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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kollbecksmoor- Huhn



Katrin
26.06.2005, 15:27
Hallo Ira!

Das Kollbecksmoor-Huhn ist ein Kreuzungshuhn, das als Zweinutzungshuhn in kleineren Beständen genutzt werden kann. Eine Rasse ist es nicht, da man es nicht in dieser Form weiterzüchten kann, es würde in der nächsten Generation wieder aufspalten.

Viele Grüße Katrin

bettelhuhn
26.06.2005, 22:59
Dieses Huhn ist also ein Hybride. Könntest Du mal erklären was für Vorteile dieses Huhn bietet? Die Eieranzahl pro Jahr ist sicher nicht ein ausserordentliches Merkmal. Wie sieht es denn mit den Hähnen aus? Nach welcher Zeit erreichen sie ihr Schlachtgewicht? Wie íst das Fleisch im Geschmack? Wie sind die Tiere in den meist heute kleinen Grundstücken zu halten? Zahm, fliegerisch ambitioniert wie Vorwerk?

USW.

Lieben Gruss Thomas

Katrin
27.06.2005, 07:27
Hallo Thomas!

Das Neue und Einzigartige ist eigentlich eher, daß dies Huhn unmittelbar der Erhaltungszucht dient. Angedacht ist, auch mit anderen gefährdeten Rassen solche Kreuzungen (nicht eigentlich Hybriden) zu züchten um so die Attraktivität der Erhaltungsarbeit zu erhöhen.
Denn nur Züchter, die in einem Ring mitarbeiten (und all die zusätzliche Arbeit und die Kosten auf sich nehmen) können sich an diesem Projekt beteiligen und KMHühner vermehren.
Das Problem sind in den Ringen besonders die Kosten für die Zuchtbuchführung und die kann man dann zB über den Verkauf von Bruteiern/Jungtieren dieser Kreuzungstiere finanzieren.

Was die konkreten Leistungen dieses Huhnes angeht, da können wir nur aus Vorversuchen vorsichtige Prognosen stellen. Die Eizahl und - größe der ersten letztjährigen Hennen werden noch ermittelt ( Ende September wissen wir mehr, aber sie liegen schon jetzt bei 240 Eiern im Schnitt) und die Daten der in diesem Jahr aufgezogenen Küken werden gesammelt. Wenn wir mehr wissen, werde ich das sofort berichten.

Übrigens werden Leistungsprüfungen außer auf beteiligten (Bio-) Höfen auch in der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Kitzigen und dem Institut für Tierzucht der FAL in Mariensee durchgeführt. An sensorischen Tests/Eiuntersuchungen wird sich auch das Labor von Lohmann Tierzucht in Cuxhaven beteiligen.

VG Katrin

Katrin
27.06.2005, 13:45
Hallo!

Das sind 6 Wochen alte KMH- Hennenküken

Katrin
27.06.2005, 13:47
... und dies ein ebensoaltes Hahnenküken...

Katrin
27.06.2005, 13:50
..und hier die KMH-Hühnchen mit einem VW-Küken im Vergleich

VG Katrin

Ira
29.06.2005, 12:26
..Somit sind diese schnellwüchsiger als die VW's und legen mehr... Habe ich das richtig verstanden?
Wie ist der Fleischansatz?

chook
30.06.2005, 09:29
Mit was wurden die Vorwerkhühner denn gekreuzt, um das Kollbecksmoor-Huhn zu erhalten?
Ute

Katrin
30.06.2005, 09:53
Hallo Ute!

Die Hennen sind White-Rock-Hennen aus einer kommerziellen Linie und legen im Schnitt über300 Eier pro Jahr.
Die Mastleistung testen wir erst dies Jahr systematisch, in 2 Monaten wissen wir mehr. Letztes Jahr gabs nur Vorversuche und die "richtigen" Feldprüfungen (in Kitzingen und Mariensee) haben ja sowieso noch nicht begonnen.


VG Katrin

Ira
30.06.2005, 11:42
Dann halte uns bitte auf dem Laufenden!

Sie sehen nicht übel aus, legen gut und wenn sie auch noch schön viel Fleisch haben... tja... :)

Achim
09.07.2005, 08:16
Das habe ich jetzt glaub ich noch nicht richtig verstanden. Ihr macht Kreuzungen um damit die RL-Rassen zu erhalten ???

Katrin
09.07.2005, 09:12
Hallo Achim!

Ja, nämlich um den Züchtern, die sich die Arbeit mit der Erhaltungszucht machen die Möglichkeit zu geben, mit dem Verkauf von Kreuzungsprodukten etwas Geld zu verdienen (uA für die Finanzierung der Zuchtbuchführung).
Die alte Rasse selbst ist davon nicht betroffen, denn es wird nichts hineingekreuzt, sondern es werden nur überzählige Hähne herausgenommen und mit den anderen Hennen verpaart.

VG Katrin

gujaclea
09.07.2005, 09:21
Hallo Katrin,
kann man/frau denn irgendwo Bruteier dieser Tiere bekommen?
Wäre sehr daran interessiert.

Viele Grüße
Andrea

Achim
09.07.2005, 13:44
Hi Katrin
ich weis nicht so ganz, ob dass das wahre ist, wenn man eine Rasse vermischt, um dadurch eine Andere Lienie zu finanzeren...
Aber jedem das seine...
MfG Achim

chook
09.07.2005, 14:20
Ich muss gestehen, ich war auch etwas überrascht, aber je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr Sinn macht es, finde ich.
Es geht letzendlich um die Grundfrage: Warum sollte man alte Rassen erhalten? Darauf gibt es eine Reihe Antworten, wie Schönheit, Robustheit, Angepasstheit, Produktivität, Erhalt der genetischen Ressource.
Die Produktion einer neuen guten Kreuzungslinie aus den Vorwerks liefert, so diese denn erfolgreich ist, einen hervorragenden Grund für die Erhaltung der genetischen Ressource "Vorwerk", denn ohne deren Erhalt kann die neue Linie ja nicht produziert werden. Das genetische Material der Vorwerks wird also einer neuen Verwendung zugeführt, ohne dabei das Ausgangsmaterial zu kompromittieren. Ganz im Gegenteil, es werden sogar noch Mittel erwirtschaftet, die der Rassenerhaltung zugeführt werden. Ich find das genial!
Gruss
Ute

Katrin
09.07.2005, 15:43
Hallo Ute!

So wie Du es beschreibst, ist es auch gemeint :)
Die Vorwerks an sich (und noch weniger die Bergischen Schlotterkämme etc) sind leider nicht mehr sehr leistungsfähig und wenn man innerhalb dieser Rassen auf Leistung selektieren würde, ginge sehr viel anderes Erbgut verloren, mal davon abgesehen, daß es in manchen Rassen gar nicht mehr genug Linien zur Selektion gibt. Da muß man vorrangig sehen, daß man die Rasse ohne allzugroßen Inzuchtzuwachs erhält.
Wirtschaftlich ist das nicht und nur auf dem guten Willen und dem Idealismus einiger Leute und vielleicht dem momentanen Modetrend den Erhalt einer Rasse zu gründen erscheint mir ein ziemlich großes Risiko. Wenn wir einen Weg finden, wie Erhaltungszucht zumindest die Arbeitskosten wieder hereinbringt ist der Anreiz zum Mitmachen wohl größer als jetzt.
Einer der Wege könnte die Produktion von Gebrauchskreuzungen sein. Vielleicht gibt es andere, bessere??

Dr Weigend von der FAL hat übrigens einen sehrt informativen Text (http://www.kollbecksmoorhuhn.de/Text_KMH.htm)
zu unserem Projekt geschrieben, der auf unserer neuen Seite nachzulesen ist ...

VG Katrin

Katrin
11.07.2005, 08:15
Hallo Andrea!

Man kann nun auch schon Bruteier oder Küken bekommen, hab ich am Wochenende gesehen. Ich kann das gern vermitteln.

VG Katrin

Sonja
13.07.2005, 21:19
Hi,

ich habe letztes Jahr im Fernsehen einen Bericht über die KMHühner gesehen. Das kam bei NDR bei der Landpartie im Norden. Da wurde ein Züchter vorgestellt der sich an dem Project beteiligt. Und die "neue" Rasse wurde auch vorgestellt.

War sehr interessant.

lg

Sonja

Katrin
14.07.2005, 07:40
Hallo Sonja!

Nach dieser Sendung hat Herr Röhrssen so viele Anfragen nach diesen Hühnern bekommen - das hat uns großen Mut gemacht, die Sache konkret anzugehen. Inzwischen haben wir viele Gespräche mit den Institutionen hinter uns, die uns bei den Leistungsprüfungen, Qualitätskontrollen und dem Hygienemonitoring helfen werden. Und mit vielen Landwirten und Privatleuten, die großes Interesse an einem solchen Huhn haben.

VG Katrin

Katrin
16.07.2005, 15:45
Hallo!


Hier (http://www.kollbecksmoorhuhn.de/Taufe.htm) könnt Ihr sehen und lesen, wie es bei unserer Hühner-Taufe zugegangen ist :)

VG katrin

chook
17.07.2005, 00:47
Sieh' an, den Scherf gibt's jümmer noch.
Ach, wenn ich das so lese, Bremen .... Worpswede ... Teufelsmoor... da wird's mir als alter Bremerin und zeitweiliger Einwohnerin Lilienthals ganz warm ums Herz.
Herzlichen Glückwunsch zur Taufe!
Und alles Gute für Euer Projekt wünscht
Ute

bettelhuhn
18.07.2005, 11:37
Liebe Katrin,

ich habe die Geschichte mit dem neuen Huhn hier und auch auf den angegebenen Linkseiten aufmerksam verfolgt. Dabei habe ich so viel verstanden, dass es primär um den Erhalt der Rasse Vorwerk bei der Initative gehen soll. Nebeneffekt ist die Schaffung eines Nutzhuhnes für Nischenlandwirte.

Zu dem enstandenen Hybrid, der schliesslich abgesetzt werden soll, um das Alles zu finanzieren, sind die Infos mehr als spärlich. Wo liegen denn die Vorteile für die Nischenbetriebe sich so ein Huhn zuzulegen? Wie sieht es mit dem Huhn selbst aus, hat man die Legezahl verringert um den Tieren ein würdigeres Leben zu bieten? Hat man es mehr an den Freilauf herangezüchtet um eine Alternative zu den von Lohmann gezüchteten Tetras zu haben, die heute noch in den meisten "Ökobetrieben" gehalten werden? In diesem Zusammenhang macht mich natürlich skeptisch, dass Lohmann ´(als Sponsor?) mitmischt bei Eurem Projekt. Das sind zwar exzellente Züchter vor denen ich meinen Hut ziehe, aber um die Zucht eines leistungsfähigen Freilandhuhnes haben die bisher keine Anstalten gemacht. Nun vielleicht lohnt es sich ja mittlerweile,- woran ich allerdings nicht so ganz glaube.

