Haltungsbedingungen, immer wieder beobachtet.
Für alle Gichtformen sind Niereninsuffizienzen mit erhöhten Blutharnsäuregehalten verantwortlich zu machen. Diese können infektiöser oder nicht-infektiöser Art sein. Letztere sind auf Mangel, Blockade oder Unvermögen Vitamin A zu verwerten zurückzuführen, auf Mineralstoffüberversorgung oder Intoxikation (z.B. Mykotoxine). Hohe Proteingehalte im Futter sind nach neusten Erkenntnissen lediglich begünstigend, aber nicht auslösend.
....
Prophylaxe: Ausgewogene Fütterung und ausreichende Vitamin-A-Versorgung."

Ist das Huhn vielleicht gerne mal an das Mineralfutter oder die Lecksteine der Pferde gegangen? Dadurch hätte es ja theoetisch zu einer Mineralstoffüberversorgung kommen können...

Es wäre auf jeden Fall interessant den Harnsäuregehalt im Blut eines der Hühner zu prüfen.

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück bei der Ursachenforschung!

Gruß, Ramel