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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wissenswertes über Wachteln



conny
19.11.2007, 10:34
Allgemeines:

Über sieben Gattungen bilden diese Gruppe (jeweils mit den bekanntesten Unterarten):

- Percicula (Frankolinwachtel),
- Coturnix (Europäische Wachtel), Japanwachtel, Chinesiche Zergwachtel
- Margavoperdix (Madagaskar-Perlwachtel),
- Rollulus (Straußwachtel)
- Colinus (Virginiawachtel)
- Callipepla (Kalifornische Schopfwachtel)
- Oreotyx (Berghaubenwachtel.

Es gibt weltweit etwa 40 verschiedene Arten, sehr viele davon kommen in Nord-und Mittelamerika vor.

Wachteln sind die einzigen Zugvögel unter den Hühnervögeln. Die europäische Wachtel zieht im Herbst nach Italien, Spanien oder sogar bis nach Nordafrika. Von der Japanwachtel weiss man, aufgrund von Ringfunden, dass die Zugdistanz 400-1000 km betragen kann.

Eine Mauser machen die in Aussenvolieren gehaltenen Japanwachteln im Herbst ca. anfang Oktober durch. Sie verlieren aber nicht alle Federn , sondern sie werden schön langsam durch wärmer gebende Federn ersetzt. In dieser Zeit stellen sie bis in den Frühling das Eierlegen ein.

Wachteln sind die kleinsten Hühnervögel, mit einer rundlicher Gestalt und einem kurzen, aus acht bis zwölf Federn bestehenden, Schwanz. Die Schnäbel sind klein und kurz, die Läufe sporenlos. Die spitzen, langen Flügel eignen sich zu Langstreckenflügen. Europäische Wachtel und Japanwachtel sind die einzigen Zug- bzw. Strichvögel unter den Hühnervögeln. Wachteln sind Graslandbewohner.

Die Wachtel ist ein Bodenbrüter, bewegt sich meistens nur am Boden und fliegt nur bei Angst oder Gefahr, hüpft hingegen leicht 20-30 cm hoch. Es ist daher zu empfehlen, Futter- und Wassernäpfe ca. 12-15 cm über dem Boden anzubringen, sonst ist gerne das Futter/Wasser mit Einstreu verunreinigt.

Um den Tieren eine artgerechte Haltung zu bieten, empfiehlt sich in der Voliere viele Versteckmöglichkeiten in Form von Zweiggen, Tannenreisig, Baumstümpfen etc. anzubringen. Darunter erfolgt häufig die Eiablage und die Tiere geniessen den nötigen Schutz.

Im Alter von 6 - 8 Wochen beginnen Wachteln zu legen und tun dies bei guten Umweltbedingungen täglich. Eine Grundlage dazu liegt in der optimalen Ernährung der Tiere. Das Selbstmischen von Wachtelzuchttierfutter ist möglich aber relativ aufwendig. Handelsübliches Futtermittel für Legehennen ist sicher einfacher zu beschaffen und letztlich günstiger.

Ebenso wichtig wie Futter und Wasser ist für Legewachteln das Licht. Man sollte den Tieren 14 - 16 h Licht zukommen lassen. Da in der Regel die Tageslichtdauer nicht ausreicht, empfiehlt sich eine Zusatzbeleuchtung, die mit einer Schaltuhr gesteuert werden kann.
Die Volierenhaltung ist mit Wachteln gut möglich, denn sie sind auch winterhart. Voraussetzung dafür ist, daß sie rechtzeitig, am besten von Frühjahr bis Herbst, bereits schon an die Freilandhaltung gewöhnt sind.


Lebenserwartung:

ca. 3 - 4 Jahre

Legebeginn:

Japanwachteln: ca. 8.-10. Woche
Zwergwachteln: ca. 10. - 20. Woche
alle anderen Arten: nach knapp einem Jahr


Legeleistung von Lege- und Mastwachteln:

bei optimaler Haltung 250-300 Eier/Jahr, in der Freilandhaltung ca. 160 Eier von April/Mai bis September/Oktober, danach nur noch vereinzelte Eiablage. Eigewicht ca. 10-14 Gramm.

Legedauer:
ca. 2-3 Jahre

Einstreu:
z. B. Stroh, Hobelspäne mit Sand

Gewicht:

Mastwachtel:
bis zu 320 Gramm, durchschnittlich 250 Gramm (Schlachtgewicht) wenn sie nach der 11.-12. Woche geschlachtet werden

Die Japanischen Zuchtwachteln teilen sich in zwei Rassen:

mittelschwere Legewachteln und schwereren Fleischwachteln.

Zucht und Brut

Die Befruchtungsrate bei Wachteln schwankt zwischen 50 und 80%. Sie hängt vom Geschlechtsverhältnis und besonders vom Alter der Zuchthähne ab, wobei meistens die Zuchthähne nach 6 Monaten nicht mehr voll zuchtfähig sind. Mann muss beachten, dass Lege oder Mastwachteln so gut wie nicht mehr brüten, außer man gibt ihnen die Möglichkeit einer Revierbildung.