Noch mehr Fragen: Wie sieht es mit der Impfgeschichte aus?
Brütigkeit? Legenanzahl pro Jahr, Winterlegetätigkeit ja/nein mit Licht oder aus so? Durchschnittseigewicht usw.

Um es klar zu stellen, ich will hier nicht als Miesepeter auftreten, denn wir brauchen dringend ein Nischenhuhn, da Rassehühner den Eiermarkt unmöglich bedienen können. Insofern begrüsse ich die Sache natürlich, aber die Informationspolitik sollte bei so einer Sache dann anders aussehen. Eine Reduzierung auf den Erhalt der Vorwerkhühner geht mir nicht in den Kopf da es mittlerweile wieder sehr viele Halter gibt und der Erhalt auch so vorläufig gesichert scheint.

Ausserdem sollte die Einstellung zu Rassegeflügel nebenbei mal angesprochen sein, denn ab Ende des 19ten Jahrhundert war und ist diese Haltung weitab von irgendwelchen landwirtschaftlichen Leistungsansprüchen betrieben worden. Die Rassen haben bei Hobbyzüchtern überlebt und nicht auf irgendwelchen Bauernhöfen. Kleine Ausnahme waren da vielleicht die Leghorns. Übrigens war schon vor über 100 Jahren das Erzüchten der Leistungszahlen ein grosses Problem bei den Haltern. Zu sehr auf Aussehen geschaut für die Schauen. Nun, das ist ja heute in den meisten Fällen auch so, aber die Rassen haben mit diesen Luxuszuchtzielen in den meisten Fällen in diesen Händen überlebt. Das sollte auch mal erwähnt sein.

Gruss Thomas

chook
18.07.2005, 13:38
Original von bettelhuhn
Ausserdem sollte die Einstellung zu Rassegeflügel nebenbei mal angesprochen sein, denn ab Ende des 19ten Jahrhundert war und ist diese Haltung weitab von irgendwelchen landwirtschaftlichen Leistungsansprüchen betrieben worden. Die Rassen haben bei Hobbyzüchtern überlebt und nicht auf irgendwelchen Bauernhöfen. Kleine Ausnahme waren da vielleicht die Leghorns.
Gruss Thomas

Hi Thomas,
ich würde da noch 50 Jahre draufschlagen. Klar, die Zucht auf Aussehen begann schon Mitte des 19.Jh. ('the Hen craze' in USA usw.), aber es gab noch lange Höfe (und es gibt sie vereinzelt sogar heut' noch), die Rassehühner in Hinblick auf Fleisch- bzw. Legehaltung hielten.
Hier in Irland werden sehr viele Rhodeländer an Kleinbetriebe/Hobbyhalter verkauft (abgesehen von Hybriden ist fast nix anderes in Richtung Nutzhuhn zu bekommen) - auf dem Wochenmarkt in Galway steht z.B. eine alte Dame, die Rhodeländer-Eier verkauft (nicht-Bio), in ziemlichen Mengen sogar.
Nach 50-60 Jahren Intensivzucht und Haltung scheint das Zweinutzungshuhn ein kleines Comeback zu erleben. Seit einem Monat bin ich in einer Geflügelzeitschrift für GB/IRL hinten in der Halterliste aufgeführt mit Barnevelder (Nutzrichtung) - Du glaubst nicht, wieviele Anrufe ich schon daraufhin bekommen hab. Anderes Beispiel: ein Demeterhof im Osten, der u.a. Eier verkauft. 300 Lohmann und ein paar Dutzend Welsummer und Marans. Rate mal, welche Eier immer zuerst verkauft waren? Es scheint sich da ein Nischenmarkt aufzutun.
Wie Du schon sagst, den Hobbyzüchtern und Erhaltungszüchtern sei Dank, dass sie die Rassen erhalten haben.
Ute

Katrin
18.07.2005, 14:36
Hallo Thomas!

Du hast recht, wenn Du schreibst, daß es noch zu wenige Daten zu diesem Huhn gibt. Das liegt daran, daß wir zwar erste Vorversuche gemacht haben (und diese Ergebnisse ermutigen uns sehr), aber noch keine "richtige" Leistungsprüfung. Die wird uA auf dem Leistungsprüfungshof der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Kitzingen mit meheren 100 Hennen /Hähnchen durchgeführ und bei der Forschungsanstalt für Landwirtschaft in Mariensee. Dazu haben sich einzelne Züchter/Höfe bereiterklärt, KM-Hühner und -Masthähnchen unter definierten Bedingungen zu halten, so daß wir nach Abschluß dieser Prüfphase Zahlen haben werden, die auch über die Auslaufnutzung, Befiederung, die Fleisch- und Eiqualität etc Auskunft geben werden. Natürlich werden diese Werte sofort auf der Kollbecksmoor Huhn - Seite (http://www.kollbecksmoorhuhn.de/index.html) veröffentlicht, da kannst Du ganz sicher sein.

Und Du hast recht, wenn Du schreibst, daß es im Moment wieder ziemlich viele Vorwerkhühner gibt. Vielleicht auch deshalb, weil wir aus dem Ring heraus schon hunderte Bruteier und Tiere abgegeben haben, vielleicht auch, weil es im Momnet ein wenig "in Mode" ist. Was ist, wenn diese Mode sich einem anderen Huhn zuwendet?
Aber im Grunde geht es auch gar nicht um das VW-Huhn an sich, sondern darum herauszufinden, wie wir Erhaltungszucht lukrativ machen können, so daß wir auf diesem Weg endlich mehr Mitstreiter beim Erhalt alter Rassen finden. Nur auf ideeler Basis scheint es nicht so gut zu klappen.

Wenn jemand also Lust hat, sich um eine andere gefährdete Rasse zu kümmern und vielleicht Krezungsversuche zu beginnen (vielleicht für ein gutes mastfähiges Huhn oder einen Weißleger) , kann er gern Kontakt mit mir aufnehmen, wir werden ihm dann in jeder Weise helfen.

Viele Grüße Katrin

Wiebke
19.07.2005, 10:04
Hi,
ich finde das wirklich sehr interessant. Mich würde aber noch interessieren, ob dies in Zukunft auch mit anderen Rassen auf der Roten Liste versucht werden soll, wäre ja eine gute möglichkeit damit auch anderen Rassen zu helfen. Außerdem interessiert es mich warum das KM Kennfarbig ist. Die Tiere sind zudem auch noch sehr hübsch anzusehen, finde ich.

LG

Wiebke

Katrin
19.07.2005, 18:10
Hallo Wiebke!

Klar soll das versucht werden, wenn sich Leute dafür finden, die das machen wollen.... :) Wir können gern jeden unterstützen der damit anfangen möchte.
Warum das mit der Kennfarbigkeit so ist - also anscheinend vererbt der Vater die Farbe auf die Töchter und die Mutter auf die Söhne. Und dann ist da ja auch noch dieser Goldfaktor - die Hähnchen haben einen leicht goldenen Schimmer auf dem weißen Gefieder, das sieht man auf den Bildern leider nicht so richtig. Wenn Du den genauen Erbgang wissen möchtest, müßte ich mal Dr. Weigend von der FAL fragen, der ist ja Geflügelgenetiker.

Viele Grüße Katrin

simon2
19.07.2005, 18:25
Hallo!

Einige Fragen ??? : Sind die X-Rocks bereits Hybride oder sind das Elterntiere von Hybriden? Wo habt ihr die Hühner oder die Bruteier her und warum habt ihr gerade die genommen?

Gruß Simon

Katrin
19.07.2005, 18:40
Hallo Simon!

Wir bekommen die White-Rockhennen als Eintagsküken von Lohmann Tierzucht. Es sind die Elterntiere der Legehybriden.
Wir haben sie ausgewählt, weil wir eine Braunlegerhenne mit einer akzeptablen Legeleistung erzeugen wollten, die auch für (kleinere) landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich zu halten ist. Da reichen 200 Eier meist nicht aus (je nach Eierpreis, den man bekommen kann). Da wir die Legeleistung der Vorwerkhühner aus verschiedenen Gründen kaum anheben können mußten wir Mütter mit wesentlich höherer Leistung nehmen. Und sie sind so weit durchgezüchtet, daß man sich auf diese Genetik auch verlassen kann, was beim Rassegeflügel leider nicht der Fall ist.


VG Katrin

simon2
19.07.2005, 18:46
Danke!

Warum habt ihr eigentlich keine braunen Hühner genommen?

Katrin
20.07.2005, 08:03
Hallo Simon!

Diese Kombination weiße Henne - goldener Hahn ist doch ideal, weil man die entstehenden Küken gleich am ersten Tag auseinanderhalten kann. Das ist wirklich ein großér Vorteil, weil ohne lange Ausbildung und viel Erfahrung kann man die Tierchen ja sonst nicht trennen.
Wer ein paar mehr Legehennen halten will, um damit etwas Geld zu verdienen, will nicht unbedingt auch Hähnchen mästen und andererseits gibts einige Leute, die gern Eintagshähnchen zur Mast haben möchten.

VG Katrin

Hamster
21.07.2005, 12:29
Hi Ute,

sicher gibt es den Scherf noch, schließlich ist er das Oberhaupt einer schon länger sehr gut funktionierenden "großen Koalition" in Bremen, außerdem , du weißt doch sicher noch, daß er viele Wege in Bremen zu Fuß macht, kann man ihn auf der Straße ansprechen, er ist zu jedem aufgeschlossen, aufmerksam und freundlich, kein Wunder, daß seine Wähler ihn wirklich mögen.. :) :)

Gruß, Brigitta

Katrin
13.09.2005, 20:22
Hallo!

Inzwischen haben wir die ersten (wenigen) KMH-Hennen fertig getestet:
Sie haben in der 19. Woche angefangen zu legen und dann im Laufe eines Jahres 248,5 Eier mit einem Durchschnittsgewicht von 61,98 g gelegt.
Die Hähnchen haben in der 16. Woche im Schnitt 2013 g lebend gewogen mit 71% Ausschlachtung.

Viele Grüße Katrin

Katrin
18.01.2006, 10:51
Hallo!

Hier das Neueste vom Kollbecksmoor Huhn - Projekt:

Inzwischen halten 6 Vermehrer aus dem Vorwerk- Erhaltungszuchtring White-Rock-Hennen und können Bruteier und Küken auf Vorbestellung abgeben.

Die ersten Testergebnisse der im letzten Jahr geschlüpften KMH-Hennen und - Hähne liegen vor und werden gerade statistisch ausgewertet.

