Hallo zusammen,

Seit wohl über 10 Jahren bin ich Nutzer der Hühner-Info und früher aktiverer Schreiber der Hühner-Liste und melde mich nach einigen Jahren Pause wieder zurück.

Zuletzt hatten mir 2007/2008 nacheinander Fuchs, Habicht und bei den verbliebenen Jungtieren noch der Marder meine so bunte Herde vollständig geraubt, so dass ich, auch aus Zeitmangel, die Haltung von Hühnern zeitweise einstellte - Was auch dem Auslauf sehr gut getan hat.

Kurz gesagt besitze ich nun seit knapp 2 Monaten wieder einen bunten Stamm. Ein goldhalsiger Italienerhahn und 1 forellenfarbige Henne sowie verschiedene Wyandöttchen, überwiegend gelb und columbia.

Diese haben gut 1000 qm bunten Auslauf, Wildwuchs, Bäume und sind allesamt topfit und haben ihren Spaß. Leider wohne ich nicht mehr vor Ort und muss sie eben gelegentlich auch mal 1-2 Tage einsperren, denn der Habicht (oder ein Bussard) hat sie kürzlich entdeckt. Eine weiße Wyandotte (klar, die sieht man am besten) wurde Anfang letzter Woche geschlagen als ich nicht da war. Und zwei Tage später, ich hatte draußen am Feuer in Nähe des Geheges geschlafen, kam dann morgens Fräulein Bussard geflogen und setze sich mitten im Gehege auf den Baum.

Die Hühner haben es dann aber gecheckt. Ich hatte den lieben langen Tag Schwierigkeiten, sie zwischen dem Gestrüpp zu finden. Schnell gelernt die Mädels. Aber ich muss ohnehin den Auslauf von oben abzäunen. Oder wenigstens Drähte spannen. Hilft auf Dauer sonst alles nix…

Irgendwo hier gabs doch auch ne Bauanleitung für die "Dämmerungsklappen" um den Stall zu schließen?

Derzeit suche ich noch ein Auracenerstämmchen dazu und zwei-drei Maran-Damen. Daraus sollte sich bereits nächstes Jahren eine Reihe hübscher Mischlinge und Grünleger ergeben. Ich mag es bunt und formalistische Züchterei (ich war auch mal einige Jahre Mitglied in einem Geflügelzuchtverein) ist mir zuwider. Bin nunmal kein "Federzähler"

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich jedwedes Rassehuhn nach spätestens zweimaliger Kreuzung mit jedwedem anderen Rassehuhn zur naturbrütigen und robusten "Naturhenne" entwickelt

Zumindest hatte ich aus Italiener, brauner Hybride, Araucana-Hahn und Maran interessanteste Mischlinge und Eier in allen Braun und Grüntönen.

Meine Erfahrungen hier:

Kreuzt man Araucana
mit weißlegenden Sorten (Italiener, Leghorn o.ä.) erhält man auch eher die klassisch mintgrünen Eier, auch in erheblicher Größe. Kreuzt man sie dagegen mit Rassen die braune Eier legen, kommt auch mal ein olivgrün dabei heraus. Echt spaßig. Auch der Nicht-Schwanz der Araucana vererbt sich mal, mal nicht. Kämme habe ich wohl schon in allen erdenklichen Formen erlebt. Erst recht, als auch mal ein paar Jahre ein Seidenhahn seine Gene vererben durfte. und der kleine Zwerg war schnell Chef im Ring

Jedenfalls habe ich in all den Jahren die ich Hühner halte enorme Freude an dem Federvieh. Wenn ich die "kleinen Raptoren" über die Weise flitzen sehe, weil sie eine Motte jagen, bin ich froh das die Verwandtschaft mit Dinosauriern doch nur sehr weitläufig (aber nicht von der Hand zu weisen) ist.

Sind schon kleine Monster manchmal, aber eine aufmerksame Henne zu beobachten, die 10 oder mehr Küken sicher ins Leben führt, ist ein Erlebnis, welches das Herz aufgehen lässt.

Vollmondküken

Ich habe noch einen schönen alten Brutapparat. Mit Quecksilberthermostat aber klappt klasse.

Bis zu 35 Eier, auch von Enten (eine Woche früher eingelegt), habe ich so gelegentlich passgenau zu Vollmond schlüpfen lassen. Klar, Einbildung ist auch eine Bildung, aber gegenüber den "Kontrollgruppen" waren sie alle besonders robust mit sehr hoher Schlupfrate und oft gelang es mir, die gerade schlüpfenden Küken einer bereits seit Wochen gluckigen Dame unterzuschieben. Spätestens bei diesen so aufwachsenden Hühnern entwickelt sich, wie von selbst, wieder der Bruttrieb. Ob man will oder nicht

Nun freue ich mich mir im Laufe des Jahres meinen "Mix-Stamm" zusammenzustellen und im nächsten Frühjahr gibt es wieder die ersten "Vollmondmixe" und viele bunte Eier

Und spätestens dann folgt auch wieder ein Laufenten-Päarchen. Am besten in blau. Mit Spalterbigkeit (Mendel lässt grüßen) erhält man daraus schwarze und weiße sowie graue Laufenten. Und erst aus der erneuten Paarung wieder blaue. Reihenfolge weiß ich grad nicht. Egal, die Natur wirds richten

Liebe Grüße
maribo