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Thema: Gänseerziehung?

  1. #11
    Avatar von hein
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    Zitat Zitat von Puschelfuss Beitrag anzeigen
    ..sie würde also vor Kummer nicht dahinsiechen und einen anderen Mann aktzeptieren??
    1. Gänse können schon sehr lange um den Partner trauern!

    2. Sie sind auch in Bezug auf Männer bzw. Frauen sehr wählerisch und akzeptieren nicht jeden zugewiesenen Partner!
    "Die mich kennen mögen mich,
    die mich nicht mögen, können mich!"

    Gaaanz liebe frühlingshafte Grüße an alle - vom Heinfried von der Weser

  2. #12
    Avatar von kniende Backmischung
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    So kenne ich sie auch, die Gänse.
    Würde jedenfalls nicht einfach den Ganter austauschen.

    LG Silvia
    Das sind die Weisen, die über den Irrtum zur Wahrheit reisen.
    Die im Irrtum verharren, das sind die Narren.

    (Friedrich Rückert)

  3. #13
    Berta- Besitzer =) Avatar von Okina75
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    Hy!

    Andererseits ist es aber auch Käse, das Gänse absolut immer lebenslang treu sind, und bei Verlust des Partners selber sterben vor Gram.
    Das ist schon bei Wildgänsen nicht der Fall, da wird es bei Hausgänsen erst recht nicht so sein .
    Sicher können verwitwete Altvögel lange alleine bleiben, und dies umso wahrscheinlicher, je älter sie sind. Das hat aber nichts mit unverbrüchlicher Liebe zu tun, sondern vielmehr damit, dass jüngere Vögel im Wettbewerb um Partner und Nistplätze viel fitter sind.
    Ich kannte in Berlin eine alte wilde Kanadagans, die verpaarte sich nach langer Partnerschaft mindestens 12jährig neu, und hat in den folgenden beiden Jahren noch mal Bruten versucht. Leider aufgrund ihrer nachlassenden Konstitution erfolglos. Mit etwa 14- 15 Jahren ging sie auch so geschwächt aus dem Brutversuch hervor, dass sie eine anschliessende Krankheit nicht überlebte.
    Sie war die älteste lebende beringte Kanadagans von Berlin, und eine der ersten beringten. 1998 hatte sie ihren Ring adult (also mindestens 3jährig) bekommen, und sie ist 2010 gestorben, war also mindestens 14, eher 15 oder 16 Jahre alt.

    Ebenso kannte ich ein Paar, dass von 2003 bis einschließlich 2007, also vier Jahre in Folge, das erfolgreichste Brutpaar war, und sogar anderen Paaren die Jungen klaute/ wegadoptierte. Man hätte meinen können, die würden zeitlebens zusammen bleiben.
    Aber weit gefehlt! Zwei Jahre mit mangelhaftem Bruterfolg (1x nur 3 Junge flügge bekommen, 1x nur zwei Junge flügge, im Gegensatz zu den Vorjahren mit stets 5-9 Jungen flügge) reichten völig aus, und das Paar trennte sich und verpaarte sich jeweils neu. Und selbiges konnte ich auch bei anderen Paaren beobachten.
    Bei ganz misslungenen Bruten, bevor Küken da waren, blieben die Paare in der Regel zusammen. Wenn aber Küken da waren, und da wurden "zu wenige" flügge, war es schnell aus.
    Bei Gänsen kommt es also vor allem auf Nachzuchterfolg an, ob das Paar zusammen bleibt, und auch auf Gelegenheit zur Neuverpaarung.
    Da Hausgänse die meist nur selten haben, kann da sicher leicht der falsche Eindruck entstehen, dass sie sich lebenslang treu blieben...

    Was den renitenten Jungganter angeht, so zeige ihm auf Gänsisch, wer das Sagen hat!
    Wenn er aufmüpfig wirkt, scheuchen, und durchaus auch mal am Gefieder festhalten, auch wenn er quiekend wegwill. So sorgen auch Gänse für Abstand untereinander.
    Geändert von Okina75 (08.07.2012 um 23:19 Uhr)
    Konfuzius sagt: "Ein Mann, der die Wahrheit spricht, braucht ein schnelles Pferd."
    Weise gesprochen ...