Ich werde auf der Bioland-Woche im Kloster Plankstetten (am 9. Februar) und auf der 10. internationalen Geflügeltagung in Schleswig (am 28. Februar) Vorträge über unser Projekt halten und hoffe, daß wir dort noch einige Betriebe finden, die bereit sind, sich an größer angelegten Tests mit mehreren 100 Tieren zu beteiligen.

Ihr seht also - es geht voran :)

Viele Grüße Katrin

Fredl
21.01.2006, 14:12
Hallo Katrin,

finde euer Projekt echt interessant. Mir schwebt schon seit längerem sowas vor. Ich habe mir einfach stink normale weiße Legehybriden gekauft und mit einem Vorwerkhahn gekreuzt. Mit den Farben funktionierte das genauso wie bei euch, allerdings waren die Kreuzungstiere zum einen sehr ungleichmässig (Mütter waren ja selbst schon Hybriden), zum anderen recht leicht. Die Hähnchen waren also genauso schlecht zur Mast geeignet , wie die reinrassigen Vorwerks.

Das mit der Farbe ist übrigens ganz logisch: Bei Hühnern gibt es eine Menge Gene, die die Bildung verschiedener Farbstoffe unterdrücken (da erzähl ich Dir wahrscheinlich nix neues). Ein weißes Huhn hat, damit es richtig weiß wird, so ziehmlich alle davon. Die meisten der besagten Gene werden autosomal dominant vererbt, darum haben alle eure Kreuzungstiere auch (fast) keinen schwarzen Kragen. Eines dieser Gene S ("Silber"), welches für die Unterdrückung des roten Pigments Pheomelanin verantwortlich ist, sitzt jedoch auf dem Z-Chromosom. Hennen haben nur ein Z-Chromosom, Hähne dagegen zwei. Das "normalerweise" auf diesem Genlocus vorhandene Pendant zu S ist das Gen s+ (rezessiv gegenüber S), welches die Bildung des roten Farbstoffes zulässt.Unsere Vorwerks haben dieses s+, sonst wären sie nicht so schön rot. Wir haben also folgende Situation Hahn s+s+ mal Henne S_ . Jedes Kreuzungstier erhält vom Vater ein Z-Chromosom mit s+. Diejenigen, die von der Mutter ein Z-Chromosom mit S erhalten sind also Hähne (2Z) mit der Formel Ss+ und daher weiß (da S dominant), dijenigen die von der Mutter kein Z-Chromosom erhalten sind Hennen und haben s+_, können also die rote Farbe ausbilden. Das Beispiel zeigt auch das es andersrum, VW-Henne mal weißer Hahn, nicht geht, dann wären alle F1-Tiere weiß.

Genug des kurzen Ausschweifs, jetzt bin ich auf die Idee gekommen, anstelle der weißen Legehybriden weiße Bresse Gauloises zu nehmen. Vieleicht hast Du ja schon Erfahrung mit dieser Kreuzung und kannst darüber berichten, Bresse hast Du ja auch. Allerdings befürchte ich, dass das dann zwar schöne Hähnchen gibt, aber fette Hennen, die viel fressen und wenig legen. Wie ist das mit deinen Bresse?

Und schließlich bin ich auf euer Projekt gestossen, und habe festgestellt, dass sich die White Rocks wohl wirklich gut zur Erzeugung von guten Legerinnen eignen würden.

Deshalb meinen Frage: Woher bekomme ich solche White Rocks Hennen? Am besten wären Eintagskücken oder Bruteier (Transport?). Wenn das nix wird, wärs auch nicht schlecht, wenn ich von Dir ein paar Bruteier von Bresse Gauloises bekommen könnte.

Also schöne Grüße, und viel Erfolg mit euren Kreuzungen!

Fredl

Katrin
21.01.2006, 15:00
Hallo!

Danke, daß Du das mit der Farbvererbung so klar beschrieben hast :) .
Kreuzungsversuche mit Bresse hab ich noch nicht gemacht, weil es mir an Platz für noch eine Testgruppe fehlt und die Leistung der Nachkommen fänd ich dann schon interessant. Legeleistung der Bresse ca 220 Eier /Jahr, dann müßten die Kreutzungen bei ca 200 liegen und dazu gut zu mästende Hähnchen....
White Rocks Hennen kann man so nirgends kaufen, das sind ja die Großelterntiere von Lohmann und die gibt Prof.Preisinger nur an unser Projekt raus, weil er es unterstützen möchte. Das Prinzip ist ja grade, daß nur Leute, die auch Erhaltungszuchtarbeit leisten, von unserem Projekt profitieren sollen.

Viele Grüße Katrin

Bruteier kannst Du gern von mir bekommen, kein Problem, schreib mal ne PN

Plauzi
22.01.2006, 11:36
Hallo,
was ich nicht ganz verstehe, wie soll das KMH zur erhaltung der genetischen Resourcen bei Vorwerkhühnern beitragen?
mfG Plauzi

Katrin
22.01.2006, 15:38
Hi!

Zur Genetik trägt es gar nicht bei, denn die Hähne werden ja aus dem Ring herausgenommen.
Aber durch den Verkauf von Bruteiern und Küken können wir zB die Führung des Zuchtbuches finanzieren, das ja recht aufwändig ist.

Viele Grüße Katrin

Fredl
23.01.2006, 17:24
Hi Katrin,

erst mal vielen Dank für Deine schnelle Antwort! Das mit den White Rocks hab ich mir schon gedacht, mich hats ja ehrlich gesagt schon verwundert dass Ihr die überhaupt bekommen habt. Aber naja da kann man halt nichts machen.
Wegen der Bresse Bruteier schreib ich Dir dann mal ne PN wenns soweit is. Wäre echt n feiner Zug wenn ich von Dir welche bekommen könnt.

Mfg, Fredl

chook
23.01.2006, 17:29
Original von Plauzi
Hallo,
was ich nicht ganz verstehe, wie soll das KMH zur erhaltung der genetischen Resourcen bei Vorwerkhühnern beitragen?
mfG Plauzi

Plauzi, lies dich mal durch die 1. Seite der Beiträge, da haben wir das schon auseinandergedröselt.

LG
Ute

andi
04.03.2006, 15:25
bin zufällig über das KMH gestolpert, bei http://www.kollbecksmoorhuhn.de konnte ich dann mehr darüber erfahren. interessant und auf jeden fall eine sehr gute idee!
als ich eure page durchforstet habe war ich mächtig beeindruckt, viele sehr gute fotos und da habt ihr mächtig viel liebe und arbeit reingesteckt.
ich hoffe ihr habt noch mächtig viel gute resonanzen auf euer projekt, weiter so.

gruß andi

Katrin
04.03.2006, 20:50
Hi Andi!

DANKE !!!

Die Resonanz ist wirklich ganz gut, ich hab dies Projekt letzte Woche bei den 10. internationalen BIOLAND-Geflügeltagen vorstellen dürfen und bin auch dort auf breite Zustimmung gestoßen.
Wir haben einige Mitstreiter gefunden, die unsere Tiere testen wollen und auch 2 neue Mitglieder für den Erhaltungszuchtring :).
Der Absatz von Bruteiern stagniert natürlich im Moment, aber davon lassen wir uns nicht entmutigen...

Viele Grüße Katrin

altsteirer.at
11.03.2006, 10:08
Natürlich müssen auch die Geflügelkonzerne genetische Ressourcen als Ausgangsmaterial für ihr Hybriden-Projekt halten. So gesehen sind auch die aktuellen Produzenten der weltweiten Geflügelwirtschaft auf genetische Ressourcen angewiesen, welche sie sich auch selber halten und erhalten.

Wenn man mit den von den Formalisten erhaltenen Ressourcen Wirtschaftsgeflügel produzieren will oder zumindest konkurrenzfähiges Zuchtmaterial, etwa für Biolandwirte, do wär das mit einem professionellen Konzept bestimmt möglich. Es fragt sich nur, inwiefern sich so ein Projekt dann von der Hybridwirtschaft unterscheiden kann.

Aus meiner Sicht würde v. a. eine das ehemalige Herdbuchzuchtsystem in die Identifikation der Biolandwirtschaft passen oder man nimmt einfach Hybriden, welche man natürlich ebenfalls artgeracht halten und biologisch aufziehen und füttern kann.

Bei diesem Kollbecksmoorhuhn greift man eigentlich nur auf Produkte der Hybridproduktion zurück, die man mit Vorwerk kreuzt. Offenbar will man ebenfalls F1-Nutztiere produzieren, die auch "etwas" leisten, was den Nutzgeflügelhalter befriedigt.

Dem Vernehmen nach sollen aber gerade die Hybridkonzerne mit ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen und organisatorischen Möglichkeiten schon Produkte auf den Markt bringen, die gegen klassische Krankheiten resistent sein sollen. Nur beim Geflügelschnupfen habe ich Hinweise aus eigener Erfahrung, dass man dort keineswegs so weit ist. Hier könnten die Geflügelkonzerne aber bei mir weiße Altsteirer erwerben, wo dies weitgehend schon der Fall ist......

Ich will hier keineswegs irgend jemandem nahe treten, doch wer sich professionell und seriös mit Genressourcen und deren Erhaltung auseinander setzen will, der sollte mal deren genetische Eigenheiten erheben, wie Krankheitsresistenzen etc. und sollte sich nicht verschließen, dass man auch die Wirtschaftlichkeit eines JEDEN BESTANDES durch gute Zuchtarbeit über Generationen verbessern kann.

So hat etwa vor rund 100 Jahren ein gewisser ARMIN ARBEITER auf seinem Gut in der Steiermark die Sulmtaler als Wirtschaftshuhn nach sieben Jahren professioneller Zuchtarbeit aus Landhühnern erzüchtet. Hier können sich die "modernen Generhalter" allesamt eine große Scheibe abschneiden. Bei Arbeiter haben 7 Jahre (7 Generationen) ausgereicht, um ein konkurrenzfähiges Huhn als Exportschlager auf den Markt zu bringen. Die Qualität als Tafelhuhn ist auch heute noch gegenüber Masthybriden mehr als konkurrenzfähig.

Ich finde es auch naiv, wenn die Generhalter glauben, dass sie alle möglichen Leute und Halter bei sich aufnehmen können. Im Sport hat man nur mit einem Team Erfolg, wo alle einen entsprechenden Beitrag leisten und v. a. ins Konzept passen. Nicht anders ist es auch in der Zucht, wo der Erfolgsdruck nicht geringer ist. Mit einem Auffanglager für alle möglichen Interessierten ist das nicht möglich, ganz im Gegenteil.

Katrin
11.03.2006, 15:50
Hallo!

