Hallo liebe Menschen,
Da ich die geflügelten Tagebücher angeregt habe, sehe ich es als angenehme Verpflichtung auch ein solches anzulegen.
Ich möchte euch damit meine Hühnerschar und ihre Mitmenschen näher bringen; sowohl was alles huhnrelavante angeht als auch unbefiederte Gedanken und Erlebnisse.
Hier im Forum habe ich schon viel von euch netten Menschen über Hühner gelernt, und oft würde ich gerne mehr über die Menschen hinter den Hühnern erfahren. Was ihr sonst noch tut und denkt, worüber ihr lacht und was euch bewegt.
In diesem Sinne möchte ich auch meine Einträge hier gestalten und hoffe, dass ihr beim Lesen Freude habt.
Wenn ihr Inhalte kommentieren wollt, dann postet einfach hier :
Kommentare zu meinem Tagebuch
Have fun,
Bernhart
Servus,
Heute will ich mal meine Hühner vorstellen. Bei mir lebt mal ein Vorwerkhahn mit seinen vier Mädels. Und von der ersten Brut dieses Jahr sind mir ein Hähnchen und ein Junghuhn geblieben.
Hier haben wir sie abgebildet. Vorne der Herr der Hauses mit zwei Damen. Im Hintergrund das Jungvolk.
Als zweite Rasse kamen dieses Jahr Sundheimer dazu. Aus Kunstbrut; aber mit Glucke grossgezogen. 12 Stück sind es; das Geschlechterverhältnis kann ich noch gar nicht abschätzen. Bei einigen wenigen bin ich mir sicher dass es Hähnchen sind; bei anderen werde ichs wohl erst später merken. Ich hoffe nur, dass zumindest 5-6 Damen dabei sind.
Hier ein Teil von Sundheimer-Jungvolk. Alle zwölf vor die Linse bekommen ist im Freien nicht möglich. Das ginge nur drinnen beim Futternapf. Verfressen sind die!!! Kein Vergleich zu den Vorwerkern.
Derweil liebe Grüsse,
Bernhart
Servus,
Jetzt möchte ich mal herzeigen, wie meine Hühnerschar wohnt. Wenn ich Sie bitten darf mir zu folgen.
Auf dem ersten Bild sehen sie den Käfig.
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Er befindet sich in einem etwa 100 Jahre altem Stadel. Er ist rundum und oben mit einem Drahtgitter (1,5x1,5cm) verschlossen. Der Boden ist eine Betonplatte. Da mein Hauptproblem Marder sind, habe ich mich für das relativ leichte Gitter entschieden. Da Marder angeblich nur ungern Geräusche machen, habe ich am Gitter noch Glöckchen angebracht; wenn er da rumwerkt, dann wird es laut. Bis jetzt hält es dicht.
Auf dem Bild sehen Sie auch die automatische Axt-Türe, die aufgrund meines Unvermögens nicht immer geschlossen hat. Das hat mir bittere Verluste eingebracht...
Hier sehen Sie etwas von dem Inventar des Käfigs: Futterbehälter, Wasser und (nicht benützte) Sandbadewanne.
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Und hier die etwas wild aussehende Sitzstange:
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(ironie "an") Und nun das Prachtstück des Inventars (ironie "aus"):
Die Legenester! Kuschelig untergebracht in einem alten Spülenunterschrank. Da der Schrank gleich hoch ist wie die Sitzstange habe ich die Oberseite mit einem Plastikfolienmonster abgedeckt. Sonst sitzen immer 1-2 Damen auf dem Schrank und g******* alles voll. Eine bessere Lösung ist mir leider noch nicht eingefallen. Ideen und Vorschläge bitte als PN oder in meinem Vorstellungsfaden.
Der alte Hühnerverschlag wie er bei uns im Weinviertel typisch ist (wahrscheinlich auch anderswo; aber da kenn ich mich nicht so aus). Im Moment nicht benützt.
Den werde ich demnächst zu einem Gluckenkäfig bzw. Extrahahnwohnheim umgebauen. d.h. er wird immer nur ein paar Wochen bewohnt sein. Ich werde nach drinnen ein Fenster einbauen; und zum Auslauf hin eine automatische Türe. Das ist zumindest jetzt einmal der Plan.
have fun,
Bernhart
Servus,
Jetzt mal kurz eine Runde durch den Auslauf.
Das erste Bild ist ein Blick in den kleinen abgetrennten "Nur-Huhn" Bereich. Sind nur 20-30qm, die extra vom restlichen Obstgarten abgetrennt sind. Da kann ich die Hühner einsperren, wenn die Wiese mal eine Auszeit braucht. Das war aber bis jetzt noch nicht notwendig.
