PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : So schaut der Ernstfall aus



corinna
09.11.2005, 15:21
Vereinigung für Gefahrstoff- und Brandschutzforschung (vgbf)
ELHPro2005 - update Stand: 26.10.2005
www.feuerwehr.hamburg.de Powered by www.vgbf-online.de
Inhaltlich werden Ereignisse von nationaler und internationales Bedeutung systematisch ausgewertet und ggf. gleich strategisch und taktisch beurteilt. Grundlage für die
systematische Auswertung sind z.B. Nachrichtenagenturen, einschlägige Arbeitskreise, Internetforen und Dienstanweisungen. Das Bulletin wird absichtlich auf das
wesentliche reduziert. Keine Weitergabe an Dritte! (Ausnahme: mit Freigabevermerk, seit Juni für FWHH intern/Intranet) . Die Auswertung erhebt keinen Anspruch auf
Vollständigkeit, jede Haftung der Autoren ist ausgeschlossen! Redaktionsschluss ist jeweils Sonntag Nachmittag. Redaktion: FranzPetter@alice-dsl.de
Vogelgrippe – Strategische Planung für Führungskräfte
Lagefortschreibung: Vogelgrippe – Stand 26. 10.05
Kroatien: H5N1-Virus nachgewiesen – Großbritannien: in Quarantäne sind mehrere Tiere an
Vogelgrippe gestorben - Auf der zu Frankreich gehörenden Insel Réunion vor der Küste Afrikas gibt
es einen Verdachtsfall von Vogelgrippe beim Menschen. Untersuchungen bei einem Mann, der ins
Krankenhaus eingeliefert wurde, hätten zu einem Verdacht auf "eine Grippe mit Ursprung bei Vögeln"
geführt, teilten die Behörden mit.
In den letzten Monaten wurde den Angehörigen des Feuerwehr- und Rettungsdienstes empfohlen sich
gegen Influenza impfen zu lassen. Dies ist insbesondere für jenes Personal erforderlich welches bei
einem Vogelgrippe-Einsatz eingesetzt werden soll. Aufgrund eines Engpasses mit Impfstoffen wurde
diese Empfehlung vorübergehend zurückgezogen. Der Impfstoff soll in erster Linie den Risikogruppen
zur Verfügung stehen. Erkenntnis: nächstes Jahr rechtzeitig die Grippeimpfung für Einsatzkräfte
planen und anbieten.
Die Weltgesundheitsorganisation geht von einer künftigen Grippe-Pandemie unter Menschen aus, die
wahrscheinlich durch ein verändertes Vogelgrippe-Virus ausgelöst wird. Es werde eine menschliche
Grippe-Pandemie geben, sagte der WHO-Generaldirektor. Sie trete wahrscheinlich zuerst in
Südostasien auf. Der WHO-Chef forderte die Regierungen deswegen auf, Notpläne für eine Pandemie
zu erstellen. Eine Pandemie ist eine Grippewelle, die sich schnell auf Großteile der Erdkugel
ausbreitet. Aus Sicht der Feuerwehr ist es weiterhin sinnvoll neben der Vogelgrippe die
Pandemieplanungen (Pandemieplan der Länder) voranzutreiben und die wichtigsten Elemente in die
Fortbildung zu integrieren.
Auf Expertenebene beschäftigt sich www.bevölkerungsschutz.de seit einigen Tagen intensiver mit der
Vogelgrippe. Es ist ein gemeinsames Merkblatt entstanden auf das hier besonders hingewiesen
werden soll:
Maßnahmenblatt Vogelgrippe (bzw. Geflügelpest)
(aviäre Influenza) Stand: 26.10.2005, 15:00 h
Dr. med. U. Werfel, Kliniken Essen- Mitte, Infektiologie, Klinik für Innere Medizin IV und J. Spors, Hygienebeauftragter
Feuerwehr Essen, U. Cimolino, Düsseldorf, basierend auch auf Beiträgen von R. Steffler, Leipzig und F. Petter, Hamburg (vgbf)
Eine Abstimmung mit dem zuständigen Amtsveterinär, so nicht schon geschehen, wird empfohlen.
Als Grundlage für weitere Planungen wäre der jeweils gültigen Maßnahmenkatalog zu besorgen – hier
gibt es nämlich unterschiedliche Planungen in den Ländern. Beispielsweise ist ein Vogelgrippefall in
einer Großstadt anders zu beurteilen als am Land. Hier kann nicht so einfach ein Sperrbezirk in der
Innenstadt eingerichtet werden und hunderttausend Personen die in diesem Bereich leben sind weit
schwerer zu kontrollieren als auf einem dünn besiedeltem Gebiet.
In Hamburg informiert zentral die zuständige Behörde daher wird auf der Seite der Feuerwehr
Hamburg vorerst keine einschlägige Info mehr publiziert. Updates zur Vogelgrippe (bzw.
Pandemieplanung) für Einsatzkräfte werden ab sofort unter www.vgbf-online.de bereitgestellt.
Mag. Petter
Brandrat
FranzPetter@aol.com
Die Ausarbeitungen wurden nach bestem Wissen durchgeführt. Gültig ist jeweils das letzte Update.
Vereinigung für Gefahrstoff- und Brandschutzforschung (vgbf)
ELHPro2005 - update Stand: 26.10.2005
www.feuerwehr.hamburg.de Powered by www.vgbf-online.de
Inhaltlich werden Ereignisse von nationaler und internationales Bedeutung systematisch ausgewertet und ggf. gleich strategisch und taktisch beurteilt. Grundlage für die
systematische Auswertung sind z.B. Nachrichtenagenturen, einschlägige Arbeitskreise, Internetforen und Dienstanweisungen. Das Bulletin wird absichtlich auf das
wesentliche reduziert. Keine Weitergabe an Dritte! (Ausnahme: mit Freigabevermerk, seit Juni für FWHH intern/Intranet) . Die Auswertung erhebt keinen Anspruch auf
Vollständigkeit, jede Haftung der Autoren ist ausgeschlossen! Redaktionsschluss ist jeweils Sonntag Nachmittag. Redaktion: FranzPetter@alice-dsl.de
Vogelgrippe - Empfehlungen für Führungskräfte
Nach Feststellung der Vogelgrippe wird ein Sperrbezirk von 3 km rund um das betroffene Gebiet
eingerichtet.

