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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mistwürmer in der Kotkiste



Feder
27.02.2005, 16:34
Hallo

Zufällig bin ich da auf etwas gestossen, was ich recht interessant finde. Nämlich die Idee, unter der Sitzstange eine Kotkiste zu installieren und diese mit Mistwürmern zu besetzen, natürlich aber so, dass die Hühner die Würmer nicht auffressen könnnen. Die Würmer würden sich dort vermehren und den anfallenden Mist umgehend zu Kompost abbauen. Der Vorteil könnte sein, dass man sich das Misten des Kotbretts spart, der Mist sofort in der Menge verkleinert wird und als wertvoller Dünger viel rascher in den Garten eingebracht werden könnte. Man würde sich auf die Art den Misthaufen fast sparen.
Hier habe ich das gefunden:

Die Regenwurmzucht im Kaninchenstall.
Dies ist eine ideale Kombination! Kaninchendung ist für den eisenia foetida, den Mistwurm also, ein "gefundenes Fressen". Stellt man die Kaninchengehege aufkippbar über die RW-Aufzuchtkästen (siehe Foto) oder hängt man sie einen Meter über diese (siehe Zeichnung), so erspart man sich damit nicht nur die lästige tägliche Arbeit des Ausmistens, sondern es wird auch der üble Geruch völlig eleminiert, der schon manchen Kaninchenliebhaber von der Zucht oder Haltung abgehalten hat. Die Kaninchen leben bei dieser Methode auf speziellem Maschendraht, durch den der laufend anfallende Dung "direkt in die geöffneten Mäuler" der Regenwürmer hineinfällt. Die unter den hängenden Gehegen zu bauenden RW-Aufzuchtkästen werden am zweckmäßigsten aus Zement oder Backstein gebaut und zwar 20 bis 25 cm länger und breiter als die Gehege, damit kein Dung und kein Futterabfall danebenfallen kann. Um Platz im Stall zu sparen, kann man natürlich auch zwei oder drei Gehege übereinander anordnen, dann müssen aber die oberen Gehege immer ausgemistet und die anfallende Mistmenge in die Aufzuchtkästen darunter entleert werden. Über den Bau von RW-Aufzuchtkästen wird später noch ausführlich berichtet, sodaß hier eine genaue Beschreibung entfallen kann.

Als erste Füllung der Aufzuchtkästen im Kaninchenstall genügt eine Mischung aus Gartenerde, gesiebtem und gut durchfeuchtetem Torfmull, etwas feinem Sand und einem Teil Kaninchendung, alles gut durchmischt. Torf hat zwar an sich keinen Nährwert für den RW, aber er hilft ihm bei der Verdauung, da er Feuchtigkeit speichert und er wird daher vom RW mitgefressen. Es genügt für den Start, wenn die Kästen nur eine Hand breit gefüllt sind. Danach liefern die Kaninchen laufend genug RW-Futter und die Würmer machen daraus laufend beste Komposterde oder besser gesagt: Kompost-Konzentrat. Man sollte nicht vergessen, zwischendurch immer ein paar Schaufeln voll gewöhnlicher Erde und Sand über die Auf zuchtkästen zu streuen. Der Regenwurm braucht das!

Das Vorhergesagte gilt auch für die Hühnerhaltung.

aus: http://www.regenwurm.de/heyer/heyer.html

Was meint ihr, könnte das funktionieren?

LG, Maria

Arne
27.02.2005, 17:39
Original von Feder...Was meint ihr, könnte das funktionieren?...

Das funktioniert bei uns schon seit Jahrzehnten! ;) vor Allem spart man sich dadurch -so die Hühner nicht in ihrer eigenen "Ka...e" kratzen können!!- auch einige Male ausmisten weil die Regen-/Mistwürmer ja auch einige Zeit für Ihre Arbeit benötigen. *Faultiere vor! :daumenhoch *

Klausemann
27.02.2005, 17:44
und was ist mit die Raumluftqualität ?
oder die Kacke könnte ja noch anfangen zu schimmeln,
was dann noch eine Schimmelpilzbelastung zur Folge hätte ?