Im "Nur-Huhn" Bereich wächst vor allem Brennessel, Kamille und Beifuss; an Holzigem gibt es Holunder, Pfirsich, Zwetschke und etliche Ribisel-Sträucher.
Hier hat man einen Blick von oben. Rechts ist das abgetrennte Gemüsebeet. (Auch "Gemüse-Gebet" genannt, wenn ich im Frühjahr beim jäten viel knien muss).
und noch eine Impression samt Obstbäumen und Weinkeller:
Da ist kein Wein gelagert. Im Winter wohnen die Dahlien-Knollen drinnen. Und ausserdem experimentiere ich gerade mit einer Pilzzucht (Austernpilze und Shiitake).
Hier das Sundheim-Jungvolk in der Wiese:
Beste Grüsse,
Bernhart
Als wir vor der Entscheidung standen eine Hühnerrasser auszusuchen, waren wir mal von der Vielfalt überwältigt. Ein paar Auswahlkriterien haben uns dann bei der Suche geholfen:
- kein Zwerghuhn
- robust
- gefährdete Rasse (im Sinne des Erhalts der genetischen Vielfalt)
- respektiert Zäune von 1,30-1,50
- Guter Futtersucher
- hübsch
Wir sind dann schließlich bei den Vorwerkern gelandet; wobei wir jetzt schön langsam merken, dass uns die vom Wesen her etwas zu unruhig sind. Die Sundheimer sind da etwas gemütlicher (Schon klar, kommt auch sehr auf den Stamm an, und wieviel Zeit man hat um sie "zahm" zu machen). Die liegen uns vom Temperament mehr.
Ausserdem denke ich mir inzwischen, dass ich gerne eine Rasse mit "mittlerem" Bruttrieb hätte. Von 12 Hühnern hätte ich gerne 2-4 Glucken im Jahr. Ich möchte aber nicht den ganzen Sommer über alle Damen entglucken müssen.
Die andere Variante ist halt eine Rasse mit geringem Bruttrieb zu nehmen und dann 2 sicher Glucken (zb Cochin) dazuzunehmen. Mal sehen wie sich die Sundheimer entwickeln.
Meine Frau hätte ja gerne eine bunte Hühnerschar. Ich bin mir da nicht so sicher. Einerseits weiss ich nicht, ob mir so ein bunter Haufen vom Aussehen her gefällt; andererseits geht dann die "Gen-Reserve" im Sinne des Rassenerhalts flöten. Aber wenn ich dann weiterüberlege, dann denke ich mir, dass die Bauernrassen auch durch wilde Kreuzungen entstanden sind. Ich glaube nicht, dass Bauern den Rassenerhalt im Auge hatten, sondern Wirtschaftlichkeit und Robustheit. Die Rasse-Zucht ist wahrscheinlich ein Kind der Romantik.
hmmm, vielleicht sollte ich diesbezgl. einen Faden eröffnen. Da gibt es sicher jemanden im Forum, der was darüber weiss.
have fun,
Bernhart
Wenn meine Hühner so hoch fliegen könnten, dann würden Sie Haus, Hof und Stall so sehen:
Zwei Bilder aus Google Earth. Das erste zeigt das ganze Dorf (ja, natürlich liegt das Dorf am Rand zwischen zwei Karten. Das ist so wie mit den Strassenkarten: da liegt das Ziel auch immer am Falz ... )
die eigenartigen Ringe auf der linken Seite sind übrigens keine ausserirdischen Kornkreise sondern eine frühmittelalterliche Wehranlage, die noch zum Teil erhalten ist.
Info dazu:"Im Weinviertel gibt es zahlreiche Hausberge, frühmittelalterliche Wehranlagen aus der Zeit der Jahrtausendwende. Diese Erdburgen dienten dem Schutz vor räuberischen Einfällen aus Ungarn und Mähren. Sie bestehen aus einem zentralen kegelförmigen Mittelwerk, dem eigentlichen „Berg“, auf dem sich die Wohnanlage, das „Haus“ befand. Umgeben war dieses von einem oder mehreren Gräben. Aus der Kombination von Verteidigungs- und Wohnanlage wurde so der „Hausberg“. Jener von Gaiselberg ist der größte und eindrucksvollste und am besten erforschte aller Hausberge des Weinviertels und umfasst ein Areal von 16.000m2, das von einem weit verzweigten System unterirdischer Kammern und Gänge, den sogenannten Erdställen, durchzogen ist."
(quelle: http://www.opencaching.de/viewcache.php?cacheid=106938)
und noch was aus der Zeitung (Nexing ist ein Nachbarort):
"Wer aber kennt den Hendlfutterberg von Nexing?