corinna
09.11.2005, 15:22
Der Einsatz der Feuerwehr kann unter anderem erforderlich sein bei:
- Tötung des Geflügelbestandes
- den Desinfektionsmaßnahmen
- Absperren und Überwachungs-/ Desinfektionsaufgaben -/an der 3 km Sperrgrenze
- Im Logistikbereich: Planung der Desinfektionsstellen – Lageübersichten
Vorplanung
- FW-Angehörige, die selbst oder deren Familienangehörige Geflügel halten, sollten nicht
eingesetzt werden.
- Nach einem Einsatz keine Geflügelhaltungen betreten und möglichst auch keine direkten
Kontakte zu Geflügelhaltern aufnehmen.
- Die Einsatzkräfte müssen gegen Grippe geimpft sein, sofern sie auf einem Seuchengehöft
tätig werden.
Einsatztaktik
o Die Sperrzonen sind der Umgebung anzupassen. (d.h. Planung der Kontrollpunkte nach
strategischen Überlegungen, Einbindung von Infrastruktur etc. damit der Aufwand möglich gering
bleibt. Wenn möglich Autowaschanlagen nutzen (Tankstelle)
o In einer Übersichtskarte (Luftbild, …) werden vom Amtsveterinär die „Hot spots“ des
Sperrbezirkes definiert (betroffener Hof, weitere Geflügelbestände, besondere Schwerpunkte,
Vorschlag: rot für besonders gefährdeten Bereich, grau Übergangsbereich, Rest = normales
Gebiet).
o Personen welche den Sperrbereich bzw. insbesondere in Gebieten mit dichter Besiedelung
alternativ den Bereich eines „Hot Spot“ verlassen sind wie folgt zu behandeln:
Befragung aus welchem Bereich des Sperrbezirkes sie kommen. Vergleich mit der „Hot spot“
Karte. Übergabe eines allgemeinen Merkblattes für Personen, die sich im Sperrbezirk befinden.
1. Jene Personen, die sich im roten Bereich außerhalb des Fahrzeuges aufgehalten haben und
sich beim Verlassen dieses Bereiches nicht geduscht und neu eingekleidet haben, werden
ersucht die Bekleidung abzulegen und zu duschen. Alle Fahrzeuge werden an den
festgelegten Kontroll- und Desinfektionspunkten innerhalb des Sperrgebietes außen und je
nach Notwendigkeit auch innen gewaschen und desinfiziert (Waschstraße, innen ev.
Vernebeln von Desinfektionsmittel). Es wird darauf geachtet, dass der rote Bereich nur in
unbedingt notwendigen Fällen betreten oder befahren wird.
2. Personen aus dem grauen Bereich an Kontrollpunkten– Oberbekleidung ablegen und Hände
waschen. PKW durch Waschstraße (Autowaschanlage) danach fertig
3. Alle anderen Personen (wahrscheinlich über 90 %): Sichtkontrolle auf Verschmutzungen.
PKW ebenfalls.
Vereinigung für Gefahrstoff- und Brandschutzforschung (vgbf)
ELHPro2005 - update Stand: 26.10.2005
www.feuerwehr.hamburg.de Powered by www.vgbf-online.de
Inhaltlich werden Ereignisse von nationaler und internationales Bedeutung systematisch ausgewertet und ggf. gleich strategisch und taktisch beurteilt. Grundlage für die
systematische Auswertung sind z.B. Nachrichtenagenturen, einschlägige Arbeitskreise, Internetforen und Dienstanweisungen. Das Bulletin wird absichtlich auf das
wesentliche reduziert. Keine Weitergabe an Dritte! (Ausnahme: mit Freigabevermerk, seit Juni für FWHH intern/Intranet) . Die Auswertung erhebt keinen Anspruch auf
Vollständigkeit, jede Haftung der Autoren ist ausgeschlossen! Redaktionsschluss ist jeweils Sonntag Nachmittag. Redaktion: FranzPetter@alice-dsl.de