Nun, wir könnten natürlich auch mit dem Vorwerkhuhn selbst eine Leistungszucht betreiben, aber das läuft dem Konzept der Erhaltung der gesammten genetischen Breite der Ausgangspopulation entgegen. Denn: würden wir ganze Linien mit zu geringer Leistung herausnehmen, dann würden wir mit ihnen uU auch andere, bisher noch nicht bekannte Gene entfernen. ZB möglicherweise die von Ihnen angesprochene Krankheitsresistenzen.
Erhaltungszucht kann deshalb per se keine Leistungszucht sein. Der Grundgedankeist doch: von jedem Hahn einen Sohn, von jeder Henne eine Tochter in die nächste Generation zu bringen. Und dabei nicht verwandte Tiere zu verpaaren.

Zucht auf Krankheitsresistenz, wie es in der ehemaligen DDR mit Marek versucht wurde, wäre bei gefährdeten Rassen mehr als sträflicher Leichtsinn.

Uns Naivität zu unterstellen, weil wir möglichst viele Mitstreiter gewinnen wollen, scheint mir grade vor der Gefahr möglicher Bestandskeulungen durch Geflügelpest nicht recht durchdacht.
Grade dadurch, daß wir die Erhaltungspopulation über fast ganz Deutschland verteilt haben, wird das Risiko gering, alle Tiere zu verlieren.
So ist im Notfall immer ein Ausgleich durch einen anderen Bestand möglich.

VG Katrin

Peter.L.
11.03.2006, 19:44
Original von altsteirer.at
Natürlich müssen auch die Geflügelkonzerne genetische Ressourcen als Ausgangsmaterial für ihr Hybriden-Projekt halten. So gesehen sind auch die aktuellen Produzenten der weltweiten Geflügelwirtschaft auf genetische Ressourcen angewiesen, welche sie sich auch selber halten und erhalten.

Wenn man mit den von den Formalisten erhaltenen Ressourcen Wirtschaftsgeflügel produzieren will oder zumindest konkurrenzfähiges Zuchtmaterial, etwa für Biolandwirte, do wär das mit einem professionellen Konzept bestimmt möglich. Es fragt sich nur, inwiefern sich so ein Projekt dann von der Hybridwirtschaft unterscheiden kann.

Aus meiner Sicht würde v. a. eine das ehemalige Herdbuchzuchtsystem in die Identifikation der Biolandwirtschaft passen oder man nimmt einfach Hybriden, welche man natürlich ebenfalls artgeracht halten und biologisch aufziehen und füttern kann.

Bei diesem Kollbecksmoorhuhn greift man eigentlich nur auf Produkte der Hybridproduktion zurück, die man mit Vorwerk kreuzt. Offenbar will man ebenfalls F1-Nutztiere produzieren, die auch "etwas" leisten, was den Nutzgeflügelhalter befriedigt.

Ich will hier keineswegs irgend jemandem nahe treten, doch wer sich professionell und seriös mit Genressourcen und deren Erhaltung auseinander setzen will, der sollte mal deren genetische Eigenheiten erheben, wie Krankheitsresistenzen etc. und sollte sich nicht verschließen, dass man auch die Wirtschaftlichkeit eines JEDEN BESTANDES durch gute Zuchtarbeit über Generationen verbessern kann.



Hallo,

völlig deiner Meinung.

Es grüsst Dich Peter.

Katrin
11.03.2006, 20:53
Hallo!

Schade, daß Ihr das System nicht verstanden habt, nachdem wir arbeiten. Wir haben NICHT vor ein neues Bio-Huhn oder sowas zu züchten. Wir suchen einen Weg, Erhaltungszucht irgendwie wirtschaftlich tragfähig zu machen. Und damit auch attraktiv für neue Züchter.
Natürlich könnten wir Untersuchungen auf bestimmte genetische Merkmal machen, aber wer soll die wohl bezahlen? Das alles basiert auf reinem Idealismus, wer will da auch nur für die Zuchtbuchführung noch Geld ausgeben? Wo sind denn bitte die Leute, die sich auch um Rassen kümmern, die es wirklich nötig hätten, erhalten zu werden, die aber nicht so im Modetrend liegen? Bei denen man also noch nicht mal Bruteier oder Tiere verkaufen kann, um die Futterkosten zu decken...
Sie werden aussterben, wenn nicht bald was getan wird.

OK - von Menschen gezüchtet - sie sterben aus - wen scherts? Vielleicht uns oder unsere Kinder, wenn die wirklich wenigen Linien von den 2 Großkonzernen in eine Sackgasse gezüchtet wurden?

Nennt konstruktiv tragfähige andere Möglichkeiten, diese Arbeit attraktiv zu machen etc. Aber kommt mir nicht mit dem BDRG, die machen nämlich keine Erhaltungszucht...

VG Katrin

Herzwig
11.03.2006, 21:46
Hallo Katrin,
ich galube das es hier an grundsätzlichen Informationen fehlt.
Vielen ist nicht klar, dass durch eine Gnadenhofhaltung keine Rasse oder Art erhalten werden kann. Viele nenen hier ihre Tiere liebevoll Huhnis oder Hühnerbabys, das verzerrt die Wahrnehmung vielleicht etwas in Bezug auf die Nutzungsmöglichkeiten von Hennen und Hähnen.
Wenn wir von Vorwerkhühnern reden, meinen wir, trotz Rassegeflügel, Wirtschaftsgeflügel. Wenn dieses Wirtschaftsgeflügel vom Aussterben bedroht ist, nütz es nichts, wenn ich mir ein paar "Huhnis" dieser Rasse in die Volliere sperre, bis sie eines Tages an Altersschwäche einen Herzstillstand erleiden.
Soetwas ist keine Nutztierhaltung sondern eben Gnadenhofhaltung.
Eine gefährdete Nutztierrasse kann aber nur überleben, wenn sie genutzt wird. Also müssen Produkte dieser Rasse erzeugt werden. Dabei ist es nicht von Relevanz, ob das Eier, Milch, Wolle, Nachzucht oder eben "Folgezucht" ist. Im Fall des KMHs muss klar sein:
Ohne gute Zucht ( also Auslese) von Vorwerkhühnern gibt es keine KMH. Die Erzüchtung des KMHs erfordert die Vorwerkrasse ohne diese geht es nicht. Wei das KMH ein Produkt der Vorwerkhühner ist, wird der Bestand der Vorwerkhühner zusätzlich gesichert.
Nun kommen die Einnahmen aus dem Verkauf des KMH noch dazu:
Die Veräußerung von KMH erhöht die Wirtschaftlichkeit der Vorwerkhühner und macht die Zucht vielleicht für mehr Züchter lukrativ, sichert also den Bestand der Vorwerkhühner!!
Wenn es jetzt auch nicht verstanden wurde, weiß ich auch nicht mehr weiter.
Eines steht jedenfalls fest: Erhaltungszucht ist alles andere als Spielerei. Echt.
Ich dachte immer vom Sterben gibt es keine Steigerungsform... doch gibt es, nämlich AUSSTERBEN!!
In diesem Sinne

bettelhuhn
11.03.2006, 22:56
Lieber Herzwig,

kaum eine Diskussion ist hier im Forum so interessant für mich, wie diese und damit es kontrovers zugeht, muss ich Dir vehement zu Deinem letzten Beitrag widersprechen.

Obwohl unsere Absichten sicher in gleiche Richtung verlaufen, Herzwig, glaube ich nicht an eine irgendwie geartete Wirtschaftlichkeitsrechnung alter Rassen. Der Standard ist durch die Hybriden längst gesetzt. Was nützt es ein Rassehuhn zu halten mit einer Eierleistung von 180 Stück im Jahr, wenn selbst der Verbraucher mit Herz für Tiere, nicht mehr als 15Cent je Ei entrichten will. Dass das gekaufte Ei eine Rasse liefert, die vom Aussterben bedroht ist, wird gerne honoriert, aber nicht mit 30cent pro Ei die ich bräuchte um wirtschaftlich sein zu können.

Ich weiß von meiner gehaltenen seltenen Rasse, dass die Züchter der vergangenen 50 Jahre zwangsläufig in den Ruhestand gehen und von einer wirtschaftlichen Zukunft der Rasse, werden wir genau wie die vergangen Jahrzehnte, weit entfernt sein.

Neue Züchter, wenn es sie überhaupt geben wird, werden die Rasse aus anderen Motiven halten, als ihre Vorgänger.

Kuschelhuhnzucht ist dabei für mich völlig in Ordnung, wenn sie die Qualitätssicherung im Blickfeld behält.

Mit unseren Tieren haben wir zur Zeit nur eine Zukunft, wenn wir den Status der kulturellen Denkmalpflege erreichen, ähnlich dem Kimono oder den eines Sumoringers in Japan. Den Wirtschaftsbetrieben der Geflügelproduktion schwebt längst die Unabhängigkeit durch Genmanipulation im Kopf herum. Die sie mittelfristig auch erreichen werden.

Die Zeiten für Züchter zur Zeit sind mehr als katastrophal und werden noch schlechter werden.

Jeder Liebhaber wird seinen Weg gehen. Mögen möglichst viele Wege unseren Tieren den Fortbestand ermöglichen.

Gruss Thomas

altsteirer.at
12.03.2006, 09:31
Zu allererst möchte ich unterstreichen, dass ich meine Kritik als konstruktiv verstanden wissen will, auch wenn einige Facetten anders rüber kommen oder gekommen sind.

Grundsätzlich finde ich es sehr positiv, wenn Fachakademiker (soviel ich weiß ist Katrin TÄ) sich um die Ressourcenerhaltung annehmen, dochleider gibt es viel zu wenige davon.

Des weiteren ist es bahnbrechend, dass sich in der BRD ein Zuchtmodell entwickelt, welche das Vorwerkhuhn wirtschaftlich konkurrenzfähig machen will. Da ich aber schon vor über 10 Jahren im VEGH (österr. GEH) sehr viel Aufbauarbeit geleistet habe (nicht nur beim Geflügel), muss ich schon dokumentieren, dass ich mich längst mit diesen Fragestellungen und Herausforderungen auseinandergesetzt habe.

Auch habe ich seit Jahrzehnten zum Herdbuchführer des BDRG, Günter Wesch, Mannheim, gute und konstruktive Kontakte. Daher wär es für mich naheliegend auch auf dieser Schiene mit dem BDRG zumindest im Kontakt zu stehen. Dort gibt es zumindest Know-How, das Euch bei Euren Intentionen unterstützen kann. Es ist natürlich auch für mich keine Frage, dass im BDRG faktisch die Formalisten zu Hause sind, doch es gibt immer wieder Gemeinsamkeiten, welche beiden Lagern nützlich sein können.

So hat der BDRG, respektive die deutsche Geflügel-Herdbuchzucht schon vor über 10 Jahren sich Legeleistungskontrollen mit Rassegeflügel gestellt, im Vergleich mit Hybriden. Also ist man sich auch dort bewusst, dass ehemalige Wirtschaftsrassen trotz Formalismus Leistung bringen sollten.