Gruss Klaus,
der wiedermal nach Problemen sucht 8)

Arne
27.02.2005, 18:15
Original von Klausemann
und was ist mit die Raumluftqualität ?
oder die Kacke könnte ja noch anfangen zu schimmeln,
was dann noch eine Schimmelpilzbelastung zur Folge hätte ?

Gruss Klaus,
der wiedermal nach Problemen sucht 8)

Tja, wir haben einen Kalkputz/~anstrich an den Wänden, der durch die Verwendung von Brandkalk bis heute (letzter Anstrich 1962 !) sowohl vor Milbenbefall, als auch vor Schimmelpilzen bzw. "Aromastoffen" geschützt hat. Und wir streuen über die "dicksten Haufen" morgens immer eine dünne Torfschicht!! ;)

Feder
27.02.2005, 18:45
Aha, bei euch funktioniert das also, Arne?
Wie gross ist denn die Kiste bemessen? Bedenken hätte ich, ob die Würmer da auch nachkommen mit dem anfallenden Mist. Die Hühner kacken über Nacht doch recht viel. Wie lange lässt du alles in der Kiste, bis du sie ausräumst? Gibst du den Wurmkompost dann direkt in den Garten oder lagerst du ihn noch?
Viele Fragen, ich weiss. ;)
Aber toll, dass es hier jemand schon so praktiziert. Erinnert mich fast ein bisschen an Permakulturmethoden.

LG, Maria

Arne
27.02.2005, 19:01
Hmpff, ich muß doch mal ein Bild machen........ 8) ;D
Also, eine direkte Kiste haben wir nicht, sondern einen Draht"käfig" (grün ummamtelter Maschendraht, wie auch im Auslauf; ca. 170cm x 120 cm und etwa 40-50 cm hoch), wo oben drüber (ca. 90 cm Gesamthöhe auf den Sitzstangen) die Sitzstangen angebracht sind. Durch den Draht fällt über Nacht dann das "Hühnermorsendprodukt" durch den Maschendraht auf eine Torfschicht (Düngetorf aus der Genossenschaft nach dem Ausmisten dünn aber deckend ausgestreut!), die mit einer kleinen Schaufel "Altkompost" voller Regenwürmer "geimpft" wird.
Jetzt streut man jeden Morgen eine alte Konservendose voll Torf auf die Kacke und nix riecht, die Hühner werden durch den Draht vom Scharren abgehalten und die Luft zirkuliert und die "Kompostproduzenten" (Würmer!) fühlen sich wohl und arbeiten fleißig.
Je nach Wetterlage (wir lassen unsere Tiere bei Frost und Schnee gar nicht erst raus, nachdem seinerzeit mal einem guten Zuchthahn der Kamm abgefroren ist!) misten wir so etwa alle 3-4 Monate aus. Im Moment wäre es mal wieder dringend nötig, aber bei DEM Schnee...!? :heul
Allerdings haben wir nie mehr als 20 Hybriden -oder ähnlich große Tiere- im Stall, der übrigens gemauert ist.
Krankheiten hatten wir immer nur nach Ausstellungen, wenn sich die Tiere bei anderen angesteckt hatten!! Trotz vorheriger, vorgeschriebener Imfung!! :( Und da ging es nach Größe der Ausstellung: bei unseren Kreisschauen war wenig bis nix und auf der "Colonia" in den Kölner Messehallen....... mindestens 3 Wochen Kampf gegen Schnupfen etc.!!
Wobei die Italiener aber auch besonders anfällig, weil überzüchtet, waren.

Arne
27.02.2005, 19:05
Axo, wegen "direkt" in den Garten: je nach Menge müssen wir den Mistkompost noch lagern, weil wir sonst die Pflanzen zukippen würden ;) außerdem mixen wir den abgelagerten Kompost mit Sand als Blumentopferde.