Der kleine Ort wird von einem Hügel überragt, der fast vollständig aus fossilen Muscheln und Schnecken besteht, die in einem Steinbruch abgebaut und als Kalk dem Tierfutter beigemischt werden, daher der Name. Radelt man von Nexing nach Niedersulz, so weist einen eine fast verrostete Tafel "Muschelgrube" zum Hendlfutterberg, der vor allem am Wochenende gefahrlos betreten werden kann. Auf der Fahrt von Schrick nach Nexing durchradelt man eine unter Naturschutz stehende Kastanienallee.
Eine weitere Attraktion auf der Runde bildet der gewaltige Hausberg von Gaiselberg, der eine Fläche von fast 16.000 Quadratmetern bedeckt und dessen Ausmaße dem Betrachter auch heute noch Respekt abringen. Die Ursprünge des als Verteidigungsanlage dienenden Hausberges gehen - wie erst jüngste Forschungen ergaben - auf das Jahr 1060 zurück, etwa hundert Jahre später erfolgte der weitere Ausbau mit drei riesigen Wällen."
der standard, 1.9.2003
hier noch ein historisches Bild vom Hausberg:
und jetzt noch unseren Grund ein bissi genauer (ich hab ein "A" vor unser Haus gemacht):
am Anfang steht das L-förmige Wohnhaus quer zur Strasse. Dann kommt der Innenhof; dazu quer der Stadel (darin der Hühnerstall). Und nach hinten hinaus der Obst- und Gemüsegarten mit Huhnauslauf. Dahinter die "Hintaus"-strasse, die zum Hausberg (samt Weinkellern) führt.
have fun,
Bernhart
Was fressen meine Hühner.
Bei uns gibt es
1) Körner zur freien Entnahme (je nach dem was ich vom Biobauern bekomme; im Augenblick Kamut ... nobel geht die Welt zugrunde ... ansonsten Weizen; nur im Notfall vom Lagerhaus)
2) Legehennen Pellets 1-2x am Tag; soviel wie rasch verdrückt werden kann
3) Küchenabfälle; möglichst salzfrei. Wobei ich, wenn es eiweißreiche Reste sind auch mehr etwas Salz in Kauf nehme. Ich versuche da einen wirtschaftlichen Mittelweg zu gehen.
4) alles was auf der Streuobstwiese gefunden wird (speziell die Vorwerker sind wirklich den ganzen Tag draussen. Die Sundheimer schauen öfter mal obs was leckeres im Stall gibt.)
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Insgesamt bin ich mit der Fütterung nicht ganz zufrieden.
weil:
1) Ich würde gerne Pellets ohne Soja verwenden; gentechnikfrei und nicht zu weit gereist.
2) "Zur freien Entnahme" finde ich auf Dauer auch nicht optimal. Erstens sind die Sundheimer etwas anfällig was verfetten angeht; andererseits sind die Hühner wahrscheinlich etwas weniger scheu, wenn sie merken vom wem das Futter kommt.
Bio-Pellets müsste ich mir nur mal raussuchen. Aber da ist halt die Faulheit am Werk; die Lagerhauspellets sind halt einfach zu bekommen. Aber ich werde den inneren Schweinehund schon überwinden ...
Die freie Entnahme ist halt wirklich praktisch, weil ich, speziell in der Übergangszeit nicht wirklich jeden Tag im Stall bin. Da passierts schon mal, das ich die Hühner 2-3 Tage nicht sehe, oder eben den ganzen Tag in der Arbeit.
Aber ich könnte im Sommer, und wenn ich viel zuhause bin auf Handfütterung umstellen.
(Uihh, dieses Tagebuch ist ja gemein. Da hab ich gute Vorsätze; und wenn ich sie breche, dann können mich andere daran erinnern ....)
have fun,
Bernhart
Das kranke Huhn
Über Medizin und Tierarzt...
Bis jetzt habe ich für meine Hühner noch keine Medizin verwendet und noch keinen Tierarzt konsultiert.
Prinzipiell würde ich nur medizinisch eingreifen, wenn der Bestand gefährdet ist. Prophylaktisch könnte ich mir schon auch Maßnahmen vorstellen um den Bestand vital zu halten (Entwurmen, Boden kalken, gegen Milben vorgehen). War aber bis jetzt nicht nötig. Das kommt aber wahrscheinlich im Laufe der Jahre wenn der Erregerdruck höher wird.
Rettungsaktionen für einzelne Hühner kann ich mir im Moment nicht vorstellen.