Wenn man meint, dass ich etwas von diesem KMH-Projekt und den Hintergründen falsch verstanden haben könnte, so irrt man sich gewaltig. Auch mir ist seit langem klar, dass die ehemaligen Wirtschaftsrassen allein mit Liebhaberei keineswegs zu erhalten sind. Die Frage ist nur das WIE.

Ich will mit meinen Äußerungen nur einen konstruktiven Beitrag leisten, auch wenn man mit dem Begriff "naiv" andere eher beleidigt, als dass die Meinung, die dahinter steht als konstruktiv angesehen wird.

Meiner Meinung müsste man das System, nicht nur beim KMH, professionell anlegen. Man kann über Nukleusherden die Genetik stabil halten und erhalten, etwa in Landwirtschaftsschulen oder auch bei Privaten, die Herdbuchzucht betreiben können. Hier kann ich mich über das System nicht weiter äußern, weil das zu sehr in die Tiefe geht. In Österreich hat es so einen Fall schon gegeben, der wirtschaftlich interessant war, aber aufgrund unseriöser Führung wieder versandet ist, mit Sulmtalern in Oberösterreich.

Wenn man mit einer Rasse Wirtschaftlichkeit forcieren will, so wird man - ob man will oder nicht - wohl den Standard und die Rassemerkmale mehr oder minder über Bord werfen müssen. Doch nach 7 Generationen, maximal 7 Jahren, hat man ein Niveau, der bestimmt auch mit Hybriden konkurrenzfähig ist. Freilich, ohne Fallennest und Leistungskontrolle braucht man gar nicht beginnen. Das ist periodenweiße, also nicht unbedingt das ganze Jahr, für jedermann möglich, so er überhaupt interessiert ist.

Die Erhebung diverser genetischer Eigenschaften ist aus meiner Sicht keineswegs kostenintensiv. Die Frage ist nur, ob der individuelle Züchter bereit ist Stammbaumzucht zu betreiben und die individuellen Parameter seiner Hennen zu erheben, wie Eigewicht, Schlupfrate, Wüchsigkeit und Legereife der Nachzucht je Henne, etc..

Auch habe ich schon viel praktische Zuchterfahrung, nicht nur mit Hühnern. Ich habe in 4 - 5 Jahren Bestände an Tauben (Wiener Hochflieger) erzüchtet, die paramyxoresistent sind, mein Altsteirer weiß-Bestand ist schon zu 70 - 80 % schnupfenfrei, was ich mir über Hybriden eingschleppt habe, die ich als Ammen verwendet habe.
Ich habe nur noch 2 anfällige Althennen, auf die ich aber wegen derer Leistungsbereitschaft nicht verzichten kann. Sie sind aber Infektionsherde, die quasi jährlich meine Nachzucht auf Resistenz testen...

Vor einigen Jahren habe ich auch bei doppelt-gesäumten Barneveldern einen Bestand gehabt, der marekresistent war. Dabei habe ich in seinen letzten Jahren noch den Barnevelder-Papst Artur Buttler kennen gelernt, der mir dokumentiert hat, dass gerade Barnevelder marekanfällig seien und er seine Jungtiere impfen müsse. Von ihm habe ich aber auch erfahren, dass irgend eine andere Rasse, die er für einen Kollegen aufgezogen habe wieder marekresistent sein. Der logische Schluss für mich war, dass infolge der genetischen Drift bei jedem Zuchtbestand sich diverse positive, aber natürlich auch negative, genetische Merkmale anreichern können.

Ich könnte hier noch ähnliche Erfahrungen, auch von bekannteren und erfolgreichen Zuchtleitern anführen, die meine eigenen Erfahrungen dokumentieren. Doch eigentlich ist es nur der Weg, den unsere Vorfahren gegangen sind, welche nur mit den vitalsten Tieren weitergezüchtet haben. Das scheint unsere Generation schon vergessen zu haben, seit die Pharmakonzerne mit steten Neuentwicklungen uns die "Gesundheit verkaufen wollen", und das klappt ja recht gut.

Ähnliches gilt natürlich auch für die Vogelrippe, mit der die Medien die Bevölkerung schon "wahnsinnig macht". Viel schlimmer finde ich, wenn alle Vögel umgebracht werden, die zwar den Virus tragen, selber aber nicht erkranken. Gerade diese Tiere wären für die Zucht essentiell. Ich weiß aber, dass ich hier mit meiner Sicht gegen den Strom schwimme, weil u. a. wirtschaftliche Interessen (Tierfabriken u. a.) dagegen sprechen.

Vielleicht noch eine von vielen Ideen an die engagierte Vorwerkgruppe:

Ihr könnt auch Hofpopulationen bilden, wo einige engagierte Züchter mit Leistungskontrolle eine "Hoflinie" bilden. Nach etlichen Jahren könnt Ihr wieder Migration betreiben und hättet so bestimmt einen Heterosiseffekt, der sich auch vermarkten lassen kann. Auch diese Thematik geht in die Tiefe, doch das Know-how haben die Hybridkonzerne schon lange und ist auch nicht neu.

Sicher kann n ur ein System auf Dauer funktionieren, wenn es zentral und professionell orgenisiert ist. Am Rande kann bestimmt jeder Liebhaber mitlaufen, und sei es als Abnehmer von Zuchtmaterial aus dem erfolgsorientierten (ich vermeide den Begriff professionell) System.

Wenn Ihr einen eigenständigen Weg findet, vielleicht ein Vorzeigesystem, etwas innovatives findet oder erarbeitet, so wär das bestimmt nachhaltiger. Eigentlich sucht Ihr danach, doch wie heißt es im Leben ? Man wird mit jedem Tag gescheiter, ganz einfach aufgrund von neuen Erfahrungen.

Wenn Ihr ein strukturiertes System im Laufe der Zeit findet, das alte Erfahrungen umsetzt, aber auch neue aufnimmt und das System verbessert, so seid Ihr bestimmt auf dem richtigen Weg.

Katrin
09.04.2006, 16:48
Hallo!

Natürlich sind wir auch offen für alle anderen Systeme und wir haben vor, einen Workshop zu diesem Thema durchzuführen.
Da wir als wissenschaftlichen Leiter einen Geflügelgenetiker unter uns haben, hat die Diskussion darüber auch intern schon stattgefunden.

Der Punkt ist aber: der Zuchtring, wie wir ihn führen hat sich bewährt und läuft ja nun schon seit 1999, während andere sich eher in Auflösung befinden.
Alle, die sich für andere Rassen vielleicht mit anderen Systemen engagieren möchten sind herzlich willkommen, sie können von uns jederzeit Hilfe und Unterstützung bekommen. Was fehlt sind eben diese Leute.
Man sollte , man könnte - das hilft in der Praxis nicht weiter. Die von Dir angesprochenen Landwirtschaftsschulen schließen eher, als daß sie sich in etwas engagieren, was unwirtschaftlich ist. Siehe die Italienerzucht in Triesdorf. Die jahrelange Zuchtarbeit, die dort geleistet wurde, die Genetik - verlohren. Da hilft auch kein Hinterherweinen - es hat sich einfach niemand gefunden, die die Arbeit fortführen will. Genauso, wie sich nur wenige Züchter finden, die eine ganzjährige Fallnestkontrolle machen und deshalb die von Dir angesprochenen Nucleusherden halten könnten.

Unser Ring läuft, die Beteiligten haben Spaß, es kommen sogar neue Züchter dazu, es geht mit dem neuen Projekt voran, wir sehen große Fortschritte in Eigrößen und Exterieur - ich sehe keinen Grund, weshalb man da grundsätzlich was verändern sollte, solange keine Notwendigkeit besteht.
Bei Gründung neuer Ringe für andere Rassen muß natürlich wieder neu überlegt werden gemeinsam mit denjenigen, die die Arbeit dann auch machen möchten.


Viele Grüße Katrin

Katrin
09.04.2006, 17:16
....übrigens....
gibt es in der letzten bioland-Zeitschrift (04/2006) einen sehr gut geschriebenen Artikel über unser Projekt.
http://www.kollbecksmoorhuhn.de/BIOLAND0604.html

Viele Grüße Katrin

Sarah1
26.04.2006, 16:46
Hallo Katrin,

bin nur ein kleiner Halter von Vorwerkhühner und auch gab es Nachwuchs, doch ich finde den Erhaltungszuchtring für VW eine tolle Institution und vor allem wahnsinnig interessant.

Das Projekt mit den Kollbecksmoor Huhn halte ich ein sinnvolle Art und Weise Erhaltungszucht zu unterstützen- bin schon gespannt auf Neuigkeiten, und hoffe, daß Du uns auf dem Laufenden hälst. ;)

Katrin
27.04.2006, 13:28
Hi Sarah!

Klar mach ich das :)
Der neueste Stand ist, daß wir 1850 Bruteier (von 5 Vermehrern) zu einer Brüterei in Riedberg gebracht haben; die Küken werden vom Hof Wördekämper/Kollenberg in einem Mobilstall aufgezogen und wir werden im September legereife Junghennen abgeben und auch zT wiedernehmen, die dann getestet werden sollen. Wir rechnen mit ca 600 Hennen, die auch schon fast alle vorbestellt sind.
Leider haben wir bisher kaum Interessenten für die Hähnchen-Küken gefunden, der Markt für solche Tiere ist ja praktisch zusammengebrochen. Wenn jemand Interesse hat, kann er sich gern männliche Eintagsküken umsonst abholen, oder 6-Wochen alte Junghähnchen für 50 Cent Aufzuchtskosten pro Stück.

Viele Grüße Katrin

happyhorse
01.06.2006, 16:08
Hallo Katrin!

Falls meine Frage zusehr abschweift, bitte löschen..

Habe die Diskussion interessiert gelesen. Euer Projekt ist in allen Punkten lobenswert.
Wünschte man würde diese Kreuzungen mit zwei Rassehühnern machen können, dann hätte man gleich zwei Rassen erhalten...


Um eine Rasse zu erhalten und ihre positiven Merkmale herauszuzüchten benötigt man, wenn ich richtig gelesen habe, eine breite Basis um selektieren zu können. Gleich vorab, bzw in den folgenden Generationen.

Einer meiner Stämme legt zwar fleissig Eier, leider viel zu kleine. Ist aber farblich und rassetypisch bombig gut.

Ich versuche nun seit 1 Jahr, Bruteier von anderen Züchtern zu bekommen, natürlich gerne(auch) im Tausch (oder gegen Bares...
Nur, die Züchter rücken nichts raus. Habe die ganze Liste abtelefoniert, im DHD24 laufend Anzeigen.. etc.

So mancher der aufhört, sei es aus alters oder gesundheitlichen Gründen Gründen steckt lieber den ganzen Bestand in den Topf als anderen die Möglichkeit zu geben, vom vorhandenen Genpool zu naschen.