Klausemann
28.02.2005, 07:44
Das lässt mir ja wiedermal keine Ruhe ;)

.....das würde ja alles bisherige erlernte über den Haufen werfen.
Hühnerfäkalien (Ammoniak, Stickstoffoxide, Kohlendioxide) = schädlich für Hühner. Wie das Wort Schadgase schon aussagt, was nun mal Fakt ist. Die Schadgase aus der Kotkiste, die sich mit der Restfeuchte aus den Fäkalien in die Raumluft des Stalls einbinden, werden von den Hühnern permanent eingeatmet. Für mich ein eher ungünstiger Umstand.

Und Arne, vielleicht sind ja deine Hühner durch die Schadgase in euren Stall schon leicht vorgeschädigt, das sie den Bakterien aus den Ausstellungshallen nichts mehr entgegen zusetzen haben.

Feder
28.02.2005, 08:05
Hallo Klaus, die Schadgase kannst du mal vergessen. Das läuft völlig anders und ich könnte mir gut vorstellen, dass es funktioniert. Zum einen wegen dem Torf (der natürlich ökologisch bedenklich ist, aber Komposterde würde wohl auch funktionieren oder feiner Rindenmulch) , zum anderen wegen der Würmer, die das Material sofort verarbeiten. Ich denke, es muss nur richtig dimensioniert sein. Die gemässigten Temperaturen in einem Hühnerstall müssten auch sehr gut geeignet sein.
Hier noch ein Link wo es um dasselbe Prinzip geht, allerdings ohne Würmer.
http://www.macbumm.de/02_bow/03_wald/01_villa_pup/villa_pup.htm
Aber ich glaube , dass gerade die Würmer das Ganze effektiv machen.
Arne, wie sieht es mit den Fliegen im Stall aus? Hast du besonders viele?

LG, Maria

Klausemann
28.02.2005, 08:44
Hallo Maria,
warum soll ich die Schadgase vergessen ?
Die sind nun mal existend und lösen sich nicht im Nichts auf .

Ich könnte mir vorstellen, das dass aus der Kotgrube aufsteigende Äerosol, aus Harn (Ammonniak und Feuchtigkeit), über den die Hühner die ganze Nacht sitzen, von den Hühnern permanent eingeatmet werden, denn ein anderer Weg bleibt nicht, als der der aufstegenden Luft an den Hühnern vorbei.

Bisher sind meine Bedenken keines Wegs ausgeräumt, ich werde aber gerne eure Diskussion und Argumentation weiter verfolgen.

Gruss Klaus :)

Carsten
28.02.2005, 09:27
Ein sehr interessantes Thema!

Wie hoch ist die Umrandung der Regenwurmzucht, damit sie nicht entfleuchen können?

Feder
28.02.2005, 11:33
Da fällt mir gerade ein: Was ist eigentlich, wenn man die Hühner chemisch entwurmt? Sind die Regenwürmer dann auch kaputt?

LG, Maria

Arne
28.02.2005, 13:33
Ohjehohje :-[,
dat sind ja Fragen über fragen!:o Dat artet ja langsam in Arbeit aus :D
Na gut, eins nach dem anderen: die "Umrandung" besteht lediglich aus einer Dachlatte (unterer Drahtkäfigrahmen). Wurmkuren erledigen sich durch den Umstand, daß unsere Tiere regelmäßig geraspelte Möhren erhalten und ob es die Regenwürmer dabei "erwischt"...... keine Ahnung, ehrlich gesagt, weil wir den Stall eh sofort nach einer Wurmkur ausmisten.
Die "gefährlichen Schadgase" kannst Du getrost vergessen, Klausemann, wenn Du eine ordentliche Lüftung im Stall hast!!! 8) Wieso der Torf jetzt "bedenklich" sein soll schiebe ich eher auf die fliegenden Staubteilchen; meinst Du die? Wenn ja: bei leicht feuchtem Torf hast Du damit auch kein Problem und die Kacke ist nun mal feucht!
Die Vermutung, daß die Tiere wegen dieser -angeblichen- Schadgase auf Schnupfenbazillen von Ausstellungen empfindlicher wären ist völlig überflüssig, weil wir auch die jeweils vorgeschriebenen Imfungen vorgenommen haben und auch gegen Schnupfenextra geimpft haben! Allerdings kann ich mich dunkel erinnern, daß es sich damals um irgendeinen antibiotika-resistenten Schnupfenvirus gehandelt hatte, was sich aber erst spät herausgestellt hat. Vielleicht erinnert sich noch jemand daran!? Die letzte Ausstellung, die wir beschickt hatten war so Ende der 80er-Anfang der 90er Jahre....... ??? ???