Schutzausrüstung des Desinfektionspersonals
Einweg-Anzug, Mundschutz griffbereit: Es wird nicht vermittelbar sein, dass die Einsatzkräfte an der
Absperrgrenze besondere Schutzkleidung und Atemschutz tragen, während jene Personen die sich –
auch schon länger im „kontaminierten Sperrbezirk“ aufgehalten haben ohne Atemschutz bzw. Maske
dort warten bzw. dekontaminiert werden. Wenn eine reale Inkorporationsgefahr besteht dann müssen
alle Personen mit entsprechender Schutzkleidung ausgestattet werden. -> zur Diskussion
Ziel dieses Empfehlung: Risiko einer Ausbreitung soll wesentlich verringert werden und die
wirtschaftlichen Schäden, sowie der Aufwand für die Maßnahmen soll möglichst im Rahmen bleiben.
Ein hundertprozentiger Schutz ist dadurch nicht zu gewährleisten, denn es wird immer Personen
geben, welche die Absperrung umgehen, Vögel fliegen einfach drüber ….
Rechtlicher Hinweis: Die Empfehlung wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, eine Haftung
der Autoren ist in jedem Fall ausgeschlossen. Der Anwender hat die Empfehlungen entsprechend
seiner örtlichen Gegebenheiten anzupassen und alle Maßnahmen mit dem örtlich zuständigen
Amtsveterinär abzustimmen.
Quellen:
Der vorliegende Entwurf entstand als Diskussionsergebnis mit Herrn Dr. Heitgerken,
Tierseuchenbekämpfung, Hamburg.
Übersicht über einsatztaktische Maßnahmen (in Amtshilfe)
Roter Bereich
o Seuchengehöft/ansteckungsverdächtige Betriebe sperren mit Absperrband, Beschilderung nach
Geflügelpestverordnung, Erstellung der Hot-spot Karte mit dem Amtsveterinär
o Festlegung nur eines Zu- und Abfahrtsweges so, dass Kreuzkontaminationen vermieden werden
o Festlegung des Desinfektions- und Kontrollpunkt sowie Standplatz für Einwirkungszeit,
Strategische Einbeziehung der Infrastruktur (z.B. Nutzung eines Luftbildes, gelber Seiten,…)
o Zutritt nur für betriebsangehörige Personen, Hoftierarzt, Ärzte, Behördenpersonal und ggf. weitere
berechtigte Personen. Feuerwehr und Rettungsdienste nur wenn unbedingt erforderlich.
Personalminimierung.
o Sperre anderer Zufahrtstrassen durch mechanische Hindernisse und Beschilderung bis zur
Aufhebung der Sperre für den roten Bereich.
o Wenn möglich Verkehr umleiten, Öffentliche Verkehrsmittel an der Absperrgrenze bereitstellen.
Sperrbezirk (3 km-Radius um Betrieb)
o Nebenwege sperren
o Zufahrtswege festlegen und kontrollieren, Zufahrt nur für berechtige Fahrzeuge
o Dauer der Sperre: bis zum Abschluss der Grobreinigung und ersten Vordesinfektion (Bestätigung
durch den Amtstierarzt)
Beobachtungsgebiet (10 km-Radius um den Betrieb):
Der verantwortliche Amtstierarzt kann unabhängig von diesen Festlegungen weitere Maßnahmen
anordnen.
Berechtige Fahrzeuge: z. B.: Anwohner, Versorgungsfahrzeuge, Entsorgungsfahrzeuge, Ärzte,
Pflegedienste, Feuerwehr, Rettung, Polizei u.ä.
EinsatzTaktika – Salzburg 13.-15. Februar 2006 – www.vgbf-online.de


gefunden unter:

http://www.vgbf-online.de/ELH-Vogelgrippeupdate261005.pdf

kraehe
09.11.2005, 19:57
In Deutschland herrscht zwar Panik, aber keine Vogelgrippe - vorbeugen ist besser als heilen... :o