PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Impfung



niquisa
26.12.2005, 15:58
Hallo,

schaut mal - hab ich gerade gefunden:

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/18/0,3672,3255922,00.html

Ob das unseren Hühnern auch hilft?

corinna
26.12.2005, 17:29
zumindest kann der Seuchenzug in Asien dadurch gestoppt werden, was auch das Risiko durch Reisende und Importe mindert.
Ob und wann in Europa - Deutschland eine Impfung zulässig wird steht in den Sternen, hängt allerdings auch von uns mit ab, inwieweit wir weiterhin öffentlichen Druck ausüben, auch wissenschaftlich untermauert.
Was ich allerdings persönlich nicht ganz einordnen kann:
4 Jahre waren sie dran, warum 4 Jahren, wer wußte vor 4 Jahren was seit 2 Jahren aktuell ist, welche Ursachen sind eigentlich für die große Verbreitung mit verantwortlich, oder hat schon damals jemand die Labortüre aufgelassen? Fragen über Fragen.
Corinna

grünschnabel
11.01.2006, 11:55
Infektionsexperte Hans-Dieter Klenk fordert, die Impfung von Geflügelbeständen zuzulassen.

Von Kurt-Martin Mayer

Wenige Stunden vor einer Krisensitzung der Bundesländer zu Maßnahmen gegen ein Übergreifen der Vogelgrippe fordert der Marburger Infektionsexperte Hans-Dieter Klenk, die Impfung von Geflügelbeständen zuzulassen. „Tritt das Virus in Deutschland auf, sollte man den Impfstoff in allen Teilen der Republik anwenden", sagt Klenk im Gespräch mit FOCUS Online und rät, entsprechende Vorräte anzulegen.

Bricht die Vogelgrippe hierzulande aus, wird es aller Wahrscheinlichkeit nach groß angelegte Tötungsaktionen in Ställen geben. Der Humanmediziner Klenk, der an der Universitätsklinik in Marburg einem der bestausgestatteten virologischen Institute in Deutschland vorsteht, will einen Teil verhindern. „Massenkeulungen wird es ohne Zweifel geben müssen, aber die Impfung ist eine zusätzliche Möglichkeit.“ Dass die zuständigen Veterinärbehörden und die EU diese ablehnen, entspringt laut Klenk „einer üblen Mischung aus wissenschaftlichen und kommerziellen Argumenten“.

Im Gegensatz zu Menschen ist es schon heute möglich, Geflügel gegen die Vogelgrippe zu impfen. In einigen Staaten Südostasiens kommen Impfstoffe zurzeit zum Einsatz. Dagegen spricht, dass sie nicht hundertprozentig wirksam sind und dass bestimmte Standardtests geimpfte von infizierten Tieren nicht unterscheiden können. Das macht den Handel mit ihnen nahezu unmöglich.

Als Vorbild für Deutschland nennt Klenk Italien. Das EU-Mitglied, das 1878 erstmals in Europa die auch Geflügelpest genannte Krankheit registrierte, impft seit einem abermaligen Ausbruch vor knapp sechs Jahren. Brüssel hat eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Angesichts der aktuellen Bedrohung hatte Italiens Gesundheitsminister Francesco Storace am Montag in einem Interview in der Tageszeitung La Repubblica betont, Rom werde dem Problem „an der Heimatfront in einer autonomen Art und Weise“ begegnen.

http://focus.msn.de/hps/fol/newsausgabe/newsausgabe.htm?id=23488
10.1.06

Scybalon
11.01.2006, 17:00
Mich würde nur gerne wissen, wie denn genau dieser neue impfstoff wirkt.

grünschnabel
11.01.2006, 17:15
Eine Impfung kann nicht nur Hühner vor einer Vogelgrippe-Infektion schützen, sondern darüber hinaus auch die Verbreitung des Virus in einer Hühnerpopulation verhindern. Dies berichten niederländische Forscher von Forschungsinstituten aus Lelystad und Wageningen in einem Artikel in den «Proceedings of the National Academy of Sciences». Eine Impfung könne also eine wirksame Methode zur Verhinderung einer Vogelgrippe-Epidemie bei Hühnern sein, schreiben sie.

Für ihre Experimente haben die Wissenschafter ein Vogelgrippe-Virus des Typs H7N7 verwendet, das vor zwei Jahren in den Niederlanden zu einer Epidemie geführte hatte. Wurden nicht geimpfte Hühner mit diesem Virus infiziert, so starben sie innert weniger Tage. Hatten sie jedoch eine Woche vor der Infektion eine Impfung mit Bestandteilen von Viren des Typs H7N1 oder H7N3 erhalten, so waren zwar in vielen Versuchstieren Viren im Organismus nachweisbar, die Tiere überlebten jedoch die Infektion. Hatte die Impfung bereits zwei Wochen vor der Infektion stattgefunden, so fand in den Hühnern nicht einmal mehr eine Vermehrung des H7N7-Virus statt.