Carsten
28.02.2005, 14:00
Da kann ich mich definitiv nicht mehr dran erinnern!

Der gedanke der "Regenwurmzucht" reißt mich immer mehr!

Arne
28.02.2005, 14:08
:grueb :teuf1 An meine Windelzeit hab ich auch nur noch wenig Erinnerungen.............. :teuf1 :teuf1 :D :D :D :D :rofl :rofl :rofl

MonaLisa
28.02.2005, 15:30
Schadgase (= Fäulnisgase) sollten bei dieser Kompostkiste nicht nennenswert entstehen, andernfalls ist die Kiste zu klein gewählt und zuwenig Wurmbewohner darin. Die Gase können nicht entstehen, da ja auch keine Fäulnis einsetzt. Im Verdaungstrakt der Würmer werden die Stoffe ohne Schadgase abgebaut.
Ob die Kiste allerdings bei unserem Kaltstall auch im Winter funktionieren würde? Da sind Würmer ja bekanntlich träger, die frische Kotschicht bleibt länger feucht und bleibt auch zu lange "unbehandelt".

Gruss Petra

Arne
28.02.2005, 15:41
Original von MonaLisa...Ob die Kiste allerdings bei unserem Kaltstall auch im Winter funktionieren würde? ...

Hmm, stell Dich mal mit nackten Füßen in zergehenden Hühnermist!! Aber kauf Dir vorher eine gute Branndsalbe1 ;)

Feder
28.02.2005, 17:16
@Arne: jeder Schnupfenvirus ist antibiotikaresistent. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, gegen Viren nie. Mit Antibiotika kann man llediglich die Begleiterscheinungen von Virusinfektionen bekämpfen, etwa wenn die erkrankten Schleimhäute bakteriell besiedelt werden.
Es ist und bleibt ein weitverbreiteter Unfug, bei Virusinfekten Antibiotika zu verabreichen.

LG, Maria

Arne
28.02.2005, 17:45
Original von Feder
@Arne: jeder Schnupfenvirus ist antibiotikaresistent. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, gegen Viren nie. Mit Antibiotika kann man llediglich die Begleiterscheinungen von Virusinfektionen bekämpfen, etwa wenn die erkrankten Schleimhäute bakteriell besiedelt werden.
Es ist und bleibt ein weitverbreiteter Unfug, bei Virusinfekten Antibiotika zu verabreichen.

LG, Maria

Stimmt, das kommt davon, wenn man nicht durchliest, was man postet! Natürlich meinte ich "Impfstoffresistent"! Sorry, mein Fehler.
Und zu der Frage mit den Fliegen: direkt vor dem Stallfenster habe ich meine Außenvoliere für die Prachtfinken und die freuen sich besonders, wenn sie Fliegen erwischen können, so hält sich auch die Zahl der Fliegen in Grenzen.
Die angrenzende Voliere mit Prachtfinken ist übrigens ein guter Indikator, daß die Hühner gesund sind! Sonst wären die Vögelchen schon längst "abgenippelt", zumal die Regenwürmerzucht im Hühnermist direkt unter dem Fenster ist und jegliche Art von Krankheiten oder "Schadgasen" die Vögel direkt betrifft!! 8)

bettelhuhn
28.02.2005, 21:07
Das ist ein interessanter Thread hier. Meine Bewunderung gilt der Kunst, Würmer stets in ausreichender Zahl für diese Arbeit bei Laune zu halten. Wir haben dies mit allen Tricks und Mitteln unter Freilandbedingungen versucht(zur Angelversorgung mit Kanninchenmist) und es erfordert höchste Anstrengungen. Gelungen ist es immer nur eine Zeitlang.