Unsere alte Katze hatten wir mal (sie war damals wirklich schon uuuuralt) wegen einem Husten beim TA. Von da an gings bergab (Osteoporose, Diabetes, Blindheit, Nierenversagen). Wenn ich daran denke was wir das arme Tier (sie ist auch noch so ungern Auto gefahren) mit Behandlungen gequält haben. Da wäre es besser gewesen, wir hätten sie liebevoll zu hause gepflegt. Da wäre sie vielleicht ein paar Wochen früher gestorben; aber dafür hätte sie ihre Ruhe gehabt. Zum Glück hat sie auch so im Schoß von meiner Frau ihren natürlichen letzten Weg gehen dürfen.
(was erstaunlich ist, weil ja viele Tiere gerne alleine sterben)
Hier ein Bild von Upe ein paar Wochen bevor sie gestorben ist.
Ich glaube ich möchte mit den mir anvertrauten Tieren einfach respektvoll und liebevoll umgehen. In einer gewissen Verhältnismäßigkeit zu den natürlichen Gegebenheiten. Ich kann das jetzt nicht wirklich gut beschreiben...
Wenn eine Maßnahme wirklich Leiden lindert und vom Aufwand in einem Verhältnis zu dem steht was es bringt, dann würde ich die Maßnahme auch setzen. Wahrscheinlich möchte ich, dass man mit meinem Leben im Krankheitsfall auch so umgeht. Ich möchte nicht, dass mein Leben um jeden Preis verlängert/gerettet wird. Wenn der Erhalt meines Lebens 100.000 Euro kostet, dann kann man die 100.000 Euro nicht für andere einsetzen. Und um 100.000 Euro kann man weltweit eine ganze Menge Leben retten. Wo ist da noch die Verhältnismässigkeit?
Die Frage ist nur: Wer trifft die Entscheidung? Der Staat? Der Züchterverband? Der Tierschutz?
Antwort ganz einfach: Ein Mensch der das betroffende Lebewesen respektiert und liebt.
Gruss,
Bernhart
Nachdem des Nachbarn Katze mir gestern und vorgestern je eine Wühlmaus vor die Tür, bzw. ins Gemüsebeet gelegt hat, habe ich realisiert, dass diese Nager wieder von den Feldern in die Gärten übersiedeln. Etwas früher als ich erwartet habe. Und etwas früher als ich das Wurzelgemüse ernten wollte. Aber ich habe meine Karotten, gelben Rüben und Pastinaken dann doch gerettet und es waren tatsächlich schon zwei angefressen.
Aber hier ist meine Beute:
Ich habe immer wieder versucht die Wühlis im Frühjahr mit Fallen zu erledigen habe aber immer Maulwürfe erwischt.
Anscheinend verwenden die die gleichen Gänge. Wahrscheinlich sollte ich jetzt, im Sommer/Herbst auf Wühlmausjagd gehen.
Die Hühner haben mir interessiert bei der Gartenarbeit zugesehen und ein paar Sundis haben versucht ins Gemüsebeet einzubrechen. Naja, vor ein paar Wochen haben sie noch durch den Maschendraht gepasst; aber wenn die so schnell wachsen (jetzt erlebe ich endlich mal was "frohwüchsig" bedeutet.)
Werde jetzt noch das Wurzelgemüse schneiden und einfrieren. Ich würde sie ja gerne einlagern; aber ich hab noch keinen Sand im Keller. Das mach ich dann nächstes Jahr; alles zu seiner Zeit ...
so long,
Bernhart
Als Einstreu verwende ich Stroh. Das habe ich bis jetzt immer von verschiedenen Nachbarn bekommen, wenn es denen über geblieben ist.
Beim Ausmisten bin ich bis jetzt recht faul. Bis jetzt ist es so ca 3x im Jahr. Muss aber dazu sagen, dass ich einen grossen Stall und wenig Hühner hatte und die Hühner sowieso fast den ganzen Tag draussen sind.
Jetzt, wo sich der Bestand erhöht, werde ich wohl auch öfter zur Schaufel greifen dürfen.
Bis jetzt hab ich den Hühnermist immer auf den Kompost gegeben.
Leider ist mein Kompost aber gar nicht optimal; zumindest für Balkonpflanzen. Da wachsen die mit gekaufter Blumenerde (torffrei) besser.
Irgendwas hats da also mit dem Kompost. Die Pflanzen bekommen teilweise Chlorose; das liegt zwar sicher auch am harten Wasser; aber offenbar auch an der Erde.
Andererseits: was solls? Ich brauche den Kompost ohnehin fürs Gemüsebeet. Für die Kisten und Kübel werde ich nächstes Jahr halt mal Erde zukaufen.
so long,
Bernhart
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