Wie läuft dies bei den Zuchtbuch VW's?
Gibt es dort auch diese Probleme?

Katrin
02.06.2006, 12:18
Hallo!

Also im Zuchtring ziehen ja alle an einem Strang, wer aufhören möchte, gibt auf jeden Fall seine Genetik in Form von Bruteiern weiter.
Das Problem mit den kleinen Eiern haben wir über die Jahre ganz gut in den Griff bekommen, indem wir konsequent immer nur die Tiere aus den überdurchschnittlich großen Eiern zur Zucht nehmen. Dadurch ist das durchschnittliche Bruteigewicht um mehrere g gestiegen.

VG Katrin

happyhorse
02.06.2006, 13:00
Katrin,

wären nicht Rassen wie Australops Maran Bresse Welsumer etc zu einem solchen Projekt zu gebrauchen?

Glaube die Legeleistung liegt laut den Büchern zw. 250-280 E/Jahr.

So könnte man zwei Rassen fördern..
Was hat bei Euch dagegen gesprochen?

Katrin
02.06.2006, 14:47
hallo!

Nichts hat dagegen gesprochen, es zu versuchen und das war auch das Erste, was wir getan haben (Sussex, Welsumer...). Aber leider waren die Ergebnisse schlecht, dh, die Nachkommen waren von der Leistung her schlecht und auch sehr uneinheitlich. Weil es schwierig ist, gut durchgezüchtete, einheitliche Rassehühner mit zuverlässig hoher Leistung zu bekommen. Das schwankt einfach zu sehr und ob die Angaben der Legeleistung im Zuchtbuch immer so stimmen...
Wir brauchten eine durchgezüchtete Leistungslinie für die Mutterseite, die über 300 Eier legen sollte und die gibts nun mal leider nur im Wirtschaftsbereich.
Im Moment mach ich grade einen Test mit Bresse-Kreuzungen, da ich sehr leistungsfähige Mütter aus Frankreich habe. Wir erhoffen uns davon jedenfalls auch bessere Mastleistungen der Hähnchen-Küken, mal sehn.

VG Katrin

Ramel
13.11.2006, 09:24
Je länger ich lese, desto interessanter finde ich euer Projekt. Mir ist aber noch ein weiterer Aspekt aufgefallen:

Die KM-Hennen haben recht viel Ähnlichkeit mit etwas zu blass geratenen gelben Ramelslohern. Die Beine sind sogar sehr schön blau... ;D
Haben sie das von den Vorwerk-Hühnern? Wie eng sind Ramelsloher und Vorwerk von der Zuchtgeschichte miteinander verwandt? Es sind ja beides deutsche Rassen...

Gruß, Ramel

Katrin
13.11.2006, 10:04
Hallo Ramel!

Tatsächlich hat Oskar Vorwerk damals auch Ramelsloher (neben Lakenfeldern, gelben Orpington und Andalusiern) zur Erzüchtung der VW benutzt.
Schau mal hier: http://www.erhaltungszucht-vorwerkhuhn.de/Das%20VorwerkhuhnTitze.html

Viele Grüße Katrin

Georg
15.11.2006, 19:08
Hallo Katrin !

Fahrt ihr bei den Hühnern ein Lichtprogramm ?
Wenn ja wieviel Stunden ?


Viele Grüße

Georg

Katrin
15.11.2006, 19:27
Hallo Georg!

Bei der Aufzucht können wir kein Lichtprogramm einsetzen, weil wir keine Dunkelställe haben und die Hühnchen ja auch mit Freilauf aufwachsen sollen. Während der Legezeit haben meine Hühner immer mindestens 14 Stunden Licht am Tag.

Viele Grüße Katrin

MonaLisa
29.11.2006, 14:18
Derzeit habe ich 6 KM-Hennen. Sie haben zwar erst mit ca 20 Wochen angefangen zu legen (trotz Junghennenfutter und dann Legepellets), aber dafür legen sie jetzt mit 26 Wochen schon prima Eier. Mindestens 4, meist 5, pro Tag. Meine Maran-Mixhennen sind da noch nicht ganz so weit. Da sind es von 6 Hennen erst 2 Eier täglich. Licht gibt es morgens und abends zusätzlich, da es hier sonst schon um 16 Uhr zu dunkel ist (= höchstens 7 Stunden Tageslicht, bei Regenwetter werden sie gar nicht mehr wach).
Mit meinen 4 Althennen gibt das immerhin schon 8-10 Eier pro Tag und das zu dieser Jahreszeit..
Die KMs sind wirklich frohwüchsig, unproblematisch in der Aufzucht, ruhig, zutraulich und auch mit weniger Auslauf zufrieden (als zB Totleger).
Auch die Hähne zeigten eine gute Mastleistung, waren zwar irre laut, aber zutraulich und nicht hektisch. Sie haben etwas härter gekämpft als die Maran-Mixe, blieben auch etwas im Gewicht zurück, aber trotz allem ein gutes Ergebnis. Mit 26 Wochen waren sie gerade noch zart genug, um zu Brathähnchen zu werden.

KMs sind bezüglich Eier/Fleischleistung eine gute Alternative zu den üblichen Zweinutzungsrassen.

Gruß Petra

Katrin
07.12.2006, 16:24
Hi Petra!

Freut mich, daß sie bei Dir auch fleißig legen :)
Unsere Testgruppen vom letzten Jahr hatten zT sogar im Schnitt 260 Eier, das sollte dann auch reichen.
Inzwischen legen die "neuen" Mütter von diesem Jahr wieder gut und die Hähne sind auch aktiv. Es liegen bei unserem Aufzüchter ca 2300 Eier in der Maschine, damit es im Frühjahr legereife Junghennen gibt.Wir selbst brüten natürlich nebenbei auch und geben laufend Küken ab.

Jetzt suchen wir noch einen Aufzüchter im Bioland/Demeter-Bereich, der die Küken aus unserer Bioland-Elterntier-Herde aufziehen möchte.
Wer also in diesem Bereich tätig ist und Brut- und Aufzuchtkapazitäten in kleinerem Umfang (wenige Hundert Hennen) frei hat - bitte schreibt mir.

VG Katrin

Katrin
03.02.2007, 17:47
Hallo!

Aus gegebenem Anlaß möchte ich nochmal ganz deutlich darauf hinweisen, daß es sich beim Kollbecksmoor Huhn um ein Kreuzungshuhn handelt. Wenn man damit weiterzüchtet, erhält man Hühnern, die NICHT unbedingt den Eltern gleichen, weder von der Leistung noch vom Äußeren her. Aus den Eiern schlüpfen Küken, die teilweise schwarz sind, wie Käufer dieser Eier erfahren mußten. Möglicherweise werden diese Tiere dann als Erwachsene wieder den Vorwerks ähneln. Mal abwarten.

Viele Grüße Katrin

Kyrill
03.02.2007, 18:11
Also gibt es keinen Standard.

Gruss Kyrill

Katrin
04.02.2007, 08:07
..nein, natürlich nicht, dies ist eine reine Wirtschaftskreuzung , Standards gelten für Rassehühner, sofern sie vom BDRG anerkannt sind.

VG Katrin

laurup
22.07.2007, 18:12
Hallo Katrin
Lese die Berichte mit großem Interresse. Ein Züchterkollege und ich, (wir züchten Bielefelder und Zwerg Australorps) haben uns von Herrn Röhrssen, Ende August 2006, 60 Eier schicken lassen. 8 Eier waren trotz sehr guter Verpackung gleich defekt. Nach dem ersten Durchleuchten mußten nochmal 16 unbefruchtete aussortiert werden.Der Rest wurde weiter in einem voll computergesteuerten Brutautomat ausgebrütet. Geschlüpft sind 32 Küken, sie waren 95% zu unterscheiden.
13 Hennen und 19 Hähne. Sie wurden dann unter uns aufgeteilt und in unterschiedlichen Gehegen gehalten.
Sie laufen mit ein paar Bielefelder, Hybriden, Puten und Schafen bei mir auf ca. 1/2 Hektar spazieren. Sie legen sehr gut, sind aber anfangs etwas scheu. Auch fehlt ihnen etwas der Naturinstinkt gegenüber Gefahren wie Habicht, Fuchs, Auto u.s.w. Auch das Heimkehren können sie nicht alleine lernen. Das haben jetzt schon 4 mit dem Leben bezahlt.
Bei Freilandhaltung unbedingt alte Henne mitlaufen lassen, dann schaffen es die Kollbecks auch.
Nun noch ein andere Frage.
Was ist der Ring von dem die Rede ist. Wollt ihr demnächt auch in andere Gebiete, denn alle Versender sind weit weg.

Auf dem Bild ist der unterschied zu erkennen. Dunkle Hühner=Henne
Helle Hühner Hahn

Gruß laurup

http://timesplitteriv.ti.funpic.de/huehner/kollbeck1.jpg

Katrin
26.07.2007, 15:44
Hallo Laurup!

Danke für Deinen Bericht :). Mit "Ring" ist der Erhaltungszuchtring für Vorwerkhühner gemeint. Leider wird es wohl vorerst keine neuen Vermehrer für Kollbecksmoor Hühner geben, denn das können nur Züchter aus dem Vorwerkring sein und die gibts ( fast ) nur in Norddeutschland.jedenfalls zur Zeit.

Viel Erfolg weiter mit den Hühnchen Katrin

laurup
26.07.2007, 20:29
Hallo Katrin

Da könnten wir vieleicht doch weiterhelfen, denn wir haben in unserem Verein www.gefluegelzuchtverein-donnersbergerland.homepage.t-online.de einen Kollegen der Vorwerk züchtet.

Gruß Danwol

Katrin
26.07.2007, 23:05
Hallo Laurup!

Dann frag ihn doch mal, ob er vielleicht Lust hat, am Erhaltungszuchtring mitzumachen, jeder Interessierte ist herzlich willkommen :)Unsere Seite www.erhaltungszucht-vorwerkhuhn kennst Du ja sicher...

VG Katrin

masterjonas
25.10.2009, 21:37
gibt es neuigkeiten vom km-huhn?

ich bin an bruteieren dieser kreuzung interessiert.
die legeleistung finde ich auch supper.
die mastleistung der hähnchen finde ich aber recht mau.

Katrin
26.10.2009, 17:39
Hallo!