  4. #14

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    Danke Okina,
    die Erziehung auf Gänsisch ist für mich als Gänsehalterneuling hoch interessant.
    Ich beobachte das Päärchen viel und da sie ja noch aufgrund ihres jugendlichen Alters in kleinen, überdachten Ausläufen leben, füttere ich sie oft mit gerupftem Gras aus der Hand.
    So denke ich, daß sie bald merken, daß ich "eine von den Guten" bin. Aber natürlich der Ganter irgendwann mal testen will...
    Die bäuerliche Nachbarschaft um uns herum, rät natürlich für solche Fälle "zum Schlagen" der Tiere.
    Und das kanns ja einfach nicht sein. Wenn Mensch Angst hat, dann haut er eben, egal ob Rind, Gans oder Pferd.

  5. #15
    Avatar von manharter
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    ... oje ... bitte keine Tiere schlagen ... offensichtlich hat das bäuerliche Umfeld oft noch nichts dazu gelernt ...

    ... auch wenn Deine Gänse noch relativ jung sind ... Du solltest sie selber Gras zupfen lassen ... das ist unbedingt notwendig ... junge Gänse brauchen frisches, selbst gezupftes Gras! ... und wozu ist der Auslauf überdacht? ... das brauchen Gänse nicht ... ein trockener zugfreier Stall für die Nacht ist Bedingung, aber ansonsten müssen Gänse raus ...

  6. #16

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    Mir wurde hier geraten, daß so "kleine Gänse" noch gefährdet seien durch Krähen und Raubvögel..von daher spanne ich brav ein Netz über die vier Estrichmatten, die wir jeden Tag auf der Weide versetzen...
    Wir trauen uns noch nicht die Gänslein über die ganze Weide laufen zu lassen, wobei die außen herum mit einem Schafszaun eingezäunt ist durch den die Gänse inzwischen sicherlich nicht mehr soo leicht schlüpfen könnten.
    Auf dieser Weide steht eine Kuh mit Kalb, denen sollten die Gänselein auch noch nicht vor die Füße laufen, uahhh...

    Wie alt müssen die jungen Gänse sein, daß wir auf das Netz = Schutz von oben, verzichten können?
    Es wäre für alle Beteiligten viel schöner, wenn ich mit Schafszaun einen größeren Teil der Weide abteilen könnte für die Gänse.....

    Die Adler aus Hellenthal kommen hier relativ selten drüber geflogen ;-)
    Wann traut sich ein Milan nicht mehr an junge Gänse?

    Selbstverständlich werden unsere Tiere nicht geschlagen!

  7. #17
    Berta- Besitzer =) Avatar von Okina75
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    Mit 7 Wochen sind die Junggänse fast voll befiedert, und würden als Graugänse bald anfangen zu fliegen, da musst Du Dir über Raben- und Greifvögel keine Sorgen mehr machen. Greifvögel betone ich übrigens deshalb explizit: Die rauben nichts! Raub würde billigende Inkaufnahme von Schadenszufügung bedingen. Die Vögel folgen aber nur ihren natürlichen Instinkten (gut, dass wird wahrscheinlich auch mancher menschliche Raubbube von sich behaupten wollen ^^) und erwerben ihr täglich Brot durch Greifen, darum eben Greifvögel .
    Adler müsst Ihr sicherlich im Auge behalten, vor allem im Herbst/ Winter die Jungvögel, aber ob die so nah am Haus zugreifen werden?
    Elternaufgezogene Gänse können eigentlich gleich "richtig" raus, handaufgezogene kannst Du ab ca. 4 Wochen unabgedeckt laufen lassen, müsstest aber Aufsicht gewährleisten können.
    Für Deine fast flüggen kannst Du ohne weiteres auf die Abdeckung verzichten und sie auf dem für sie abgesteckten Stück laufen lassen.