Erfahrungen mit eurer Methode habe ich nicht. Meine Erfahrungen aus der Profihaltung und mein Gefühl, lassen dennoch die Bedenken von Klaus Glucke nicht unerheblich erscheinen. Hühnerkot ist atemtechnisch nicht ungefährlich. In der Profihaltung laufen ständig riesige Lüfter und die Kotschieber drehen zweimal täglich ihre Runden. Auch wenn diese Massstäbe bei der Hobbyhaltung nicht unbedingt zutreffen, lässt sich an den Emissionen vom Wesen her nichts ändern, oder?

Auch hier im Forum hiess es immer wieder, Kot so schnell wie möglich raus aus dem Stall.

Die vorgeschlagene Methode würde mir aus Bequemlichkeitsgründen auch sehr munden, überzeugt bin ich bisher noch nicht.

Gruss Thomas

Arne
28.02.2005, 21:21
Original von bettelhuhn...Die vorgeschlagene Methode würde mir aus Bequemlichkeitsgründen auch sehr munden, überzeugt bin ich bisher noch nicht....

Tja, bei uns funktioniert diese Methode seit gut 30 Jahren und wir haben weder Würmerbefall noch sonstige Krankheiten im Stall gehabt (außer eben diesem "Außstellungsschnupfen") und bis vor etwa 10 Jahren hatten wir auch noch keinen sperber im Wald, der die Sperlinge kurz gehalten hat; heutzutage haben wir nicht einen einzigen "Mösch" mehr bei uns :o .
Aber das soll halt jeder für sich -und seine Hühner- selbst entscheiden. 8) 8)

bettelhuhn
28.02.2005, 22:54
Würdest Du nicht so weit weg wohnen, würde ich, Deine Zustimmung vorausgesetzt, die Sache liebend gerne anschauen. Einen gescheiterten Würmerzüchter würde ich auch nóch mitbringen. Er verzweifelt im Juli/August immer, da es dann keine Angelwürmer gibt.

Weiss hier jemand warum dies so ist. Der Misthaufen enthält dann keine Mistwürmer. Es wurden schon ganze Misthaufenexkursionen unternommen welche zu finden.

Das nur am Rande, will das Thema nicht kaputt machen, Falls Nachricht bitte per PN

Gruss Thomas

chook
01.03.2005, 00:47
Hi Thomas,
Vielleicht sollte Dein Bekannter sich eine Wurmkiste zulegen und mit seinen Küchenabfällen beschicken. Ich hab seit Jahren so ein Teil (grosse Plastikwanne, fast Badewannengrösse, mittig abgeteilt und jeweils einen Teil befüllt, wenn voll, auf die andere Seite umschichten (d.h. auch lockern/belüften), dann nach weiterem Kompostieren leeren. Unten drin sind Löcher, aus denen ein hochkonzentrierter Flüssigdünger abläuft, den man natürlich auffangen sollte - astrein für Tomaten. Mais und dergleichen.

Das Teil steht im Schuppen (es friert hier allerdings selten) und da sind zu jeder Jahreszeit Regenwürmer drin. Da die Wurmkiste im Gegensatz zum normalen Komposthaufen ausschliesslich mit (ungekochten!) Küchenabfällen beschickt wird, sind keine Unkrautsamen drin; die Wurmerde ist also super zum Ein-/Umtopfen etc.

Ein Bekannter in Hannover hatte so'n Ding (kleinere Version) auf seinem Balkon, wodurch er nach dem Kompostiervorgang nur noch etwa 10% der Ausgangsmasse zur Kleingartenparzelle transportieren musste.

siehe z.B.
http://www.nutzmuell.de/content/ueberuns/wurmbank.htm
http://www.gwa-online.de/www/html/pdf/falt/wurmkiste.pdf
http://www.grand.at/vermi/kompostierung.php?nav=20&sub=20
(enfach mal 'Wurmkiste' bei Google eingeben.