Neues gibts eigentlich nicht, die Junghennen dieses Jahres haben ihre ersten Eier gelegt und der Bruteiverkauf geht bald wieder los.
Du hast recht, von "Mastleistung" kann man eigentlich nicht reden, das ist aber bei dem eher Gewicht der Ausgangsrassen auch nicht zu erwarten. Kollbecksmoor Hühner sind doch reine Legehühner, dafür aber gute :)

VG Katrin

erdbeben
22.10.2010, 19:04
wow find ich toll das soviele interresse an den kollbecksmoorhüner haben.bei mir ziehen nächstes jahr 5 stück ein.bin echt gespannt wie sie sich entwickeln.
lg martina

Nilpok
22.02.2011, 10:57
Hallo Katrin,

am 02.06.06 hast du von einem Versuch mit Bresse-Kreuzungen geschrieben. Gibt es dazu Ergebnisse?

Vielen Dank und Gruß
Mirko

Borny
04.04.2011, 00:17
Ja , auch mich würde das interessieren , denn beide kann man relativ leicht bekommen !

Habe den ganzen Thread gelesen , und weiss ehrlich nicht , was daran nicht verstanden werden kann , ich finde das eine tolle Sache , wir können alle davon profitieren ! ;)

Schade das ich mich so spät für das Rassegeflügel interessiert habe , dann hätte ich mir vor etl. Jahren , das mit den "echten Hybriden" schenken können ! :jaaaa:

Das heisst nicht das es schlechte Hühner sind , aber ich möchte halt nicht mehr zu deren Vermehrung beitragen , auch wenn ich demnächst von Katrin KMH abhole , bin ich der Meinung das ich dadurch einen klitze kleinen Beitrag leiste , den der VW-Erhaltungszuchtring benötigt , um die Arbeit die Sie leisten fortzusetzen , ausserdem bekomme ich viele grosse Eier ! :jaaaa:

Interessenten scheint es ja genug zugeben , denn wenn man nicht schnell genug ist , sind alle KMH vorbestellt , und sozusagen ausverkauft ! :(

Höckergans
04.04.2011, 14:21
Hallo,
sind White-Rocks Hybriden? Würde mich mal interessiern.

Redcap
29.04.2011, 20:50
Hallo Ute!

Die Hennen sind White-Rock-Hennen aus einer kommerziellen Linie und legen im Schnitt über300 Eier pro Jahr.
Die Mastleistung testen wir erst dies Jahr systematisch, in 2 Monaten wissen wir mehr. Letztes Jahr gabs nur Vorversuche und die "richtigen" Feldprüfungen (in Kitzingen und Mariensee) haben ja sowieso noch nicht begonnen.


VG Katrin Sind die White Rocks Elterntiere oder Legehennen?

Waldfrau2
30.04.2011, 17:57
Die White Rocks sind Elterntiere.

Borny
01.05.2011, 02:36
Eher schon Grosselterntiere , wie ich aus sicherer Quelle weiss ! ;)
War am Samstag bei Katrin wie man an meiner Signatur sieht ! :jaaaa:


LG Borny :-*

Redcap
01.05.2011, 08:46
Das sieht eher nach Elterntiere aus.
http://www.scribd.com/doc/54305641/Tag07-Gefluegel1-Stricker-Erfahrungen

Waldfrau2
01.05.2011, 19:14
Also, beim Googlen finde ich nicht viel, das Link von Redcap bekomme ich leider nicht auf. Aber ich finde immer wieder, daß die White Rock eine Reinzuchtlinie sei. Reinzuchtlinie müßte ja eigentlich dasselbe wie Inzuchtlinie bedeuten. Und wenn man berücksichtigt, daß die Endprodukte Legehybride aus 4 Inzuchtlinien erzüchtet werden, dürfte Borny recht haben mit Großelterntiere.

Redcap
01.05.2011, 19:47
Ja, aber sind Großelterntiere für den Markt zugänglich?
Lohmann Experimental ist eine 4-Linienkreuzung aus mindestens 2 White Rocks Linien.
http://orgprints.org/2047/1/2047-oekoring-sh-2003-legehennen.pdf

Waldfrau2
01.05.2011, 19:54
Die White Rock sind nicht für den Markt zugänglich, die bekommen die offiziellen Kollbecksmoorhuhn-Erzüchter direkt von Lohmann geliefert. Ich habe einen der Züchter kennengelernt, der hat mir das erzählt.

Redcap
01.05.2011, 20:17
Das trifft auf Elterntiere aber auch zu, die nur an Vermehrerbetriebe abgegeben werden. Beim KMH sind es vier Vermehrerbetriebe.
Ich hab Steffen Weigend angeschrieben, so weiß ich bald genaueres.

Borny
01.05.2011, 21:28
Ich denke Katrin kann uns mehr dazu sagen , leider hat Sie im Moment wenig Zeit ! :jaaaa:


LG Borny :)

Redcap
01.05.2011, 21:33
Herr Weigend ist der wissenschaftliche Projektleiter.
http://www.eurotier.de/fileadmin/downloads/2010/ForumGefluegel/17-11-weigend.pdf

Waldfrau2
04.04.2012, 08:44
Am Karfreitag findet von 8-16 Uhr die Zuchtstamm- und Kükenschau des RGZV Göttingen-Grone im Gasthaus Berge, Gesundbrunnen 7, 37079 Elliehausen, statt.

Es wurden 50 Bruteier für Kollbecksmoor-Hühner zum Verkauf gemeldet.

Katrin
22.07.2012, 10:37
Hallo!

Die Legeleistungsprüfung mit 80 Kollbecksmoor Huhn - Hennen auf dem Schäferhof in Langenstein ist für das erste Jahr fertig. Die Hennen haben im Schnitt 250 Eier gelegt mit einem Durchschnittsgewicht von 61,1 g. In den ersten Monaten des zweiten Legejahres ist das Eigewicht auf 73,5 g angestiegen.
Der Futterverbrauch lag bei 116 g /Huhn am Tag, die Verlustrate im ersten Jahr bei 8,75 %.

VG Katrin

Katrin
20.03.2013, 19:01
Hallo!

Das zweite Legejahr der Kollbecksmoor Hennen ist nun auch ausgewertet - sie haben im Schnitt 167,26 Eier gelegt mit einem Durchschnittsgewicht von 71,8 g .Der Futterverbrauch lag bei 130g /Tier am Tag.

VG Katrin

Sorteng
20.03.2013, 20:47
beeindruckend, vielen dank für die information. 80 eier weniger....

catrinbiastoch
20.03.2013, 21:08
Hallo Katrin.., ich war früher schon öfter auf Deiner schönen HP ! An Deiner Fütterung sollten sich viele in diesem Forum mal ein Beispiel nehmen . L.G. Catrin

Katrin
23.03.2013, 12:09
Hallo Sorteng !

Ja, im 2. Legejahr sind es 80 Eier weniger, aber auch 10 g mehr Gewicht pro Ei. Trotzdem ist natürlich der Futterverbrauch pro kg erzeugte Eimasse erheblich höher.
Wenn man es unter kommerziellen Gesichtspunkten betrachtet, muß man dann auch noch den Preis der Junghenne und der Schlachthenne gegenrechnen....

Aber nun haben wir endlich Daten und wir sind der Familie Schröder sehr dankbar, daß sie die Leistungsprüfung auf dem Schäferhof in Langenstein für unser Projekt gemacht haben.

VG
Katrin

winnie23
22.01.2014, 19:12
Was passiert wenn man mit den KMH's weiter züchtet
Also kmhenne mit kmhahn anpaart?

Katrin
22.01.2014, 20:29
Hallo!

Sie werden wieder aufspalten, wie es bei den Nachkommen von Kreuzungen immer ist. Deshalb ist zu erwarten, daß die Legeleistung/Eigröße in der Nachkommengruppe wesentlich niedriger ist als bei den Kollbecksmoor Hühnern.
Über das Aussehen kann ich leider nichts sagen, da hab ich auch recht unterschiedliche Angaben bekommen. Vielleicht kann jemand, der das mal gemacht hat, ein paar Bilder einstellen?

VG
Katrin

winnie23
22.01.2014, 21:24
Könnte man dann wieder rückkreuzen?

Katrin
22.01.2014, 22:03
Mit ganzjähriger Fallnestkontrolle aller Hennen und Einzelschlupf (wegen der Selektion der Zuchthähne auf Legeleistung der Mutter) wird es wahrscheinlich möglich sein, die Legeleistung in den folgenden Generationen wiederherzustellen. Da wird man allerdings ein Inzuchtproblem bekommen, wenn man nicht mit sehr großen Tierzahlen startet und selbst dann ...
Das scheint mir doch eine Menge Aufwand, den man besser zB in die Erhaltung einer gefährdeten Rasse stecken könnte.

elja
30.01.2014, 20:52
ich habe mir letztens einen sehr interessanten Bericht über die Firma Lohmann angeschaut. Wenn ich den Bericht richtig verstanden habe, dann verändern sie auch die Elterntiere laufend züchterisch. Trifft das auf die White-Rock-Hennen auch zu? Wenn ja, wie verändern sich die Kollbecksmoor-Hühner? Diese Hybriden dürfte es jetzt ja schon rund 10 Jahre geben. Wie sind da die Erfahrungen?
Rein interessehalber, gibt es eigentlich im Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen auch jemanden, der sie züchtet?

Katrin
31.01.2014, 11:02
Hallo Elja!

Diese Frage kann ich Dir nur schwer beantworten, denn wir haben ja nur sehr kleine Tierzahlen und der Einfluß der von Jahr zu Jahr etwas unterschiedlichen Umweltbedingungen, zB unterschiedlich lange Kälteperioden im Frühjahr etc überdeckt sicherlich die Effekte der Zucht.

Auch die Kollbecksmoor Hühner haben wir selbst nur in ganz kleinen Gruppen , die Legeleistungsprüfung mit 80 Hennen in Langenstein über 2 Jahre werden wir sicherlich nicht wiederholen können.
Da wir im Zuchtring für Vorwerkhühner außerdem die Erhaltung einer möglichst großen genetische Breite anstreben, sind die Väter auch nicht so einheitlich wie die Hennen dieser WR-Inzuchtlinie und geben von Jahr zu Jahr und bei jedem Vermehrer etwas unterschiedliche Genetik dazu.

Was ich sagen kann ist, daß die WR in den letzten Jahren besonders dunkle Eier gelegt haben, das wird sich auch auf die KMH-Eier auswirken. Die Legeleistung ist nach wie vor außergewöhnlich hoch.

Außer den hier http://www.erhaltungszucht-gefluegel.de/index.php?id=76 genannten Vermehrern gibt es keine Züchter im Vorwerkring, die auch White-Rocks halten. Und da diese WR auf dem freien Markt nicht verkauft werden dürfen gibt es außerhalb des Zuchtringes auch niemanden, der Kollbecksmoor Hühner vermehrt.

Viele Grüße
Katrin

Katrin
26.05.2014, 16:36
Hallo!