    Grüße, Andreas

    PS: Der Tipp mit dem Schlagen klingt roh und dummbäuerlich, aber: Wenn sich erwachsene Ganter so richtig un- grün sind, kloppen die sich auch mit Vehemenz die Flügel um die Ohren, und scheuen auch nicht davor, Menschen dieselbe Behandlung zuteil werden zu lassen, was Prellungen, blaue Flecken und Blutergüsse in faszinierenden Farbspielen hinterlässt.
    Ich bin noch niemals in diese Verlegenheit gekommen, worauf ich mir schon was einbilde, denn alle anderen hat unser Ganter im Zivi ohne weiteres mal die Flügelbuge schmecken lassen, obwohl er die viel öfter sah als mich...
    Sollte ich aber jemals in die Verlegenheit kommen (was ich jetzt mal eingebildet nicht glaube), dass mir ein Ganter dergestalt an den Wickel will, so würde ich mich entsprechend nicht scheuen, ihm auf Augenhöhe zu begegnen und ein paar kräftige Watschen mit meinem "Flügelbug" oder der flachen Hand auf Flanke oder Brust zu verabreichen, natürlich etwas nachhaltiger, da ich stärker bin, und der stärkere am schnellsten gewinnt. Natürlich nicht so stark, dass die Rippen knacken, aber nachhaltig. Diese Sprache sprechen die Ganter nämlich, und verstehen sie auch.

    Um sich den Kerl ohne Gewalt vom Leib zu halten, hilft vielleicht auch langfristig hoffentlich folgendes:
    Eine möglichst raschelnde Jacke anziehen, und wenn er doof kommt, drohend auf ihn zu laufen/ kurz rennen, dann quer stellen und mit "den Flügeln rasseln". In unserem Falle mit den angewinkelten Armen abwechselnd in der Jacke auf und ab schütteln, so dass die Jacke ähnlich wie bei der gleichen Geste der Gänse raschelt. Das bedeutet "Bis hierher und nicht weiter", bzw. "Du bist zu nah, ich will aber nicht angreifen, also Abstand!".

    Ist echt herrlich, dass man mit Gänsen eigentlich so gut "reden" kann. Gleiches sollte es auch für Hähne geben...
    Geändert von Okina75 (09.07.2012 um 09:50 Uhr)
    Konfuzius sagt: "Ein Mann, der die Wahrheit spricht, braucht ein schnelles Pferd."
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  8. #18
    Avatar von hein
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    Zitat Zitat von Okina75 Beitrag anzeigen
    Hy!

    Andererseits ist es aber auch Käse, das Gänse absolut immer lebenslang treu sind, und bei Verlust des Partners selber sterben vor Gram.

    ............. Mit etwa 14- 15 Jahren ging sie auch so geschwächt aus dem Brutversuch hervor, dass sie eine anschliessende Krankheit nicht überlebte.

    Sie war die älteste lebende beringte Kanadagans von Berlin, und eine der ersten beringten. 1998 hatte sie ihren Ring adult (also mindestens 3jährig) bekommen, und sie ist 2010 gestorben, war also mindestens 14, eher 15 oder 16 Jahre alt.

    ......Was den renitenten Jungganter angeht, so zeige ihm auf Gänsisch, wer das Sagen hat!
    Wenn er aufmüpfig wirkt, scheuchen, und durchaus auch mal am Gefieder festhalten, auch wenn er quiekend wegwill. So sorgen auch Gänse für Abstand untereinander.
    Du hast in deinen Ausführungen eigendlich recht!

    Nur es gibt tatsächlich und auch nachweisbar Gänse, die sehr sehr lange um ihren Partner getrauert haben! Und das auch sehr heftig!

    Und dann ist es ja in der Regel so, das man gerne junge Gänse (1-4 Jahre alt) umpaaren möchte und keine "alte" Gans mit 14 oder 15 Jahren!