Diese Experimente zeigten, so die Forscher, dass eine Impfung, wenn sie in einem gewissen zeitlichen Abstand zum Kontakt mit Vogelgrippe- Viren erfolge, Hühner wirksam vor einer Erkrankung schützen könne. Dabei sei allerdings entscheidend, wie ähnlich die Viren, die im Impfstoff enthalten seien, in bestimmten biochemischen Parametern denjenigen der tatsächlichen Infektion seien. Denn der Impfstoff mit H7N1-Viren bot in den Tests einen deutlich besseren Schutz als derjenige mit H7N3-Viren. Das H7N7-Virus ist dem H7N1-Typ ähnlicher als dem H7N3-Typ.

Beim Ausbruch einer Epidemie ist es jedoch nicht nur wichtig, dass geimpfte Tiere selber eine allfällige Infektion überleben. Für die gesamte Hühnerpopulation und die Verbreitung der Krankheit überhaupt ist zudem wichtig, ob geimpfte Tiere, bei denen sich Viren im Körper vermehren, solche auch ausscheiden und somit andere nicht geimpfte Tiere anstecken. Um dies zu überprüfen, setzten die Wissenschafter in Käfige mit je einem geimpften infizierten Huhn jeweils einen Tag nach der Infektion ein nicht geimpftes Tier. Wieder zeigte sich, dass die Zeit, die zwischen Impfung und Infektion liegt, von grosser Bedeutung ist. Denn nicht geimpfte Hühner infizierten sich nur dann tödlich bei ihren Käfigkollegen, wenn diese bereits eine Woche nach der Impfung infiziert worden waren und daher Viren im Körper vermehrten und auch ausschieden. Wenn dagegen zwei Wochen zwischen Impfung und Infektion vergangen waren, so blieben alle Hühner, ob geimpft oder nicht, gesund. Spätestens zwei Wochen nach einer Impfung scheiden Hühner offenbar auch keine Viren mehr aus, so dass auch nicht geimpfte Tiere nicht mehr angesteckt werden. Dies bedeute, dass man eine grosse Epidemie durch Impfungen zumindest eindämmen könne, betonen die Forscher.

Die Daten zeigen, dass die derzeitige chinesische Seuchenbekämpfung sinnvoll sein dürfte. Dort will man Millionen von Hühnern impfen. Laut offiziellen Angaben produzieren momentan neun Firmen in China Impfstoffe, die entweder inaktivierte H5N2-Viren, auf gentechnischem Weg produzierte (rekombinante) inaktivierte H5N2-Viren oder sogar lebende rekombinante H5-Viren enthalten. Studien, wieweit diese die Weitergabe des H5N1-Virus verhindern, liegen allerdings noch nicht vor. Christian Griot, Direktor des Instituts für Viruserkrankungen der Tiere in Mittelhäusern, warnt zudem davor, sich nur auf Impfungen zu verlassen. Erstens könne man nie alle Tiere impfen, und zweitens müsse jede Charge der Vakzine von hoher Qualität sein, da eine Vakzine auch infektiös sein könne. Impfungen dürften daher immer nur eine von vielen seuchenpolitischen Massnahmen sein und könnten Massenschlachtungen nicht ersetzen. Als reine Prophylaxe, bevor eine Epidemie ausgebrochen sei, sei eine solche Impfkampagne zudem völlig ungeeignet, da technisch zu aufwendig und zu teuer. Auch wisse man noch nicht, bei welchen Geflügelarten der Impfschutz wie lange anhalte.

Quelle: Proceedings of the National Academy of Sciences, Online-Publikation vom 28. 11. 2005 (doi: 10.1073/ pnas.0505098102).

7. Dezember 2005, Neue Zürcher Zeitung

China hat einen neuen Lebendimpfstoff entwickelt, mit dem Geflügel vor der Vogelgrippe geschützt werden kann. Dies berichtet die Zeitung "China Daily".
Die Herstellungskosten betrügen nur ein Fünftel der Produktionskosten der Totimpfstoffe, die derzeit auf dem Markt seien, hiess es. Das Mittel wirke auch gegen die so genannte Newcastle Disease, die Atypische Geflügelpest. Es könne mit einer Spritze, aber auch durch Besprühen verabreicht werden.
Peking hatte im November angekündigt, man wolle den gesamten Geflügelbestand des Landes impfen lassen. Dies wären ungefähr 14 Milliarden Tiere.
news.search.ch 26.1.205

Problem ist nur, es gibt immer Leute, die die Impfung verweigern und somit das flächendeckende verhindern, Entschädigungszahlungen an Landwirte sind lukrativer, weshalb man zwar offiziell jammert, Tatsache ist jedoch, wenn der Absatz schleppend ist, kommt ein Virus wie gerufen (Marktbereinigung), und es gab (China) gefälschte Impfstoffe, und die sind wirkungslos, geben den Gegnern aber wieder Futter. Es gibt bereits Markerimpfstoffe (Italien, seit 2000), leider hier nicht zugelassen.

Tatsache, die EU fordert inzwischen sogar, der Impfung den Vorzug vor der Keulung zu geben, aus Tierschutzaspekten, da es aber letztlich Sache der EU-Staaten ist, dies umzusetzen.....

Leider ist aber die Gesetzgebung der EU, was die Vermarktung angeht, gegen die Impfung, da z.B. USA kein Fleisch geimpfter Tiere aufkauft (nicht nur Geflügel).

Machen wir uns nichts vor, es geht nach wie vor um die Wiederzulassung der Käfighaltung ab 1.1.2007, der Antrag liegt bereits vor.