Um eine gesunde, inzuchtfreie Zucht zu gewährleisten, braucht es eine gute Auswahl der Tiere. Ohne Fremd-Tiere sollte mit den Nachkommen nicht weiter gezüchtet werden. Inzucht bedeutet teilweise Deformierung der Glieder, verhaltensgestörte Tiere, Kurzlebigkeit.

Die Brutzeit beträgt bei Cotumix-Arten 18 Tage, bei Schopf-, Virginia- und Baumwachteln ca. 23 Tage. Die Bruttemperatur während der Vorbrut soll im Motorbrüter 37,5 bis 37,8 Grad, im Flächenbrüter 38,3 Grad betragen (gemessen an der Eioberkante), die Luftfeuchte bei 65 % liegen, während der Schlupfbrut, wenn mind. 70 % der Eier angepickt sind, die LF auf 80 -90% erhöhen. Wenden bis drei Tage vor dem Schlupf und die Eier in die Schlupfhorde umsortieren.

Wachtelküken wachsen sehr schnell, sind im Alter von zwei Wochen weitgehend befiedert und können bei Temperaturen um 22°C gut leben.

Die hummelgroßen Küken sind, im Gegensatz zu älteren Tieren, sehr temperaturempfindlich. Mann beginnt am ersten Tag mit 38°C, senkt die Temperatur täglich um 1°C und endet bei 24°C. Nach 4-5 Wochen sind sie groß genug, um in ihre entgültigen Volieren umzuziehen.

Wichtig ist, dass Futter und Wasser immer ausreichend vorhanden sind. Beim Wasser dürfen keine tiefen Tränken benutzt werden, da die Küken darin ertrinken könnten. Bei Einstreu mit Sand ist bei Küken vorsicht geboten, manche Küken fressen diesen und verhungern dann. Empfehlenswert sind Zeitungslagen als wechselbarer Fußboden. Allerdings sind keine Hochglanzblätter zu auszuwählen, denn diese sind zu glatt und führen zum Ausrutschen und damit dem Grätschen der Beine.

Der Eiweißbedarf bei Küken und Jungtieren ist relativ hoch. Daher ist Hühnerkükenfutter weniger gut geeignet, weil es zu eiweißarm ist. Als Alleinfuttermittel kann in der Regel Putenfutter empfohlen werden. Zu beachten ist, daß keine Antibiotika eingemischt wurden, die für Wachteln unverträglich sind. In der ersten Phase sollte man zu Starterfutter greifen und ab der sechsten Lebenswoche auf Endmastfutter umsteigen. Allerdings ist in den ersten Tagen das relativ klein granulierte Futter für Wachtelküken noch zu grob. Hier kann man sich helfen, indem man es noch einmal durch eine Schrotmaschine schickt, oder für Kleinstmengen reicht auch eine Kaffeemühle mit Durchlauf. Spätestens nach einer Woche verzehren die Küken das Originalfutter problemlos.

Die Kücken können bei Aufnahme von Sägespänen/Kleintierstreu versterben, deshalb bei Naturbrut Stall vorher "ausmisten" , genau so im Kükenheim bei Kunstbrut.

Geschlechtererkennung:
Bei manchen Arten erkennt man das Gechlecht berreits an der Gefiederfärbung.

Nur bei Japanwachteln kann man dies über den Kloakentest vornehmen:

Die Wachtel wird mit beiden Händen auf dem Rücken liegend gefasst. Bei einem leichten Ziehen mit beiden Daumen erscheint die normale Kloake der Hennen. Bei den Hähnen ist oberhalb der Kloake eine etwa nussgroße Ausstülpung zu finden, aus der bei leichtem Druck weißlicher Spermienschaum austritt. Erst bei Eintritt der Geschlechtsreife ist dies zu sehen. Bei Nachzüglern in der Entwicklung kann das durchaus erst in der achten Lebenswoche der Fall sein. Deshalb gibt es bei den betroffenen Farbschlägen manchmal Überraschungen.

Quellen:
Wikipedia
Naturlexikon

Mein besonderer Dank geht an Herrn Armin Kühne für seine Hilfe
http://www.sachsenwachteln.de/

conny
25.08.2008, 10:34
Hier ein Link zum Krähen eines Wachtelhahnes. Wurde uns freundlicher Weise von Miradea zur Verfügung gestellt.

http://dieimwaldlebt.myredlib.de/wp-content/uploads/2008/wachtelhahn.wav

conny
08.08.2010, 12:12
Dank Miradea kann man sich auch anhören wie es klingt wenn man "zu viele" Hähne hat.

http://dieimwaldlebt.myredlib.de/wachtelhahn-kraht.html