Kürzlich ist der NDR 3 mit der "Landpartie" auf dem Hof von Detlef Steinweller gewesen, einem der Kollbecksmoor Huhn - Vermehrer.
Zu sehen ist er hier :

www.ndr.de/fernsehen/sendungen/landpartie_im_norden_unterwegs/Kuenstlerdorf-im-Teufelsmoor,sendung64542.html

bei 16 Minuten und 45 Sekunden.

Viel Spaß beim Gucken
Katrin

jolle7
26.05.2014, 20:06
Wie sind denn die White Rock von der Nutzung her? Kann man da auch die Hähne an die Vorwerk Hennen setzen? Die Kollblecks sind dann eine Einbahnstraße oder? Man braucht also extra Stämme reine White Rocks und die Vorwerk um immer wieder neue Kollblecks zu erhalten? Wie sind die Bresse oder die White Rocks gegenüber zu denen ? Sind die alleine nicht besser geeignet oder sind die einfach zu empfindlich? Bin am überlegen, ob ich sowas auch anfange....die Vorwerk wären da :D

Katrin
26.05.2014, 20:41
Hallo!

Wir bekommen keine White-Rock Hähne , nur einmal im Jahr Hennenküken. Und die werden nur an Mitglieder des Zuchtrings abgegeben.

Viele Grüße
Katrin

jolle7
27.05.2014, 11:46
Ja man bekommt ja die White Rocks auch ander her...sprich Bruteier

jas202
27.05.2014, 13:06
der Detlef Steinweller wohnt hier bei uns im Flecken. Daher hatten wir unsere ersten Hühner, u.a. auch Vorwerk

Katrin
27.05.2014, 13:46
Hallo!

Naja, es gibt White Rock auch als Rasse und das sind ganz andere Hühner.
Und wenns diese Linie ist , die jemand als Zuchtstamm hält und dann Bruteier verkauft, dann ist das illegal.

VG
Katrin

jolle7
27.05.2014, 15:15
Ach so okay also geht das doch nicht. Wie sind denn die Bresse im Gegensatz zu den Kollblecks? Oder gibt es da noch etwas besseres?

Katrin
27.05.2014, 15:32
Die Bresse gauloise sind echte Zweinutzungshühner, bei den Kollbecksmoor Hühnern kann man die Hähne dagegen nicht besonders gut mästen. Sie wachsen etwas besser als die Vorwerkhähne, aber das ist gar kein Vergleich mit den BG.

Dafür legen die Kollbecksmoor Hühner zuverlässig 240-250 Eier im ersten Jahr, während es bei den BG Stämme gibt, die das nicht tun. Da ist noch Zuchtarbeit nötig, die im Fall der KMH von Lohmann geleistet wurde. Die Eier der Kollbecksmoor Hühner sind im Schnitt etwas größer und ihre Schale ist dunkler, was manche Eierkunden schätzen.

Entscheidend ist aber wohl eher, ob man überhaupt züchten möchte bzw Hähne halten darf oder ob man nur Hühner zur Konsumeiproduktion haben möchte. In dem Fall sind Kollbecksmoor Hühner ideal.
Wenn man dagegen eine eigene Zucht aufbauen möchte bzw auch Interesse an der Mast der Hähne hat, sind BG die geeigneteren. Die Fleischqualität ist hervorragend, auch bei den Suppenhennen. Das hat sich bei einem Slowfood- Geflügeltestessen letztens gezeigt.

VG
Katrin

Burkhart
07.11.2016, 22:16
Hallo, ich bin in einer Anzeige auf diese Tiere gestoßen. Was mich wundert: sagt man nicht, das der Hahn die Legeleistung an seine Töchter vererbt? Deswegen ist mir das unlogisch, Vorwerkhahn auf Leistungshennen.

Katrin
08.11.2016, 09:00
Hallo!

Die Legeleistung ist kein geschlechtsgebundenes Merkmal, wer sagt denn so etwas ? Diese Verpaarung funktioniert hinsichtlich der Legeleistung optimal, zudem sind die Nachkommen kennfarbig . Das wäre bei der umgekehrten Verpaarung nicht der Fall.

VG
Katrin

Burkhart
08.11.2016, 12:18
Das heißt wenn ein Zuchtring-Mitglied Küken für vier Euro anbietet, dann sind das sortierte Hennenküken?

Und nicht geschlechtsgebunden, aber Vererbung von Hahn auf Töchter, und dann wieder auf Sohn. So stehts m.E. im Lehrbuch.

elja
08.11.2016, 13:26
klar muss der Hahn aus einer leistungsstarken Mutter stammen. Beim Hahn selber kann man die Eierleistung schlecht beurteilen.
Aber natürlich ist auch die Legeleistung der Mutter entscheidend. Die Töchter meiner Bresse legen -egal von welchem Vater- signifikant besser als die anderer Hennen mit demselben Vater.
Und auch bei den Bresse gibt es noch deutliche Unterschiede. Die eine Henne legt richtig gut, die andere deutlich weniger. Auch das speigelt sich in den Töchtern wieder.

Katrin
08.11.2016, 16:55
Hallo!

Die Preise sind im Zuchtring nicht abgesprochen, das muß jeder Züchter selbst entscheiden, was ihn ein Küken kostet und was er deshaln dafür nehmen möchte.
Natürlich vererbt der Hahn auch die Legeleistung, ebenso wie die Henne. Aber - was ist denn das - "Legeleistung". Das hat doch eine ganze Menge Komponenten, die alle einzeln vererbt werden. zB Frühreife, Durchhaltevermögen, Glucken, die Zahl der Eier in einer Serie etc. Der Beginn und die Dauer der Mauser gehört auch dazu, ein sehr interessantes Thema. Und natürlich Eigröße, Schalenstabilität etc.

VG
Katrin

Burkhart
09.11.2016, 08:55
Legeleistung pro Jahr bei akzeptabler Eigröße wäre mein Kriterium. Und das wird nachher beeinflußt durch äußere Faktoren. Mir wäre wichtig das ich selbst erzeugtes Getreide verwenden kann und die Tierchen nicht auf exakte Legehennenfuttermischungen ausm gekauften Sack angewiesen sind.


Hallo!

Naja, es gibt White Rock auch als Rasse und das sind ganz andere Hühner.
Und wenns diese Linie ist , die jemand als Zuchtstamm hält und dann Bruteier verkauft, dann ist das illegal.

VG
Katrin

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/bruteier-american-white-rocks-rein-rassig-hatching-eggs-/512656286-243-1441


Vier Euro pro unsortiertes Küken wäre viel. Wie will man dann argumentieren das ein Hühnerhalter sich nicht gleich legereife Lohmann Hennen holt?


Die Leute die die Bruteier der Kollbecks erzeugen, erhalten die einen Hahn aus geprüfter Zucht, oder nehmen die ihre eigenen?

Katrin
09.11.2016, 09:37
Hallo!

Leistungsdaten gibts hier zu sehen: http://www.erhaltungszucht-gefluegel.de/index.php?id=70

Kollbecksmoor Hühner sind recht robust und natürlich kann man ein Legefutter auch selbst zusammenstellen und eigenes Getreide dafür benutzen, das mach ich auch zT. Das Rezept kann ich gern zur Verfügung stellen, es stammt vom Geflügelberater unserer Landwirtschaftskammer.

Die dort angebotenen White Rocks sind nicht dieselben, die wir als Kreuzungspartner verwenden, das Gewicht ist ein ganz anderes und die Legeleistung unserer Hennen ist im Schnitt deutlich höher.

Das Argument für Kollbecksmoor Hühner ist im Grunde, daß der Erlös mit die Erhaltungszuchtarbeit für andere Rassen unterstützt. Wie Vermehrer finanzieren davon zB die Gesundheitskontrollen aller Stämme der Zuchtringe in der IEG und besondere Anschaffungen etc. Es bleibt also bei weitem nicht alles eingenommene Geld beim Züchter.

Nach dem Preis muß man - wie gesagt - die einzelnen Vermehrer fragen, dazu kann ich nichts allgemein sagen. Einige von uns verkaufen allerdings sortierte Eintagsküken.

Es nehmen nur Züchter des Vorwerkringes am Projekt teil, deren Hähne stammen alle aus den zuchtbuchgeführten Erhaltungszucht-Stämmen . ZT sind es Hähne aus fallnestgeprüften Müttern. Es sind gute schwere Hähne aus besonders großen Bruteiern, die lediglich wegen äußerer Merkmale ( Kammfehler etc) nicht zur Vorwerkzucht eingesetzt werden können.

VG
Katrin

Luci
09.11.2016, 10:02
Ich hab mir lang schwer getan mit dem Moorhuhn. Ich bin ja absolut überzeugter Nicht-Hybrid-Halter ect.
Mittlerweile haben mich die Tiere aber überzeugt, da ich finde sie stellen einen guten Kompromiss und einen ersten Schritt in die richtige Richtung dar.
Alte Rassen und damit Genressourcen werden nicht nur erhalten , sondern bekommen einen wirtschaftlichen, genetischen Sinn, was ihre Existenz auf Dauer rechtfertigt.
Oft wird gerade bei den bedrohten Rassen davon gesprochen, dass wir sie als Genreserven erhalten müssen.
Hier haben wir mal ein Beispiel für was wir die Reserven dann auch nutzen können.;)
Vom Erhaltungszuchtring Vorwerk bin ich sowieso sehr begeistert. Championszucht nach vorwiegend optischen Merkmalen halte ich bei allen Tierarten für dauerhaft nicht nachhaltig.
Der Erhaltungszuchtring hat viele gute Ideen :resp
Ich muss auch ehrlich sagen, dass mir die Moorhühnchen optisch wahnsinnig gut gefallen :-*
Dennoch wären sie nichts für mich privat, da wäre mir die Legeleistung schon wieder zu hoch ;-)
Ich würde mich aber freuen, wenn der Biobauer in der Nähe sie anschaffen würde und in Eiernotzeiten gerne darauf zurückgreifen :laugh

Burkhart
10.11.2016, 22:11
Ich seh das eher als Armutszeugnis. Das man auf die Industrie zurückgreifen miuß, weil die Leistung der eigenen Rasse nicht mehr befriedigt.
Damit Geld für die Erhaltungszucht erwirtschaften? Bei dem Aufwand-White Rocks aufziehen, zweiten Stamm halten zu den Vorwerks dazu- na vielleicht wenn man jedes Ei als Brutei verkauft kriegt.

Hühnerfarm-RW
14.12.2016, 14:22
gibt es Erfahrungen mit anderen Rassen? z.B. Sundheimer oder Lachshühner die mit White Rocks gekreuzt wurden?

chicken_wing
25.05.2019, 21:35
Hallo,

Weiß jemand von euch, welche Ringgröße die Kollbecksmoor haben?

Gruß
Thorsten

kükenei
25.05.2019, 21:58
Hahn 20, Henne 18

chicken_wing
25.05.2019, 22:02
Danke