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corinna
19.10.2005, 13:13
Auf dieser deutschen Insel ist die Vogelgrippe angekommen
RIEMS Die Bundesforschungsanstalt für Tierseuchen arbeitet an einer Geheimwaffe gegen H5N1

Im Sommer 2003 tauchten aus Hongkong die ersten Zeitungsmeldungen von einem ungewöhnlich tödlichen Grippevirus unter Hühnern auf. Etwa zur gleichen Zeit kam eine Sonderpostsendung auf der Insel Riems bei Rügen an. Inhalt: Ein paar Röhrchen mit Proben. Absender: Die chinesische Regierung. .

Die Seuchenexperten im Riemser Friedrich-Loeffler-Institut, einer Forschungseinrichtung der Bundesregierung, merkten schnell, dass sie es mit einem besonders gefährlichen Kandidaten zu tun hatten. Typ: H5N1. Trifft diese Vogelgrippe auf einen Hühner- oder Putenstall, werden innerhalb weniger Tage nahezu alle Tiere krank und sterben. Zwar hat das Virus in diesen Tagen dank eifriger Geflügelhändler und reiselustiger Zugvögel den Sprung von Asien nach Europa geschafft. Aber die Tierärzte waren auch nicht untätig: Sie haben sich um eine wirksame Abwehr gegen den winzigen Hühnertöter gekümmert.

Ihre Idee: Wo das Stallgeflügel gegen die Influenza geimpft ist, ist nicht nur die ländliche Produktion gerettet, sondern auch der Mensch außer Ansteckungsgefahr. Weil die althergebrachten Grippe-Impfstoffe – Antikörper aus infizierten Hühnerembryonen – die weltweite Ausbreitung des aktuellen Erregers nicht verhindern konnten, mussten sich die Forscher etwas Neues einfallen lassen. Sie bedienten sich eines Gentechnik-Tricks: Weniger aggressive Herpesviren statteten mit Oberflächenstoffen aus, die in der Natur nur bei Grippe-Viren vom H5-Typ vorkommen. Nach der Impfung mit dem gentechnisch veränderten, abgetöteten Herpes bilden Hühner Antikörper, die H5N1-Viren abwehren können. "Der Impfstoff ist jetzt so weit, unser Labor zu verlassen", sagt Instituts-Sprecherin Elke Reinking. "In der kommenden Woche beginnen die Verhandlungen mit der Pharma-Industrie."

Bis in die Apotheken braucht es dann noch einige Monate. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Pandemie so lange Zeit lässt. Denn in Europa steht die allwinterliche Grippesaison vor der Tür. Und ein grippekranker Hühnerzüchter, der sich außerdem noch mit Vogelgrippe infiziert, könnte die Gelegenheit sein, auf die der Tod gewartet hat, um eine neue Menschenpest zu mischen. KÖPFe

gefunden undter www.berlinonline.de