    Das wäre ja so als ob man bei einer 60zig jährigen Frau noch versucht ihr eine Schwangerschaft aufzuzwingen! Und Frage, wer hat denn hier noch Gänse im Alter von 14,15 Jahren und wer will damit denn noch züten?? Ich denke mal, da findet man kaum jenanden. Und wenn, denn sind es in der Regel Gänse die ihr Gnadenbrot bekommen sollen.

    Aber das mit der Erziehung da hast Du vollkommen recht! Man muss sich einfach dem Geflügel anpassen und dementsprechend reagieren! Bei der Hundeerziehung sollte man das ja auch machen! Man passt sich mitlerweile ja jeder Tierart an um bei denen etwas erreichen zu können.

    Denn das Tier kann sich nicht dem Menschen anpassen! Obwohl das in vielen Fällen auch super klappt!
    Geändert von hein (09.07.2012 um 09:52 Uhr)
    "Die mich kennen mögen mich,
    die mich nicht mögen, können mich!"

    Gaaanz liebe frühlingshafte Grüße an alle - vom Heinfried von der Weser

  9. #19
    Avatar von casendra
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    Zitat Zitat von hein Beitrag anzeigen
    .. Und Frage, wer hat denn hier noch Gänse im Alter von 14,15 Jahren und wer will damit denn noch züten?? Ich denke mal, da findet man kaum jenanden. Und wenn, denn sind es in der Regel Gänse die ihr Gnadenbrot bekommen sollen. ..
    Hier *wink* Aber damit züchten, neee... Pauline (14J, nur noch 1 Auge) hat im Frühjahr zwar noch riiesige Eier gelegt, aber die haben wir lecker zum backen genutzt
    Und ja, Pauline hat seeehr lange um Ihren im letzten Herbst verstorbenen Paulschi getrauert. Ein paar Tage sah es sogar so aus als würde sie im sofort folgen, sie wollt nicht fressen, nicht baden, nicht trinken, anfangs ging immer nur zu ihm (er ist friedlich eingeschlafen & sie hat über ihm gewacht) und hat ihn angestupst und angestupst und wurde zuletzt sogar richtig rabiad, dass er doch aufstehen möge. Als wir ihn dann fortgenommen haben, hat sie sich dennoch mehrere Wochen nur ganz nah neben besagter Box aufgehalten. Sie ging nicht mit der Herde raus auf die Weide, sie blieb nur da vorn und hat getrauert. Und trotz großer Männerauswahl hat sie sich auch erst Ende Mai dem ältesten Ganter unserer Gruppe angenähert.

    Bei den jüngeren Gänsen hingegen kommt vor, dass wenn ein neuer Ganter oder ne neue Gans in die Gruppe kommt, sich manch einer flink da einen neuen Partner sucht und seine alte Partnerin oder Partnerin ganz freiwillig gegen eine oder einen Neuen eintauscht Nix mit Treue

  10. #20

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    Alles hochinteressant und hochspannend, Danke !!!

    Also die Gänslein haben jetzt rund 100qm eingezäunt, war das eine Freude....Dann hab ich das Babybecken = großer Blumenuntersetzer ausgetauscht gegen die neu erworbene Kindersandmuschel, hab verschiedene Treppen zum Pool angebaut, da die Junggänsebeine noch etwas kurz erschienen und siehe da, es hat garnicht lange gedauert, da haben sie probiert. Natürlich Clara zuerst, wie immer, wenn es was Neues zu probieren gilt. Fritz stürzte dann über den hohen Rand nach und dann wurde kurz und heftig geplantscht und flott nach vorne aus dem Becken rausgestürzt und vor lauter Aufregung mal ne Runde gerannt....herrlich.
    Am gänsegerechten Beckeneinstieg muß ich noch arbeiten..da die Weide ja erweitert wird und außerdem der Trekker dann auch mal wieder drüber fahren können muß, kann ich leider keine Erde anschütten, also Treppe aus Balken, Brettern in verschiedener Höhe, ich denke die beiden werden mein Problem lösen.
    Gänslein scheinen nun absolut zufrieden, haleluja ...

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