Letzten Sommer hab ich alle Nase lang mal ein bisschen drin gewühlt und Würmchen rausgesucht für die Küken - da kam fast Ekstase auf :)

Ich bin auch schon länger am überlegen, ob ich beim Stallumbau die Sitzstangen einfach über der Wanne anbringe. Der Stall (in spe) ist eh ein Offenstall (wie gesagt, hier friert es wenig und selten), also um Belüftung brauch ich mir keine Sorgen machen.

LG
Ute

Feder
01.03.2005, 07:31
@Thomas:
Wo hat denn dein Freund die Würmer? Wenn der Misthaufen in der prallen Sonne liegt, könnte der Wurmmangel im Juli/August einfach daran liegen, dass es den Würmern zu heiss und/oder zu trocken wird und sie sich in den Boden zurückziehen. Ich glaube, dass relativ konstante Temperaturen ganz wichtig sind für die Tiere, und genau die hätte man ja im Hühnerstall.

LG, Maria

Klausemann
01.03.2005, 08:19
Noch mal meine Gedanken dazu.
Es ist nichts gegen diese sensiblen Wurmkisten zu sagen, das ist eine wunder bare Geschichte. Ob gleich sie auch nichts mit der offenen Wurmkiste zu tun hat, da die Haltungsbedingungen der Würmer in beiden Kisten verschieden sind.

Ich bleibe aber weiter hin skeptisch, was die Fehlerquellen betrifft, die zwangsläufig zu Faulgasen und Schimmel führen können. Auch bei der Vielzahl der verschiedenen Bauformen an Ställen, würde ich vorsichtig mit solchen pauschalen Empfehlungen sein, das man im Stall generell so eine Kompostierung betreiben kann. Von den Lüftungssystemen ganz abgesehen, von dessen Funktionsweisen die wenigsten Firm sind.

Ich denke weiter hin, man sollte den Hühnern so saubere und unbelastete Luft wie möglich zum Atmen liefern. Wie unter freiem Himmel eben. Eine offene wie geschlossene Kompostierkiste wird die Raumluftqualität nie verbessern, im ungünstigsten Fall eher verschlechtern. Deshalb werde ich weiterhin außerhalb des Stalls kompostieren.

Lasst euch aber nicht von eurem Vorhaben abhalten, Versuch macht Klug......und wir können draus lernen ;)

Klaus

Feder
01.03.2005, 14:08
Von pauschalen Empfehlungen kann hier keine Rede sein, es wurde lediglich eine Idee zur Diskussion gestellt und widererwarten hat sogar schon jemand diese Idee umgesetzt und kann von guten Erfahrungen berichten.

LG, Maria

Klausemann
01.03.2005, 15:46
Dann habe ich den Satz doch falsch verstanden , Maria.


Original von Feder
Ich glaube, dass relativ konstante Temperaturen ganz wichtig sind für die Tiere, und genau die hätte man ja im Hühnerstall.

LG, Maria

eben nicht Maria,
kein Stall gleich den anderen. Und Holzställe heizen sich im Sommer besonders gut auf. Also alles andere als konstante Temperaturen wie in manchen gemauertem Stall.

Vielleicht doch noch ne sehr komplexe " Kiste" .

mfg Klaus :)

Feder
03.03.2005, 13:49
Genau das wollte ich ja mit diesem Thema erreichen, dass man gemeinsam über diese Idee und mögliches Für und Wider nachdenkt.
Mit gemässigten Temperaturen im Stall meine ich, dass es im Stall ganz wesentlich anders ist als im Freien.
Ich habe z.B. einen Holzstall mit 5 cm Styropor gedämmt, das ergibt recht träge Temperaturreaktionen im Sommer. Bis der Stall richtig warm wird an einem heissen Sommertag ist es auch schon abends und kühlt wieder ab. Im Winter hält bei mir ein Frostwächter den Stall auf gerade 0° C, weil mir eingefrorene Tränken zuwider sind.
Das meine ich mit gemässigten Temperaturen, und ich glaube, dass die für legende Hühner auch bekömmlicher sind als extreme Hitze und Kälte im Stall.
Aber klar ist auch, dass die Idee mit den Wurmkisten nicht immer und überall zu verwirklichen sein wird.

LG, Maria